15. August 2005 – VfL-Cottbus 2:2 – „Willkommen, Fußballseelen-Verarschung“

Ich betitelte die (Blog-)Saison 2005/2006 etwas vorlaut mit dem Countdown „Noch xx Spiele bis zur Bundesliga“ (in diesem Beitrag: 32). Zurecht, wie sich zeigen sollte. Das erste Heimspiel der Saison war, ein Jahr nach Edus Desaster gegen Lüttich, allerdings sehr, sehr schwer. Cottbus, 2:2, ein nur zur Hälfte gefülltes Stadion, broken dreams.

Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich „Willkommen, Fußballseelen-Verarschung!“ nannte und mit der Unterzeile „Ruuuuummms -. rein ins augenverletzende Zweitliga-Vergnügen“ versah:

Ein Blick ins Tagebuch der letzten Saison. Huch, ist das schon wieder so lange her? Drei Monate? Drei Monate ohne Fuuuuuuußball? Das letzte Heimspiel im unsäglichen Abstiegsjahr. 2:0 gegen Stuttgart, abermals eine kaum verständliche Leistung, zu der mir bis heute nichts eingefallen ist. Und nun? JA! Wieder Fußball! Saison! VfL! Ruhrstadion!!! Wochenlang habe ich geflucht, hatte (wirklich!) absolut keine Lust auf diese eine Saison, weil sie so dumm, so überflüssig, so falsch, so scheiße unattraktiv ist. Burghausen, Freiburg, Rostock, Aue – es geht wirklich in alle Ecken der Republik. Du fährst da als Top-Favorit hin – und gewinnst dann nicht einmal. Ich könnte immer noch jeden einzelnen Spieler des Vorjahres-Kaders erwürgen. Lust auf die neue Saison hatte ich eigentlich keine.

Bis ich dann den Rausch des großen, weiten Vietnams spürte. Der VfL 15 Flugstunden entfernt, ein Internet-Live-Ticker aus Hanoi, der ein 4:0 in Saarbrücken auf den Bildschirm und mir sehr, sehr gute Laune aufs Gesicht zauberte, ja, doch, irgendwie vermisse ich ihn schon, diesen kleinen Nervenkitzel vor jedem Heimspiel, dieses schiefe Singen komischer Fan- und kultiger Stadionlieder. Und Herberts „Bochum“ hat nun einmal im Discman auf der Fahrt durch die Ha-Long-Bucht (so sensationell sie auch sein mag) nicht die gleiche Wirkung wie fünf Minuten vor Spielbeginn im Ruhrstadion. Komm! Auf geht’s Andi! Auf geht’s VfL! Auf geht’s Jungs! AUFSTIEG UNSER ZIEL! Nur ein Jahr, dann sind wir wieder da! Das wird ein Start-Ziel-Aufstieg!

Optimistisch sein! Unsere Mannschaft ist gut. Toll. Die beste in Liga zwei. Jaaa! Die BESTE in Liga zwei! Glaub dran! Eduuuuuuuuuuu!!! Ja, doch, das mit der Selbstmotivation klappt doch schon mal ganz gut. Und dann erblicke ich im Briefkasten das Stadionheft. Auf der Titelseite die Landkarte der 2. Bundesliga. Eine sehr unglückliche Idee. Die Realität auf buntes Papier gedruckt. Die schmerzhafte Realität, obwohl wir alle doch eigentlich von höherem träumen, in jeder Minute. Es vernagelt meine Laune, aber nur für kurze Zeit.

