21. Mai 2000 – Landesliga – Vatan Spor-Viktoria Goch 2:4

Am 21. Mai 2000 weilte ich im Mülheimer Ruhrstadion und berichtete über das für den Saisonabschluss bedeutungslose Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Viktoria Goch. Es regnete – und Goch gewann 4:2.

Hier geht es zum Text, den ich „In der Schlussphase brach Vatan Spor ein“ nannte und mit der Unterzeile „Drei Gegentore in den letzten fünf Minuten“ versah:

Als die Regenschauer aufhörten und sich erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke kämpften, brachen die Landesliga-Fußballer von Vatan Spor im Ruhrstadion ein. In den letzten fünf Minuten verspielten sie im Duell gegen Viktoria Goch eine 2:1-Führung und unterlagen mit 2:4 (1:1).

Wie ein begossener Pudel stand Vatan-Trainer Mohamed Ali Abdelhafid an der Seitenlinie und konnte den Leistungseinbruch seines Teams nicht erklären: „Das tut sehr weh. Wir hätten 3:1 führen müssen. Leider kassieren wir immer wieder Tore nach Flanken, obwohl wir große Abwehrspieler haben.“

Doch der Reihe nach: Da es um nichts mehr ging, gönnte Abdelhafid Ersatztorwart Ali Uzun sein erstes Saisonspiel. Zudem standen mit Umut Karakus und Tarik Akman zwei Akteure in der ersten Elf, die häufig in der zweiten Mannschaft kickten. In der ersten Hälfte glich die Partie einem Glücksspiel. Aufgrund des Regens verwandelte sich der Rasen vor 80 Zuschauern in eine seifige Oberfläche. Häufig rutschten die Akteure aus. Erst ach einer halben Stunde hatten sich die Teams auf die Bedingungen eingestellt und lieferten sich fortan ein flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Das erste Tor schoss Sinan Nezir für Vatan nach einer Vorarbeit von Senol Öztürk (33.). Sechs Minuten später glich Thorsten Vöckel per Kopfball für Goch aus.

Nach dem Seitenwechsel erzielte Senol Öztürk sein 17. Saisontor zum 2:1 für Vatan (58.). Das Spiel schien nun gelaufen zu sein. Mit den eingewechselten Routiniers Erdal Özcan und Ertan Örs stand die Abwehr sicherer und die Offensivabteilung erspielte sich klare Möglichkeiten, doch vor allem nach Standardsituationen verpassten die Stürmer ein ums andere Mal den Ball. So rächte sich die schwache Chancenauswertung: Thorsten Vöckel (85./88.) und Jürgen Hommers (90.) drehten das Spiel noch und sorgten für den 4:2-Sieg der Gäste.

Auf der Tribüne schmerzte die zweite Heimniederlage der Saison nur wenig. Vielmehr freuten sich die Verantwortlichen über die Nachricht, dass Trainer Abdelhafid nun doch bleibt. Im nächsten Jahr peilt Vatan den Aufstieg in die Verbandsliga an.

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28. Mai 2000 – Bezirksliga – Dümpten 13-Wacker Dinslaken 2:2

Bis heute (22. Januar 2013) gehört dieser Tag, der 28. Mai 2000, zu den dunkelsten in der Geschichte einer Fußballmannschaft aus Mülheim-Dümpten. Zum (erneut diese beiden Wörter: bis heute) letzten Mal wurde auf der Platzanlage am Schildberg Bezirksliga-Fußball gespielt. Es folgten der Durchmarsch bis in die unterklassigste Kreisliga C, die Auflösung des altehrwürdigen Fußball-, Box- und Handballvereins, der Übergang der verbliebenen Abteilungen in den Dümptener TV. Über die Kreisliga B ging es aber für ein Fußballteam aus diesem nördlichen Stadtteil Mülheims bis heute nicht hinaus.

An diesen sonnigen und staubigen Sonntagmittag erinnere ich mich trotzdem noch sehr gut, und für so eine frühe Phase meiner journalistischen Karriere ist der Text zu dem 2:2 zwischen Dümpten 13 und Wacker Dinslaken gut gelungen.

Hier geht es zum Text für die WAZ/NRZ Mülheim, den ich „Dümptener Abschied vor 17 Zuschauern“ nannte und mit der Unterzeile „Nach 12 Jahren aus der Bezirksliga abgestiegen“ versah:

Nach zwölfjähriger Zugehörigkeit verabschiedete sich Dümpten 13 gestern aus der Fußball-Bezirksliga. Immerhin ergatterten die „13er“ beim 2:2 (0:2)-Unentschieden im Duell gegen Wacker Dinslaken noch einen Punkt.

Ironische Jubelschreie begleiteten den Abpfiff. 17 Besucher hatten am Schildberg eine Karte gekauft. „Wenigstens kann ich den Schiedsrichter bezahlen“, sagte der traurige Kassierer Otto Schlomer.

An der Seitenlinie verharrte ein verbitterter Trainer. Friedhelm Kuhles war während der Saison für Karl-Heinz Heimscheid gekommen und hatte gleich vier Jobs: Trainer, Betreuer, Platzwart und Medizinmann. Seit über 30 Jahren begleitet Kuhles die Dümptener. So tief wie im Moment ist der Klub noch nie gesunken. „Ein Verein führt sich nicht allein. Wenn keiner etwas macht, kann sich auch nichts bewegen. Hätte ich heute nicht die Tür aufgeschlossen, wäre das Spiel ausgefallen“, sagte Kuhles. Er hört als Coach der ersten Mannschaft auf. Der Vorsitzende Wolfgang Jakob glaubt an ein Überleben in der Kreisliga A: „Wir haben zwar noch keinen neuen Trainer, aber es geht weiter.“

Die Dümptener Bezirksliga-Jahre waren eng mit Uwe Prohl, Thomas Kempe, Dirk Hofmann, Stefan Siemes und Martin Koch verbunden. Sie kickten letztmals im 13-Trikot – und kaum jemand nahm Notiz davon. Eine Ära ging zu Ende.

