28. Oktober 2000 – Verbandsliga – Turu Düsseldorf-Union 09 Mülheim 5:2

Am Samstag, 28. Oktober 2000, fuhr ich nach Düsseldorf und berichtete über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Turu und Union 09 Mülheim. Turu gewann mit 5:2.

Hier geht es zum Text, den ich „,09er‘ waren bei der Düsseldorfer Jubiläumsfeier freundliche Gäste“ nannte und mit der Unterzeile „Serie gerissen – Union-Team vernachlässigte nach der Pause die Zuordnung“ versah:

Seinen 120. Geburtstag feierte am Samstag Fußball-Verbandsligist Turu Düsseldorf. Zur Party hatten sich die Düsseldorfer freundliche Gäste eingeladen: Union 09 überließ Turu bei der 2:5 (1:1)-Niederlage drei Punkte.

Sieben Mal hatten die Mülheimer nicht verloren, reisten mieiner breiten Brust zur Feuerbachstraße, und fuhren mit leeren Händen heim. Mit betretenen Mienen schlichen die Spieler vom Feld und die Fans von den Rängen. Trainer Jörg Sterneberg hatte einen dicken Hals. Alle wussten: So deutlich sich das Ergebnis anhört – die Niederlage vor 500 Zuschauern war unnötig.

Denn in der ersten Halbzeit begannen die „09er“, wie in den letzten Wochen, frech, offensiv und sogar stark in der Abwehr. Libero Ralf Zils und die Verteidiger Marcello Latone und Abdul Haimami ließen zunächst nur zwei Bälle durch. Roald Kahl scheiterte an Thomas Verwaayen (9.), René Gottwald am Pfosten (31.). Die besseren Möglichkeiten besaß Union, durch Michael Klauß (3./20.) und Stefan Hohensee (23.). Die 1:0-Führung des Aufsteigers war verdient. Michael Klauß traf per Drehschuss (29.). Der Spielverlauf war optimal. Kurz vor der Pause bekamen die „09er“ einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte zugesprochen. „Bleib hinten, Ralf“, rief Sterneberg Libero Zils zu. Doch der hielt sich nicht an die Abmachung und rannte nach vorn. Der Ball wurde abgewehrt, den Konter schloss Roald Kahl zum 1:1 ab. Sofort danach war Halbzeit.

Das war die Schlüsselszene. Obwohl Union durch Marco Ferreira (47.) noch eine gute Chance hatte, drehte Turu auf. In der 55. Minute stand wieder Ralf Zils im Blickpunkt. An der Außenlinie vertändelte er den Ball. Roald Kahl flankte auf Ganija Petrovic – 2:1 für Turu. Nun ging die Ordnung in der 09-Abwehr verloren, es herrschte Chaos. Roald Kahl (62./69.) und René Gottwald (80.) erhöhten auf 5:1. Der Frieden in der 09-Familie war nun gestört. Es meckerte jeder. Die Stürmer bemängelten die Abwehrarbeit, die Verteidiger die Defensivleistung der Angreifer – und Trainer Sterneberg bekam mehrfach zu hören: „Bleib doch mal ruhig da draußen.“ Über das 2:5 durch Michael Klauß (89.) freute sich niemand mehr.

„Es war mehr drin“, meinte der maßlos enttäuschte Jörg Sterneberg nach dem Abpfiff. „Wir werden die Fehler analysieren. Nächste Woche nehme ich ganz bestimmt Änderungen vor.“ Über das Meckern der Spieler sieht der Coach hinweg: „Das war doch die eigene Enttäuschung. Ich war als Spieler auch so.“ Wenigstens am Sonntag vergaß der Coach für ein paar Stunden das schlechte Spiel: Er wurde 50 Jahre alt.

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22. Oktober 2000 – Landesliga – Alfa SV Duisburg-Vatan Spor 1:4

Zugegeben, oft werde ich nicht gefragt, wo ich denn war, als Christoph Daums positiver Kokain-Test bekannt wurde. Aber wenn, ja wenn, dann antworte ich, dass ich mir in Duisburg das Fußball-Landesligaspiel zwischen dem Alfa SV und Vatan Spor Mülheim anschaute. Vatan gewann dieses Kartenfestival mit 4:1.

Hier geht es zum Text, den ich „Vatan entschied das türkische Derby für sich“ nannte und mit der Unterzeile „4:1-Erfolg – Vier Platzverweise in Duisburg“ versah:

Die Spieler bildeten eine riesige Jubeltraube, der Vorstand klatschte sich ab. Keine Frage: Der 4:1 (0:1)-Sieg im türkischen Derby der Fußball-Landesliga beim Alfa SV Duisburg tat Vatan Spor ganz besonders gut.

