Hamborn 07 zerstört Traum vom Märchenstart

Am 9. August 1999 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und Hamborn 07 (1:3). Das Besondere an diesem Spiel: Es war das erste Speldorfer Spiel im umgebauten Stadion am Blötter Weg, der legendären „Blötte“ – die jetzt, im November 2011 – schon gar nicht mehr steht. Der VfB spielt längst im Ruhrstadion, so einfach geht das.

Rein in den Text:

Es hätte ein Märchen werden können: Schönes Wetter, viele Zuschauer, ein attraktiver Gegner. Was noch fehlte, war ein Sieg im Fußball-Verbandsligaauftaktduell gegen Hamborn 07. Doch den konnte der VfB Speldorf nicht liefern. Die Grün-Weißen verloren 1:3 (1:1).

Das Märchen hatte vor knapp 1 200 Besuchern kein Happy-End. Nur für die Gäste. Sie waren besser – so einfach kann Fußball sein und so einfach war die Analyse. Mächtig geladen war VfB-Trainer Dirk Pusch, der bei seinem Team viele Fehler sah. Da wird nächste Woche die Kabine rauchen.

In den ersten 36 Minuten lief die Partie für die Speldorfer gut. Von den zahlreichen Neuzugängen hatte Pusch mit Saba Glogic und Christian Kinowski nur zwei aufgestellt. Vorne sorgten nicht die Neuen, sondern Routinier Dirk Roenz für Furore, der ein wahnsinniges Laufpensum absolvierte. In der 31. Minute strich sein Seitfallzieher knapp am Hamborner Gehäuse vorbei. Das erste Tor im neuen Stadion war dem Kapitän vorbehalten: Karsten Rafoth traf per Kopf (36.). Doch nun zeigten die Gäste, was in ihnen steckt: Spielfreudig und technisch versiert präsentierten sie sich und glichen durch Stefan Böing im Gegenzug aus.

Nach dem Seitenwechsel wurde der Super-Kulisse von Sekunde zu Sekunde bewusster, dass an diesem Tag gegen die Hamborner kein Blumentopf zu gewinnen war. Die Gäste unterstrichen ihre Aufstiegsambitionen und beim VfB lief nichts mehr. Der entscheidende Patzer vor dem 1:2 durch Jens Schulz (59.) unterlief Karsten Rafoth. „Nur weil er fast zwei Meter groß ist, heißt das nicht, dass er jeden Kopfball bekommt“, schimpfte Dirk Pusch.

Kurz darauf wurde es hektisch: Frank Baur (VfB) foulte Alex Triantafilidis und Karsten Rafoth rangelte mit Hakan Sengül um die Wette. Schiedsrichter Urtenur zeigte Baur und Sengül Rot – Baur wegen des Fouls und Sengül aufgrund einer Beleidigung gegen Rafoth.

Der Schiedsrichter war gnädig zum VfB. Sieben Minuten vor Schluss schenkte er den Speldorfern einen Elfmeter nach einem angeblichen Foul an Christian Kostadinovic. Doch Ömer Aydin schoss den Strafstoß so schwach, dass Hamborns Georg Schreiber parieren konnte.“Ein Unentschieden wäre auch sehr glücklich gewesen“, sagte Pusch. In der Nachspielzeit erhöhte Mario Pribil zum 3:1-Endstand.

Und Christian Kinowski? Der hatte sich seinen Einstand anders vorgestellt. Matchwinner war nicht er, sondern sein Gegenspieler Markus Faßbender. Dirk Pusch war von seinem Torjäger besonders enttäuscht: „Es kann nicht sein, dass nur Dirk Roenz richtig Gas gibt. Christian und auch Ömer Aydin haben viel zu wenig getan.“ Märchen gehen wirklich anders aus.

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