12. März 2000 – Landesliga – Vatan Spor-BW Dingden 3.

Am 12. März 2000 weilte ich im Mülheimer Ruhrstadion, um über das Fußball-Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Blau-Weiß Dingden (3:0) zu berichten.

Hier geht es zum Text, den ich „Vatan-Fußballer hatten es eilig“ nannte und mit der Unterzeile „Vorentscheidung fiel bereits in den ersten 15 Minuten“ nannte:

Gleich zwei positive Nachrichten gibt es für die Fans des Fußball-Landesligisten Vatan Spor. Der 3:0 (2:0)-Erfolg über Blau-Weiß Dingden war nicht nur der erste dreifache Punktgewinn nach drei sieglosen Auftritten, sondern auch die Revanche für die Hinspielniederlage.

Selten verlebten 100 Zuschauer im Ruhrstadion und Vatan-Trainer Mohamed Ali Abdelhafid einen so geruhsamen Nachmittag. Entschieden war die Partie bereits nach einer Viertelstunde: Vatan legte los wie die Feuerwehr, erarbeitete sich Chancen wie am Fließband und kam durch Bekar Mumcu (11.) und Senol Öztürk (15.) zu einer frühen Führung. Weitere Möglichkeiten vergaben Ertan Örs (2) und Senol Öztürk.

Danach war das Spiel gelaufen. Zu offensivschwach präsentierten sich die Gäste, die nichts anderes als eine Kontertaktik beherrschen. Diese wurde allerdings gleich zu Beginn über den Haufen geworfen. Vatan schaltete zwei Gänge zurück, und so wurden die letzten 70 Minuten langweilig. Coach Abdelhafid war das egal: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben genau das umgesetzt, was wir im Training geübt haben. In den ersten 30 Minuten wollten wir genau so beginnen.“ Das Eckballverhältnis in dieser Phase lautete 8:1 für Vatan Spor.

Die Mülheimer versäumten es lediglich, ihr Torverhältnis aufzubessern. Hätten sie das Tempo gehalten, wäre das ohne weiteres möglich gewesen. So boten sich bis zum Spielende noch zwei Chancen: Umut Karakus scheiterte freistehend (76.), zwei Minuten später erhöhte Senol Öztürk mit seinem zehnten Saisontor auf 3:0. Von den Gästen gibt es wenig zu berichten: Der angeschlagene Vatan-Torwart Mustafa Atik musste lediglich zweimal retten, gegen Rolf Amendt (57.) und Dennis Ruff (67.). Für Farbe sorgte Blau-Weiß-Abwehrspieler Michael Köster, der nach einem wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah (79.). Für den Spielverlauf war das aber nicht mehr von entscheidender Bedeutung.

Ohnehin interessierten nach dem Seitenwechsel eher die Randgeschichten. Vatan verpflichtete Ali Uzun (Alfa SV Duisburg) als neuen Ersatztorwart. Außerdem feierte Bülent Günes nach einer langen Viruserkrankung sein Comeeback. „Ich habe ihm den Einsatz geschkt“, meinte Trainer Abdelhafid. Er hofft, dass seine Mannschaft eine Serie startet. Entscheidender Spieler wird dabei Ertan Örs sein, der für Vatan unersetzlich ist. Er war mit Abstand der beste Mann auf dem Platz.

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19. März 2000 – B-Jugend-Niederrheinliga – Union B1-VfB Homberg B1 3:1

Am Vormittag des 19. März 2000 berichtete ich über das B-Jugendspiel zwischen Union 09 Mülheim und dem VfB Homberg. Früüüüh aufstehen…

Hier geht es zum Text, den ich „Pflicht im Duell gegen schwache Homberger erfüllt“ und mit der Unterzeile „Gök schoss zwei Tore für Union 09“ nannte:

Drei wichtige Punkte im Kampf um den direkten Klassenerhalt in der B-Jugend-Niederrheinliga holten die Fußballer des TuS Union 09. Sie bezwangen den VfB Homberg mit 3:1 (2:1).

09-Trainer Maik Haferkamp war nach der Partie aber nicht anzusehen, dass seine Elf gewonnen hatte: „Wir haben grottenschlecht gespielt.“

Falsch lag Haferkamp nicht. Schließlich stand der Tabellenvorletzte VfB Homberg schon als Absteiger fest und ein Sieg war für Union Pflicht. Trotzdem führten die Gäste schnell mit 1:0. Uwe Dittmer traf per Kopf (5.). Die Mülheimer fanden vor 60 Zuschauern an der Südstraße gar nicht ins Spiel, versuchten es nur mit langen Pässen. Mit einem Doppelschlag drehten die „09er“ die Partie: Selcuk Gök (36.) und Sebastian Pick mit einem Schuss aus 10 Metern Entfernung in den Winkel (37.) trafen zum 2:1-Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel hatten die Gäste den Mülheimern nichts mehr entgegenzusetzen. Sie versäumten es aber, für eine Entscheidung zu sorgen. Als dann Thomas Libera nach einer Rangelei „Rot“ sah (64.), bangten die Gastgeber sogar wieder um den Sieg. Doch Selcuk Gök beruhigte die Gemüter mit einem Rechtsschuss zum 3:1 (64.). Selcuk kommt aus der B2 und bestritt erst sein zweites Spiel. „Seine Leistung war das einzig Positive“, freute sich Haferkamp am Ende doch noch ein wenig.

