Super Bowl 52 in Minneapolis – 2. Tag – 29. Januar

So war das eigentlich nicht geplant. Ich sollte Deutschlands bekanntesten „Netman“ Icke Dommisch von Pro7 ansprechen, um einen Interviewtermin festzuzurren. Das hatten wir jedenfalls schriftlich so vereinbart, doch er sah mich vor der „Opening Night“ im Journalistenbereich im Xcel Energy Center in St. Paul, Minnesota, schaute auf meine Haare und sagte: „Kenne Dich von Twitter. Prägnante Haare.“ Muss ausgerechnet er sagen.

Da ist das Ding: Meine Akkreditierung für die Super-Bowl-Woche. Für das Spiel selbst gibt es dann noch eine.

Die Akkreditierung für die Super-Bowl-Woche.

Wow, liebe Freunde, dieser Abend hat mich geflasht wie selten ein Termin – was nicht nur an Icke lag.

Um 17 Uhr bewegte ich meinen schwerfälligen und übermüdeten Jetlag-Körper durch die eisige Kälte in Minnesota. 500 Meter waren es von der Mall of America in der Nähe meines Hotels bis einem Shuttlebus. Es ging durch die abendliche Dämmerung nach einem wunderschönen Wintertag über den Mississippi in Minnesota Richtung St. Paul. Das ist die Schwesterstadt von Minneapolis, eine richtige Stadtgrenze gibt es nicht. Deshalb werden die Städte auch „Twin Cities“ genannt.

Minus 14 Grad!

Minus 14 Grad!

Um 19 Uhr sollte die „Opening Night“ der Super-Bowl-Woche beginnen. Wer überhaupt nicht weiß, was dahinter steckt, vermutet dahinter vielleicht eine Bühnenshow oder eine VIP-Party hinter verschlossenen Türen. Doch am Montag vor dem Super Bowl ist die Opening Night ein irres Happening. Eine Tradition in den USA. NFL Network berichtet live, alle anderen TV-Sender schalten ihre Reporter live zu.

Denn die Kader beider Mannschaften – immerhin sind das jeweils 53 Mann – sowie die Trainer präsentieren sich einer vierstelligen Anzahl Journalisten jeweils eine Stunde lang im Innenraum einer großen Halle – als würden sich vor dem Derby die Schalke- und BVB-Spieler in der Westfalenhalle in Dortmund oder der KöPi-Arena in Oberhausen interviewen lassen – ohne Aufpasser aus der Medienabteilung, ohne Security, ohne Tabus. In Deutschland unvorstellbar. Fans können sich für diese Veranstaltung sogar Karten kaufen; da fühlt man sich als Journalist wie im Zoo.

Mein Interview mit „Metze“.

Mein Interview mit „Metze“.

Die Spieler präsentieren sich nämlich nicht hinter verschlossenen Türen oder antworten nur nach vorheriger Anmeldung. Jeder ist gleich wichtig, jeder darf fragen – ob von der Schülerzeitung oder von CNN, ob von der Funke Mediengruppe oder von ESPN. Die wichtigsten Spieler  und Trainer bekommen immerhin noch ein Podium, der Rest schlendert durch den Innenraum – frei für Journalisten aller Länder. Fragen werden auch mal doppelt und dreifach beantwortet, jeder nur mögliche Quatsch wird mitgemacht – vom chinesischen Gruß auf Wunsch eines asiatischen TV-Teams bis zum mexikanischen Volkstanz.

Und so stand ich zwei Meter von Tom Brady entfernt, dem besten Quarterback der Geschichte. Zwei Meter von Bill Belichick, dem Herberger der NFL, zwei Meter von allen, die am Sonntag auf dem Kunstrasen stehen werden. Ich fotografierte, postete, notierte – und bin jetzt, um 23.30 Uhr auf meinem Hotelzimmer, noch so aufgekratzt, dass ich gleichzeitig bloggen und Reportagen schreiben möchte. In Deutschland ist‘s gleich 7 Uhr, meine Tochter wacht auf und geht in den Kindergarten. Hach, sie fehlt mir so.

