15. April 2002 – Vatan-SV Kray 04 0:1 – „Vatan-Team ist der Spaß vergangen“

Am 15. April 2002 berichtete ich über das Fußball-Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und dem SV Kray 04. Kray gewann mit 1:0, Vatan steckte in einer der vielen, vielen Krisen – unter den 13 eingesetzten Spielern waren drei Torhüter… Ich nannte den Text „Vatan-Team ist der Spaß vergangen“, die Unterzeile lautete „Erneute Niederlage im Duell gegen Kray 04“.

So geht der Text:

Der Spaß am Fußball ist den Spielern des Landesligisten Vatan Spor schon lange vergangen. Der Verein befindet sich in einer tiefen Krise, die Mannschaft stolpert dem Saisonende entgegen. Das 0:1 (0:1) gegen den SV Kray 04 war kaum mit anzuschauen.

80 Zuschauer quälten sich im Ruhrstadion mindestens genauso sehr wie die 22 Spieler auf dem Platz. Kein Tempo, keine durchdachten Spielzüge, nur wenig Engagement – beide Mannschaften überboten sich an Einfallslosigkeit. Das einzige, was bei Vatan funktionierte, war die Abseitsfalle, die 13-mal zuschnappte.

Dass der Sieg für die Gäste durch das „goldene Tor“ von Peter Bollmann in der 36. Minute nicht einmal verdient war, ist für sie mehr als peinlich. Bei Vatan kamen gleich drei Torhüter zum Einsatz. Kai Heutger stand zwischen den Pfosten, Mustafa Atik spielte erst im Sturm, später im Mittelfeld und fiel gar nicht einmal negativ auf. Als Atik mit Wadenkrämpfen ausscheiden musste, kam ein weiterer gelernter Torwart: Ekrem Togrul.

Eigentlich wäre das erschreckend schwache Spiel sogar 1:1 ausgegangen, doch Schiedsrichter Vogels erkannte ein Tor von Yilmaz Ertune aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition nicht an (65.) – eine Fehlentscheidung. Vogels passte sich dem schwachen Niveau an und veranstaltete in einem fairen Spiel ein Karten-Festival. Mohamed El-Said (Vatan, 83.) und Torsten Schrul (Kray, 86.) sahen Gelb-Rot, Korcan Kurt (Vatan, 89.) nach einer Tätlichkeit Rot.

„Ich hoffe, dass 31 Punkte reichen“, rechne Vorstandsmitglied Kemal Aslan nicht mehr mit einem Punktgewinn. „Der Vorstand lässt uns im Stich“, klagt Spieler Ali Camlica. „Ich ziehe das bis zum Saisonende durch, dann bin ich weg“, sagt Kapitän Erdal Özcan. Selbst Özcan, der jahrelang sein bestes für Vatan gab und gestern neben Ufuk Karadag der einsatzfreudigste Spieler war, hat die Nase voll. Das ist für den Scherbenhaufen Vatan kein gutes Zeichen.

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