Speldorfer stehen wieder an der Spitze

Am 14. April 2005 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim aus Straelen über den knappen 1:0-Erfolg des VfB Speldorf im Fußball-Verbandsligaspiel beim SV Straelen. Ich kann mich daran erinnern, dass sich der Vertreter des Speldorfer Hauptsponsors am Veröffentlichungstag über den negativen Unterton des Berichts beschwert hat und dass der VfB deutlich besser gespielt hätte… Wer’s glaubt …

Rein in den Text:

Kurz vor der Pressekonferenz warf Piero Lussu einen Blick auf das TV-Gerät im Klubhaus des SV Straelen. Als der Trainer des VfB Speldorf den WDR-Videotext erblickte, da sah er es schwarz auf weiß: Sein Team ist nach dem glücklichen 1:0 (1:0)-Auswärtssieg wieder Tabellenführer in der Fußball-Verbandsliga. So sehr wie diesmal hatten sich die Spieler des VfB in dieser Saison noch nicht über einen Sieg gefreut. Unmittelbar nach dem Abpfiff bildeten sie einen Kreis laut: „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Der 1:0-Erfolg war ein wichtiger Schritt Richtung Oberliga. Die 750 Zuschauer sahen kein hochklassiges, aber jederzeit spannendes Spitzenspiel. „Beide Mannschaften haben ihr spielerisches Potenzial nicht ausgeschöpft. Die nervliche Anspannung war zu groß“, meinte Trainer Lussu.

Lussu setzte auf dieselbe Startelf wie beim 1:3 bei den Amateuren von Rot-Weiß Oberhausen. Und die VfB-Formation wollte die Schlappe wiedergutmachen. Nach drei Minuten lief Dirk Roenz alleine auf das Straelener Tor zu, schoss jedoch Torwart Marian Gbur an. Vier Minuten später ließ Birkan Yilmaz drei Straelener ins Leere laufen – aber auch er schoss Gbur in die Arme. In der 10. Minute rissen alle Speldorfer die Arme hoch. Eine eigentlich harmlose Flanke von Andreas Przybilla konnte Gbur erst knapp hinter der Linie festhalten – 1:0.

Nach dem Torjubel mussten die Speldorfer 80 Minuten lang zittern. Denn ab der 11. Minute waren die Straelener feldüberlegen, während sich der VfB in die eigene Hälfte zurückzog und auf Konter lauerte. Diese Taktik ging jedoch lange Zeit nicht auf, weil den Speldorfern zu viele Abspielfehler unterliefen. Die Straelener wurden bis zur 79. Minute aber nur bei Standardsituationen gefährlich – vor allem, wenn Damir Knezovic den Ball vor das VfB-Tor schlug. In der Eckball-Statistik lag Straelen am Ende mit 9:2 vorn.

Für Przybilla war das Spiel schon zur Pause beendet. Nach einer Schwalbe hatte er in der 42. Minute „Gelb“ gesehen. Das brachte Lussu auf die Palme. Bei Przybilla lagen Licht und Schatten wieder eng beieinander. In der zweiten Halbzeit passierte in den Strafräumen ganz lange nichts. In der 64. Minute stockte den Speldorfern trotzdem der Atem. Christian Flöth, der Straelens Torjäger Ercan Aydogmus vorher in Zusammenarbeit mit Stefan Janßen gut beschattet hatte, musste mit einer Oberschenkelzerrung raus. Rafael Synowiec übernahm die Aydogmus-Bewachung.

Nun wurde es eine Abwehrschlacht. Zweimal kam Straelen noch gefährlich vor das Tor, doch weder Björn Tebart (79.) noch Amir Sogoli (87.) konnten den starken Keeper Gregor Nijhuis überwinden. Neben Nijhuis und Flöth überzeugten vor allem Stefan Janßen und Yasar Kurt. Auch der VfB hatte noch Chancen, beide durch Cemal Kelle (71./81.).

Das intensive Spitzenspiel endete in einem Handgemenge. Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit an Marco Ferreira sah Straelens Björn Tebart „Rot“ – zu hart. Nach vier Minuten Nachspielzeit hatten es die Speldorfer dann geschafft: Sie stehen wieder ganz oben. „Wir haben es nun selbst in der Hand“, sagte Piero Lussu.

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