Ein zweitägiges Turnier in Bottrop

Am 20. und 21. Juli 2002 fuhr ich ins Bottroper Jahnstadion – weil der VfB Bottrop ein Turnier verantaltete und die Mülheimer Verbandsligisten VfB Speldorf und Union 09 Mülheim teilnahmen. Ich sah mir zwei Tage lang alle Spiele an – von morgens bis abends.

Rein in den Text, den ich für die WAZ/NRZ Mülheim verfasste:

Ein gutes Bild gaben die ranghöchsten Mülheimer Fußballteams beim Sommerturnier des VfB Bottrop nicht ab. Der TuS Union 09 landete auf dem vorletzten Platz – und noch einen Rang vor dem VfB Speldorf.

Nicht nur, dass sich die beiden Mannschaften am Sonntagmorgen aus dem Bett quälen mussten, um bereits um 11 Uhr das Spiel um den fünften Platz zu bestreiten – sie hatten auch noch eine miese Vorrunde hinter sich. Am Samstag verloren sowohl Union als auch der VfB Speldorf beide Vorrundenspiele und kassierten dabei jeweils eine richtige „Klatsche“.

Doch der Reihe nach: Im Bottroper Jahnstadion fanden sich im Lauf des Samstags 500 Zuschauer ein. Es war ein schöner Sommertag – und die mitgereisten Mülheimer Fußballfans wollten Siege ihrer Teams sehen. Der VfB traf zuerst auf die zweite Mannschaft der SG Wattenscheid 09 (Oberliga Westfalen). Die Speldorfer kontrollierten zwar das Geschehen, kassierten aber kurz vor Schluss durch Ntungi Lupito das 0:1.

Unmittelbar danach folgte das erste Vorrundenspiel von Union in der anderen Gruppe gegen die Amateure des FC Schalke 04. Schon beim Anblick der S’04-Aufstellung schlotterten so manchem die Knie: „Eurofighter“ Mike Büskens war ebenso dabei wie Sergio Pinto aus dem erweiterten Profi-Kader. 40 Minuten lang lag Union durch ein Tor von Thomas Kläsener nur mit 0:1 zurück. Doch die Mülheimer Schlussoffensive ging nach hinten los – und es wurde eine 0:5-Packung.

Somit hätte Union das Duell gegen Gastgeber VfB Bottrop (Landesliga) gewinnen müssen, um ins Halbfinale einzuziehen. Die „09er“ schossen auch das einzige Tor in diesem Spiel – allerdings traf Ralf Zils ins eigene Netz.

Das letzte Vorrundenduell war das zwischen den Verbandsliga-Favoriten Speldorf und SV Straelen. VfB-Trainer Frank Kurth tauschte sechs Spieler aus und schonte unter anderem Kapitän Stefan Majek, Thomas Pröpper, René Gottwald und Oliver Röder. Die Grün-Weißen blamierten sich durch einen unerklärlichen Leistungsabfall nach der Pause und unterlagen mit 1:6. „Natürlich ist das bitter. Ich bin enttäuscht, dass wir uns so haben abschlachten lassen und werde mir Gedanken machen“, sagte Kurth und ergänzte: „Aber ich will das nicht überbewerten.“

Und so kam es am Sonntagmorgen zum ersten Lokalderby der Saison – sogar über die volle Spielzeit von 2 x 45 Minuten (vorher 2 x 30). Union setzte sich mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch. Es gab drei Platzverweise. Schiedsrichterin Nicole Schumacher verwies Marco Siegmund und Michael Klauß (beide Union) sowie Mirhet Kokic (VfB) mit „gelb-rot“ des Feldes.

Somit hatte das Turnier zumindest für Union ein gutes Ende. Trainer Ernst Bachmann war insgesamt nicht unzufrieden: „Ich hatte nur ein Mini-Aufgebot dabei. Uns steckten zwölf Laufeinheiten in den Knochen.“ Katerstimmung dagegen beim VfB: Auf einen Testspielerfolg gegen einen guten Gegner warten die Grün-Weißen noch. „Ich hake die ersten vier Wochen Vorbereitung mit dem Fazit ab, dass ich mit dem Engagement der Spieler absolut zufrieden bin, aber nicht mit den Testspielen“, meinte Trainer Kurth.

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