Dinslaken lag durch Darius Lakasiewicz (11.) und Peter Lang (20.) mit 2:0 in Führung. Karsten Weydebach scheiterte zudem mit einem Elfmeter an 13-Torwart Jens Steinmetz (52.). Kurz vor Schluss kam der Auftritt von Jens Schulz: Er traf zweimal (75./83.) und sorgte für ein seltenes Highlight in einer verkorksten Saison.

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Wieder einmal Moderator in Mülheim

Mein allerletzter Termin für die WAZ Mülheim, ich weiß es noch genau, war eine „Auftakt-Reportage“ über den damaligen Fußball-Landesliga-Aufsteiger TSV Heimaterde. Am sonnigen 1. Juli 2007, am Tag vor dem Start meines Lebensabschnitts namens „Volontariat“, sprach ich mit Trainer Dieter Henkelüdecke auf dem Ascheplatz im „Naturstadion“ am Finkenkamp über die beginnende Vorbereitung, die Zugänge, das Saisonziel. Routine. Danach lenkte ich meinen Smart nachdenklich Richtung Innenstadt, parkte auf einem Hinterhof (Geheimtipp!) und ging danach ein letztes Mal aus beruflichen Gründen im Mülheimer WAZ-Haus drei Etagen hoch. Setzte mich an den Rechner, verfasste 130 Zeilen und dachte an Salinger: Ein letztes Mal den Gang. Stolpern. Fast den verrückten Hals gebrochen. Schlaft gut. Idioten. Ihr kennt das. Am Ende sagte ich „Tschüss“ und nicht mehr „Wiedersehen“.

Seitdem habe ich mit Mülheim beruflich nur noch wenig am Hut, Heimaterde ist inzwischen, im Jahr 2012, schon wieder bis in die Kreisliga A abgestürzt. Und doch gönne ich mir einmal im Jahr einen Ausflug. In längst vergangene Zeiten. Seit Dezember 2000, also seit inzwischen elf Jahren, moderiere ich alljährlich die Mülheimer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft – mit zweijähriger Unterbrechung, als die Mülheimer Halle neu gebaut wurde.

Auch diesmal konnte ich (obwohl ich inzwischen in Heeren-Werve und damit knapp 80 Kilometer entfernt wohne) natürlich nicht ablehnen und moderiere nun zum zehnten Mal, zum siebten Mal in Folge gemeinsam mit Sascha Brattge, dem in Mülheim sehr bekannten Stadionsprecher des NRW-Ligisten VfB Speldorf. Meine Zusage gilt für die beiden Halbfinalrunden (14./15. Januar 2012) und die Endrunde (22. Januar 2012) in der RWE-Halle in Mülheim – in der Qualifikation (28. Dezember 2011) gab’s Sascha noch solo.

Schon witzig… Elf Jahre lang hatte ich mit den Spielern, Zuschauern und Funktionären Mülheims täglich zu tun. Wohnte in der Stadt, sah sie in den Discos, Restaurants und Kneipen. Oder einfach nur beim Shoppen. Jetzt begegne ich allen nur noch in der Halle. Ich freue mich aber jedes Jahr mehr aufs Wiedersehen – auch wenn die Resonanz 2012 so schwach ist wie seit vielen Jahren nicht mehr. Was aber, zugegeben, auch daran liegt, dass vier Vereine die Meisterschaft boykottieren. Mülheimer Probleme.

Am Samstag, 14. Januar 2012, setzten sich vor etwa 600 Zuschauern (508 zahlende) in Halbfinalrunde eins Speldorf (NRW-Liga), Blau-Weiß Mintard (Kreisliga A) und der MSV 07 (Bezirksliga) durch. Zum WAZ-Bericht geht es hier („Viel Pfeffer im Top-Spiel“).

In der zweiten Halbfinalrunde am Sonntag, 15. Januar 2012, qualifizierten sich vor etwa 500 Zuschauern (414 zahlende) Titelverteidiger Union 09 Mülheim (Landesliga), MFC Vatangücü und TB Heißen (jeweils Kreisliga A) für die Endrunde. Den Bericht von RevierSport findet Ihr hier („Spannung bis zum Schluss“).

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Reus und die richtige Entscheidung

Mit einem umfangreichen Paket begleiteten wir den Reus-Transfer von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund – mit Text, Umfrage, Kommentar und schließlich auch einem Pro & Contra mit der Fragestellung „Ist der BVB eine gute Wahl für Marco Reus?“

Ich verfasste das „Pro“ (nachzulesen hier), die Kollegen von RevierSport das „Contra“.

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Gecheckt

Erst einmal wünsche ich Euch ein sensationell gutes Jahr 2012! Ich verbrachte die Silvesternacht im engsten Familienkreis in Brüssel – zuvor musste ich selbstverständlich noch arbeiten …

… und zwar am 24., 26., 28. und 30. Dezember im Innendienst in der Redaktion (Weihnachten fiel für mich deshalb fast komplett aus). Nebenbei konnte ich immerhin die Schalker Hinrundenbilanz erstellen. Zum Text („Der große Schalke-Hinrundencheck“), der am 31. Dezember und 1. Januar auf unserem Portal ganz oben stand, geht es hier. Am 18. Januar 2012 erschien der stark gekürzte Text auf knapp 150 Zeilen (pro Spieler nur noch ein Satz …) auch in der Print-Ausgabe der WAZ Gelsenkirchen.

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