Kein Vorwurf an den VfB

Für die Mülheimer Woche berichtete ich über das Fußball-Landesligaspiel VfB Speldorf gegen SpVgg Sterkrade-Nord (1:2) im Frühjahr 1994. Einige Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind korrigiert, die Vorschau aufs nächste Spiel habe ich gekürzt, daher auch das Zeichen (…).

Mit 1:2 (0:1) unterlag das Fußball-Landesligateam des VfB Speldorf dem SV Sterkrade-Nord. Die Grün-Weißen, die „ohne Acht“ antraten, stellten zwar die kampfstärkere Mannschaft, scheiterten aber an einer Truppe mit mehr Cleverness und Erfahrung.

In der 1. Halbzeit war das Spiel vor 200 Besuchern ausgeglichen. Beide Teams hatten Chancen. Der VfB durch Dirk Roenz, der freistehend an SV-Keeper Jörg Balsiemke scheiterte, der SV durch Frank-Dieter Baur. Das 0:1, das Frank Ronden in der 36. Minute erzielte, war unverdient, ein Remis hätte dem Spielverlauf eher entsprochen.

Nach dem frühen 0:2 in der zweiten Hälfte, das Ex-Profi Detlef Laibach markierte, schien die Partie entschieden, da die VfBer gegen die massive Abwehr meist kopflos anrannten.

Erst als Holger Vössing per Handelfmeter der Anschlusstreffer gelang, zogen die Grün-Weißen ein Powerplay auf. Doch beinahe wäre der Schuss nach hinten losgegangen. Matthias Daunheimer traf bei einem Konter den Pfosten, letzte Chancen für den VfB ließen Oliver Vössing (71.) und Ralf Brücks (89.) aus. Kein Vorwurf an den VfB, die Mannschaft versuchte alles, aber man darf nicht übersehen, dass acht Spieler fehlten. (…)

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22. Juli 2005. 4. Urlaubstag. Bangkok.

Meinen Sommerurlaub 2005 verbrachte ich mit dem Rucksack auf dem Rücken in Südostasien – in Bangkok und Vietnam, allein. Während dieser vierwöchigen Reise führte ich ein Tagebuch und veröffentlichte es direkt auf meiner Homepage. Einige dieser Einträge habe ich „digitally remastered“ und veröffentliche sie nun neu.

Dieser hier trug auf meiner „ersten“ Homepage die Überschrift „Schach dem König – oder: Alles in Gold“ und stammt von meinem vierten Urlaubstag, den ich in Bangkok verbrachte. Ich schrieb die Mail in einem Internet-Café in der Khao San Road – wie man an der Schreibweise erkennen kann (englische Tastatur…).

Jetzt endlich rein in den Text vom 22. Juli 2005:

„Dass ich auch „Don’t speak“ auf einer meiner CDs habe, muss im Delirium passiert sein. Ein schoenes Lied von No Doubt, zweifellos, aber zu einem falschen Zeitpunkt aufgenommen, eindeutig. 1996, viele Paare entstanden, viele zerbrachen spaeter wieder. Ich laufe durch Bangkok an einem mittelschoenen Tag (schoen aufgrund der 30 Grad, mittel aufgrund der stetigen Bewoelkung), stoepsele mir die Kopfhoerer in die Ohren, und „Don’t speak“ kommt. So kann’s gehen. „Gold“ sollte die Ueberschrift des heutigen Tages werden, das entschied ich bereits um 13 Uhr. Doch danach geschah noch etwas, was diesen Tag toppte.

Piiiiiiiep, piiiiiiiiiiep, oh jeee, Wecker, ansonsten treibst du mich zur Uni, Arbeit, zum VfL, jetzt um 8.15 Uhr klingelst du mich im Urlaub aus den Federn – naja, Federn sind das nicht gerade auf und in meinem Bett. Egal. Sightseeing-Tag. In Deutschland ist’s gerade 3.15 Uhr, da gehe ich sonst ins Bett. Wahrscheinlich hat meine Dart-Runde im „Bunten Baer“ oder der fantastischen Kneipe „Zum schraegen Eck“ grad die letzten Pfeile ins Triple-20-Feld geschleudert. In meiner giftgruenen Decke sind etliche Loecher, kleiner Schoenheitsfleck, aber brauchen werd ich die sowieso nur kaum. Schweiss, muss ich mehr sagen? Die wirklich gute und kuehlende Klimaanlage kann da leider nichts aendern. Das wird wohl ein dreieinhalbwoechiger Dauerzustand. Und doch bin ich, ja wirklich, ich bin ausgeschlafen. Ein mordsmaessiges Gefuehl, wirklich. Und vor allem habe ich gute Laune. Ich hab wieder in Farbe getraeumt und vor allem von schoenen Dingen. Urlaub.