Mein Kumpel Helmut, der mein Asien-Tagebuch Tag für Tag aktualisierte, ist schon eine Sau. In der letzten Saison, in der Bundesliga, schaute er sich ein einziges VfL-Spiel an, das allererste, während ich seinen MSV in der MSV-Arena häufiger zweitklassig spielen sah. Kaum ist er in der ersten und ich eine Etage drunter, kommt er sofort wieder mit, um Zweitliga-Weisheiten und kleine Frotzeleien loszulassen. Na egal, wird schon ein lustiger Abend. Fußbaaaaaall!! Wenn’s in Vietnam eins nicht gibt, dann das! Aufzeichnungen von irgendwelchen Premier-League-Spielen aus den 90er Jahren bin ich sowas von satt, und die Qualität der vietnamesischen Mannschaften ist… ist… ist… ist… oh je! „Asians… very weak“, hat ein Guide auf einem Zwei-Tages-Ausflug zusammenfassend gesagt. Der Abend beginnt im VfL-Ticketservice-Center. Eine Karte für das nächste Auswärtsspiel in Ahlen (Hurra, ich werde das Wersestadion kennenlernen!) möchte ich käuflich erwerben, und auf meine Frage „Was habt Ihr denn noch so?“ antwortet der Typ am Schalter: „Nur noch eine einzige!“ Das ist mein erster Torjubel des Tages und für 7,50 Euro bin ich in anderthalb Wochen nun live dabei. Ey Ahlen… Zweite Liga… Hilfe… Schnell noch mal das Stadionheft rausgeholt, das bedruckte Folterinstrument, und auf die Landkarte geschaut. Ahlen – das „nächste“ Auswärtsspiel. Ansonsten ist nichts unter anderthalb Stunden Zugfahrt. Scheiße. Zweite Liga. „Hoffentlich hast Du all Dein Glück nicht schon jetzt aufgebraucht“, frotzelt Helmut, der – genau wie ich – in Internet-Wettbörsen viel Geld auf den VfL gesetzt hat.

Das Bermuda-Dreieck habe ich echt vermisst. Nicht nur in den letzten vier Wochen, nicht nur, weil ich Anfang Juli „Bochum Total“ in diesem Jahr sausen lassen musste, nee, war hier schon länger nicht mehr unterwegs. Durch einen dicken, fetten, vietnamregenzeitmäßigen Schauer sprinten Helmut und ich erst zur Bochumer Sparkasse, dann zurück ins Dreieck, ordern eins dieser sensationellen Baguettes – und zurück in die Straßenbahn (Entfernung zum Ruhrstadion: drei Haltestellen, fünf Minuten). „Schon zurück aus Vogelgrippencountry?“, hat Gerd vor ein paar Stunden per sms gefragt – und JAWOLL! BIN ICH! Zweite Bundesliga. Schweineliga. Ich muss mich dran gewöhnen, werd mich aber wohl nie dran gewöhnen. Was im letzten Jahr passierte, ist einfach noch zu präsent, vor Augen Edus Fehler gegen Lüttich. Jawoll, Eduuuuuuu! Erst der große Depp, in meinem Gästebuch schrieb Gerd noch etwas vom „nachgemachten Brasilianer“ und heute kann keiner genug von Edu bekommen. Alle VfL-Sponsoren werben mit Edus Schädel und sein Trikot steht auf der Hitliste wohl mit großem Vorsprung auf Platz eins. Vor mir in der Schlange am Eingang stehen fünfzehn Leute, davon vier mit der „22“ und dem „Edu“-Schriftzug auf dem Rücken. Scheint wohl zu stimmen.

