7. August 2000 – Testspiel – VfB Speldorf-Rot-Weiß Oberhausen 0:1

Im Hochsommer 2000, am 7. August genau, bat der VfB Speldorf auf der legendären Sportanlage am Blötter Weg bei Fritten und Bier zum ersten Mal zu einer großen Saisoneröffnung. Zweitligist RWO kam ebenso wie über 1000 Besucher. RWO ist inzwischen nicht mehr 2. Liga, an der Blötte stehen jetzt Häuser – und Speldorf steigt jetzt gerade (November 2013) in die sechste Liga ab. Tja.

Hier geht es zum Text, den ich „Saisoneröffnung mit Hollywood und Kleeblättern“ nannte:

Von Andreas Ernst

Nur positive Kommentare hörte die Vereinsspitze des Fußball-Verbandsligisten VfB Speldorf über die Saison-Eröffnung am Samstag. Das Rahmenprogramm kam gut an und auch die VfB-Mannschaft trug ihren Teil bei: Sie unterlag dem Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen nur mit 0:1 (0:1).

Schon am Samstagmorgen ahnte der VfB-Vorsitzende Klaus Wörsdörfer, dass der Tag ein besonderer wird. Am Himmel war keine Wolke zu sehen. Am Nachmittag kamen 1200 Zuschauer bei sommerlichem Wetter zur „Blötte“.

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Höhepunkt des Tages war das Testspiel. Der Oberhausener Trainer Gerd Kleppinger hatte bis auf zwei Stammspieler sein bestes Aufgebot dabei. Das schien sich auch auszuzahlen. Bereits nach 120 Sekunden köpfte Adis Obad das 1:0 für RWO – und viele Fans vermuteten ein Debekal für den VfB. Doch im Gegenteil: In den restlichen 88 Minuten konnte sich der Zweitligist keine große Torchance mehr erspielen. Zumindest in der ersten Hälfte waren die Kleeblätter noch in allen Belangen überlegen, aber das änderte sich nach dem Wechsel. Edin Karasalihovic (47.) und Dirk Roenz (52./86.) hatten große Ausgleichschancen. Ein 1:1 wäre nicht unverdient gewesen. VfB-Coach Dirk Pusch schaute glücklich: „Ich bin sehr zufrieden. Mit jedem Tag machen wir einen Schritt nach vorne.“ Vor allem die in der Vorbereitung nicht überzeugende VfB-Abwehrreihe stand sehr sicher. Hank Müller beispielsweise schaltete in der ersten Hälfte den zweimaligen Zweitliga-Schützenkönig Angelo Vier aus. Bärenstark war auch Karasalihovic als Flügelflitzer auf der linken Seite. Pünktlich zum Saisonstart ist der VfB anscheinend topfit.

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13. November 2000 – Landesliga – Vatan Spor-SV Sonsbeck 2:3

Am 13. November 2000 berichtete ich über das Fußball-Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und dem SV Sonsbeck.

Hier geht es zum Text, den ich „Sonsbecker entführten aus dem Ruhrstadion drei Punkte“ nannte:

Von Andreas Ernst

So glanzlos wie der November-Himmel war das Spiel der Landesliga-Fußballer von Vatan Spor gegen den SV Sonsbeck. Sie unterlagen dem Aufsteiger verdient mit 2:3 (0:1).

Der Rasen des Ruhrstadions war tief, pünktlich zum Spielbeginn fing es an zu regnen – es gab schon angenehmere Tage. Gerade einmal 70 Zuschauer kamen, und davon reisten auch noch 40 aus Sonsbeck an.

Viermal hatte die Vatan-Elf nicht verloren. Schon beim 2:2 in Wesel in der vergangenen Woche war die Elf von Pascal Notthoff einer Niederlage nur haarscharf entkommen. Diesmal waren schon die Voraussetzungen schlechter – sechs Akteure fehlten.