Das Fruehstuecksbuffet in meinem Hotel ist inklusive und vor allem umfangreich. So gross war nicht mal das Buffet in meinem Luxushotel 2004 in Philadelphia, in dem eine Nacht so teuer war wie hier eine Woche inklusive Shopping. Gestaerkt mit Reis, Mini-Pfannekuchen, Toast mit Marmelade, Massen an Wassermelonen, Wasser und O-Saft begebe ich mich in den Tag. Meine gestern gekauften Klamotten uebergestreift, pappe ich meine Sonnenbrille (da steht – hahahahaha – Adidas drauf) auf meinen Kopf, extracool soll das aussehen, aber es wirkt bestimmt eher laecherlich.

Bangkok, was ist das? Thailand? Wie sieht die Welt aus ausserhalb der Khao San Road? Voll mit Autos jedenfalls. Zum Ueberqueren der ersten Strassenkreuzung – dreispurig in jeder Richtung, eine Fussgaengerampel gibt es nicht – benoetige ich fuenf Minuten. Ziemlich gefaehrlich, das… Es ist eine Art Lottospiel. Wohin zuerst? Mit dem Expressboot ueber den Chao Phraya, das ist der Fluss, der mitten durch die Stadt fuehrt? Mit dem Sky Train hoch oben in der Luft, die Stadt betrachten? Thommys und Marrits Tipps befolgen?

Gewuerfelt habe ich schon gestern. Ich gehe ganz wie ein Tourist vor und wandere zu den Highlights eins und zwei auf der Prioritaetenliste – allerdings auch fuer die Thai, so viel sei gesagt. Es stinkt. Wieder. Die Motoren der Motorraeder, Autos, Tuktuks (das sind Taxis mit drei Raedern) sind nicht die besten und modernsten, moechte ich sagen. Da ist es nur zu verstaendlich, dass einige Mundschutz tragen, wobei das auch wohl damit zusammenhaengt, dass Hellhaeutigkeit – so hab ichs gelesen – das Schoenheitsideal der Thai ist.

Das Gedraenge wird groesser, die goldenen Spitzen des alten Koenigspalastes ruecken naeher. Und naeher. Und Menschenkinners so wat hasse noch nich erlebt. Fuer 100 Baht betrete ich das Gebaeude des Royal Palace, zehn Fussminuten vom Hotel entfernt, gelegen in einem Teil Bangkoks, der durchaus als „Altstadt“ durchgehen koennte. Kunsthistoriker wuerden bei diesem Anblick bestimmt kollabieren vor Glueck. Es ist ein unfassbar gueldenes Ensemble von Prachtbauten; maerchenhaft sagen die einen, endlos kitschig die naechsten. Ich schlendere durch die Gebaeude, fast schon gelangweilt, fotografiere das wirklich Unwirkliche. Eben noch Khao San, jetzt schon DAS. Glaeubige Thai fallen auf die Knie, vor allem vor dem Smaragdbuddha im zum Palast gehoerigen Tempel „Wat Phrahaeo“. Es ist ein Hindernislauf, vorbei an Millionen von Schuhen (die sind in allen Wats verboten, ueberhaupt ist nur lange Kleidung gestattet), vorbei an Trillionen von Kerzen und Raeucherstaebchen. Der Geruch vermischt sich mit Abgasen, that’s Bangkok. Es gibt Wandmalerein, mit denen ich mich nicht beschaeftigen will. Der Reisefuehrer hat bestimmt Recht. Lesen reicht mir.

Mit den Haenden in den Hosentaschen schlendere ich gemaechlich 500 Meter weiter. Ich bin vorsichtig, denn gestern haette mich fast ein Taschendieb erwischt. Ich spuerte nur ein leichtes Schubsen von hinten, dann eine Umarmung von vorn. Zum Glueck waren alle meine Taschen leer, denn ansonsten waere es im Gewuehl der Khao San Road furchtbar schnell gegangen. Meine Batterien vom Discman sind wieder leer, aber egal, der Wat Po taucht schon direkt vor mir auf. Wats, davon gibt’s 400 in Bangkok. Ueberall.

