0:1 nach Verlängerung

Exklusiv für DerWesten berichtete ich im April 2010 über das DFB-Pokal-Halbfinalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München (0:1 nach Verlängerung).

Zur Schalker Einzelkritik geht es hier.

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Erfolgreicher Rückrundenstart

Im Februar 1994 berichtete ich für die Mülheimer Woche über das Landesligaspiel VfB Speldorf gegen Rot-Weiss Essen II (2:1). Die Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind weitgehend korrigiert, die Vorschau auf das nächste Spiel habe ich weggelassen, daher auch das Zeichen (…).

Einen erfolgreichen Start in die Rückrunde feierte das Fußball-Landesligateam des VfB Speldorf. In einem turbulenten Spiel schlug man die Amateure von Rot-Weiß Essen vor 200 Zuschauern am Blötter Weg mit 2:1 (1:0).

Erst durch ein von Jens Koppenborg in letzter Sekunde erzieltes Traumtor wurde die harte Vorbereitung mit zwei Punkten belohnt. Die Grün-Weißen stehen nun punktgleich mit dem Tabellendritten, dem VfL Rhede, mit 22:14 Zählern auf Rang fünf.

Auf dem von den tagelangen Regen- und Schneefällen aufgeweichten Rasen war eigentlich kein normaler Spielverlauf möglich. Dass es dennoch geht, bewiesen die Speldorfer trotz fünfzehnminütiger Anlaufzeit: Mit guten Angriffen über André Löhr (links) und Thorsten Hamm (rechts) erarbeiteten sie sich viele Chancen und schnürten die ersatzgeschwächt angetretenen Gäste (Torjäger Gerd Schneider und Spielmacher Collins Tschapda waren nicht dabei) in ihrer Hälfte ein. Der Treffer des in den letzten Wochen überragenden Holger Vössing war überfällig und verdient (30.).

In der 2. Halbzeit wurde der Fußballplatz Blötter Weg zu einem Theater. Hauptdarsteller war Referee Ortwin Czyballa (Rumeln). Mit unmöglichen Entscheidungen benachteiligte er beide Teams, durch seine unnötige Kartenspielerei kam Hektik und Härte ins Spiel.

Die Bruns-Truppe ließ sich dadurch stärker beeinflussen und ließ Stefan Riedels Ausgleichstor zu (69.). Bis zum Schlusspfiff folgte ein Powerplay des VfB, das erst in der 90. Minute belohnt wurde. (…)

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Mai 2004. Trier.

Im Frühling 2004 zog mein Bruder nach Trier. Ich besuchte ihn kurz nach seinem Einzug ab dem 12. Mai 2004, wir verlebten ein paar schöne Tage an der Mosel – und zweieinhalb Wochen nach dem Einzug schrieb ich auf meiner „ersten“ Homepage das hier:

Mittlerweile ist es schon wieder zweieinhalb Wochen her, dass ich meine Füße durch Trier bewegte, dass ich mir einen Eindruck von der über 2000 Jahre alten Stadt machte, in der Karl Marx seine ersten Gehversuche unternahm. Ja, zweieinhalb Wochen ist es her. Inzwischen – um genau zu sein gestern – hat es sogar schon meine Eltern zu einem Tagesausflug nach Trier verschlagen, und ohjeeee, ich hatte ihnen doch eine kleine „Anleitung“ versprochen, bevor sie losfahren…

… nun gut, dann hole ich das eben nach!

Also, los geht´s…

Heute; heute ist es also soweit. Am 12. Mai 2004 hat mein Bruder Thommy den nächsten Bahnhof seines Lebens angefahren. Erst Mülheim, Berlin, Bochum, Leuven, Köln und Brüssel, dann wieder ein Umweg über Mülheim, und nun also Trier. „Mein Umzug nach Trier ist in weiten Teilen abgeschlossen“, heißt es in einer Mail. „Meine Bude liegt zu Fuß drei Minuten von der Mosel, fünf Minuten vom Eintracht-Stadion und sieben Minuten von der Porta Nigra, der wohl größten Attraktion des Städtchens, entfernt. Der Blick vom Schreibtisch streift auf die gegenüber liegenden Moselfelsen, und seit ich hier angekommen bin scheint sonderbarerweise nahezu durchgehend die Sonne. Die Bücherregale sind wieder eingeräumt, die Möbel aufgebaut, die ersten zwei Wochen an der Uni bewältigt, das dortige Arbeitszimmer halbwegs eingerichtet – das Leben kann neu beginnen“, schreibt er. Noch zwei Tage, und ich werde mir ansehen, wo und wie er mindestens in den nächsten anderthalb Jahren bis zum Spätsommer 2005 seine Zeit verbringen wird.

