Gladbach, Bochum, Dortmund. Drei Spiele in 22 Stunden.

Freitag, 20.30 Uhr. Spiel 1. Mönchengladbach.

„Wann müssen wir losfahren?“, frage ich den erfahrenen Gladbach-Reporter am Freitag um 16.40 Uhr. „Jetzt“, antwortet er. Wir steigen in den Smart, wählen im iPhone-Navi „Borussia-Park, Mönchengladbach“ und stellen uns auf Fan- und Feierabendverkehr auf den Autobahnen (in dieser Reihenfolge) 52, 44, 52 und 61 ein. Und was ist los auf den Straßen? Nix! Der Kollege twittert.

Um 17.40 Uhr holen wir am Parkplatz P1 den Parkschein ab, fünf Minuten später stelle ich den Wagen auf dem Parkplatz P3 ab. Erste Reihe. Warten auf den Print-Kollegen, gemütlich zum Stadion schlendern, im Presseraum ab 18 Uhr die Konferenz der 2. Bundesliga schauen. Dresden gewinnt, Aue verliert. Naja.

Borussia-Park - Freitag, 3. Mai, 20.29 Uhr. Die Mannschaften laufen ein. Spiel eins beginnt. (Foto: Ernst)

Borussia-Park - Freitag, 3. Mai, 20.29 Uhr. Die Mannschaften laufen ein. Spiel eins beginnt. (Foto: Ernst)

Wir vertreiben uns die Zeit bis zum Anpfiff mit Gesprächen über Schalke, Streich, Effenberg, Mönchengladbach, Draxler, Europapokal. Schauen Horst Heldt zu, wie er vor der Arena eine Zigarette raucht. Und noch eine hinterher. WLAN funktioniert. Lokalredaktion anrufen. 103 Zeilen, 3000 Zeichen zum Schlusspfiff. Alles klar.

50 400 Zuschauer. Kein schönes Spiel. Aber ein intensives. Text eins ist früh fertig, Noten verteilt. 80. Minute, 0:0 steht’s noch. Dann trifft Draxler zum 1:0. Reporterpech! Mixed Zone. Die ist in Gladbach nicht sehr vorteilhaft. Um 0.25 Uhr sind wir mit der Arbeit fertig, fahren über die leeren Autobahnen (siehe oben, nur in umgekehrter Reihenfolge) zurück. Noch ein BigMac auf die Hand. Zu Hause gegen 1.15 Uhr. Zwei Folgen „Californication“, dazu ein Strawberry-Cheesecake von Häagen Dasz. Ach, kann sowieso nicht schlafen. Noch eine dritte Folge hinterher. 2.15 Uhr. Muss. Jetzt. Schlafen. Gute Nacht!

Samstag, 13 Uhr. Spiel 2. Bochum.

Müde. Wecker klingelt um 9 Uhr. Komme schwer aus dem Bett. Spiel eins ist noch im Hinterkopf, zwei Schalke-Texte muss ich heute noch schreiben. Irgendwann. Jetzt erst einmal einkaufen, die Frau ist bei einem Seminar. Gemüsetheke, Bäcker, Milch, wo ist dieser Einkaufszettel!? 11 Uhr, fuck, spät dran.

Ruhrstadion Bochum - Samstag, 3. Mai, 14.52 Uhr. So gehen die Kölner, die Kölner, die gehen so. Spiel zwei ist beendet. (Foto: Ernst)

Nervös. Sind noch nicht gerettet. Das Ruhrstadion ist seit Wochen ausverkauft. 28 400 Karten verkauft. Peter, der Euphoriebeauftragte. Der 1. FC Köln kommt, immerhin zweitbeste Rückrundenmannschaft. Ankunft 12.40 Uhr, 3,50 Euro fürs Starlight-Express-Parkhaus zahlen. Stehplatz, Block P rechts. Köln verteidigt geschickt, vermeidet Standards, geht in Führung. 1:0 zur Pause. WhatsApps der Kollegen. Hämisch.

Doch es folgt eine emotionale zweite Halbzeit. Köln schafft es nicht mehr, die Standards zu verteidigen. Freistoß Rzatkowski auf Dedic – 1:1. Ecke Rzatkowski auf Maltritz – 2:1. So gehen die Bochumer, die Bochumer gehen so. So gehen die Kölner, die Kölner, die gehen so.

Samstag, 18.30 Uhr. Spiel 3. Dortmund.

Zurück im Starlight-Parkhaus um 15.20 Uhr. Noch drei Stunden bis zum Anpfiff, ein paar Ausfahrten weiter. Mit 80 km/h gemütlich über die A40, die hinter Dortmund-Barop zur B1 wird. Hinter den Westfalenhallen abbiegen auf die B54 Richtung Dortmund-Zentrum. Links auf die Markgrafenstraße, an der nächsten Ampel links auf die Ardeystraße. Presseparkplatz C2. Sensationelles Wetter, Sonnenbrille auf, Lothar Matthäus und Freundin parken vor dem Sky-Bus.

Westfalenstadion Dortmund - Samstag, 3. Mai, 18.29 Uhr! Zwei Champions-League-Finalisten, Spiel drei beginnt. (Foto: Ernst)

Kurz nach 16.10 Uhr im Presseraum. Tasche auf, iPad aufklappen. Umschalten auf Schalke. Zwei Texte schreiben – über die Trainersuche und über Jermaine Jones. Aufstellung kommt um 17.30 Uhr. Viele Stars sind nicht dabei – auf der einen Seite Götze, Reus, Hummels, Bender, Piszczek, und auf der anderen Lahm, Müller, Schweinsteiger, Ribéry, Martinez, Dante. Wird trotzdem ein munteres, aggressiv geführtes Spiel. 1:1. Stimmen sammeln in der Mixed Zone. Nehme einen Kollegen mit nach Essen. Er kauft sich an einer Tanke an der A40 ein Brinkhoff’s. In der Redaktion in Essen läuft die Glotze, der Spätdienst ist noch da. Klitschko haut Pieneta um. Burger King zum Abschluss. Ein Long Chicken Curry um 0.45 Uhr.

Zwei Folgen „Californication“ in der Nacht. Ach nein, doch besser drei.

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