Oberliga-Aufstieg rückt näher

Am 18. April 2005 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und Ratingen 04/19 (2:1).

Rein in den Text:

Das große Ziel rückt immer näher. Nur noch fünf Spiele trennen den Fußball-Verbandsligisten VfB Speldorf vom Aufstieg in die Oberliga. Doch ein Spaziergang wird die Endphase nicht, denn die Grün-Weißen bekommen nichts geschenkt. Um Ratingen 04/19 mit 2:1 (1:1) Toren zu bezwingen, brauchte der VfB viel Kampfgeist und Glück.

So langsam scheint auch das Speldorfer Publikum zu begreifen, dass ihre Mannschaft der Oberliga zuletzt vor 20 Jahren so nah war. 700 Zuschauer kamen zum Blötter Weg. Direkt nach 2:17 Minuten brauste ein Jubelschrei durch Speldorf. Nach einem tollen Pass des fleißigen Andreas Przybilla erzielte Jens Schulz ganz abgeklärt das 1:0 – ein Traumstart.

VfB-Trainer Piero Lussu musste seine Wunschelf umbauen. Anstelle des verletzten Christian Flöth verteidigte Michael Baum. Mit dem ersten Tor beruhigte sich das Spiel. Die Speldorfer verwalteten die Führung, die Ratinger waren harmlos. Auch auf der Tribüne war es leise. Zwischen der 29. und 32. Minute ging es dann ganz schnell. Dennis Wienhusen (29.) und Samuel Sibilski (30.) vergaben zwei gute Chancen für Ratingen, und zwei Minuten später hieß es plötzlich 1:1. Nach einer Flanke von Sibilski hatte Michael Baum seinen eigenen Torwart Gregor Nijhuis per Kopf überwunden – Pech für den VfB.

Nun war allen Zuschauern klar, dass den Grün-Weißen ein Zitterspiel bevorstand. Denn die Ratinger präsentierten sich nicht wie ein Team, für das es um nichts mehr geht. Sie waren stets gefährlich. „Schade, dass meine Mannschaft gegen schlechtere Gegner nicht auch eine solche Leistung gebracht hat“, sagte Ratingens Trainer Tim Kamp.
Die Speldorfer waren feldüberlegen. Sie kämpften um jeden Zentimeter, doch der letzte Pass kam meist nicht an. Torchancen gab es auf beiden Seiten, für Speldorf gleich dreimal durch Marco Ferreira (55./59./63.). Die Ratinger Stanislav Tesic (64.) und Dirk Wallrafen (77.) scheiterten an Speldorfs Torwart Gregor Nijhuis.
VfB-Trainer Piero Lussu ging volles Risiko. Als sich Abwehrchef Stefan Janßen verletzte (61.), brachte er nicht Verteidiger Björn Rohpeter, sondern Stürmer Frank Cho. Das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können. Das Happyend gab es für die VfB-Fans. Nach einer Traumflanke von Dirk Roenz köpfte Cemal Kelle das glückliche, aber verdiente 2:1-Siegtor (79.). Fünf Minuten später sah der Ratinger Benjamin Schäfer nach einem Foul noch „Gelb-Rot“.

Nach dem Abpfiff atmeten alle tief durch. Lussu hatte nur eine Bitte an die Zuschauer: „Wir brauchen mehr Unterstützung vom zwölften Mann auf den Rängen. Dann können wir unser Ziel erreichen.“

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