Einer davon ist besonders wichtig, denn einer nur hat eine 45 Meter lange und 15 Meter hohe Buddha-Statue. Und wow, das Teil hat’s wirklich in sich und selbst ein solch schwer zu beeindruckender Kerl wie ich denkt einfach nur „wow“. Gold, natuerlich, und gross und lang. Leute knien, nix Neues, Raeucherstaebchen, nix Neues. Leider ist alles eine Baustelle. Wie schon der Royal Palace. Die Bauwerke werden restauriert, das truebt den aesthetischen Blick.

Aber weswegen ich eigentlich hier bin, ich kleiner Egoist ich, das ist die traditionelle „Thai Massage School“. Thai-Massage klingt zweifellos verdammt schmierig, aber bitteschoen nicht hier, nicht in einem klosteraehnlichen Tempel. Ich goenn mir fuer 300 Baht (ungefaehr 6,50 Euro) eine ganze Stunde, und das ist… ist… ist… spuert meine Entspaaaaaaannnuuuung… lasst sie auf Euch ueeeeeebergeeeehen… reckt Euch… streckt Euch… aaah… das ist sensationell! Ich schliesse die Augen, bin frei im Geiste. Waehrend der Masseur Beine, Fuesse, Arme, Ruecken, Gesicht und Schulter durchknetet und so verrenkt, dass zwischendurch in mir das Gefuehl hochsteigt, der Typ wuerde mir mit Absicht alle Knochen brechen, bin ich gluecklich, ganz weit weg, Paradies? Weiss nicht, glaub schon. Dass ich zuerst an Frauen und andere schoene Dinge denke und erst dann daran, wie Neururer haette aufstellen muessen, damit der VfL nicht absteigt, zeigt, dass ich auf einem guten Weg bin. „Fini“ sagt der Masseur nach einer Stunde und entlaesst mich nach draussen. Wer nach Bangkok reist und das nicht miterlebt, der ist selbst schuld. Dafuer nehme ich jede Wartezeit in Kauf. Vor dem Massagegebaeude versammeln sich Maedchen in Schuluniform. Auch das gibt’s.

Was nun? Schon 14 Uhr! Ich mache das, was ich bislang noch nie tat und laufe einen von einem Reisefuehrer (diesmal „Marco Polo“) vorgegebenen Weg ab. Der fuehrt mich durch kleine Gaesschen, zwar auch mit Fresswagen, mal gut und mal schlecht riechend, aber touristenfrei. Keine laut in ihre Trillerpfeifen pustenden Polizisten (die sollen uebrigens fast alle korrupt sein, wollen die Reisefuehrer wissen), keine aufgemotzten Motorraeder, fast laermfrei. Keine Wats, die einen Souvenirozean in ihrer Naehe haben. Sondern Wats, vor denen Kinder Tischtennis spielen. Ja, es gibt ruhigere Ecken in Bangkok. Ja! Aber auch hier gibt es „7 Eleven“. Eine solche Anhaeufung von Laeden dieser Kette gibt’s sonst wohl nur in Stockholm.

Mein vorletztes Ziel fuer heute erreiche ich, waehrend ich „Gold“ von Klee hoere, naemlich den „Golden Mount“, der zweitgroesste Aussichtspunkt Bangkoks, 80 Meter hoch. Ich stapfe die Treppe hoch und ueberblicke Thailands undurchschaubare Hauptstadt. Wieder dasselbe Bild: Hochhaeuser ueberall, Tempelspitzen ueberall, Highways erst recht. Bruchbuden. Das Ganze ohne Buecher oder Tipps zu erkunden, wie das in anderen Staedten geht, ist hier schlichtweg VOELLIG UNMOEGLICH!

