16. Oktober 2000 – Union B1-RWO B1 0:2 – „,09er‘ haben kein Selbstvertrauen mehr“

Am 16. Oktober 2000 stand ich früh auf und stand um pünktlich um 11 Uhr an der Seitenlinie. Die B-Jugend von Union Mülheim verlor gegen RWO mit 0:2.

Hier geht es zum Text, den ich „,09er‘ haben kein Selbstvertrauen mehr“ nannte:

Am Anfang der Saison spielte die B-Jugend des TuS Union 09 in der Niederrheinliga erfrischend unbekümmert und offensiv. Nun ist das Selbstbewusstsein der Unsicherheit gewichen. Im Nachholspiel unterlagen die „09er“ Rot-Weiß Oberhausen mit 0:2 (0:0).

Ob Doppelpässe, gelungene Angriffe oder Hackentricks – all das enthielt die B-Jugend den 80 Zuschauern gestern vor. So war Trainer Herbert Stoffmehl nach dem Schlusspfiff enttäuscht: „Wenn wir Vierter werden wollen, müssen wir unsere Leistung stabilisieren. Spielen wir so wie heute, klappt das nicht. Ich werde mit den Spielern ins Gericht gehen und die Fehler analysieren.“

Die Oberhausener waren aber auch nicht der schlechteste Gegner. „Sie stehen in der Tabelle unter Wert“, meinte Stoffmehl und fügte hinzu: „Unser Gegner hat uns nicht ins Spiel kommen lassen und war kampfstark. Wir hatten vielleicht zwei halbe Torchancen.“

In der Tat: Die Stürmer Burhan Erkis und Aimen Hamami hingen völlig in der Luft, auch Einzelaktionen brachten gegen die kompakten Rot-Weißen gar nichts. Schon in der ersten Halbzeit hinterließen die Gäste den besseren Eindruck. Die Tore schossen sie nach der Pause: 60 Sekunden nach dem Wechsel prallte der Schuss von Serkan Kircivioglu vom Pfosten ins Netz – 1:0. Mustafa Des (48.) und Aimen Hamami (50.) vergaben jedoch die beiden Union-Chancen. Nach dem 0:2 durch Christian Müller (60.) war die Partie entschieden. Während sich Union nun ergab, vergaben die Gäste Chancen im Minutentakt. Es blieb aber beim 0:2.

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13. Oktober 2000 – Union-Schiefbahn 3:2 – „Union zitterte sich auf den vierten Platz“

Am 13. Oktober 2000 berichtete ich – nach einem Mallorca-Ballermann-Urlaub braungebrannt – über das Verbandsligaspiel zwischen Union Mülheim und dem SC Schiefbahn. 3:2!

Hier geht es zum Text, den ich „Union zitterte sich auf den vierten Platz“ nannte:

Von Andreas Ernst

Dass in den Partien mit Beteiligung des Fußball-Verbandsligisten TuS Union 09 oft viele Tore fallen, findet Trainer Jörg Sterneberg gar nicht so schlecht. Auf die turbulente Schlussphase beim 3:2 (1:0)-Sieg im Nachholspiel gegen den SC Schiefbahn hätte er aber gern verzichtet.

Mit den kalten Temperaturen kämpften die 300 Zuschauer auf der Asche an der Südstraße schon genug. Doch dass die Partie gegen den Vorletzten auch noch zum Zittern beiträgt – damit rechnete niemand mehr. Zahlreiche Besucher befanden sich schon zu Hause.

Es sah so deutlich aus: Union führte locker mit 3:0 und spielte gar in Überzahl. Mit dieser Sicherheit im Rücken probierte Markus Schubert im eigenen Strafraum die Sportart „Ringen“ an Schiefbahns Michael Olimski aus – Elfmeter. Martin Chmielarski verwandelte (85.). Zwei Minuten darauf hämmerte Holger Giesen aus 30 Metern Entfernung aufs Tor: 2:3. Nun schlugen die Gäste natürlich nur noch lange Flanken in den Mülheimer Strafraum, doch am Ende nutzte dies gar nichts mehr. Fünf gute Minuten reichen nun einmal nicht, um ein Fußballspiel zu gewinnen.

Die ersten 85 bestimmten nämlich die Gastgeber, mal mehr und mal weniger deutlich. Zu Beginn lief es gut, wobei es auch nicht allzu schwer war, die Gäste auszuspielen. Oft genügte schon ein einziger langer Pass. Zunächst vergab Danyel Sarabaca (6.), dann fiel das 1:0. Nach einem Pass von Stefan Hohensee an den kurzen Pfosten traf Michael Klauß. Früh verloren die Schiefbahner ihren besten Mann, durch zwei Dummheiten. Einmal beim Freistoß den Abstand nicht bewahrt, dann ein kleines Foul, das alles innerhalb von zwei Minuten – und schon sah Mike Grühn Gelb-Rot (27.). Gewiss hart, doch dass Schiedsrichter Fotopoulos (Düsseldorf) zu den kleinlichen seiner Zunft gehört, was er auch gestern mehrfach bewies, ist in der Verbandsliga bekannt.

