17. September 2000 – Union-Viersen 3:3 – „Langweilig wird es an der Südstraße in dieser Saison nicht“

Am 18. September 2000 berichtete ich über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Union Mülheim und dem 1. FC Viersen. Aus 1:3 mach 3:3!

Hier geht es zum Text, den ich „Langweilig wird es an der Südstraße in dieser Saison nicht“ nannte:

Von Andreas Ernst

Wer Fußball-Spiele des Verbandsligisten TuS Union 09 sieht, der langweilt sich bestimmt nicht. Im Heimduell gegen den 1. FC Viersen verwandelten die „09er“ einen 1:3-Rückstand in ein 3:3 (1:2)-Unentschieden.

„Bei uns wird was geboten“, meinte Trainer Jörg Sterneberg direkt nach dem Schlusspfiff. Da konnte er wieder lachen, nachdem er von seiner Elf alles geboten bekommen hatte: dumme Abwehrfehler, vergebene Torchancen, schön herausgespielte Treffer. Auch die Moral des Teams war wie in den letzten Partien hervorragend. „Für einen Aufsteiger ist das sensationell“, lobte Sterneberg – ein Plus im Kampf um den Klassenerhalt.

Doch der Reihe nach: Die „09er“ erwischten vor 300 Zuschauern an der Südstraße einen Blitzstart. Nach einer Kombination über Joachim Bohra und Michael Klauß schob Sebastian Szewczuk das Leder bereits nach vier Minuten ins Tor. Doch das beruhigte die „09er“ nicht. Michael Klauß brauchte lange, um sich auf seinen Gegenspieler Carsten Virchow einzustellen. Deshalb lahmte zunächst das Offensivspiel ein wenig. Die Gäste waren spielbestimmend. Nach einem Fehler von Marcello Latone scheiterte Michael Flock an Torwart Thomas Verwaayen (9.), dann sorgten Wolfgang Krölls (28.) und Stefan Pötters (29.) per Doppelschlag für die verdiente 2:1-Pausenführung der Gäste. Die 09-Fans waren wieder der Verzweiflung nah. Sie hatten nicht gedacht, dass sich ihr Team so schwer tun würde.

Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen schnell die vermeintliche Vorentscheidung. Nach einem Foul von Ralf Zils an Pötters gab es zurecht Elfmeter. Michael Enache verwandelte zum 3:1 (56.). Doch anstatt aufzustecken, gaben die „09er“ alles. Die Viersener kamen kaum noch aus ihrer Hälfte heraus. Doch zunächst schien die 09-Offensive zu durchsichtig. Jeder Angriff lief über Michael Klauß – das hatten die Gäste erkannt, und stellten meist zwei Gegenspieler ab.

Doch Klauß war auch für den FC zu stark: Nach seiner Flanke verwandelte Marco Ferreira – neben Klauß der beste „09er“ – zum 2:3 (78.). Zwei Minuten vor Schluss wurde Klauß im Strafraum festgehalten – wieder Elfmeter. Stefan Hohensee traf zum umjubelten 3:3. In der Nachspielzeit scheiterten Danyel Sarabaca und Klauß am Pfosten – ein 09-Sieg wäre aber zu viel des Guten gewesen.

„Wir wissen, dass wir vorne sehr stark sind“, resümierte Sterneberg. „Aber 21 Gegentore in sechs Spielen – das sind einfach zu viele.“ Für Klauß hatte er wieder ein Sonderlob übrig: „Er trainiert ja fast gar nicht. Keine Frage: Er ist der Kopf unserer Mannschaft.“

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