Trier… da war doch was? Genau… Siebte Klasse, Juli 1991. Ein 13-jähriger Andi und 30 andere Idioten vom Gymnasium Mülheim-Broich befinden sich in der heißesten Phase des Jahres in der Jugendherberge von Morbach, irgendwo da, wo keiner wohnen will. Zwei Lehrer sind noch dabei, eine namens Dymke, die sich nur mit Tonleitern und dem Klavier auskennt, und einer – er heißt tatsächlich so – mit dem Namen „Kalender“, Typ Schulclown, eigentlich Sportlehrer, aber bei uns (erfolg- und meist ratlos) in Mathe an der Tafel. Juli 1991, siebte Klasse, das Schuljahr ist fast zu Ende, und wir quälen uns auf schier endlosen Spaziergängen. Durch Morbach, durch den Wald, über einen „Trimmdichpfad“ und sogar bis Bernkastel-Kues. Ich weiß nur noch, dass ich pausenlos und immer wieder „Wind of change“ von den Scorpions gehört habe. Stimmt, Juli 1991, die Wiedervereinigung war noch gar nicht so lange her. Während der Hinfahrt, da hielten wir in Luxemburg, und ein Tagesausflug führte uns wohin? Richtig, nach Trier. Viel habe ich von dem damaligen Trip nicht mehr behalten. Wie das so ist, halten sich 13-Jährige in fremden Städten nur dort auf, wo sie sich ohnehin schon auskennen… Kaufhof, CD-Läden undsoweiterundsofort. Auf der Porta Nigra sind wir gewesen und haben auf Leute runtergespuckt. Vor dem Dom haben wir Malern beim Dom-Malen zugeschaut. Und in den Kaiserthermen haben wir uns gefragt, wo denn das Wasser ist. Erst spät schnallten wir, dass das vor 2000 Jahren mal Thermen waren. Geführt wurden wir von Andi, dem Sohn unserer begleitenden Musiklehrerin, und das was ich – und viele meiner Klassenkameraden – am dicksten in Erinnerung habe, ist der laut ausgebrüllte Ruf „WIR WINKEN ANDI DÜMMKE!!!“ von unserem L“ee“rer „Kalle“ Kalender, als wir im Bus zurück nach Morbach aufbrachen. „Kalle“  fuchtelte wild mit den Händen, es sollte wohl ein Winken sein, und wir drehten uns laut lachend weg. Wann immer ich bis jetzt das Wort Trier hörte, rief ich sofort „WIR WINKEN ANDI DÜMMKE!!!“, ohne dass mein Gegenüber wusste, worum es geht.

Bisher.

 

Im Moselstadion Trier im Mai 2004.

Mittlerweile sitze ich im Zug, es ist der 14. Mai, ein sonniger Freitag, und da fällt mir ein, dass ich auch mit Thommy schon einmal in Trier war. Im Sommer 2000 nämlich, als wir von Leuven ins pfälzische Erfweiler zu einem Familientrip mit den Eltern fuhren. Wir legten zum Gyros verputzen einen Zwischenstopp ein. Aber nur 30 Minuten, nicht länger… nun ist es also wieder soweit. Was erwarte ich? Eine kleine, verschlafene Stadt? Eine alte Stadt? Eine Uni-Stadt, voller Leben? Die Bahnfahrt ist ein echtes Highlight. Es ist eine der schönsten deutschen Zugstrecken, und das könnt ihr mir ruhig glauben, denn ich bin schon ziemlich viel Zug gefahren in diesem blöden Land. Du fährst so nah am Wasser entlang, so nah, dass du am liebsten eine Runde schwimmen würdest, um am nächsten Bahnhof wieder einzusteigen. Du fährst an einer Weinklitsche nach der anderen vorbei, die heißen Traben-Trarbach oder Kobern-Gondorf, in der du am liebsten selbst einen Rotwein nach dem nächsten in dich reinschütten würdest, um dann auf einen Weinberg zu klettern und von der Spitze auf die Welt herabzublicken. Es ist eine der Strecken, die wahrscheinlich seit 30 Jahren gleich aussehen. Und nun also Trier. 20 Minuten dauert der Fußweg vom Hauptbahnhof bis zu Thommys Wohnung. Viel ist nicht los an diesem Freitagmittag. Ich werfe meinen Rucksack in die Bude und wundere mich über deren Größe (soviel Platz hatte der noch nie).