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26. März 2000 – Landesliga – Vatan Spor-Duisburg 08 0:0

Am Sonntag, 25. März 2000, weilte ich im Mülheimer Ruhrstadion, um über das Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Duisburg 08 zu berichten. Ein Tor fiel nicht, aber spannend war’s trotzdem.

Hier geht es zum Text, den ich „Abdelhafid entschuldigte sich bei den Zuschauern“ nannte und mit der Unterzeile „0:0 trotz schlechter Leistung“ versah:

Was war gestern mit den Landesliga-Fußballern von Vatan Spor los? Im Duell gegen Duisburg 08 erreichten sie zwar ein 0:0, aber sie boten die schlechteste Saisonleistung.

Vatan-Trainer Mohamed Ali Abdelhafid wollte kurz nach dem Schlusspfiff gar nichts mehr sagen. Kein Kommentar rutschte ihm zunächst über die Lippen. Als er auf den Rängen die 150 Zuschauer erblickte, meinte er nur noch: „Ich muss mich bei allen Zuschauern entschuldigen, die dieses Spiel gesehen haben.“

Auch die Zahlen sprechen gegen das Mülheimer Team, das in der Hinrunde so überzeugt hatte. Das Eckballverhältnis betrug 8:1 für die Gäste, in der Torchancen-Statistik lag der Tabellenelfte ebenfalls mit 9:2 weit vorn. Verständlich, dass nicht nur Vatan-Trainer Abdelhafid den Kopf schüttelte, sondern auch 08-Kollege Jörg Kessen. Seine Mannschaft machte fast alles richtig. Die „08er“ schossen aus allen Lagen auf das Vatan-Tor, aber der Ball kullerte einfach nicht über die Linie. Vor allem nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste dicke Möglichkeiten im Minutentakt. Murat Cebeci (47./80.) und Serkan Alicilar (59./82.) scheiterten freistehend, Cedric Fricke hob den Ball über Vatan-Torwart Mustafa Atik, aber auch über das Tor (55.). Sieben Minuten später traf Cedric Fricke den Pfosten. Selbst bei einer 0:6-Niederlage hätte sich die Vatan-Mannschaft nicht beschweren dürfen.

An diesem verkorksten Sonntagmittag halfen nicht einmal die psychologischen Tricks von Trainer Abdelhafid. Bereits in der 28. Minute bat er alle Ersatzspieler zum Warmlaufen, in der Halbzeit wechselte er den indisponierten Kapitän Hidir Kaya aus. Doch der Vatan-Elf versprang jeder Ball, die Fehlpassquote war unglaublich hoch und auch die Abwehr patzte ein ums andere Mal. Die einzige Chance hatte der für Kaya eingewechselte Sinan Nezir in der 85. Minute. Sein Schüsschen wurde aber auch nur gefährlich, weil es von einem Duisburger abgefälscht wurde. Das war typisch an diesem für Vatan rabenschwarzen Tag.

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2. April 2000 – Bezirksliga – Dümpten 13-Gelb-Weiß Hamborn 2:6

Am 2. April 2000 weilte ich für die WAZ/NRZ Mülheim auf der Platzanlage am Schildberg in Mülheim-Dümpten, um mir das Bezirksligaspiel zwischen Dümpten 13 und Gelb-Weiß Hamborn anzuschauen (2:6). Mein Highlight: Der Trainer muss mangels Platzwart ein Tornetz flicken und verpasst dadurch zwei Gegentore. Haha!

Hier geht es zum Text, den ich „Mutloser Auftritt führte zu 2:6-Niederlage“ nannte und mit der Unterzeile „Dümpten 13 hat sich im Abstiegskampf aufgegeben“ versah:

80 Zuschauer am Schildberg konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Es war Galgenhumor, denn der Niedergang des Fußball-Bezirksligisten Dümpten 13 ist ein Stich in jedes Dümptener Fußballherz. Gestern unterlagen die „13er“ dem Mitkonkurrenten Gelb-Weiß Hamborn mit 2:6 (1:3).

Mutlos, herzlos, ohne Begeisterung und ohne Engagement schlichen die Dümptener über den Platz. Selbst die wieder einmal reaktivierten Alten Herren können der Mülheimer Mannschaft nicht mehr weiterhelfen. Acht der 14 Dümptener sind über 30 Jahre, fünf gar über 35 Jahre alt. Ein regelmäßiges Training findet nicht statt. „Wenn einmal zehn Spieler kommen, bin ich glücklich“, berichtet Trainer Friedhelm Kuhles.

Er ist um seinen Job nicht zu beneiden. In der ersten Hälfte war er Coach, Platzwart und Sanitäter in einem. Beim 1:1-Ausgleich kullerte das Leder durch ein Loch im Tornetz – Kuhles musste es flicken und verpasste deshalb zwei Gegentreffer. Als sich Jens Schulz verletzte, behandelte ihn der Trainer in der Kabine.