Auf dem Platz war kein Spieler bereit, das Heft in die Hand zu nehmen. Mut- und kopflos schlichen die Akteure über den Rasen. Kein Vatan-Elf konnte glauben, dass fast dieselbe Mannschaft vor zwei Wochen beim 3:1-Erfolg über Kleve super gespielt hatte. Auch Spielmacher Yücel Akdan, zuletzt sehr stark, war von der Rolle. Aufgrund einer Leistenzerrung müsste er seit Wochen pausieren, doch er schleppt sich durch. Gestern bemühte er sich, doch kaum ein Pass kam in den ersten 60 Minuten an. Sein Team hatte in dieser Zeit keine Torchance. Dafür bestimmten die Gäste das Spiel nach Belieben. Marco van Bonn (33.) und André Köhler (47.) brachten sie mit 2:0 in Führung, und hätte Vatan-Torwart Savas Tanriver nicht hervorragend gehalten – die Mülheimer hätten ein Debakel erlebt.

Hoffnung kam erst durch Senol Öztürk auf, der die erste Vatan-Chance nutzte (59.). Doch im Gegenzug erhöhte Köhler auf 3:1. „Das war ganz dumm“, ärgerte sich Notthoff und ergänzte: „Wie in der letzten Woche: Alle sind nach vorn gerannt.“ Der Anschlusstreffer durch Hakan Turna fiel zu spät (71.) – sechs Ecken blieben danach ungenutzt. Die Gäste freuten sich über drei verdiente Punkte, Vatan verschwindet im Landesliga-Mittelmaß.

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27. November 2000 – Landesliga – Duisburg 08-Vatan Spor 0:2

Am 27. November 2000 lenkte ich meinen weißen VW Golf II, Kennzeichen irgendwas mit „MH-DT“ (mein bester Freund Björn merkte sich das mit der Eselsbrücke „Dicke Titten“) nach Duisburg-Hochfeld. Dort schaute ich mir bei bitterer Eiseskälte das Landesligaspiel zwischen dem (offizielle Version) Duisburger FV 08 und Vatanspor Mülheim (von mir fälschlicherweise stets Vatan Spor geschrieben) an. Während des Spiels gesellte sich Vatan-Trainer Pascal Notthoff zu mir und wir unterhielten uns während 25 Minuten lang über Fußball – obwohl es, siehe Bericht, Ewigkeiten 1:0 stand… Herrlich.

Hier geht es zum Text, den ich „Fröhliche Gesichter am Schluss der Hinrunde“ nannte:

Von Andreas Ernst

Am Ende der Hinrunde gibt es bei den Landesliga-Fußballern von Vatan Spor fröhliche Gesichter. Durch den 2:0 (1:0)-Erfolg im Nachholspiel bei Duisburg 08 kletterte Vatan zur Saison-Halbzeit auf Platz fünf.

Die Anfangsphase der Spielzeit – mit zwei Trainerwechseln in drei Wochen – war sehr turbulent. Außerdem hat sich der zu Saisonbeginn aufgeblähte Kader (30 Spieler) inzwischen auf 14 Akteure reduziert. Deshalb ist der fünfte Platz ein befriedigendes Zwischenergebnis.

Vor 150 Zuschauern in Duisburg lief eine Rumpfelf auf. Sogar ein A-Jugendlicher spielte von Beginn an: Yetkin Ucak stürmte neben Senol Öztürk und machte seine Sache gar nicht so schlecht. In der 8. Minute wehrte 08-Torwart Sebsatian Meikies einen Schuss von Ucak vor die Füße von Senol Öztürk ab. Der Torjäger ließ sich das Geschenk nicht entgehen und schoss die frühe 1:0-Führung. Die Taktik von Vatan-Trainer Pascal Notthoff ging auf: Sein Team sollte ein schnelles Tor vorlegen und dann aus einer sicheren Deckung spielen.

Das klappte hervorragend. Die Viererkette mit Niyazi Bozkurt, Hakan Turna, Bekar Mumcu und Erdal Özcan ließ aus dem Spiel heraus keine Duisburger Chance zu. Bozkurt dirigierte die Deckung lautstark und war im Zentrum der Kette unüberwindbar. Obwohl der Kapitän zuweilen langsam und behäbig wirkt, ist er für sein Team sehr wichtig. Seitdem er nach Ablauf seiner Sperre wieder mitspielt, hat Vatan kein Gegentor kassiert.

