18. Dezember 2000 – Verbandsliga – Union Mülheim-Union Nettetal 4:2

Sechs Tage vor dem Weihnachtsfest im Jahr 2000 berichtete ich für die Mülheimer WAZ über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Union Mülheim und Union Nettetal, das die Mülheimer Union mit 4:2 gewann.

Hier geht es zum Text, den ich „Joachim Bohra schoss endlich einmal die wichtigen Tore“ betitelte:

Von Andreas Ernst
Schon lange bekommt Joachim Bohra den Vorwurf zu hören, er würde für die Verbandsliga-Fußballer von Union 09 nur treffen, wenn die Spiele längst gelaufen seien. Am Samstag war das anders. Beim 4:2 (0:2)-Erfolg der „09er“ über Union Nettetal sorgte er für die Entscheidung.

Die Partie schien verloren. 57 Minuten waren vor 100 Zuschauern an der Südstraße gespielt. Die Gäste führten mit 2:0, und hatten zudem Überzahl. Marcello Latone sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Die vierte Niederlage in Folge bahnte sich an.

Doch dann kippte das Spiel. In der 61. Minute foulte Kosta Flindris an der Strafraumgrenze den 09-Stürmer Marco Ferreira. Auch Flindris sah Gelb-Rot, den Freistoß verwandelte Ayhan Coskun zum 1:2-Anschlusstreffer. Nun wachten die Mülheimer auf und mobilisierten alle Kräfte. Nach einem Pass von Michael Klauß glich Björn Rohpeter fünf Minuten später zum 2:2 aus. Die Gäste bäumten sich noch einmal kurz auf, doch dann folgten die starken Minuten von „Jo“ Bohra. In der 85. Minute drückte er den Ball nach einer Flanke des gerade eingewechselten Markus Schubert per Kopf über die Nettetaler Torlinie – das 3:2 war die Entscheidung. In der Nachspielzeit setzte die „Nummer zehn“ noch einen rauf. Eine Vorarbeit von Felix Schwechten hämmerte Bohra volley zum 4:2-Endstand in den Torwinkel – die Weihnachtsfeier im Klubhaus konnte beginnen.

Vergessen waren die ersten 57 Minuten, obwohl die „09er“ eigentlich gar nicht so schlecht gespielt hatten. „Wir waren klar besser“, meinte Fußball-Obmann Heinz Klauß, der gemeinsam mit dem verletzten Torwart Thomas Verwaayen den verhinderten Trainer Jörg Sterneberg an der Seitenlinie vertrat. Dennoch führten die Gäste. In der 11. Minute köpfte Rustem Kir das 1:0. Nach einer Flanke von Andreas Kröger waren alle Verteidiger und Torwart Björn Stratmann stehen geblieben. Den frühen Rückstand steckten die „09er“ weg, doch weder Stefan Hohensee mit einem indirekten Freistoß (22.) noch Bohra nach einem Solo (30.) erzielten den Ausgleich. Dafür trafen die Gäste ein zweites Mal: Ayhan Coskun vertändelte an der Außenlinie den Ball, nach der Flanke von Milo Radenkovic faustete Torwart Stratmann das Leder an den Kopf von Kir – 0:2.

Doch die Mülheimer bewiesen eine tolle Moral; sie kletterten zur Winterpause auf Platz neun. Nun geht das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte mit Hallen-Meisterschaft und Aufstieg zu Ende. „Spieler des Jahres“ war Michael Klauß. „Wir stehen im Moment da, wo wir hingehören“, meinte der nach dem Abpfiff – und feierte dann mit seinem Team Weihnachten.

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Sippels schwere Stunden

Für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen berichtete ich am Samstag und Sonntag über das Bundesligaspiel FC Schalke 04 gegen 1. FC Kaiserslautern (1:2) und die Folgen.

Zur Einzelkritik der Schalker Spieler („Nur Jurado bei Schalke in Normalform“) geht es hier – für DerWesten geschickt mit dem Schlusspfiff, für die Printausgabe gekürzt und angepasst. Die Noten vorab: Fährmann (4,5)-Höger (5), Höwedes (4,5), Metzelder (4,5), Fuchs (5)-Papadopoulos (5), Holtby (5)-Draxler (4,5), Raúl (4), Jurado (3)-Huntelaar (4). Eingewechselt: Unnerstall (2,5), Jones (3,5), Farfan (-).

Zu einer Geschichte über Schiedsrichter Peter Sippel, der sich nach dem Spiel äußerte, geht es hier („Sippel verteidigt seine Entscheidungen“). Sippels Antworten habe ich auch für die WAZ Gelsenkirchen zusammengefasst.

Zu den während der Pressekonferenz und in der Mixed Zone gesammelten Stimmen zum Spiel („Schalke-Trainer Stevens enttäuscht über Rückschlag“) geht es hier.

Am Sonntag fasste ich die Geschehnisse rund um Schalke-Torwart Ralf Fährmann zusammen („Schalke-Torwart Fährmann fällt einige Wochen aus“). Zum Text hier entlang.