Dann marschieren wir los. Laufen links, laufen rechts und laufen dem Moselstadion entgegen. War ja klar, dass Thommy mich zunächst zum hiesigen Fußballstadion leitet. Es liegt mitten in einer Wohngegend, es könnte der Heimspielort vom VfB Speldorf oder von Vatanspor Mülheim sein. „Wie soll das hier bloß aussehen, wenn der 1. FC Köln oder Rot-Weiß Essen mit ihren wilden Horden hier ankommen?“, frage ich. Ich möchte es nicht wissen. In der Tat braucht Thommy nur fünf Minuten, und – oh Wunder – alles ist offen. Wir betreten den Rasen und veranstalten witzige Foto-Sessions. Wir betreten die Haupttribüne und würden am liebsten die Sitze des Eintracht-Aufsichtsrats zerstören. Wir beobachten eine Leichtathletin, die einsam ihre Runden dreht. Wenn ich hier wohnen würde, würde ich meine Jogging-Karriere fortsetzen. Sport treiben in einem echten Profifußballstadion – wie geil…! PLUSPUNKT! Nebenan kickt die Jugend, auf zwei weiteren Rasen- und einem Kunstrasenplatz. Paradiesisch. Familiär. Gemütlich. Und die spielen nächstes Jahr gegen Köln. Frankfurt. Diese „großen“ Unternehmen, mit WM-Stadien. In Trier trainiert Paul Linz. Einer, der im Telefonbuch steht.

Drei Minuten weiter liegt die Mosel, welche die Stadt durchquert. Welche der Stadt Touristen bringt. Auf der Mosel schippert die „Traben-Trarbach“, ein Boot, das Omis und Opis bei Kaffee und Kuchen von Weinort zu Weinort kutschiert. Im Sommer ist es hier bestimmt schön. Im Sommer? Sommer ist eigentlich immer, denn in keiner anderen Region Deutschlands sind die Temperaturen so gut wie hier. „Hab ich in den paar Tagen hier schon gemerkt“, sagt Thommy und lacht. Keine Frage, ein weiterer PLUSPUNKT. Trier hat nur 105.000 Einwohner, also knapp 70.000 weniger als Mülheim. Und doch ist Mülheim nur eine von vielen Städten in NRW, und Trier hat im Moseltal einen Metropolen-Charakter. Es ist wie mit Kaiserslautern. 35 Minuten drumherum, ob mit dem Zug oder mit dem Auto: Nischt! Null! Zero! Ein Städtchen für sich, ein Völkchen für sich. Eine eigene Welt, mit einer Tageszeitung, die „Trierischer Volksfreund“ heißt. Es ist so verdammt wenig los am Freitagmittag, dass mich das schon wieder stört. Bin nun einmal ein Großstadtkind. Aber schön ist es hier. Hinter der Mosel strecken sich grüne Bäume in den Himmel.

Wir legen einen Zwischenstopp ein, in Thommys Wohnung, und ziehen dann weiter. Bis zur Porta Nigra. Heute werde ich nicht raufgehen, hab das ja schon 1991 gemacht. Bis zum Marktplatz, dem malerischen. Am Dom vorbei. An noch ein paar anderen Kirchen vorbei, die bestimmt überaus sehenswert sind. Und am Karl-Marx-Haus vorbei. Der gute alte Karl. Hier hat er gewohnt, gelebt, ist aufgewachsen, bevor es ihn nach Bonn, Berlin, Brüssel, London und Paris weiterschlug. Thommy hat ein Buch in der Hand. Eine Hilfe für Erstsemester-Studenten in Trier – mit kurzer Einführung in die 2000-jährige Stadtgeschichte, was die Römer alles angestellt haben, mit der Erklärung, dass Marx der geliebteste und meist gehasste Sohn der Stadt ist. Wie es wohl ist, hier zu studieren?