Winter in St. Paul!

Winter in St. Paul!

Begonnen hatte der Tag hingegen in aller Ruhe. Okay, der Schlaf war – wie immer in einer anderen Zeitzone in der ersten Nacht – nicht wie auf Valium, sondern eher so unruhig wie eine Schiffschaukelfahrt, gern hätte ich länger geschlafen als bis 6.15 Uhr, dennoch verließ ich frohen Mutes um 8.30 Uhr, deutscher Zeit 15.30 Uhr, mein Zimmer. Denn ich hatte die Gewissheit, dass mein mit Christoph Metzelder noch in Deutschland geführtes Interview die Funke-Kollegen in Deutschland für heute zufriedenstellen würde.

Ich hatte Anfang Januar eine Menge Arbeit in die Vorbereitung und Umsetzung des Interviews gesteckt. Ich fuhr 45 Minuten ins ländliche Haltern, sprach mit Metzelder eine halbe Stunde über die Bundesliga und Unterschiede zur NFL. Abgetippt waren das knapp 13.000 Zeichen – in der Zeitung erscheinen knapp 4500. Mit Fotoauswahl, Aufbereitung für die Funke-Onlineportale, Autorisierung und, und, und, war dies summiert ein ganzer Arbeitstag. Jedenfalls gab es glücklicherweise am frühen Morgen keine Sonderwünsche aus Deutschland und ich konnte mich in den Tag stürzen.

Tom Brady zum Anfassen.

Tom Brady zum Anfassen.

Nach einem „All American“-Frühstück im Hotel, klassisch mit Bacon, Toast und Spiegelei, zog ich meine vor der Abreise von meiner wunderbaren Frau erworbene Jacke an, fotografierte für alle sozialen Netzwerke bei minus 16 Grad die Schneeberge vor dem Hotel, legte mich auf einer Eisscholle richtig schön lang, und ging auf die Suche nach dem Eingang zur Mall of America. In einem der weltgrößten Shoppingcenter, das in etwa so groß sein soll wie zwei Centros, liegt das Medienzentrum – das ist der wichtigste Ort für Super-Bowl-Journalisten. Denn dort finden die Pressekonferenzen mit Headcoaches und Quarterbacks statt, dort gibt es ausführliche Arbeitsmöglichkeiten, dort fahren die Shuttlebusse zu den Veranstaltungen in der Innenstadt ab. Die Infrastruktur abzuchecken – wo liegt was? – ist die journalistische Pflichtübung am ersten Tag!

2017 musste mein Kollege Andreas Berten in Houston, Texas, 45 Minuten mit dem Shuttlebus zum Medienzentrum zurücklegen und schimpfte nicht nur einmal darüber. Ich hingegen drehte mich vom Hotelausgang einmal nach rechts – und da lag schon der Eingang zur Mall. 500 Meter entfernt. Ich schlitterte über ein paar weitere vereiste Pfützen Richtung Eingang, holte mir problemlos meine Akkreditierung und stürmte hinein.

Und in WAS für ein Medienzentrum! Dort gibt es Sitzplätze für gefühlt alle Football-Reporter weltweit. Ein riesengroßes Großraumbüro in einer modern anmutenden Lagerhalle mit einem Blick auf das örtliche Ikea-Geschäft. Die Wände sind mal weiß gestrichen, mal nur rudimentär verputzt, unter der Decke baumeln Kabel.

Bei einem kurzen Spaziergang durch die Mall konnte ich erahnen, wie viel hier erst los sein wird, wenn am Donnerstag und Freitag die Fans und noch viele weitere Journalisten anreisen! Mitten in der Mall steht ein ganz normaler Freizeitpark mit Wildwasser- und Achterbahn – der heißt „Nickelodeon Universe“. Morgen gibt es mehr darüber, denn dort steigt am Dienstagabend der „Media Thaw“ genannte Medienabend für alle akkreditierten Journalisten. Ich verdrückte – obligatorisch für einen der beiden Super-Bowl-Teilnehmer – die Philadelphia-Spezialität „Philly Cheese Steak“ zum Mittagessen, verzichtete dafür auf die kostenfrei angebotenen „Buffalo Wings“, trank drei Dosen Pepsi Zero Sugar, lernte einige deutsche Kollegen, zum Beispiel von Sky, kennen, bereitete in Ruhe die Texte und Interviews der kommenden Tage vor.