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Frankfurt siegt in Bochum

Exklusiv für DerWesten berichtete ich über das Zweitligaspiel zwischen dem VfL Bochum und Eintracht Frankfurt (0:2) – ich musste dabei kurzfristig für einen Kollegen einspringen.

Zur Einzelkritik – abgeschickt mit dem Schlusspfiff – geht es hier. Meine Noten vorab: Luthe (3)-Kopplin (4,5), Maltritz (3,5), Acquistapace (5), Ostrzolek (4)-Kramer (4,5)-Freier (4,5), Federico (4), Dabrowski (3,5), Inui (3)-Tese (4). Eingewechselt: Ginczek (4), Aydin (-)

Zu den Trainerstimmen von Bochums Andreas Bergmann und Frankfurts Armin Veh (aufgezeichnet in der Pressekonferenz) geht es hier.

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Ruhe auf Gomera

Ich nutzte die Länderspielpause, um zum ersten Mal im Jahr 2011 für eine längere Zeit als drei Tage zu verreisen – tja, so ein Leben als Sportjournalist lässt nicht viel Zeit für Urlaub, vor allem, wenn die Sommerpause wegfällt (Frauen-WM…). Nach einem ereignisreichen Jahr sowohl beruflich (Schalke mit Champions League, DFB-Pokal und zwei Trainerwechseln – Bochum mit Relegation und dicker Krise – BVB mit Meisterschaft – Frauen-WM – für alles vorher viiiele Konzepte entwickeln und das im Schichtdienst etc.) als auch privat (Umzug von Mülheim nach Heeren-Werve) hatte ich – diese private Bemerkung sei an dieser Stelle auf dieser Seite gestattet – diese Reise auch bitter nötig.

Ein paar Bilder gibt es hier unter dem Punkt „Reisen“. Auf dem Urlaubsplan: Wanderungen (viele), aber auch (wenn’s das Wetter erlaubte) ein paar Stunden am Hotelpool. Bilder von den Wanderungen gibt’s auf dieser Seite zu sehen, vom Pool nur auf Anfrage…

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17. Februar 2003 – Union-Kray 1:1 – „Fehlpassfestival an der Südstraße“

Am 17. Februar 2003 berichtete ich über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Union 09 Mülheim und dem FC Kray. Die Überschrift lautete „Fehlpassfestival an der Südstraße: 1:1-Remis“.

So geht der Text – 2003 noch mit Vorspann:

Vergeblich bemühten sich die Verbandsliga-Fußballer des TuS Union 09 und des FC Kray gestern, 350 Zuschauern an der Südstraße ein ansehnliches Spiel zu bieten. Am Ende stand es 1:1 (1:1).

Eigentlich hätte das Spiel 0:0 enden müssen, denn die Teams überboten sich an Harmlosigkeit – kein Wunder, denn auf dem holprigen Boden waren Spielzüge schwer möglich. Den Akteuren unterliefen zahlreiche Fehlpässe, Strafraumszenen entstanden nur nach einfallslos nach vorn geschlagenen Pässen oder Fehlern in den Deckungsreihen. 09-Coach Ernst Bachmann und der Krayer Co-Trainer Dirk Wißel beschränkten sich bei ihrer Analye darauf, ihren Teams eine „gute kämpferische Leistung“ zu bescheinigen.

Die beiden Tore fielen wie aus heiterem Himmel. In der 11. Minute  vertändelte der Krayer Tobias Zamhöfer unnötig am eigenen Strafraum den Ball. Stefan Hohensee bedankte sich und schoss das 1:0. Der 1:1-Ausgleich entsprang einem Sonntagsschuss. Lars Müller traf aus 30 Metern Entfernung ins Netz (27.). Unhaltbar schien dieser „Knaller“ für Torwart Daniel Homberg nicht zu sein.

Die restlichen Chancen waren an einer Hand abzuzählen. In der 50. Minute scheiterte der Krayer Peter Hauboldt an Homberg. Ab der 65. Minute legten die „09er“ einen Zahn zu – und die Krayer errichteten ein Abwehrbollwerk, nachdem Tolga Acar nach einem Foul an Christian Hinz zurecht „Rot“ gesehen hatte. In Überzahl schoss Hohensee den Ball vorbei (70.), und Hinz traf nach einer verunglückten Flanke den Pfosten (86.). Es blieb beim gerechten 1:1. Dies war für den abstiegsbedrohten FC der erste Auswärtspunkt der Saison.

„Mann des Tages“ war keiner der Spieler, sondern Fußball-Obmann Heinz Klauß, der sich am Sonntagmorgen selbst auf die Walze gesetzt hatte, um den Ascheplatz in einen bespielbaren Zustand zu bringen. Dass sich die „09er“ darum selbst kümmern mussten, stieß Trainer Ernst Bachmann sauer auf: „Seit Wochen rennen wir über Straßen und Bürgersteige. Wir haben nun in Eigeninitiative bewiesen, dass es möglich ist, die Plätze in Ordnung zu halten. Warum kümmert sich nicht die Stadt darum?“

Auch Heinz Klauß wird sich geärgert haben. Wen er gewusst hätte, wie schlecht das Spiel wird, wäre er vermutlich im Bett geblieben.

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