Es ist so ruhig hier. So ruhig, dass es fast schon eine Beleidigung wäre, in der Innenstadt eine WG zu gründen. Es ist aber zu ruhig, um das Etikett einer „Studentenstadt“ zu gewinnen. „Die Uni liegt außerhalb“, erklärt Thommy. Und dort soll es auch einige Studihäuser geben. Überhaupt fällt von der Uni in der City wenig auf. Das ist auch ganz klar, reime ich mir zusammen. Die meisten Studenten wohnen entweder direkt an der Uni oder kommen ohnehin aus den umliegenden Dörfern. Die fahren bestimmt am Wochenende nach Hause. Am meisten geht in der Stadt wohl am Dienstag und Mittwoch ab. Vermutlich. Es ist so ruhig, gemütlich, schön, nett, dass ich fast schon beim Denken einschlafe. Kein Wunder, dass Marx zum Studieren weggegangen ist. Wie will Thommy das nur anstellen? Hier eine Doktorarbeit schreiben? An der Uni Trier ein Seminar leiten? Ich brauche meine Abwechslung, brauche meine Freunde, brauche das Großstadt-Feeling im Ruhrgebiet, das „fliehen können“ nach Bochum, Essen, Oberhausen. Trier ist für mich Urlaub. Ich kann einen Tag bleiben, zwei, drei, vier, na vielleicht eine Woche. Aber dann würd ich zurück wollen. Zurück in mein Leben.

Aber heute macht es tierisch viel Spaß, mit Thommy durch einige Studentenkneipen zu ziehen. Wir gehen ins sehr nette „Astarix“ (gegenüber vom Karl-Marx-Haus) mit geiler Musik. Dann landen wir in der „Idealbank“, einem Laden, der in einem ehemaligen Bankgebäude entstanden ist. Das sind zwei Kneipen, die für mich „Stammkneipen“-Potenzial hätten. Unterhaltungen mit Thommy sind selten. Sie kommen meist nur außerhalb von NRW zustande; innerhalb haben wir meist zu viel zu tun für eine ruhige Minute. Ich genieße Trier. Und kritisiere es im nächsten Moment. So ist das. „Den Eltern gefällt das bestimmt hier“, beschließen wir beide im Einklang. Zum Abschluss gehen wir essen in einem richtig leckeren Restaurant, das Kartoffelgerichte en masse zubereitet. Himmlisch.

In der Nacht schlafe ich durch. Kein Wunder, denn (das Wort habe ich bisher erst 1000-mal erwähnt) es ist soooo ruhig. Der Wecker zerstört die Idylle. „Talkin´ bout a revolution“, dröhnt´s aus dem Radio.

Zwei Wochen ist es her, das ich im Zug sitzend Trier verließ. Und – siehe oben – meine Eltern waren mittlerweile auch schon da. „Genau wie Du gesagt hast: Wir sind begeistert“, hat meine Mum erzählt. „Beschaulich, überschaubar, Moseltal, Zentrum, gemütliche Cafés und Sonne pur. Porta Nigra, Konstantin-Basilika, Kurfürstliches Palais, Judengasse, Amphitheater, Unigelände… das haben wir uns angesehen. Allein schon die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft ist beeindruckend. Die Wohnung von Thomas ist auch optimal.“

Heeeeeeeyyyy, die haben ja mehr von Trier gesehen als ich. Aber sie mochten es. Ich hab´s doch gleich gewusst.

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Allein – ein Film von großer Intensität

Am 11. Juni 2005 porträtierte ich für die Mülheimer WAZ den jungen Filmemacher und Ruhrpreisträger Thomas Durchschlag – ein Absolvent meiner Mülheimer Schule und Freund meines Bruders. Ich traf Thomas Durchschlag im Café Schmitz am Kölner Hansaring. Thommy hatte gerade seinen Debütfilm „Allein“ in Essen abgedreht.

Es ist ein schöner Vormittag in Köln, direkt am Hansaring. Eine Filmrollenlänge entfernt vom S-Bahnhof strahlt die Sonne ins Cafe Schmitz. Thomas Durchschlag wartet schon, er schlürft einen Milchkaffee. „Im August“, sagt der Mülheimer Filmemacher zur Begrüßung, „da kommt ,Allein´ ins Kino.“

Im August also. Und jetzt gerade? „Im Moment schreibe ich an meinem zweiten Drehbuch.“ Halt, stopp, nicht so schnell. Thomas Durchschlag? Wer ist das überhaupt? Ein Mülheimer, der auf der linken Ruhrseite groß wurde. Dessen Eltern noch in Broich wohnen. Der das Gymnasium Broich besuchte, und mehr schlecht als recht mit dem Abitur im Jahre 1994 abschloss. Als er in Klasse elf war, wollte er einen Schülerstreik anzetteln. Eine von ein paar Erinnerungen, die hängen blieben.