Auf dem Rueckweg hocke ich mich vor dem „Democracy Monument“ nieder, ein haessliches Denkmal, das auf einer Kreisverkehr-Insel an den Aufstand der Demokraten 1932 erinnern soll. Ploetzlich setzt sich ein Thai neben mich, voellig unverhofft, und ein Gespraech beginnt. Anderthalb Stunden lang geht es um dies und das und alles laesst sich gar nicht wiedergeben. In solchen Gespraechen laesst sich am besten etwas ueber Land und Leute erfahren. Seine Kenntnisse ueber Deutschland sind beachtlich. „Aaaah, Germany, beer, people are fat, Munich, sausages, Helmut Kohl.“ Nee, is klar. Er sagt mir seinen Namen, aber ich verstehe ihn nicht. Er erklaert mir, was ich ohnehin schon wusste: „If you see only Khao San Road, you don’t see Thailand.“ Er verraet mir den buddhistischen Way of Life; den Glauben an die Wiedergeburt, das Leben in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. „Today happy“, sagt er. Deshalb wuerden die Thai schnell verzeihen und waren das „Land of smile“. Und Bangkok? Bangkok gefaellt ihm nicht. Weil sich alles um Geld dreht. „Wothout money, you die in Bangkok. Out of Bangkok no money, no problem.“ Wer nur in Bangkok war, war also nicht in Thailand. Und umgekehrt? Wer nicht in Bangkok war, war auch nicht in Thailand. Hmm…

Der Mann kennt mich keine Stunde, hat gerade ueber Kahn, Ballack und in hoechsten Toenen ueber Effenberg geredet (der hat hier eine Fussballschule eroeffnet), schon spricht er freizuegig ueber seine Sexualitaet. Nahezu im Fuenf-Sekunden-Takt redet er ueber „bumbum“. Bumbum hier und dort, absolut kein Fake! Es wird ein Monolog, ein ewig langer. Details erspare ich Euch. Mitten in seinem Redefluss steht er auf. Stimmt, seit ein paar Minuten ist kein Auto mehr vorbei gekommen. „The king is coming“, sagt er. Bitte?? „The king!“ Und wirklich: Ich sehe Koenig Bhumipol auf dem Weg zum alten Palast in seinem Rolls Royce (glaube ich), alle stehen, winken, so etwas wie Ehrfurcht liegt in der Luft. Leider versagt meine Kamera genau in der entscheidenden Sekunde, aber ja: Es war der Koenig, der sowieso ueberall hier rumhaengt. Wenigstens zu einem Bild mit meinem thailaendischen „Kumpel“ reicht’s. Er verabschiedet sich zum Bier trinken. Dann will er in eine Karaokebar. Aber erst nach dem dritten oder vierten Bier traut er sich ans Mikro. Vorher ist er zu schuechtern, sagt er. Morgen faehrt er drei Stunden hin und drei Stunden zurueck nach Pattaya, an den auch in Deutschland beruechtigten Strand (kennt Ihr das Lied „Samurai“ von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung? Hab ich seit 1990 nicht mehr gehoert, aber heisst es nicht dort sinngemaess „Am Strande von Pattaya, da schwellen mir die … Adern“). Europaeerinnen beobachten, wie er sagt. Oh je. Wie geht das alles eigentlich, unter der Woche? Alle offiziellen Stellen Thailands haben Urlaub, volle vier Tage, sagt er. Deshalb sei auch nicht so viel los in Bangkok. NICHT VIEL LOS????? Wie ist das erst pickepackevoll hier? Mehr geht doch gar nicht!

Um 17.35 Uhr nimmt mich die Khao San Road wieder in ihre Arme und unterhaelt mich mit Internet, Cafe, thailaendischem Essen und einem leckeren Bananen-Pfannekuchen bis in die Nacht. Dabei erfahre ich, dass jemand meine Homepage in meinem Gaestebuch als „krankeste Art von neurotischer Selbstbespiegelung“ bezeichnet. Mag sein, dass es das ist, wahrscheinlich sogar, mag sein, dass das „Respekt“ ein ironisches Kompliment sein soll. Aber seinen Namen haette er schon nennen koennen. Anonymitaet langweilt mich. Ich denk nicht weiter drueber nach und klick’s weg.

Bevor es auf die Khao San Road ging, liess ich mich noch von einem kleinen Maedchen ausnehmen, das ausnutzte, dass ich fatalerweise meine Haende nicht in meinen Hosentaschen versteckt hatte. Es legte mir Tauben-Futter-Mais in eine Hand. Ich nahm es nicht, aber der Mais fiel auf den Boden. Sie nahm die leere Packung und wollte die bezahlt haben. Leider nicht nur sie allein, sondern auch vier andere, die ploetzlich auftauchten. Schnell zueckte ich 20 Baht. Umgerechnet nur 40 Cent, aber verarscht bliebt verarscht.