Die gestrige Bezirksliga-Partie zweier Abstiegskandidaten erinnerte sehr an ein „Tipp-Kick“-Spiel. Es fielen zwar acht Tore, aber die spielerische und läuferische Leistung beider Mannschaften war katastrophal. Der Ball wurde nur hoch in die gegnerische Hälfte gedroschen. Weil den Dümptenern am Ende die Puste ausging, hätte Gelb-Weiß Hamborn spielend zweistellig gewinnen können. Die Tore für die Gäste erzielten Dieter Geisen (18./58.), Adem Üzün (21.), Lars Lenser (28.), Andreas Schneider (73.) und Jörg Wrobel (81.). Die Ehrentreffer schossen Adrian Malura (20.) und Thomas Kempe (72.).

Die Dümptener machen sich keine Hoffnungen mehr. Selbst die theoretischen Chancen auf den Klassenerhalt werden immer geringer.

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24. April 2000 – Landesliga – Olympia Bocholt-Vatan Spor 4:2

Am Ostermontag 2000 setzte ich mich in meinen weißen VW Golf und wagte eine kleine Reise an die deutsch-niederländische Grenze. In einem Landesliga-Nachholspiel trat Vatan Spor bei Olympia Bocholt an. An dieses Spiel erinnere ich mich sehr, sehr, sehr gut. Nicht, weil es spannend war und am Ende 4:2 für Bocholt endete. Es waren – mal wieder – die Begleitumstände, die dieses Spiel unvergesslich machen. Türkische Musik hier, Applaus von allen dort, dann ein strittiger Spielverlauf mit Rote Karten, zum Schluss Beschimpfungen von der einen, Drohungen von der anderen Seite, beinahe Gewalt, doch lest selbst…

Hier geht es zum Text, den ich „Vatan-Fans sorgten für Misstöne“ nannte und mit der Unterzeile „Palaver nach 2:4 in Bocholt“ nannte:

Spannend und interessant war das Fußball-Landesliga-Nachholspiel zwischen Olympia Bocholt und Vatan Spor. Am Ende gewannen die Gastgeber mit 4:2 (1:1). In Erinnerung bleiben aufgebrachte Vatan-Fans, die nur mit Mühe davon abgehalten werden konnten, aufs Feld zu laufen und damit erneut für Misstöne sorgten.

Es entstand der Eindruck, als hätten ein paar Anhänger der Mülheimer aus den schlimmen Vorkommnissen bei der Partie in Homberg nichts gelernt. Bis zum Spielstand von 2:1 für Vatan (55.) lief alles in geordneten Bahnen, doch innerhalb einer halben Stunde änderte sich ie Stimmung. Sie drohte beim Stand von 3:2 für Bocholt zu eskalieren. Der eingewechselte Hakan Ülger flog wegen eines Fouls vom Platz (85.) und Vatan-Kapitän Hidir Kaya anschließend wegen unflätiger Schieds- und Linienrichter-Beleidigung.

Einige der 100 Mülheimer Fans unter den 400 Zuschauern am Bocholter Hünting versammelten sich am Spielfeldrand. Nach dem Abpfiff – inzwischen hieß es 4:2 für Bocholt – versuchtn ein paar Zuschauer, auf den Platz zu elangen. Nur mit großer Anstrenung schafften es Bocholter Ordner und Vatan-Vorstandsmitglieder, dies zu verhindern. Beim Verlassen des Rasens musste sich Schiedsrichter Hannemann Beschimpfungen anhören. So endeten das Spiel und die musikalischen Auftakt-Aktionen der Vatan-Fans mit Misstönen. Sogar Bocholter Anhänger spendeten zuvor Beifall für die Musik eines Trommlers und eines Flötisten, die mit harmonischen Tönen für ein vom 2. Vatan-Vorsitzenden Ekrem Yapici initiiertes Konzert gegen Gewalt warben. Es soll am 13. Mai stattfinden.

Die 2:4-Niederlage hatten sich die Gäste selbst zuzuschreiben. Durch ein Kopfballtor von Ufuk Karadag führte Vatan mit 1:0 (23.), kurze Zeit später glich Necati Demir (28./Foulelfmeter aus. Nach dem Seitenwechsel waren die Mülheimer haushoch überlegen. Cevdet Calis gelang mit einem Traumtor das 2:1 (55.). Dann unterliefen dem ansonsten zuverlässigen Torwart Mustafa Atik zwei Fehler. Necati Demir nutzte den ersten zum 2:2 (60.). Zwei Minuten später lenkte Atik den Ball nach einer Flanke von Stefan Jansen ins eigene Netz. Die Mülheimer warfen nun alles nach vorn. Cevdet Calis traf den Pfosten (88.). In der Nachspielzeit erzielte Stefan Jansen den 4:2-Endstand.

Vom Aufstieg redet niemand mehr. Der Ehrenvorsitzende Turan Isleyen rief oft: „Fair und ruhig bleiben!“ Das begriffen nicht alle Vatan-Anhänger.

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