26. Januar 2003 – Union-Alfa SV 4:2 n. V. – „Union-Team benötigte die Verlängerung“

Am 26. Januar 2003 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Kreispokalspiel zwischen dem Verbandsligisten Union 09 Mülheim und dem Landesligisten Alfa SV Duisburg. Union gewann mit 4:2 nach Verlängerung – und so lautete auch die Überschrift: „Union-Team benötigte die Verlängerung“.

Und so geht der Text – 2003 noch mit Vorspann:

Im Schongang ist ein Kreispokalspiel nicht so leicht zu gewinnen. Das musste das Fußball-Verbandsligateam von Union 09 im Drittrunden-Match gegen den Landesligisten Alfa SV Duisburg erfahren. Der haushohe Favorit benötigte zum 4:2 (2:2, 2:0)-Sieg die Verlängerung.

Ein Blick in die Gesichter der Union-Spieler nach 120 Minuten: Von einem Lächeln aufgrund des Sieges war keine Spur zu sehen. „So ein Mist-Wetter. Da ist nichts drin“, fluchte Michael Klauß. „Da kannst du nur schlecht aussehen“, ergänzte Vater Heinz, der Fußball-Obmann. Auch Trainer Ernst Bachmann schaute unzufrieden: „In der zweiten Hälfte hat die Einstellung gefehlt.“

Dabei fing alles so gut an. Die „09er“ wurden vor 80 Zuschauern an der Südstraße ihrer Favoritenrolle gerecht und legten schnell zwei Tore vor. Beide erzielte Kai Berges (7./21.). Der Allrounder im Union-Team, sonst eher Defensivspezialist, vertrat diesmal den angeschlagenen Birkan Yilmaz im Sturm. Zunächst verwandelte er einen Pass von Michael Klauß, dann nutzte er eine Vorarbeit von Stefan Hohensee. Alles schien bereits jetzt gelaufen zu sein. Schließlich rangiert Alfa in der Landesliga nur auf dem vorletzten Platz. Folglich legten die „09er“ auf dem holprigen Ascheplatz den Schongang ein. Ihnen unterliefen viele leichte Fehler, zudem schraubten sie ihren Einsatz auf ein Minimum herunter. Beispiel Michael Klauß: Sein Aktionsradius beschränkte sich auf wenige Quadratmeter. Beispiel Stefan Hohensee: Der wär völlig abgemeldet. Große Chancen hatte der Verbandsligist in der regulären Spielzeit nicht mehr.

Im Gegensatz zu Union steckten die Gäste nicht auf. Mutig kämpften sie um jeden Zentimeter. In der Torchancen-Statistik hatten sie die Nase vorn. Önder Apaydin (12.) und Ilker Özunel (67.) scheiterten an Torwart Daniel Homberg. Dazwischen hatte Ramazan Arslan auf 1:2 verkürzt (50.). Für seinen Kampfgeist wurde Alfa in der 85. Minute belohnt. Erol Safak glich zum verdienten 2:2 aus.

Nun drohte eine Blamage, denn Kai Berges verletzte sich – und Trainer Bachmann hatte schon dreimal ausgetauscht. Union spielte also zu zehnt zu Ende. Doch einer dieser eingewechselten „Joker“ entschied das Spiel. Birkan Yilmaz nutzte Vorlagen von Michael Klauß (96.) und Christian Hinz (108.) zum 4:2-Endstand. Als das letzte Tor fiel, sahen nur noch 20 Zuschauer zu. Die übrigen 60 hatten schon während der regulären Spielzeit den Platz verlassen. Zu Hause auf dem Sofa waren sie wirklich besser aufgehoben als an der Südstraße bei nasskaltem Wetter und einem schwachen Fußballspiel.

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