Die Luft… Riecht es! Spürt es! Ruhrstadion!! Bochum, ich komm aus Dir! Bochum, ich häng an Dir! Machst mit nem Doppelpass! Jeeeeeeeeden Gegner nass!! Jedes Auftaktspiel nach einer langen, langen Sommerpause, in der ich diesmal nicht einmal an der Vorbereitung teilnahm, ist ein Lottogewinn, ein Geschenk, ein großes Glück. Irgendwann könnte der VfL Kreisliga spielen, und jedes Auftaktspiel wäre immer noch ein absolut ver- und beim Anpfiff entkrampfendes Erlebnis. Noch groß gemeckert, wochenlang, dass mich die Zweite Liga gar nicht vom Hocker hauen würde, tja, und jetzt zittere ich eben doch. Ist ganz schön voll für ein Zweitliga-Spiel, knapp 20.000 werden’s am Ende, für ein Montags-Spiel sehr ordentlich. Jaja, der Montag. „Und schon wieder montags live im DSF“, ein beliebter Sprechchor bei Fans der schon geretteten gegnerischen Bundesliga-Mannschaften kurz vor Saisonende gegen abstiegsbedrohte Teams. Hab ich oft gehört im Vorjahr. Für mich als Sonntags-Arbeiter nun einmal gar nicht so dumm, aber eben ein Diktat des Fernsehens. Ach, lassen wir das. Keine Fan-Theorie am ersten Spieltag. „Weeeen lieben wiiiiir??“ „V-F-L!“ „Weeeen lieben wiiiiir??“ „V-F-L!“ „Weeeen lieben wiiiiir??“ „V-F-L!“ „Weeeen lieben wiiiiir??“ „V-F-L!“ Es ist so herrlich, auf den grau-in-grau-Stufen zu stehen, sich umzublicken und nacheinander all die Leute zu begrüßen, die Du jedes Mal siehst. Gerd! Guten Moooorgen! Sam und Nicole! Haaaallloooo! Anfang des nächsten Jahres geht Sam für ein paar Monate beruflich nach Sao Paulo! Vielleicht bekommt er ja noch vom VfL einen Talentscout-Auftrag. Keine Ahnung, wer von uns immer nach Brasilien fährt. Sowohl Edu als auch China wurden als Abwehrspieler „gecastet“ und sind alles, nur keine Verteidiger. Unfassbar. „Tief im Westeeen, wo die Sonne verstaaaaauuuubt“, kommt guuuuut, geht unter die Haut, kurz vergessen, dass es nur die 2. Bundesliga und damit so etwas wie Fußballseelen-Verarschung ist. Du erlebst jedes Spiel wie auf Droge. Es beginnt wieder die Zeit, in der wir alle uns vor dem Anpfiff einreden müssen, „es ist nur ein Jahr, dann spielen wir wieder gegen Bayern, es ist nur ein Jahr, dann haben wir wieder Derbys gegen den BVB und Schalke“ undsoweiter. Mit der Bundesliga-Brille Zweitligaspiele sehen.

Mist, gegen wen spielen wir eigentlich? Scheiße, das habe ich ganz vergessen. Noch einmal – äääähhh – aufs augenverletzende Stadionheft geblickt. Ach ja, Cottbus. Noch so eine biedere, völlig unattraktive Zweitligamannschaft, gegen die du aus zwei Spielen wahrscheinlich auch nur einen Punkt holst. Drei haben wir schon aus dem Saarbrücken-Spiel – hmm… und wenn wir aufsteigen wollen, brauchen wir noch 60. Naja, wo liegt das Problem, unsere Mannschaft ist doch stark genug. Es ist komisch, die Aufstellung ist mir relativ egal – für den langzeitverletzten Colding rückt China nach rechts hinten, Imhof wechselt die Mittelfeldseite (rechts nach links) und Wosz spielt im linken Mittelfeld. Der Gegner sowieso, ich kenne nur den saukomischen Torwart Piplica und Kioyo, der im letzten Jahr bei Essen kläglichst versagt hat. Egal, ich bin easy und entspannt. Das wird schon.