Für die frierenden Zuschauer war das Spiel nicht erwärmend. Die schwachen Duisburger schafften es einfach nicht, zu Torchancen zu kommen. Ihre Ecken und Freistöße vergaben sie kläglich. Die Mülheimer kontrollierten das Geschehen.

Nach dem Seitenwechsel wurde Vatan offensiver. Hakan Turnas abgefälschter Schuss strich nurr knapp am Tor vorbei (49.), Yetkin Ucak traf die Latte (53.), Senol Öztürk schoss den Ball nach einem Fehler von Torwart Meikies daneben (61.). Das 2:0 für die Mülheimer lag in der Luft. Dann schwächte sich Duisburg selbst. Wegen Meckerns sah Hasan Usta die Gelb-Rote Karte (66.), später folgten noch Marc Franke (Rot wegen Schiedsrichter-Beleidigung, 74.) und Wasilios Anastasiadis (Gelb-Rot wegen Meckerns, 89.). In Überzahl tat sich die Vatan-Elf schwer. „Eine Spitzenmannschaft hätte dieses Spiel früher entschieden“, meinte Trainer Notthoff, der bis zur 88. Minute bangen musste. Dann verwandelte Mustafa Fidan eine Vorlage von Senol Öztürk zum verdienten 2:0-Endstand.

Während Spitzenreiter Viktoria Goch der Konkurrenz enteilt ist, liegt der Tabellenzweite Bottrop nur drei Punkte vor Vatan. Ob der Zweite allerdings eine Aufstiegschance bekommt, steht noch nicht fest – ebenso wie die Besetzung des Vatan-Teams in der nächsten Woche. In Duisburg verletzten sich Erdal Özcan und Damir Mekic.

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2. Dezember 2000 – Verbandsliga – Union 09-VfB Speldorf 0:2

Am 2. Dezember 2000 berichtete ich gemeinsam mit meinem Kollegen Marcus Lemke für die Mülheimer WAZ/NRZ über das kalte, matschige, verregnete Verbandsliga-Derby zwischen Aufsteiger Union Mülheim und dem VfB Speldorf. Vor dem Spiel interviewten wir zur Vorbereitung die Trainer, am Spieltag verfasste Marcus den Spielbericht, ich kümmerte mich um die Stimmen, die Splitter, die Statistik und den „Nachdreher“.

Hier geht es zu den Splittern, die ich „Am Rande des Derbys“ nannte – wie auch sonst…

Knöcheltiefer Rasenplatz

Nur allzu gern hätten die Verantwortlichen der „09er“ das Lokalderby auf den Rasenplatz verlegt – vor allem wegen der besseren Bedingungen für die Zuschauer. „Am Samstag haben wir uns den Rasen noch einmal angesehen. An zwei Stellen war der Boden knöcheltief und deshalb unbespielbar“, berichtete Union-Geschäftsführer Uwe Kronenberger. So wurde der rutschige Grashügel neben dem Ascheplatz mit einem rot-weißen Flatterband abgesichert. Allerdings nahm aufgrund des großen Andrangs kaum jemand davon Notiz. Viele Fans stiegen über die Absperrung.

Dezernent im Schlamm

Nicht nur für die Fußball-Fans war das Lokalderby interessant. Viele Mülheimer Sport-Liebhaber fanden sich an der Südstraße ein. Sportdezernent Wilfried Cleven sah sich ebenfalls die Verbandsliga-Partie an – und er hätte lieber Gummistiefel angezogen. Cleven versank mit seinen feinen Schuhen im Schlamm; genauso wie die meisten Fans.