Die Khao San Road ist so etwas wie die Goldmedaille fuer Traveller. Nur weiss ich nicht, ob ich froh sein soll, dass ich sie errungen habe. Die Reise tut gut, und das sage ich schon am vierten Tag. Dafuer habe ich in den USA vor einem Jahr fast zehn gebraucht. Ein war ein goldener Tag, weswegen ich Bangkok mit all seinen Facetten, Gesichtern, Seiten, sucht Euch ein Wort aus, nicht liebe. Oh nein, das nicht. Eigentlich finde ich es sogar ziemlich unsympathisch hier. Ich hab das Reisen wiederentdeckt. Der Weg ist das Ziel, hiess es am Nordkapp 2001. Die Reise ist der Reisende, so einen Spruch gibts doch auch, gell? Welten kennenlernen, Leute, Erfahrungen sammeln. Yeah, ich hab’s!“

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Erster Sieg am dritten Spieltag

Im Spätsommer 1994 berichtete ich für die Mülheimer Woche über das Landesligaspiel VfB Speldorf gegen SSVg Velbert (2:1). Die Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind weitgehend korrigiert, die Vorschau auf das nächste Spiel habe ich weggelassen, daher auch das Zeichen (…).

Sie können doch noch gewinnen: Am 3. Spieltag der neuen Landesligasaison konnte der VfB den ersten doppelten Punktgewinn einfahren. Die Truppe von Hans-Günter Bruns bezwang die SSVg Velbert mit 2:0 (1:0) Toren.

Trainer Bruns hatte von Beginn an auf die totale Offensive gesetzt, um möglichst schnell in Führung zu gehen. Diese Taktik ging auf, da Holger Vössing bereits nach 120 Sekunden ein Solo zum 1:0 abschloss. Wer nun dachte, das Velberter Tor würde zur Schießbude, der wurde eines anderen belehrt. Die Spielanteile waren ausgeglichen, beide Mannschaften kamen zu Chancen. Erst in der zweiten Hälfte waren die Grün-Weißen die bessere Mannschaft, doch wie schon in den beiden Spielen zuvor ließen sie eine Großchance nach der anderen aus – Frank-Dieter Baur traf Pfosten und Latte. Neuzugang Holger Maertin erlöste erst in der Nachspielzeit die 320 Fans mit dem Treffer zum 2:0.

Zufrieden zeigte sich Hans-Günter Bruns mit seiner Elf: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, mein Team hat gut gekämpft. Aber normalerweise müssen wir hier mit einem 4:1- oder 5:1-Sieg vom Platz gehen!“

(…)

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Ein Interview mit Jan Plewka II

Keinen Künstler habe ich so oft interviewt wie Jan Plewka, den Sänger von Selig. In der seliglosen Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen – und nach der Reunion auch. Für den Kulturteil der WAZ.

Zu diesem Interview, das ich wirklich sehr gelungen finde, geht es hier.

Die Trennung liegt zehn Jahre zurück. „Ohne dich”, „Wenn ich wollte”, „Sie hat geschrien” – die Rockband Selig hinterließ kleine Klassiker. Am 20. März erscheint das Comeback-Album „Und endlich unendlich”. Mit Selig-Sänger Jan Plewka sprach Andreas Ernst über das Innenleben einer Band.

Selig ist wieder da. Wieder die Reunion einer Band „von damals”. Braucht ihr Geld?

Jan Plewka: Ich würde das auch denken, ganz im Ernst. Ich dachte ja auch bei „The Police”: Die reunionieren jetzt, Sting braucht Geld. Aber wenn du die Platte hörst oder uns beim Konzert siehst, dann bestätigt sich, dass es nicht so ist. Die Leute freuen sich doch. Unsere Tour war ausverkauft, bevor wir überhaupt ein Plakat hängen hatten. Für uns ist gerade eine kuriose, selige Zeit.

Wann habt Ihr angefangen, Selig-Songs zu schreiben und zu planen?

