21. Februar 2005 – MSV-1860 0:1 – „0:0-Kick mit Tor“

Und noch ein MSV-Heimspiel in der Saison 2004/2005 – diesmal am 21. Februar 2005 gegen 1860 München.

Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich „0:0-Kick mit Tor“ nannte. Die Unterzeile lautet „Was für ein mieser Kick“.

Was bleibt ist meine Sympathie für Adolf Sauerland. Der Mann hat einen schrecklich unglücklichen Vornamen und gehört ganz und gar der falschen Partei an, aber in der Halbzeitpause hat er bei der Verleihung des Schecks für die Flutopfer nach dem Benefizspiel „Wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr gegen den VfL Bochum in der Bundesliga zu spielen“ gesagt. Danke!

Was bleibt ist ein Unterschied, den ich feststellen durfte. Den Unterschied zwischen „des Volkes Zorn“ und „des Volkes Schweigen“. Nach einem 0:1, der zweiten Niederlage hintereinander, und das gerade von den kritischen Fans des MSV, hätte ich eigentlich mit dem lautstark vorgebrachten Zorn des Volkes gerechnet. Doch die Menge schwieg. 13 800 Münder standen offen, wussten nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollten. Verloren. Erste Heimniederlage seit einem Jahr. Was war das jetzt genau? Was bleibt sind immer noch acht Punkte Vorsprung.

Was bleibt ist der dauerhafte Blick auf die von der Stehtribüne gut sichtbare „Telba“-Loge. „Telba“ ist der Hauptsponsor meines Heimatvereins VfB Speldorf, für den ich die Stadionzeitung erstelle, und ein Großteil der Verbandsliga-Mannschaft samt Trainerteam und Betreuern saß in und vor der Loge. Hoffentlich haben sie sich nicht allzu viel von den beiden Mannschaften abgeschaut.

Was nicht bleibt ist eine Erinnerung an dieses Spiel. In der Halbzeit ein Anruf von meinem Bruder Thommy: „Das sind zwei Spitzenteams der Zweiten Liga. Trotzdem ist das noch drei Klassen schlechter als das, was bei uns in der Bundesliga abgeht.“ Es ist schwach. Was in erster Linie an den 60ern liegt. In den ersten 15 Minuten spielen sie auf Zeit, als würden sie im Pokalfinale 30 Sekunden vor Schluss 1:0 führen. Gemäääächlich, ruuuuuuhig lassen sie es angehen und schießen in Halbzeit eins zweimal am Tor vorbei. Das war´s. Sie setzen auf die nicht gerade beliebte „Wir wollen Fußball verhindern“-Taktik – setzen die aber perfekt um. Nun gut, aber der MSV ist auch nicht grad in Weltklasse-Form. Zwar die ganze Zeit feldüberlegen. Aber einfallslos, unkonzentriert, nur bei Drsek-Einwürfen und Lottner-Freistößen halbwegs gefährlich. Nach der Pause dasselbe Bild. Keine Mannschaft bringt es zu einer 1000-prozentigen Torchance. So genügt ein heller Moment von Roman Tyce in der 78. Minute, um das glasklare 0:0-Spiel mit einem Tor auf den Kopf zu stellen. Was bleibt ist die Spielnote 4,5, die ich dem Grauenkick bei richtig kalten Winterbedingungen verpassen möchte. Nee Jungs, das war nix.

Was bleibt sind: siehe oben. Acht Punkte Vorsprung. Zebras, lasst den Kopf nicht hängen. Das war zwar richtig mies, und Spaß gemacht hat’s diesmal nicht wirklich. Ich hätte fünf Euro mehr im Portmonee, hätte damit einen Dreiviertel-Dönerteller finanziert, hätte zu Hause Premiere oder DSF gucken und dabei ne Tasse Tee trinken können. Hätte, wenn und … aber ich bin nun mal so fußballverrückt.

Den Aufstieg kann der MSV trotzdem kaum noch verhindern. Und in der nächsten Saison zeigen wir Bochumer Euch, wie es richtig geht!

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