Parallel verfolgte ich von 13.30 bis 15.30 Uhr den VfL-Bochum-Live-Ticker. Der VfL versagte erneut, unterlag Arminia Bielefeld mit 0:1. Abstiegskampf, blamabel.

Zum Glück ärgerte ich mich darüber diesmal nur kurz. Denn um 17 Uhr hieß es: Ab zum Bus nach St. Paul.

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Super Bowl 52 in Minneapolis – 1. Tag – 28. Januar

So richtig geglaubt habe ich nicht einmal daran, als ich am Düsseldorfer Flughafen am Sonntag um 8.25 Uhr mein Gepäck am KLM-Schalter aufgab. Ich, der kleine Andi Ernst aus Mülheim-Broich, der zwar alle Fußballregeln rauf und runter beten kann, der über mehr als 1100 Fußballspiele berichtet hat, aber sich erst seit drei, vier Jahren für American Football begeistert; der Andi Ernst, für den jede NFL-Sendung, jedes NFL-Buch, jeder NFL-Bericht noch immer Vokabeltraining ist – angenehmer als früher im Lateinunterricht bei Herrn Voß in der achten Klasse freilich – fliegt nach Minneapolis zum Super Bowl. Berichtet und postet für Zeitungen und Online-Portale aus NRW, Thüringen, Hamburg, Berlin und Braunschweig. Kann doch nicht sein.

Nach knapp neun Stunden Flug ab Amsterdam: Ankunft in Minneapolis.

Nach knapp neun Stunden Flug: Ankunft in Minneapolis.

Und dann kam natürlich um 11.15 Uhr die passende Durchsage. Der Flug nach Amsterdam würde sich wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verzögern, flötete die junge Dame im roten Kostüm unangenehm fröhlich. Meine Umsteigezeit dort sollte nur 55 Minuten betragen, also stiefelte ich zum Schalter und erfuhr dort nur: Tja, wird wohl nichts, die Buchungszeiten waren wohl zu viel Risiko. Pech. Ab 17 Uhr vielleicht, wieder ab Amsterdam, dann aber mit Umstieg in Atlanta und Ankunft in Minneapolis weit nach Mitternacht, würde es klappen. Vielleicht. Halleluja. Ich schaute mir auf dem iPhone das Video von Bright Eyes‘ „At the bottom of everything“ an, vor Flügen mache ich das so, und dachte nur: Der kleine Andi und der Super Bowl – irgendwelche Knüppel gibt‘s da immer.

Mit 35 Minuten Verspätung hob der Flieger ab. Es musste nachgetankt werden, verkündete der Pilot – aber es sei gerade kein Tanklaster verfügbar gewesen. Alter! Ich stieg in den Flieger, dort hatte die nächste, diesmal klmfarben gekleidete Dame weitere „bad news for Mister Öööörnst“. Der Flieger in Amsterdam könne wirklich nicht warten, ich solle mich an Transferdesk 4 um eine Umbuchung kümmern. Ich blieb ruhig, irgendwie würde ich schon ankommen, packte das Buch „Believe the hype“ von Coach Esume aus (den ich kennenlernen werde) und sortierte meine Unterlagen. Meine Themenvorschläge. Die Termine für die kommenden Tage.

Schon am Flughafen im Zentrum: Der Super Bowl LII - 52.

Am Flughafen im Zentrum: SB LII.