Kioyo, 9. Minute, 0:1. Spiel kaum angefangen, direkt konfus, direkt Gegentor. Oh scheiße. Ach egal. Gerd wirbelt mit den Armen, als wäre er ein Priester in Texas, auch Sam flucht schon, was der Wortschatz hergibt. „Meine Güte, seid Ihr alle cholerisch!“, sage ich nur. „Das ist ZWEITE LIGA! Unsere Jungs machen das schon!“ „Möchte mal wissen, was in den Keksen war, die Du heute Morgen gegessen hast!“, sagt Gerd. Das Spiel beginnt relativ träge. Zeit für einen Blick rundherum im Stadion. Sam hat sein Vriesde-Trikot gegen eins mit einem (natürlich!) Edu-Schriftzug eingetauscht. Und er hat jetzt Premiere, wie er sagt. Das 4:0 in Saarbrücken konnte er genüsslich zu Hause verfolgen. Gerd kann keine Geschichten erzählen, und die Anzeigetafel zeigt fortwährend „0:1“ an. Unsere Jungs mühen sich, das Engagement ist wirklich nicht abzusprechen. Doch eins fällt mir jetzt auf wie in keinem Zweitliga-Jahr zuvor. Der Unterschied zwischen den Ligen eins und zwei ist phänomenal groß. Die Cottbusser kloppen, was das Zeug hält, sammeln schon in den ersten zehn Minuten zwei Gelbe wegen groben Fouls. „Für Zweitliga-Verhältnisse treten die ein bisschen zu sehr“, beruhigt Helmut, der Zweitliga-Experte. Naja, normal ist das ja scheinbar doch nicht. Die Eleganz eines Lucio oder Bordon in der Abwehr wird mir auch sehr fehlen. Wenn sie einen Ball bekommen, wird der hübsch angenommen, dann wird geguckt und mit Brillanz an einen Mittelfeldspieler weitergereicht. Und in Liga zwei? Egal, ob ein Stürmer in der Nähe ist oder nicht: RUUUUUUUUMMMMMMSSSSSS, raus mit der Kugel. Tribüne, Seitenaus, egal wohin. Das können die Cottbusser sehr gut – und unsere Innenverteidiger Drsek und Maltritz lassen sich auch zuweilen auf dieses Spielchen ein. Und woran wir uns auch gewöhnen müssen, ist dieses verdammte Zeitspiel. Schon in Minute elf, unmittelbar nach dem 1:0, lässt sich Cottbus-Torwart Piplica seeeeeeeeehr viel Zeit beim Abstoß und lässt sich zu einer üblen Schauspiel-Einlage hinreißen, die ihn direkt zum „Publikumsliebling“ werden lässt. Oh ja, Niveau der zweiten Liga, ich habe dich vermisst! Doch 1:0 steht es weiterhin! 1:0! 1:0! Cottbus!! Und was mir Sorgen macht: Jede Ecke, jeder Freistoß ist gefährlich, denn in der Luft sind die uns um Längen überlegen. Kein Wunder, denn außer Maltritz, Drsek und Edu haben wir keinen Kopfballspieler in der Mannschaft – und Cottbus fünf oder sechs davon. Scheiße.

Die Zeit saust vorbei und saust vorbei, wir unterhalten uns kurz über die Fans von Dynamo Dresden, die von Rot-Weiß Essen (Sam: „Das sind die, die bei Schalke nicht genommen wurden!“), als Bönig in Minute 29 den Ball in den Fuß von Edu passt. Und der – EDUUUUUUUUUUUUUUUUUUU!!!!!! – nein, schiebt die Kugel nicht am Torwart vorbei, es hämmert den Ball unter die Latte. SUPER! FANTASTISCH! Selbst Helmut ringt das 1:1 ein „Der Edu ist schon klasse!“ ab. EDUUUUUUUUU!!! Na bitte, ich sag’s doch, immer easy und entspannt bleiben, das ist zweite Liga, wir sind vorne einfach zu stark. Halbzeit 1:1, das Ganze lässt aber nicht darüber hinweg täuschen, dass das Spiel schon eine ziemliche Enttäuschung ist. So eingespielt wie behauptet sind unsere Jungs doch nicht. Ohne Colding rechts hinten gibt es ziemliche Probleme, denn China ist tatsächlich alles andere als ein Abwehrspieler, Wosz weiß im linken Mittelfeld überhaupt nicht, was er machen soll und ist absolut fehlbesetzt. Unsere Innenverteidiger Drsek und Maltritz erweisen sich wahrlich nicht die Großmeister des geordneten Spielaufbaus und Bechmann spielt als zweite Spitze mehr als unglücklich. Das sieht alles zwar engagiert aus, ist aber eigentlich nur ein großes Durcheinander. Mit den üblichen Zweitliga-Mitteln – treten, bolzen, hohe Flanken – hat Cottbus das Ding hier absolut im Griff.