Ein Grund, euphorisch zu werden, ist dieser dreifache Punktgewinn aber nicht. Schließlich bleibt nicht nur das Ergebnis im Gedächtnis hängen. Schiedsrichter Uwe Peuser (Moers) zückte 13 Gelbe Karten und verwies vier Spieler des Feldes (zweimal „Gelb-Rot“, zweimal „Rot“).

Doch der Reihe nach: Zunächst enttäuschte der Blick auf die Zuschauer-Ränge. Von der Vorverlegung auf Samstag hatten sich die Duisburger 1000 Zuschauer versprochen – gerade einmal 500 kamen. Und für Lärm sorgte nur die neben dem Platz gelegene Autobahn 42.

Die brummenden Motoren sorgten dafür, dass auf den Rängen gar keine Emotionen entstanden. Auf dem Feld bestimmte nur eine Mannschaft das Tempo: der Alfa SV. Wie Angsthasen schlichen die Vatan-Spieler über den Rasen, Trainer Pascal Notthoff verzweifelte. Torchancen hatten nur die Duisburger. So war das 1:0 verdient – und die Fans bekamen eine fußballtypische „Ausgerechnet der…“-Geschichte präsentiert: Nizamettin Akyüz schoss das 1:0 (29.). Erst  Freitag hatten die Duisburger den Ex-Vatan-Kicker überredet, bei Alfa weiter zu spielen.

Doch die Partie kippte. „Ich habe die Mannschaft in der Pause gefaltet“, sagte Notthoff und schmunzelte. Denn die Vatan-Leistung drehte sich um 180 Grad. Kurz vor dem Wechsel hatte der beste Duisburger – Ercan Kiraz – „Gelb-Rot“ gesehen. Nach der Pause köpfte Erdal Özcan den wichtigen 1:1-Ausgleich (48.). Das Spiel begann von vorn, bis zur 74. Minute passierte aber nicht viel. Da fasste sich Yücel Akdan ein Herz und hämmerte den Ball zum 2:1 ins Netz. Nun wurde es hektisch. Die Duisburger verstrickten sich in Meckereien, Fouls und Einzelaktionen: Adem Gümüz (84., „Rot“) und Nizamettin Akyüz (93., „Gelb-Rot“) flogen ebenso vom Platz wie Vatans Slobo Sekicki (88., „Rot“). Durch Konter in der Nachspielzeit erhöhten Yücel Akdan und Gökmen Tuncer noch auf 4:1.

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6. Februar 2000 – Testspiel – MSV 07-Dümpten 13 1:1

Am 6. Februar 2000 berichtete ich über das Fußball-Testspiel zwischen dem MSV 07 und Dümpten 13.

Hier geht es zum Text, den ich „Ercan Balli schoss in allerletzter Sekunde den 1:1-Ausgleich“ nannte und mit der Unterzeile „Bezirksligist Dümpten 13 reaktivierte sechs Altherren-Spieler“ versah:

In letzter Sekunde schoss Ercan Balli im Fußball-Testspiel beim MSV 07 (Kreisliga A) den 1:1 (0:1)-Ausgleich für den am Tabellenende stehenden Bezirksligisten Dümpten 13.

Die Jubelstürme blieben aus, aber bei den „13ern“ war die Freude über diesen Treffer war nicht zu übersehen. Die Partie vor 50 Zuschauern am Waldschlösschen war die erste für Trainer Friedhelm Kuhles und der Beginn der nahezu unmöglichen „Mission Klassenerhalt“. Im gestrigen Testkick präsentierten die „13er“ erstmals die Mannschaft, die das Wunder schaffen soll.

Reaktiviert wurden Torwart Michael Wermann, Libero Thomas Kempe, Abwehrspieler Dirk Hofmann, die Mittelfeldspieler Uwe Prohl und Peter Scholtysik sowie der momentan noch verletzte Stürmer Uwe Kersten. „Ein Lob geht an die jungen Spieler“, sagte Trainer Kuhles und fügte hinzu: „Wir haben mit ihnen gesprochen und sie werden ein wenig zurückstecken.“

Den „Oldies“ fehlt noch die Luft. Deshalb waren die Dümptener nur in der ersten Halbzeit stärker. Trotzdem führte der MSV: Tim Peters war der Torschütze (16.). Für den Bezirksligisten verschoss Stefan Siemes einen Handelfmeter (34.) und Sascha Odzic traf die Latte (41.). Nach dem Wechsel vergaben die „07er“ einige Chancen zur 2:0-Führung. Am Schluss rächte sich das.

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13. Februar 2000 – Landesliga – Union Mülheim-Vatan Spor Mülheim 2:1

Am 13. Februar 2000 berichtete ich mit Kollege Sahm über das Landesliga-Lokalderby zwischen Union Mülheim und Vatan Spor Mülheim. Kollege Sahm schrieb den Spielbericht, ich verfasste den Zweittext und kümmerte mich um die Zahlen.