Nach 40 Minuten Flug erreichten wir den Flughafen Schiphol in Amsterdam um 12.50 Uhr. Im Landeanflug verkündete der Pilot: „One information for the passengers who travel to Minneapolis: The gate is D43 – run and perhaps…“ Abflug 13.25 Uhr, sollte doch klappen! Und liebe Freunde: Obwohl ich inzwischen über 100 Kilo wiege und meine Körperstatur immer mehr irgendeinem Offensive Lineman ähnelt, ich rannte wie Usain Bolt, von Terminal B quer durch die Niederlande zu Terminal D. Und als wirklich allerletzter Passagier durfte ich doch noch in den Flieger. Der kleine Andi Ernst aus Mülheim-Broich reist zum Super Bowl.

In der voll besetzten Boeing schaute ich Chris Nolans „Dunkirk“, las Coach Esumes Werk weiter, vor allem den Absatz über die Super-Bowl-Woche vor einem Jahr. „Die ganzen Vibes, wie es den Teams und den Spielern geht, das kriegt man in Deutschland eben nur stark gefiltert mit“, steht dort auf Seite 158. Ich fühlte mich wie zu Studentenzeiten als Rucksackreisender: Nur das Gepäck am Körper, auf mich allein gestellt, ohne irgendeine Ahnung, was passieren wird. Beruflich allein zu verreisen, ist schrecklich und doch fantastisch. Schrecklich, weil es so viele tolle Kollegen gibt, mit denen ich dieses Erlebnis gern teilen würde – aus Kostengründen geht das aber nicht. Fantastisch, weil sich so die Gelegenheit ergibt, viele Leute kennenzulernen, neue Netzwerke zu knüpfen.

Um 15.25 Uhr Ortszeit erreichte ich den Flughafen Minneapolis-St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, Kürzel MSP, mein Körper hatte 22.25 Uhr. Check-in-Kioske baten mich um Fingerabdrücke, Reisepass und Bilder, ein deutsch sprechender Grenzbeamter fragte mich, ob ich Schweinshaxe im Handgepäck hätte (nein!) und überraschend schnell war ich drin im Trump-Land. Zum ersten Mal seit siebeneinhalb Jahren, als ich mit meinem Trauzeugen Felix (der Beste!) Las Vegas unsicher machte.

Mein Ausblick für zehn Tage.

Mein Ausblick für neun Tage.

Der Unterschied zu Las Vegas oder zu egal welchem Urlaub: In Minnesota ist es im Winter arschkalt. Nicht einfach nur ichbrauchehandschuhekalt, sondern disneysfrozenkalt. Ich hatte mir fest vorgenommen, am Flughafen draußen auf den Hotel-Shuttlebus zu warten, um nach neun Stunden ranziger Flugzeug-Luft frischen Sauerstoff zu atmen, doch bei minus zehn Grad überlegte ich es mir nach einer Sekunde noch einmal und wartete drinnen.

Die Busfahrt ging schnell, im „Marriott Minneapolis Airport“, das jetzt für neun Tage meine Heimat sein wird, checkte ich ruck, zuck um 16.45 Uhr ein, und auf dem Zimmer schaltete ich das TV ein. Der Pro Bowl, das ist das NFL-Allstar-Game, lief gerade. Für neun Tage bin ich jetzt im Football-Modus. Wie Schalke spielt, was der VfL wieder anstellt: Dafür bin ich erst ab dem 6. Februar wieder zu haben.

Im hoteleigenen Bistro verdrückte ich für wenig Geld ab 18.30 Uhr einen echt guten Burger und plante den nächsten Tag. Ab Montag geht es in der Super-Bowl-Woche in die Vollen. Morgens muss ich meine Akkreditierung holen, die Örtlichkeiten im Media-Center und die verschiedenen Orte für die Shuttlebus-Abfahren checken, abends ist die weltberühmte „Opening Night“, die ein ganz besonderes Erlebnis sein soll.

Zum Glück habe ich für die Dienstag-Ausgabe der Funke-Zeitungen und für die Online-Auftritte bereits aus Deutschland ein Interview mit Christoph Metzelder vorbereitet (dazu morgen mehr!). Dann muss ich am Montagmorgen nicht schon bis 11 Uhr US-Zeit (18 Uhr deutscher Zeit) einen Text schreiben, obwohl am Sonntag noch nicht viel passiert ist.