Halbzeit zwei. Meine Entspannung hält an, und in Minute 59 weiß ich auch, warum. Flanke Misimovic, Kopfball Drsek unter die Latte – 2:1 für uns, jawollja. Die ersten meckerten schon über Drsek – und jetzt ist er doch auf einmal ein guter Einkauf. Jepp, 2:1. Das war’s. Das muss reichen. Die Sekunden verrinnen nur langsam. „Kategorie Arbeitssieg! Nicht mehr“, stellt Gerd fest. Stimmt voll und ganz. Die Cottbusser versuchen alles. Und Herr van Duijnhoven beweist, warum ich ihn zum besten Torwart der zweiten Liga erhob. Er faustet, hält fest, wehrt ab, so dass das 2:1 langsam glücklich wird. Zweimal – durch die Herren Diabang und Edu irgendwann in den 80er Minuten haben wir Riesen-Konterchancen, aber es bleibt beim 2:1. Kioyo hätte nach einer deutlich sichtbaren Tätlichkeit an Maltritz in der 74. Minute schon längst nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen, aber von Schiris eher beschissen als bevorzugt zu werden (siehe letzte Saison), ist eine Grundregel des VfL Bochum. Tja, und was dann passiert, ist vorhersehbar. Minute 92, ein Freistoß, wir sind in der Luft wieder total unterlegen, Kioyo köpft, 2:2. Ende.

Ohgottohgottohgottohgottohgottohgottohgott. Tabellenführung verspielt, ein Vier-Punkte-Start ist nur noch durchschnittlich und die Leistung der Mannschaft war wirklich dürftig. „Ich hab’s dir im Ticketservice gesagt“, meint Helmut. „Hoffentlich hast du dein Glück nicht schon verbraucht.“ Geld hat Herr Kioyo uns beiden geklaut!
Tschüss, alle zusammen. Olé, es ist wieder Fußball. Und auch wenn es nur Cottbus war, und nur zweite Liga: Schön, wieder hier zu sein. Aber nun lasst mich das Stadionheft mit der unsäglichen Landkarte weglegen. Und wieder von anderen Zeiten träumen. Als die Bayern noch kamen. Und wir sie mit 1:0 schlugen…

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Hallensprecher in Mülheim – nächster Teil

Heeren – Essen – Mönchengladbach – Essen – Heeren – Witten – Gelsenkirchen – Essen – Heeren – Essen – Mülheim – Essen – Heeren. Ja, doch, mein Programm am vergangenen Wochenende war nicht schlecht…

Ausführlich? Freitag: erst Innendienst in der Redaktion, dann zum Spiel Borussia Mönchengladbach-Bayern München, zurück in Heeren-Werve um 2.25 Uhr. Samstag: früh am Morgen zu einem privaten Termin nach Witten, dann zum Spiel Schalke 04-VfB Stuttgart, im Presseraum vor dem Spiel zwei Gladbach-Texte schreiben, danach zum Spätdienst in Essen fahren, zurück in Heeren-Werve weit nach Mitternacht. Sonntag: siehe unten, danach Spätdienst in Essen …

„Siehe unten“ folgt jetzt: Am Sonntag, 22. Januar, moderierte ich zum zehnten Mal die Endrunde bei einer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in Mülheim. Vor 1200 Zuschauern in der RWE-Halle gewann der haushohe Favorit, nämlich der NRW-Ligist VfB Speldorf (im Finale mit 2:1 gegen Landesligist TuS Union 09). Anspannung von 14.30 bis 19.45 Uhr, aber: Hat ne Menge Spaß gemacht, mal wieder alte Bekannte und Kreisliga-Fußball zu sehen. Zurück zu den … Ihr wisst schon.

