Wieder einmal Moderator in Mülheim

Mein allerletzter Termin für die WAZ Mülheim, ich weiß es noch genau, war eine „Auftakt-Reportage“ über den damaligen Fußball-Landesliga-Aufsteiger TSV Heimaterde. Am sonnigen 1. Juli 2007, am Tag vor dem Start meines Lebensabschnitts namens „Volontariat“, sprach ich mit Trainer Dieter Henkelüdecke auf dem Ascheplatz im „Naturstadion“ am Finkenkamp über die beginnende Vorbereitung, die Zugänge, das Saisonziel. Routine. Danach lenkte ich meinen Smart nachdenklich Richtung Innenstadt, parkte auf einem Hinterhof (Geheimtipp!) und ging danach ein letztes Mal aus beruflichen Gründen im Mülheimer WAZ-Haus drei Etagen hoch. Setzte mich an den Rechner, verfasste 130 Zeilen und dachte an Salinger: Ein letztes Mal den Gang. Stolpern. Fast den verrückten Hals gebrochen. Schlaft gut. Idioten. Ihr kennt das. Am Ende sagte ich „Tschüss“ und nicht mehr „Wiedersehen“.

Seitdem habe ich mit Mülheim beruflich nur noch wenig am Hut, Heimaterde ist inzwischen, im Jahr 2012, schon wieder bis in die Kreisliga A abgestürzt. Und doch gönne ich mir einmal im Jahr einen Ausflug. In längst vergangene Zeiten. Seit Dezember 2000, also seit inzwischen elf Jahren, moderiere ich alljährlich die Mülheimer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft – mit zweijähriger Unterbrechung, als die Mülheimer Halle neu gebaut wurde.

Auch diesmal konnte ich (obwohl ich inzwischen in Heeren-Werve und damit knapp 80 Kilometer entfernt wohne) natürlich nicht ablehnen und moderiere nun zum zehnten Mal, zum siebten Mal in Folge gemeinsam mit Sascha Brattge, dem in Mülheim sehr bekannten Stadionsprecher des NRW-Ligisten VfB Speldorf. Meine Zusage gilt für die beiden Halbfinalrunden (14./15. Januar 2012) und die Endrunde (22. Januar 2012) in der RWE-Halle in Mülheim – in der Qualifikation (28. Dezember 2011) gab’s Sascha noch solo.

Schon witzig… Elf Jahre lang hatte ich mit den Spielern, Zuschauern und Funktionären Mülheims täglich zu tun. Wohnte in der Stadt, sah sie in den Discos, Restaurants und Kneipen. Oder einfach nur beim Shoppen. Jetzt begegne ich allen nur noch in der Halle. Ich freue mich aber jedes Jahr mehr aufs Wiedersehen – auch wenn die Resonanz 2012 so schwach ist wie seit vielen Jahren nicht mehr. Was aber, zugegeben, auch daran liegt, dass vier Vereine die Meisterschaft boykottieren. Mülheimer Probleme.

Am Samstag, 14. Januar 2012, setzten sich vor etwa 600 Zuschauern (508 zahlende) in Halbfinalrunde eins Speldorf (NRW-Liga), Blau-Weiß Mintard (Kreisliga A) und der MSV 07 (Bezirksliga) durch. Zum WAZ-Bericht geht es hier („Viel Pfeffer im Top-Spiel“).

In der zweiten Halbfinalrunde am Sonntag, 15. Januar 2012, qualifizierten sich vor etwa 500 Zuschauern (414 zahlende) Titelverteidiger Union 09 Mülheim (Landesliga), MFC Vatangücü und TB Heißen (jeweils Kreisliga A) für die Endrunde. Den Bericht von RevierSport findet Ihr hier („Spannung bis zum Schluss“).

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