Plewka: Vor zwei Jahren hätte ich noch gesagt, dass es Selig nie wieder geben wird. Dann saßen der Drummer Stoppel und ich in Stoppels Küche und er meinte: „Mit Selig, das ist zehn Jahre her. Wollen wir mal anrufen?” Und dann haben wir uns ein Herz genommen und alle angerufen. Alle waren sehr erstaunt über die Frage, ob man sich mal trifft. Zum Essen oder so. Und dann saßen wir im September 2007 außerhalb von Hamburg in einem Restaurant. Da waren wir zum ersten Mal seit zehn Jahren alle unter einem Dach.

Und dann habt ihr gesagt: Wir machen wieder Selig.

Plewka: Nein. Da war extrem viel Misstrauen. Wir hatten lange nicht miteinander geredet, hatten uns gedisst. Dann haben wir geredet und geredet. Haben bis Mai 2008 geredet. Am Telefon, in 2000 Mails.

Es gab wirklich keinen Kontakt in zehn Jahren?

Plewka: Obwohl Headhunter immer wieder unterwegs waren: nein. Die haben jeden einzelnen von uns angesprochen, ob wir wieder Selig machen wollen. Wir wussten, dass uns ein Plattenvertrag sicher war.

Wann kam die Musik dazu?

Plewka: Wir waren in Christians Studio in Berlin, alle mit den Instrumenten um den Bauch. Dann meinte Stoppel: Lass uns doch mal ein altes Riff spielen. Und dann haben wir ein altes Riff gespielt. Das war, als hätten wir einen Monat nicht geprobt – und nicht zehn Jahre. Das war ein supertolles Erlebnis. Man hat die anderen gesehen, den Sound gehört. Wir wussten auf einmal, warum die Menschen damals so durchgedreht sind. Seit dem Moment sind wir wieder Selig.

Alle haben in den zehn Jahren Soloprojekte verfolgt. Ergibt sich daraus ein neuer Sound?

Plewka: Wir haben uns musikalisch überhaupt nicht weiterentwickelt. Das hört sich komisch an, aber warum auch? Wir sind halt ’ne Rockband. Es ist Rockmusik, die Lieder sind simpel strukturiert, aber das ist das, was wir können. Es ist die positivste von allen unseren Platten geworden – in jedem zweiten Ton hört man den Frieden, die Freundschaft, den Respekt, die Vergebung voneinander.

Warum der Albumtitel „Und endlich unendlich”?

Plewka: Ein Kreis ist unendlich. Und wir sind endlich wieder ein Kreis. Endlich unendlich. Das ist ein Ausruf!

Gab es eine Sehnsucht nach großen Bühnen?

Plewka: Da krachen fünf Riesen-Egos aufeinander. Die können nicht in kleine Clubs.

Selig war eine Band für Teenies und Studenten. Sind die Fans älter geworden?

Plewka: Wir haben die Platte für kein Publikum gemacht. Wir haben nicht versucht, das neue „Ohne dich” zu schreiben. Wenn jetzt die Leute durchdrehen und man wieder einen Fanstatus erreicht, kann man diesmal besser damit umgehen. Gereifter. Damals war man sehr jung, da hat man nicht wirklich verstanden, was da los ist.

Gereifter. Was heißt das?

Plewka: Wir haben Regeln aufgestellt für uns, damit wir besser miteinander klarkommen. Dazu gehört, dass man Pause voneinander machen muss. Das Wochenende ist heilig, da ist man bei den Familien. Im Studio haben wir uns morgens um neun getroffen und sind abends um elf rausgegangen. Früher war das so, dass man bis in die Morgenstunden im Studio war. Außerdem hat jeder sein Nebenprojekt. Bei mir sind es die Rio-Shows, Stoppel spielt bei James Last. Jeder hat sein eigenes Reich, außerhalb von Selig. Das gab es damals nicht. Das war auch unser Fehler. Deshalb sind wir auch auseinander gegangen.

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Speldorfer Verschwörung

Für das Internetportal revierkick.de (später RevierSport, deshalb auch dort im Archiv zu finden) berichtete ich im Oktober 2006 über das Oberligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und der U23 des 1. FC Köln (0:1). Dem „Kicker“ lieferte ich das passende Spielschema – mit Bewertung der eingesetzten Spieler beider Mannschaften.

Zum revierkick.de-Text geht es hier.

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