11. Dezember 2000 – Landesliga – Vatan Spor-Adler Osterfeld II 3:1

Am 11. Dezember 2000 berichtete ich für die Mülheimer WAZ über das Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Adler Osterfeld II. Interessante Note: Die Trainerkarriere des ehemaligen Bundesligatrainers Hans-Günter Bruns war damals eigentlich beendet. Er hatte sich mit einem ganz normalen Job abgefunden und betreute nebenberuflich die zweite Mannschaft von Adler Osterfeld, die gerade von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen war. Profi-Ambitionen hegte er nicht.

Es kam ganz anders. Plötzlich suchte die Osterfelder Oberligamannschaft einen Coach – der Trainer der „Zweiten“ sprang ein. Bruns. Erfolgreich. Dann sauste RWO ab in die Oberliga Nordrhein. Ein Oberhausener Erfolgstrainer wurde gesucht. Bruns. Der Durchmarsch in Liga zwei gelang – und HGB war doch im Profigeschäft angekommen; erst als Sportdirektor, dann auch als Trainer.

Hier geht es zum Text, den ich „Erleichterung nach dem glücklichen 3:1-Erfolg“ nannte:

Von Andreas Ernst

Die einen kochten vor Wut, die anderen atmeten tief durch. In der Fußball-Landesliga bezwang Vatan Spor die Reserve von Adler Osterfeld mit 3:1 (0:1), und die Gäste konnten sich kaum beruhigen. Sofort nach dem Schlusspfiff stürmten sie auf Schiedrichter Andreas Textores (Willich) zu.

Stein des Anstoßes war eine Szene in der 59. Minute. Zu diesem Zeitpunkt führte Osterfeld durch ein Konter-Tor von Markus Nickel mit 1:0 (22.). Die Gäste ließen Vatan stürmen, griffen erst in der Mitte der eigenen Spielhälfte an. Doch die Mülheimer konnten mit diesen Freiräumen wenig anfangen. Nur zwei Kopfbälle nach Freistößen von Erdal Özcan (36.) und Hakan Turna (54.) waren vor 100 Zuschauern an der Von-der-Tann-Straße gefährlich. Zwischenfazit: Die Führung des Aufsteigers ging völlig in Ordnung.

Dann kam es zu einem Zweikampf zwischen Vatan-Stürmer Senol Demirci und Markus Schenk. Der Osterfelder brachte Demirci zu Fall, ohne Absicht, aber als letzter Mann. Schiedsrichter Textores zückte wegen dieser Notbremse „Rot“. „Das macht keinen Spaß mehr. Woche für Woche ist es dasselbe“, schimpfte Adler-Trainer Hans-Günter Bruns. Vatan-Coach Pascal Notthoff pflichtete ihm bei: „Ich glaube nicht, dass er da unbedingt Rot zeigen musste.“ Den fälligen Freistoß verwandelte Hakan Turna zum 1:1. Dies war der Knackpunkt. In der 74. Minute kam es zur nächsten strittigen Situation. Reinhold Schulz, der 43-jährige Adler-Libero, foulte Demirci im Strafraum. Der Schiedsrichter pfiff Elfmeter, eine vertretbare Entscheidung. Niyazi Bozkurt schob den Ball in die linke Ecke – 2:1.

Zwei Standardsituationen kippten ein Spiel, in dem die Vatan-Elf schwach begann, sich aber in der zweiten Halbzeit steigerte. Gewiss lag dies vor allem an der Einwechslung von Senol Demirci, der aber nur noch ein Spiel zur Verfügung steht und dann zu Kalkarspor Istanbul wechselt. Das 3:1 in der Nachspielzeit schoss Demirci selbst. Er schloss einen Konter erfolgreich ab.

„Aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg verdient“, meinte Pascal Notthoff, der den Abstand zum zweiten Platz nicht beachtet: „Für unser junges Team wird es Rückschläge geben.“ Die Osterfelder diskutierten mit dem Unparteiischen. Der nahm seine Entscheidungen natürlich nicht zurück.

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