Hier geht es zum Text, den ich „Comeback ohne Happy End“ nannte und mit der Unterzeile „Yener Kahveci war beim Derby eigentlich Zuschauer“ versah:

Die 57. Minute im Fußball-Lokalderby läuft, plötzlich stößt Vatan-Torschütze Ertan Örs mit seinem Torwart Mustafa Atik zusammen. Der Keeper bleibt liegen. Eine Schrecksekunde für die Mannschaft – und für Yener Kahveci.

Der Nachmittag nahm für den Taxi-Unternehmer einen nicht geplanten Verlauf. Seine Karriere beendete er im Sommer, sein Spielerpass lag nur für den Notfall in der Akte. Dann folgte die Verletzung von Mustafa Atik, der eine Knöchelprellung erlitt. Ein Reservetorwart war nicht greifbar, die fragenden Blicke der Vatan-Bank wanderten durch die Ränge.

Dort wurde Kahveci entdeckt. „Yener, geh ins Tor“ – viele Zurufe hallten dem sympathischen Schnauzbartträger entgegen. Ruck, zuck eilte Kahveci in die Umkleidekabine, lieh sich Torwarthose und Torwarttrikot von Mustafa Atik, dazu noch ein Paar Fußballschuhe und innerhalb von fünf Minuten tauchte er wieder auf. Vatan-Trainer Mohamed Ali Abdelhafid sah das ganz nüchtern: „Er hat immer gesagt, dass er aushilft, wenn wir ihn brauchen. Zum Glück war er da. Ansonsten hätte ich ins Tor gehen müssen.“

Ein Happy End hatte diese Geschichte nicht: In seiner ersten Aktion musste Kahveci den Ball aus dem Netz fischen. Das 2:1 für Union war gefallen.

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29. Februar 2000 – Kreispokal – 1. FC Mülheim-Union Mülheim 0:5

Am 29. Februar 2000 verzichtete ich auf einen schönen Abend vor der Glotze und fuhr nach Mülheim-Styrum zur Moritzstraße. Es ging um das Kreispokalspiel zwischen dem 1. FC Mülheim und Union Mülheim. Favorit Union siegte haushoch.

Hier geht es zum Text, den ich „Landesligist Union erfüllte Pokal-Pflicht“ nannte und mit der Unterzeile „5:0-Triumph über die Löwen“ versah:

Einen Pflichtsieg feierten die Landesliga-Fußballer des TuS Union 09 in der vierten Kreispokal-Runde beim Bezirksligisten 1. FC Mülheim. Die „09er“ setzten sich mit 5:0 (3:0) durch.

Trotz des ungemütlichen Wetters fanden sich 50 Zuschauer an der Moritzstraße ein, die auf einen Europapokal-Abend vor dem TV-Gerät verzichteten. Vor em Spiel wunderten sich die Besucher über zwei neue Gesichter in jeder Mannschaft. Bei Gastgeber FC standen die Jugendakteure Felix Pott und Simon Piria und bei Union die Talente Deniz Özkara und Moritz Schröer in der Anfangsformation. Im Laufe der Partie wechselten die Löwen noch den dritten A-Jugendlichen Marcel Ruhs ein.

Die Styrumer hatten sich gar nichts ausgerechnet. Sie wollten nur den Schaden begrenzen. Deshalb wurde die Pokalbegegnung für den Landesligazweiten Union nur zu einer besseren Trainingseinheit. „Ich bin froh, dass die Partie ernst genommen wurde“, resümierte 09-Trainer Jörg Sterneberg. Seine Mannschaft ging bereits in der 16. Minute durch ein Tor von Michael Klauß in Führung. Im Laufe der ersten Hälfte erhöhten Joachim Bohra nach einem herrlichen Pass von Björn Rohpeter (30.) und Libero Sebastian Szewczuk (33.) auf 3:0.

Auch nach dem Seitenwechsel spielten nur die Gäste. FC-Torwart Andreas Wolff musste noch zweimal hinter sich greifen. Michael Klauß schoss mit dem Außenrist das 4:0 (49.). Für den fünften Treffer war der Ex-Löwe Dirk Stangenberg verantwortlich, der sich ein Herz fasste und aus 22 Metern Entfernung genau in den Winkel traf. Dies war das schönste Tor des Tages. Weitere Möglichkeiten für die „09er“ vergaben Joachim Bohra (53./63.) und Michael Klauß (56.).

Am Ende blieb es beim 5:0 für den Favoriten. Die positivste Erkenntnis für die Trainer Dirk Schmidt (FC) und Jörg Sterneberg (09) war, dass die Jugendlichen gut spielten. Beide zeigten sich sehr zufrieden mit den Leistungen der Talente. Vor allem für Schmidt ist das wichtig, damit er sich nicht – wie gestern – bei Personalnot selbst einwechseln muss.

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