3:1-Erfolg ohne Trainer Abdelhafid

Ein Jahr vor 9/11 – am 11. September 2000 – berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das turbulente Fußball-Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Fichte Lintfort (3:1). Turbulent, weil Vatan unmittelbar vor dem Spiel Trainer Abdelhafid gefeuert hatte.

Rein in den Text:

Das Ergebnis stimmte. Mit 3:1 (3:1) bezwang Fußball-Landesligist Vatan Spor gestern das Team von Fichte Lintfort. Eigentlich nichts Besonders. Aber irgendwie war alles anders.

25 Minuten vor dem Anpfiff betrat Co-Trainer Hasan Bahar die Umkleidekabine. Wie immer. Doch Mohamed Ali Abdelhafid kam nicht hinterher. „Er ist nicht mehr unser Trainer.“ Sechs Worte.

Ein wenig ungläubig blickten die Spieler, schließlich hatte der Tunesier noch am Freitag das Training geleitet. Im Mannschaftskreis ist Abdelhafid beliebt, aufgrund der sportlichen Leistung gibt es keinen Grund für einen Wechsel. Und so trug die gestrige Vatan-Spielweise auch die Abdelhafid-Handschrift. Dank einer sicheren Vierer-Abwehrkette und der vielen einstudierten Spielzüge lag Vatan bereits nach 43 Minuten durch den überragenden Yumer Djeviz (19./29.) und durch Abwehrspieler Erdal Özcan (43.) mit 3:0 in Führung. Das Anschlusstor durch Daniel Zvar (44./Foulelfmeter) nahm aufgrund der Überlegenheit kaum jemand wahr.

Nach dem Seitenwechsel wurde es ein wenig ausgeglichener, auch Lintfort hatte ein paar Chancen, die besten vergab vor 140 Fans im Ruhrstadion allerdings Senol Demirci, der dreimal freistehend scheiterte.

Auf der Tribüne gab es allerdings nur ein Thema: den Trainerwechsel. Stein des Anstoßes war für Ex-Coach Abdelhafid der bulgarische Neuzugang Georgi Lasarov, der in Goch nur auf der Bank saß: „Der Vorsitzende Ismet Tepe kam zu mir und meinte, er würde zurücktreten, wenn ich Georgi nicht einsetze. Der 2. Vorsitzende Ekrem Yapici meinte: ,Warum bezahle ich viel Geld für Georgi, wenn er nicht spielt?'“

Ekrem Yapici begründet die Trennung von Abdelhafid anders. Er habe vom Trainer mehrfach gefordert, am Spielfeldrand ruhiger zu sein und vor allem Zuschauer und gegnerische Trainer in Ruhe zu lassen. Sonst schade er dem Verein, sagte Yapici, der nun einiges klären muss –  nicht nur, wer Vatan demnächst trainiert.

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