Zu den Links:

  • Der Mülheimer WAZ-Text zur Endrunde steht hier.
  • Die Fotostrecke der Mülheimer WAZ mit 91 Bildern könnt Ihr Euch hier ansehen.
  • Ein paar einleitende Worte zur Mülheimer Meisterschaft könnt Ihr hier finden.
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17. Februar 2000 – Kreispokal – Rhenania/Asya Hamborn-Vatan Spor 0:2

Am Samstag, 17. Februar 2000, fuhr ich mit Bus und Bahn nach Duisburg-Hamborn und schaute mir das Kreispokalspiel zwischen Rhenania/Asya Hamborn und Vatan Spor Mülheim an.

Hier geht es zum Text, den ich „Vatan Spor ließ nichts anbrennen“ nannte und mit der Unterzeile „Problemloser 2:0-Pokalerfolg“ versah:

Nichts anbrennen ließen die Landesliga-Fußballer von Vatan Spor in der vierten Kreispokal-Runde. Beim A-Kreisligisten Rhenania/Asya Hamborn setzten sie sich souverän mit 2:0 (1:0) durch.

Zu keiner Sekunde der Partie war dieser Sieg vor 50 Zuschauern an der Warbruckstraße in Duisburg gefährdet. Vatan-Trainer Pascal Notthoff konnte sich endlich einmal entspannt zurücklehnen, wird der Partie allerdings keine große Bedeutung beimessen. Dafür waren die Hamborner einfach zu schwach. Am nächsten Landesliga-Spieltag trifft Vatan auf den Tabellenführer Viktoria Goch. Das ist ein ganz anderes Kaliber. So sieht es auch Notthoff: „Wenn wir so gegen Goch spielen, dann lachen die sich kaputt.“

Doch seinen Spielern wurde es auch zu leicht gemacht. In der ersten Halbzeit kombinierten sie flüssig und kamen häufig in den Hamborner Strafraum. Torgefährlichster Vatan-Spieler ist in dieser Saison Abwehrrecke Hakan Turna. Drei Treffer hätte der 20-Jährige in der ersten Halbzeit erzielen müssen. Zunächst scheiterte er mit einem Freistoß an Rhenania-Torwart Bülent Cak (20.), dann schoss er an die Latte (32.). Kurz vor der Pause vergab Turna freistehend. Den Treffer zum 1:0-Pausenstand erzielte ausgerechnet Hatem Guerbouj, der seit Juli 1999 das Vatan-Trikot trägt, aber noch nie für die Elf des türkischen Klubs „ins Schwarze“ getroffen hatte (42.). Die schlechte Chancenauswertung störte Notthoff: „Wir mussten 3:0 oder 4:0 führen. Dann hätten wir noch ruhiger spielen können.“

Doch ein Aufbäumen der Gastgeber war nicht erkennbar.  Die Mülheimer taten nach der Pause nicht mehr als nötig und schaukelten das Spiel locker nach Hause. In der 79. Minute erhöhte Serdar Yilmaz nach einer Vorlage von Yücel Akdan zum 2:0-Endstand. Yilmaz stammt aus der Reserve und rückte aufgrund der Personalnot in das Landesliga-Team auf.

Das Rumpf-Aufgebot der Mülheimer hat bisher in der Vorbereitung noch kein Gegentor kassiert. Große Stärke ist die eingespielte Vierer-Abwehrkette mit Bekar Mumcu, Hakan Turna, Niyazi Bozkurt und Ayhan Aydogan. Auch Hatem Guerbouj und Erdal Özcan beherrschen dieses System. Gestern ließ Vatan keine Hamborner Torchance zu.