Mit dieser Erkenntnis ging ich zurück aufs Zimmer und schrieb noch eine Weile mit meiner Frau. Zum ersten Mal bin ich länger als zwei Nächte von meiner Familie entfernt. Das ist ganz, ganz furchtbar. Um 20.45 Uhr, deutscher Zeit 3.45 Uhr, fiel ich trotzdem in den unendlichen Schlaf. Gute Nacht Welt! Guten Tag Super Bowl!

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Guten Rutsch ins Jahr 2018!

Guten Rutsch!

Guten Rutsch!

Liebe regelmäßige Leser dieser Homepage und Freunde!

Ich hoffe, dass Ihr Euch über die Weihnachtstage ausruhen konntet, wünsche Euch eine prächtige Silvesterparty und alles Gute für das Jahr 2018. Auf dass alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen! Und vor allem: Bleibt gesund!

Mir bleibt nur noch ein kurzer, persönlicher Jahresrückblick. Vorab entschuldige ich mich bei meinen ganz lieben Freunden, wenn ich Euch vernachlässigt habe. Das tut mir leid – und ich gelobe Besserung im kommenden Jahr. Versprochen!

Die Höhepunkte: Jeder einzelne Moment mit meiner wunderbaren Familie war ein Höhepunkt. Jeder. Ob wir einfach nur zum Kindergarten gelaufen sind oder in Venedig die Brücken überquert haben; ob wir in der Tobebox Oberhausen die Hüpfburgen unsicher gemacht haben oder in einer Seilbahn Madeira überblicken konnten. Ob wir einfach nur mit dem Puppenhaus im Kinderzimmer gespielt haben  oder im Center Parcs schwimmen waren. Oder, oder, oder. Danke für alles!

Der schönste Abend außerhalb der Familie: Monatelang hatte ich das Wiedersehen mit meinen Mitschülern zum 20. Jahrestag unserer Abifeier geplant – und als wir uns Mitte Mai an einem sommerlichen Frühlingstag in Mülheim-Broich trafen, war es wie damals. Unser Gruppenfoto sah aus wie das einst 1997 (okay, die Bäuche dicker und die Haare grauer), die Lieder, die wir in den Prinzess-Luise-Stuben hörten, waren die von damals (Offspring, Green Day, Nirvana, die frühen Red Hot Chili Peppers, Fury in the Slaugtherhouse und, und, und) – und wir unterhielten uns von 18 bis 5 Uhr am nächsten Morgen. Was für ein Abend.

Fußball-Highlights: Erwähnte ich in den vergangenen Jahren meist tolle Auswärtsfahrten, ist dies in meinem Rückblick 2017 anders. Das liegt überwiegend daran, dass meine Arbeit zu 90 Prozent aus Innendiensten bestand – und das Jahr in der Redaktion mit sechs Trainerwechseln bei unseren großen Klubs (1 x Schalke, 2 x BVB, 2 x VfL Bochum, 1 x RWE) plus BVB-Bombenanschlag, Bochum-Krise, MSV-Aufstieg, Dembélé-Wechsel, BVB-Pokalsieg, RWE-Präsidentenwechsel und Confed Cup richtig anstrengend war. Meine kleinen, schicken Auswärtstouren nach München im März (Pokal – 0:3), Freiburg im April (Bundesliga – 0:2) und Frankfurt vor kurzem im Dezember (Bundesliga – 2:2) blieben spannend, aber am Ende für Schalke sieglos.

TV-Suchtfaktoren des Jahres: Auf Platz eins mit sehr großem Abstand Homeland, alle sechs Staffeln. Gerade erst zweimal durchgeschaut. Und auf den Plätzen zwei bis fünf dank Netflix-Abo: Dark, Haus des Geldes, Designated Survivor, Orange is the new black. Am besten kenne ich mich aber jetzt mit Disneys „Eiskönigin“ aus…

Konzert & Songs des Jahres: Placebo beim Zeltfestival in Bochum im August. Wow. Die Songs, die ich am häufigsten hörte, haben dann auch mit diesem Abend zu tun… „Pure Morning“ (es war das erste), „Too many friends“ und, und, und.

