3. September 2000 – Goch-Vatan Spor 2:0 – „Verschenkter Nachmittag“

Das war ein anstrengender Sonntag! Am 3. September 2000 weilte ich morgens beim B-Jugendspiel zwischen Union Mülheim und dem TV Asberg (2:0), fuhr dann nach Goch, um das Auswärtsspiel von Vatan Spor zu sehen (0:2 – es war ein trauriger Nachmittag!). Nach der Rückkehr um 18 Uhr musste ich so schnell wie möglich 300 Zeilen pinnen.

Hier geht es zum Text, den ich „Verschenkter Nachmittag in Goch“ nannte:

Ein Trainer auf der Tribüne, ein unnötiger Platzverweis, zwei dumme Gegentore und eine 0:2 (0:1)-Niederlage: Den Ausflug zum Spiel bei Viktoria Goch hatten sich die Landesliga-Fußballer von Vatan Spor anders vorgestellt.

Die Sonne schien, 350 Zuschauer freuten sich auf ein tolles Spiel, die Vatan-Fans waren mit Flöten angereist. Es hätte ein netter Nachmittag werden können!

Hätte… Denn bereits nach 19 Minuten war zumindest Trainer Mohamed Ali Abdelhafid der Appetit auf den Ball vergangen. Vatan begann gut, hatte durch Damir Mekic die erste Chance, doch nach einem Abwehrfehler schlenzte Marko Basovic das 1:0 für Goch (15.). Zwei Minuten später sackte Gochs Thorsten Vöckel zusammen. Schiedsrichter Mark Nissen hatte einen Schlag von Esat Cakar gesehen und zeigte „Rot“. Die Proteste hielten sich in Grenzen. Nur wenige Augenblicke später ahndete der Unparteiische ein Foul nicht. Abdelhafid regte sich auf. „Dann hat der Gocher Trainer Burghardt zu mir gesagt: ,Wir spielen nicht nach tunesischen, sondern nach deutschen Regeln.‘ Ich antwortete: ,Wenn solche Leute trainieren, habe ich keine Lust mehr.‘ Er sagte: ,Dann geh doch nach Hause.‘ Er hat sich selbst lächerlich gemacht.“

Abdelhafid konnte sich kaum beruhigen, musste auf die Tribüne. Gocher Fans riefen: „Geht das denn schon wieder los“, riefen die Polizei. Dabei verhielten sich die 30 Vatan-Fans und das Team vorbildlich ruhig. Das Spiel war gelaufen.

Während Vatan durch Senol Öztürk eine Riesenchance versiebte (52.), stellten sich die Gäste hinten rein, konterten: Basovic erhöhte aus abseitsverdächtiger Position, 2:0 (57.). Thorsten Vöckel und Uwe Herbst vergaben weitere Chancen.

Der lautstarke Abdelhafid war längst zum Show-Objekt für die Gocher Fans geworden, die mehr auf ihn als auf das Spiel achteten. „Wir verlieren hier, obwohl die einen grausamen Fußball spielen“ – das war einer der Abdelhafid-Sätze. Da lachte auf der Tribüne keiner.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Fußball, Niederrhein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *