30. November 2002 – VfL-Arminia Bielefeld 0:3 – „Dat kannze abhaken“

Aus zwei Gründen ist dieses Spiel bemerkenswert. Erstens: Ansgar „der weiße Brasilianer“ Brinkmann erzählt noch heute davon, dass er einst in Bochum mit Currywurst-Pommes in der Kabine saß und die fragenden Blicke von Trainer Benno Möhlmann mit dem Satz „Das ist mein Doping fürs Spiel“ konterte. Brinkmann spielte gut. Zweitens: Ich hatte keine Kamera dabei – weil ich am Abend vorher bei einer Party in Ratingen-Ost weilte. Über Nacht, Ihr wisst schon. Aber lest selbst…

Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich „Dat kannze abhaken“ nannte und mit der Unterzeile „Tage wie dieser; diesmal ohne Fotos“ versah:

Es war, als hätte Peter Neururer der gesamten Mannschaft um 15.25 Uhr nicht den letzten motivierenden Rat mit auf den Weg gegeben, sondern das Lied „Tage wie dieser“ von den Sportfreunden Stiller vorgespielt.

– tage wie diesen hier gibt es wie sand am meer, nichts läuft wie ich es wollte. sie geben nicht viel her, außer frust, keine lust auf nichts mehr, nichts klappt, wie es sollte.

Es gibt solche Tage, all ihr meine neugierigen Freunde, da spielen Fußball und der VfL selbst für mich die zweite Geige (weshalb mich diese Niederlage auch nicht sonderlich juckt, soviel sei vorweg erwähnt). Doch das gehört nicht auf diese Homepage… interpretiert selbst… Wenn ich gewusst hätte, dass ein Gespräch mit Mülheimer Fußball-Schiedsrichtern auf dem Hinweg im Regionalexpress der spannendste Moment dieses Nachmittags werden sollte, eines wetterbedingt auch noch verdammt trüben, womöglich hätte ich mir die Premiere-Konferenz angeguckt. Aber neeeeeein, es geht gegen Arminia Bielefeld, die an dieser Stelle schon viel gerühmten „Ostwestfalen-Idioten“ (ich verweise an das denkwürdige Spiel im April), da ist doch noch eine Rechnung offen von eben jenem 0:3. Bielefeld hat auswärts noch nicht gewonnen, wir sind eigentlich noch recht gut drauf – eine klare „1“ bei Oddset und Betandwin; ein bissken Fußball gucken im guten, alten Ruhrstadion – und Du kannst vorher ja nicht wissen, wie scheiße es eigentlich läuft.

Und es läuft scheiße.

Es ist nichts drin.

Schon während der ersten Halbzeit stellt ein Rentner, der bestimmt noch Jupp Kaczor und Heinz-Werner Eggeling in seinen ihren Tagen bewunderte:

– Dat kannze abhaken.

Heute kein Punkt. Und wieder ein 0:3 gegen Arminia Bielefeld. Da lohnt es sich nicht einmal, ein Foto auf diese Homepage zu stellen, für dieses beschissene Spiel.

Von Beginn an läuft einfach alles schief. Das Mikrofon von Stadionsprecher Bernd Wolter hakt ausgerechnet während der Mannschaftsaufstellung. Bereits in der 3. Minute köpft Benjamin Lense (noch nie gehört) nach einer Standard das 1:0 für Bielefeld. Dazu greift die „Bolzer-Truppe“ (Zitat Rentner) superfrüh an und bringt uns völlig aus dem Konzept. Nur eine Chance steht in Halbzeit eins in einem bescheidenen Spiel zu Buche, doch die verkloppt Christiansen.

2. Halbzeit, auf die eigene Kurve; wird doch wohl besser laufen. Weit gefehlt. Keine sechs Minuten sind um, da boxt sich der Vander das Ding ins eigene Tor, 0:2 („Tage wie dieser“ halt). Der arme Kerl hat sowieso einen schweren Stand in der VfL-Kurve, und solch ein krummes Ei erhöht sein Standing nicht grad. Schon jetzt verabschieden sich einige mit den Worten „Den Scheiß guck ich mir nicht mehr länger mit an“ Richtung Ausgang. Doch diese verpassen noch einige Torchancen, wie zum Beispiel einen Handelfmeter, den Thomas „ich-hätte-heute-drei-Stunden-spielen-können“ Christiansen verschießt. Hain hält zugegebenermaßen zweimal riesig, vor allem der Nachschuss war eigentlich nicht mehr abzuwehren. Drei Minuten später hat der Christiansen noch einmal das 1:2 auf dem Schlappen – und nagelt die Kugel gnadenlos an den Querbalken. Wäre das 1:2 gefallen, dann vielleicht… keine Konjunktive, Andi, keine Konjunktive. Momo Diabang schließt einen Konter letztendlich zum 3:0 ab, und während ich diesen Text schreibe, höre ich Werner Hansch resümieren: „Das Ergebnis ist ein Witz, aber der Sieg für Bielefeld verdient.“ Und es ist immer noch trübe draußen. Der Liga-Alltag hat mich und uns wieder, nur noch auf Platz zehn. Olé olé!

All ihr Vanders, Christiansens, Wosz‘, Freiers (Super-Spruch nach dem Spiel in SAT.1: „Das ganze Spiel können wir total in die Tonne kloppen“), Kallas, Graulunds undundund, setzt Euch zusammen, hört die Sportfreunde Stiller.

– tage wie diesen hier gibt es wie sand am meer, nichts läuft wie ich es wollte. sie geben nicht viel her, außer frust, keine lust auf nichts mehr, nichts klappt, wie es sollte.

Hört es, vergesst dieses Lied, und holt in Hamburg mal wieder ein paar Punkte. Auf Abstiegskampf habe ich dieses Jahr keine Lust.

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