Film des Jahres: „Pottkinder“ von meinem alten Freund Alexander Waldhelm. Tolles Projekt, viel Liebe und Herzblut investiert – starkes Ergebnis präsentiert.

Urlaubsorte des Jahres: Venedig, Korfu, Zadar, Dubrovnik, Bari, Gran Canaria, Madeira, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, Erperheide, Het Meerdal.

Was 2018 bringt: Schon jetzt stehen zwei Höhepunkte fest: Ja, ich werde tatsächlich für die FUNKE Mediengruppe vom Super Bowl 52 in Minneapolis berichten! Und meinen 40. Geburtstag werde ich groß feiern – viele Gäste aus vielen Städten haben zugesagt. Das wird eine runde Sache.

Und jetzt: Rutscht gut! Bleibt gesund!

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Ein Elfmeter, ein bisschen Zoff und dann Spätdienst – Schalke am 19. November 2017

Eigentlich hätte ich schon längst zum Spätdienst in die Redaktion fahren müssen. 2500 Zeichen über den VfL Bochum für die WAZ-Mantelsport-Ausgabe hatte ich vor dem Schalke-Spiel geschrieben – und danach wollte ich eigentlich nur zwei, drei Spieler hören und dann über die A42 und B224 Richtung Essen-Zentrum düsen. Doch Max Meyer kam und kam und kam nicht. 18.20, 18.25, 18.30, 18.35 Uhr – die Uhr tickte. 90 Minuten nach dem Schlusspfiff kam gegen 18.45 Uhr ein Schalke-Vertreter: „Der Max braucht noch 30 Minuten bei der Massage.“ Fuck. Schnell durch den Regen zum Smart sprinten, Spätdienst absolvieren, zwei S04-Texte schreiben, Meyer-Zitate aus Hörfunk und TV nehmen (blöd) – und um zwei Uhr nach Hause fahren. Willkommen im geilsten Job der Welt.

Diese Texte entstanden nach dem Schalker 2:0 gegen den HSV

Zum fünften Mal in der aktuellen Saison erzielte Schalke das 1:0 via Elfmeter. Da Nabil Bentaleb und Leon Goretzka fehlten, trat diesmal Franco Di Santo an. Warum eigentlich? Das steht hier („Warum Di Santo den Elfmeter für Schalke schießen durfte“).

 

In der 73. Minute standen sich Max Meyer und der Ex-Schalker Kyriakos „Papa“ Papadopoulos Stirn an Stirn gegenüber. Warum eigentlich? Das steht hier („Schalke-Zoff zwischen Meyer und ,Papa‘: Das steckt dahinter“).

 

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Spielnote 5,5 – Ein kühler November-Samstag im Ruhrstadion

Als ich wieder im Smart saß und das Auto bei knapp drei Grad durch Nieselregen über die A40 Richtung Mülheim steuerte, dachte ich kurz nach: War ich zu hart zu Verein, Mannschaft und Spielern? Habe ich mich subjektiv leiten lassen vom Ergebnis?

Ich zweifelte etwas – doch die Berichterstattung der Kollegen an den Tagen danach gibt mir Recht – selbst der „Kicker“ vergab für das grauenvolle 1:1 gegen Greuther Fürth nur die Spielnote 5,5.

Diese beiden Texte entstanden nach dem VfL-Spiel noch im Bochumer Presseraum:

Nicht nur die sportliche Situation beschäftigt den ehemaligen Kapitän Felix Bastians – er denkt auch darüber nach, warum die Ultras ihren Platz in der Ostkurve geräumt haben. Was er denkt, das steht hier („Bochum-Ultras räumen die Kurve – Bastians redet Klartext“).

 

Die VfL-Noten gibt es hier („Gyamerah und Leitsch mit Note 3 beste Bochum-Spieler“).

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