28. Mai 2000 – Bezirksliga – Dümpten 13-Wacker Dinslaken 2:2

Bis heute (22. Januar 2013) gehört dieser Tag, der 28. Mai 2000, zu den dunkelsten in der Geschichte einer Fußballmannschaft aus Mülheim-Dümpten. Zum (erneut diese beiden Wörter: bis heute) letzten Mal wurde auf der Platzanlage am Schildberg Bezirksliga-Fußball gespielt. Es folgten der Durchmarsch bis in die unterklassigste Kreisliga C, die Auflösung des altehrwürdigen Fußball-, Box- und Handballvereins, der Übergang der verbliebenen Abteilungen in den Dümptener TV. Über die Kreisliga B ging es aber für ein Fußballteam aus diesem nördlichen Stadtteil Mülheims bis heute nicht hinaus.

An diesen sonnigen und staubigen Sonntagmittag erinnere ich mich trotzdem noch sehr gut, und für so eine frühe Phase meiner journalistischen Karriere ist der Text zu dem 2:2 zwischen Dümpten 13 und Wacker Dinslaken gut gelungen.

Hier geht es zum Text für die WAZ/NRZ Mülheim, den ich „Dümptener Abschied vor 17 Zuschauern“ nannte und mit der Unterzeile „Nach 12 Jahren aus der Bezirksliga abgestiegen“ versah:

Nach zwölfjähriger Zugehörigkeit verabschiedete sich Dümpten 13 gestern aus der Fußball-Bezirksliga. Immerhin ergatterten die „13er“ beim 2:2 (0:2)-Unentschieden im Duell gegen Wacker Dinslaken noch einen Punkt.

Ironische Jubelschreie begleiteten den Abpfiff. 17 Besucher hatten am Schildberg eine Karte gekauft. „Wenigstens kann ich den Schiedsrichter bezahlen“, sagte der traurige Kassierer Otto Schlomer.

An der Seitenlinie verharrte ein verbitterter Trainer. Friedhelm Kuhles war während der Saison für Karl-Heinz Heimscheid gekommen und hatte gleich vier Jobs: Trainer, Betreuer, Platzwart und Medizinmann. Seit über 30 Jahren begleitet Kuhles die Dümptener. So tief wie im Moment ist der Klub noch nie gesunken. „Ein Verein führt sich nicht allein. Wenn keiner etwas macht, kann sich auch nichts bewegen. Hätte ich heute nicht die Tür aufgeschlossen, wäre das Spiel ausgefallen“, sagte Kuhles. Er hört als Coach der ersten Mannschaft auf. Der Vorsitzende Wolfgang Jakob glaubt an ein Überleben in der Kreisliga A: „Wir haben zwar noch keinen neuen Trainer, aber es geht weiter.“

Die Dümptener Bezirksliga-Jahre waren eng mit Uwe Prohl, Thomas Kempe, Dirk Hofmann, Stefan Siemes und Martin Koch verbunden. Sie kickten letztmals im 13-Trikot – und kaum jemand nahm Notiz davon. Eine Ära ging zu Ende.

Dinslaken lag durch Darius Lakasiewicz (11.) und Peter Lang (20.) mit 2:0 in Führung. Karsten Weydebach scheiterte zudem mit einem Elfmeter an 13-Torwart Jens Steinmetz (52.). Kurz vor Schluss kam der Auftritt von Jens Schulz: Er traf zweimal (75./83.) und sorgte für ein seltenes Highlight in einer verkorksten Saison.

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