Saison 2013/2014 – Stadiontour, Teil 10.1 – Nürnberg

In drei Tagen weihnachtet es. Fondue gibt es zu Hause, regnen soll’s. Wir sitzen im warmen Wohnzimmer. Das wird schön. Doch jetzt laufe ich einsam über den Christkindlesmarkt in Nürnberg. Noch vier Stunden bis zum Anpfiff meines letzten Spiels im aufregenden Jahr 2013. Ich trage keine Jacke, ein Fehler. Irgendwo brüllt immer jemand „Schalke und der FCN“, an einem Stand gibt es „Alles mit Bier“, Trompeten-Willy bläst zur Attacke, ich genieße vier Nürnberger Bratwürste (macht man so) und kaufe dann 500 Gramm Früchtebrot, die Liebste mag’s so sehr, und für 14,95 Euro Lebkuchen von Schmidt, die große Dose bitte. Für meine Eltern in drei Tagen.

Was ich alles verpasse an diesen beiden Tagen. Die Liebste verbringt diesen Winter-Samstag im Phantasialand in Brühl, in der Redaktion verabschieden wir nach dreieinhalb Jahren unseren liebsten Pauschalisten Nils (bei Twitter @Balkeni) Balke ins Volontariat. Alle kommen, ich werde aber in Zimmer 307 im Nürnberger Hotel Marienbad in Bahnhofsnähe am Schreibtisch sitzen und bis zwei Uhr morgens Texte schreiben – nachdem ich mir beim Nachtportier den WLAN-Code besorgt habe. Der Mann fränkelt sehr, ich verstehe nicht viel.

Ein schönes Spiel hätte all die Einsamkeit erträglich machen können. Doch Schalke rettet mit Mühe, Not, Ach, Krach und einem guten Torwart das 0:0 beim sieglosen (!) Glubb. Die Spieler hetzen durch die Mixed Zone, weil sie den Flieger Richtung Düsseldorf, Richtung Winterurlaub erwischen wollen, immerhin der Manager ist gesprächig.

Es bleiben Witze über BVB-Trainer Klopp („Nach der Niederlage gegen Hertha sollte mal jemand fragen, ob das Leben als BVB-Coach nicht ein Drecksleben ist…“) und die Magen-Darm-Erkrankung von Schalke-Trainer Jens Keller („Wenn die das verlieren, titeln wir: Das ging aber in die Hose…“). Nachts werde ich um kurz vor zwei per Facetime zur Redaktionsparty zugeschaltet, die Jungs und Mädels spielen Wettrennen im Großraum. Ohne mich, blöd. Ich gönne mir eine Tafel Schokolade, Vollmich, aus der Minibar. 1,50 Euro.

Am Sonntag kommt der ICE mit 50 Minuten Verspätung in Essen an – auf unserer Strecke war ein Zug mit Fans des 1. FC Köln auf dem Weg zum Rheinderby nach Düsseldorf liegengeblieben. Autsch. Wollte um 20 Uhr zum Abendessen zu Hause sein. Es wird 22.20 Uhr. Bin müde. Schlafe in Jeans ein. Dieser Job ist der geilste Job der Welt – und doch nicht immer einfach.

Diese Texte entstanden entweder nach dem Spiel im Stadion oder auf dem Hotelzimmer – in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2013:

Die Einzelkritik zum Spiel („Schalke-Keeper Fährmann erst stark, dann im Glück – Note 2,5“) gibt es hier – sie erschien kurz nach dem Abpfiff gegen 20.35 Uhr online und am Montag (23. Dezember) in einer gekürzten Fassung in der WAZ Gelsenkirchen. Die Noten vorab: Fährmann (2,5) – Uchida (3,5), Matip (3,5), Santana (3,5), Kolasinac (5) – Neustädter (4), Jones (4) – Farfan (4), Meyer (4), Fuchs (4,5) – Szalai (5). Eingewechselt: Goretzka (4), Obasi (-), Papadopoulos (-).

Was passiert in der Winterpause im Schalker Aufgebot? Um Jan Kirchhoff, Klaas-Jan Huntelaar und weitere Spieler geht es hier („Schalke will Kirchhoff – Huntelaar-Untersuchung am Montag“).

Was Horst Heldt zwölf Minuten lang in der Mixed Zone zu sagen hatte, habe ich hier („Heldt bestätigt – Ohne Keller keine Schalke-Sitzung“) für Euch zusammengefasst.

Weitere Stimmen zum Spiel findet Ihr hier („Schalke schwärmt von Torwart Ralf Fährmann“). Im Angebot: Hermann, Heldt, Neustädter, Fährmann, Meyer und FCN-Trainer Verbeek.

Meine Tweets rund um die Nürnberg-Tour? Hier unter twitter.com/AndiErnst.

Am Donnerstag (19. Dezember) verfasste ich exklusiv für die Online-Portale nach der Pressekonferenz folgende Zeilen:

Um die ominöse Superanalyse-Sitzung mit Trainerdiskussion geht es hier („Schalke-Bosse diskutieren Trainerfrage am Sonntag – mit Keller“).

Wer im Winter kommen könnte, steht hier („Schalke sucht eine ,Sechs‘ – de Bruyne kommt nicht“).

Und was Jens Keller zu sagen hatte, habe ich hier für Euch zusammengefasst („Keller befürwortet einen Sportpsychologen für Schalke“).

Meine Tweets findet Ihr hier.

Am Dienstag, 17. Dezember, war …

… ich ab 16 Uhr auch unterwegs in Sachen Schalke – und zwar bei der Weihnachtsfeier der Presseabteilung. Programmpunkt: Kartfahren in Herne und Essen bei einem Kult-Italiener in Gelsenkirchen-Buer-West. Das Team mit Horst Heldt und Alexander Jobst gewann die Kart-Meisterschaft.

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