Jetzt ist er 30, sitzt im Cafe und putzt seine heuverschnupfte Nase. An Filme dachte er zu Oberstufenzeiten noch nicht. Schon eher ans Fotografieren. Nach einer kurzen Zeit bei Radio Essen war er außerhalb der Schule kaum einmal ohne Kamera anzutreffen. Er knipste für lokale Blättchen und begann ein Studium in Essen im Fach „Kommunikationsdesign“. Dass er von der kleinen zur großen Kamera fand, lag auch am Kino Rio. Er jobbte zwei Jahre lang als Filmvorführer. Eine Arbeit, die für ihn keine Arbeit war. „Umsonst ins Kino zu gehen, das war eine tolle Zeit. Ich habe 150, 200 Filme gesehen.“ Und sein Entschluss stand fest.

Ab zum Film.

„Ich bin in Pressegesprächen nicht so der Erzähler“, sagt Thomas Durchschlag. Er ist einer, der direkt auf den Punkt kommt und bitterernst gucken kann. Der aber auch eine durchdringende und ansteckende Lache hat. Und dann erzählt er weiter. Er kann das nämlich doch.

Er zählte zu den Fünf, die 2001 an der Kunsthochschule für Medien in Köln aufgenommen wurden, lernte bei bekannten Namen. Bei wem? Egal, Prominenz bedeutet ihm wenig. „Ich will Kinofilme machen.“ Ein einfaches Motto. Seine Karriere begann mit drei Kurzfilmen. „Beziehungen zwischen Menschen interessieren mich. Die will ich erzählen. Und das fand ich an den Filmen im Rio immer so toll.“
In den letzten anderthalb Studienjahren schrieb er am Drehbuch von „Allein“. Das wurde dann vom WDR und der Filmstiftung NRW mit insgesamt 800 000 E gefördert. „Allein“ ist das einfühlsame Porträt der Studentin Marie, die am Borderline-Syndrom leidet und deren Leben geprägt ist durch die Sucht nach Nähe und durch Exzesse mit Sex, Tabletten und Alkohol. Durchschlag drehte den Film in 23 Tagen mit seinen Wunsch-Schauspielern Lavinia Wilson und Richy Müller in den Hauptrollen. Wenige Schnitte zeichnen den Film aus. „Es geht nicht darum zu zeigen, was man kann. Der Film ist reduziert auf die Geschichte und Figuren. Er hat eine große Intensität.“

Durchschlag drehte überwiegend in Essen. „Eigentlich“, sagt er, „könnte er in jeder Großstadt spielen. Aber das Ruhrgebiet ist nicht so designed, hat seinen eigenen Charme.“ Er wohnt in Köln. Mülheim nennt er aber „meine Heimat“. Sein Vater hat im Film eine Nebenrolle. „Naja, Nebenrolle. Er latscht einmal durchs Bild.“ Da lacht der Regisseur durchdringend.

„Allein“ lief bei den Filmfestivals in Hof, Saarbrücken, Rotterdam, San Francisco. Und bei der Berlinale im Beiprogramm. Bald fliegt Durchschlag nach Seattle. Landauf, landab wurde das Debüt gefeiert, zum Beispiel als „tief beeindruckend“ (Saarländischer Rundfunk) oder als „schnörkellose Charakterstudie, behutsam und melodramatisch erzählt, von einer sinnlichen Eleganz“ (Süddeutsche Zeitung). Berlinale, roter Teppich, Klatschblätter. Schickimicki!? „Wie, Schickimicki?“ Diese Frage versteht Durchschlag nicht. Das Wort taucht in seinem Wortschatz wohl nicht auf. Er schaut ein bisschen grimmig, fast verärgert.

Kann sich ein Regisseur Ziele setzen? Zum Beispiel Preise? „Ich will einen nächsten Film machen.“

Im August also kommt „Allein“ ins Kino. Ins Rio auch? „Vielleicht“, sagt Durchschlag. „Wäre schön.“ Er trinkt seinen Kaffee aus und geht. Zurück zum Drehbuch.

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Für das Internetportal revierkick.de (heute RevierSport – deshalb ist der Text auch im RevierSport-Archiv zu finden) berichtete ich im November 2006 über das Oberligaspiel KFC Uerdingen gegen VfB Speldorf (4:1).

Zum Text geht es hier.

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