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Gelungener Rückrundenauftakt

Was für ein Nachmittag… Um 13.35 Uhr betrat ich am Samstag, 21. Januar, den Presseraum des FC Schalke 04 und musste noch zwei Texte über das Spiel am Abend zuvor – Gladbach gegen Bayern – schreiben. Und dann unmittelbar auf das nächste Spiel umzuschalten, hui, schwierige Sache.

Jedenfalls war das 900. Fußballspiel, über das ich berichten durfte, das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart (3:1) – und zwar für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen.

Die Einzelkritik („Schalkes Papadopoulos mit herausragender Leistung“) könnt Ihr hier finden. Ich schickte den Text mit dem Schlusspfiff an die Online-Redaktion. Eine geglättete und gekürzte Version erschien in der Print-Ausgabe der WAZ. Die Noten vorab: Unnerstall (3)-Uchida (3), Papadopoulos (2), Höwedes (2), Fuchs (3)-Höger (3), Matip (2,5)-Obasi (3), Raúl (3), Baumjohann (3)-Huntelaar (3). Eingewechselt: Metzelder (3), Draxler (2,5), Marica (-).

Eine Geschichte über den verletzten Benedikt Höwedes („Schalke sucht nach Höwedes-Verletzung einen neuen Abwehrspieler“) steht hier.

Die Stimmen zum Spiel („Bei Schalke meiden alle das Wort Bayern-Jäger“) – von Stevens und Heldt bis Unnerstall und Fuchs – gibt es hier.

Ein in der Mixed Zone aufgeschnapptes Gespräch mit Chinedu Obasi („Obasi lobt nach Schalke-Debüt die unglaublichen Fans“) steht hier – in gekürzter Form erschien es auch in der Print-Ausgabe der WAZ Gelsenkirchen.

Am Donnerstag vor dem Spiel (19. Januar) …

… berichtete ich aktuell von der Schalker Abschluss-Pressekonferenz mit Trainer Huub Stevens und Manager Horst Heldt.

Viel gelesen wurde aber auch dieses „Fundstück“ aus der Mitglieder-Zeitung „Schalker Kreisel“. Die Überschrift: „Schalke-Fan Roche wirft Manuel Neuer Verrat vor“.

Was gerade mit Raúl passiert („Schalke-Fans müssen weiter um Raúl zittern“) habe ich hier aufgeschrieben.

Die Aussagen von Huub Stevens („Schalke-Trainer Stevens lobt Obasi“) gibt’s hier.

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Reus, Herrmann und der unglaubliche Lucien

Exklusiv für DerWesten berichtete ich über das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München (3:1). Naja, „durfte berichten“ trifft’s eher. Was für ein unglaublicher Abend, von einigen technischen Problemen im Stadion mal abgesehen.

Die Einzelkritik („Gladbachs Herrmann empfiehlt sich als Reus-Nachfolger“) – fertig mit dem Schlusspfiff – gibt’s hier. Die Noten vorab: ter Stegen (1,5)-Jantschke (3), Stranzl (2,5), Brouwers (3), Daems (3)-Nordtveit (3), Neustädter (3)-Herrmann (1), Arango (2,5)-Reus (2), Hanke (2,5). Ich gestehe, nicht so euphorisch gewesen zu sein wie der „kicker“ (alle Spieler besser als 2,5) und „Bild“ (viermal glatt 1), aber Lucien Favre war’s ja auch nicht. Und einen hohen Schnitt (2,45 !!) haben die Gladbacher trotzdem auch bei mir.

Dass Lucien Favre nicht rundum zufrieden war, könnt Ihr in den Stimmen zum Spiel („Gladbachs Favre beklagt nach Bayern-Gala viele Ballverluste“) hier nachlesen.

Manuel Neuers bösen Patzer vor dem Reus-Tor habe ich zu diesem Text verarbeitet („Manuel Neuer und der Borussia-Fluch“).

Die Stimmen zum Spiel und den Neuer-Text schrieb ich am Tag danach im Presseraum des FC Schalke 04, direkt vor dem königsblauen 3:1 gegen Stuttgart. Ganz schön viel Fußball…

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