Dirk Pusch war zufrieden

Dieselbe Meinung hatten die beiden Trainer über den Verlauf des Derbys. „Wir haben uns selbst geschlagen. In unserer Mannschaft gab es zu viele Ausfälle. Nur mit elf Spielern ist so eine Begegnung zu gewinnen“, grantelte Union-Trainer Jörg Sterneberg. Dagegen war VfB-Coach Dirk Pusch zufrieden: „Aus meiner Sicht ist der Sieg verdient. Wir wollten unbedingt gewinnen, ansonsten wären wir immer darauf angesprochen worden. Dirk Roenz hat hervorragend gespielt – nicht nur wegen seiner zwei Vorlagen. Thomas Pröpper zeigte in Ansätzen, was er draufhat.“

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11. Dezember 2000 – Landesliga – Vatan Spor-Adler Osterfeld II 3:1

Am 11. Dezember 2000 berichtete ich für die Mülheimer WAZ über das Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Adler Osterfeld II. Interessante Note: Die Trainerkarriere des ehemaligen Bundesligatrainers Hans-Günter Bruns war damals eigentlich beendet. Er hatte sich mit einem ganz normalen Job abgefunden und betreute nebenberuflich die zweite Mannschaft von Adler Osterfeld, die gerade von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen war. Profi-Ambitionen hegte er nicht.

Es kam ganz anders. Plötzlich suchte die Osterfelder Oberligamannschaft einen Coach – der Trainer der „Zweiten“ sprang ein. Bruns. Erfolgreich. Dann sauste RWO ab in die Oberliga Nordrhein. Ein Oberhausener Erfolgstrainer wurde gesucht. Bruns. Der Durchmarsch in Liga zwei gelang – und HGB war doch im Profigeschäft angekommen; erst als Sportdirektor, dann auch als Trainer.

Hier geht es zum Text, den ich „Erleichterung nach dem glücklichen 3:1-Erfolg“ nannte:

Von Andreas Ernst

Die einen kochten vor Wut, die anderen atmeten tief durch. In der Fußball-Landesliga bezwang Vatan Spor die Reserve von Adler Osterfeld mit 3:1 (0:1), und die Gäste konnten sich kaum beruhigen. Sofort nach dem Schlusspfiff stürmten sie auf Schiedrichter Andreas Textores (Willich) zu.

Stein des Anstoßes war eine Szene in der 59. Minute. Zu diesem Zeitpunkt führte Osterfeld durch ein Konter-Tor von Markus Nickel mit 1:0 (22.). Die Gäste ließen Vatan stürmen, griffen erst in der Mitte der eigenen Spielhälfte an. Doch die Mülheimer konnten mit diesen Freiräumen wenig anfangen. Nur zwei Kopfbälle nach Freistößen von Erdal Özcan (36.) und Hakan Turna (54.) waren vor 100 Zuschauern an der Von-der-Tann-Straße gefährlich. Zwischenfazit: Die Führung des Aufsteigers ging völlig in Ordnung.

Dann kam es zu einem Zweikampf zwischen Vatan-Stürmer Senol Demirci und Markus Schenk. Der Osterfelder brachte Demirci zu Fall, ohne Absicht, aber als letzter Mann. Schiedsrichter Textores zückte wegen dieser Notbremse „Rot“. „Das macht keinen Spaß mehr. Woche für Woche ist es dasselbe“, schimpfte Adler-Trainer Hans-Günter Bruns. Vatan-Coach Pascal Notthoff pflichtete ihm bei: „Ich glaube nicht, dass er da unbedingt Rot zeigen musste.“ Den fälligen Freistoß verwandelte Hakan Turna zum 1:1. Dies war der Knackpunkt. In der 74. Minute kam es zur nächsten strittigen Situation. Reinhold Schulz, der 43-jährige Adler-Libero, foulte Demirci im Strafraum. Der Schiedsrichter pfiff Elfmeter, eine vertretbare Entscheidung. Niyazi Bozkurt schob den Ball in die linke Ecke – 2:1.

Zwei Standardsituationen kippten ein Spiel, in dem die Vatan-Elf schwach begann, sich aber in der zweiten Halbzeit steigerte. Gewiss lag dies vor allem an der Einwechslung von Senol Demirci, der aber nur noch ein Spiel zur Verfügung steht und dann zu Kalkarspor Istanbul wechselt. Das 3:1 in der Nachspielzeit schoss Demirci selbst. Er schloss einen Konter erfolgreich ab.

„Aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg verdient“, meinte Pascal Notthoff, der den Abstand zum zweiten Platz nicht beachtet: „Für unser junges Team wird es Rückschläge geben.“ Die Osterfelder diskutierten mit dem Unparteiischen. Der nahm seine Entscheidungen natürlich nicht zurück.

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