1:0, Überzahl, ein schwacher Gegner: Die Signale deuteten auf einen klaren Sieg. Doch denkste: Union verlor zunächst die Zuordnung. Michael Olimski (28.) und Ibrahim Türkmen (36.) vergaben SC-Chancen. Nach dem Seitenwechsel passierte erst auch nicht viel. Es blieb an Kapitän Thomas Verwaayen hängen, seine Mannschaft zu wecken. „Ewig diese langen Dinger, spielt hinten rum und nicht wie Kinder“, brüllte der aus seinem Tor. Und prompt lief es: Markus Schubert scheiterte (65.), Marco Ferreira hatte einen besseren Torriecher und erhöhte auf 3:0 (68./73.). Lange Zeit sah es sogar nach dem ersten „Zu-Null“-Sieg gegen harmlose Gäste aus. Bis zur 85. Minute.

So zitterte auch 09-Trainer Jörg Sterneberg nicht nur wegen der Kälte. „Die eingewechselten Spieler haben außer Coskun nicht das gebracht, was ich erwartet habe.“ Dass sein Team jetzt auf dem vierten Platz steht, ahnte Sterneberg ebenso wenig.

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17. September 2000 – Union-Viersen 3:3 – „Langweilig wird es an der Südstraße in dieser Saison nicht“

Am 18. September 2000 berichtete ich über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Union Mülheim und dem 1. FC Viersen. Aus 1:3 mach 3:3!

Hier geht es zum Text, den ich „Langweilig wird es an der Südstraße in dieser Saison nicht“ nannte:

Von Andreas Ernst

Wer Fußball-Spiele des Verbandsligisten TuS Union 09 sieht, der langweilt sich bestimmt nicht. Im Heimduell gegen den 1. FC Viersen verwandelten die „09er“ einen 1:3-Rückstand in ein 3:3 (1:2)-Unentschieden.

„Bei uns wird was geboten“, meinte Trainer Jörg Sterneberg direkt nach dem Schlusspfiff. Da konnte er wieder lachen, nachdem er von seiner Elf alles geboten bekommen hatte: dumme Abwehrfehler, vergebene Torchancen, schön herausgespielte Treffer. Auch die Moral des Teams war wie in den letzten Partien hervorragend. „Für einen Aufsteiger ist das sensationell“, lobte Sterneberg – ein Plus im Kampf um den Klassenerhalt.

Doch der Reihe nach: Die „09er“ erwischten vor 300 Zuschauern an der Südstraße einen Blitzstart. Nach einer Kombination über Joachim Bohra und Michael Klauß schob Sebastian Szewczuk das Leder bereits nach vier Minuten ins Tor. Doch das beruhigte die „09er“ nicht. Michael Klauß brauchte lange, um sich auf seinen Gegenspieler Carsten Virchow einzustellen. Deshalb lahmte zunächst das Offensivspiel ein wenig. Die Gäste waren spielbestimmend. Nach einem Fehler von Marcello Latone scheiterte Michael Flock an Torwart Thomas Verwaayen (9.), dann sorgten Wolfgang Krölls (28.) und Stefan Pötters (29.) per Doppelschlag für die verdiente 2:1-Pausenführung der Gäste. Die 09-Fans waren wieder der Verzweiflung nah. Sie hatten nicht gedacht, dass sich ihr Team so schwer tun würde.

Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen schnell die vermeintliche Vorentscheidung. Nach einem Foul von Ralf Zils an Pötters gab es zurecht Elfmeter. Michael Enache verwandelte zum 3:1 (56.). Doch anstatt aufzustecken, gaben die „09er“ alles. Die Viersener kamen kaum noch aus ihrer Hälfte heraus. Doch zunächst schien die 09-Offensive zu durchsichtig. Jeder Angriff lief über Michael Klauß – das hatten die Gäste erkannt, und stellten meist zwei Gegenspieler ab.

Doch Klauß war auch für den FC zu stark: Nach seiner Flanke verwandelte Marco Ferreira – neben Klauß der beste „09er“ – zum 2:3 (78.). Zwei Minuten vor Schluss wurde Klauß im Strafraum festgehalten – wieder Elfmeter. Stefan Hohensee traf zum umjubelten 3:3. In der Nachspielzeit scheiterten Danyel Sarabaca und Klauß am Pfosten – ein 09-Sieg wäre aber zu viel des Guten gewesen.

„Wir wissen, dass wir vorne sehr stark sind“, resümierte Sterneberg. „Aber 21 Gegentore in sechs Spielen – das sind einfach zu viele.“ Für Klauß hatte er wieder ein Sonderlob übrig: „Er trainiert ja fast gar nicht. Keine Frage: Er ist der Kopf unserer Mannschaft.“

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9. September 2000 – Betriebssport-Team-WDR-Auswahl 2:15 – Es „funkelte“ am Kirmesplatz

15:2! In bisher 20 Jahren als Sportjournalist sah ich kein eindeutigeres Spiel! Deshalb kann ich mich auch noch gut daran erinnern, wie eine WDR-Promi-Auswahl um den noch recht jungen Friedhelm Funkel eine Mülheimer Betriebssport-Auswahl auseinandernahm.

Hier geht es zum Text, den ich „Es ,funkelte‘ am Kirmesplatz“ nannte:

Einmal einen Beinschuss von Friedhelm Funkel bekommen? Einmal Detlef Pirsig auf die Füße treten? Für 18 Spieler vom Fußball-Betriebssport-Kreisverband war das kein Problem: Im Jubiläums-Spiel traten sie an der Mintarder Straße gegen die WDR-Prominenten-Auswahl an. Ein Späßchen wurde es für die Spieler nicht – sie verloren mit 2:15 (2:6), mehr als zwei Tore in den ersten beiden Minuten durch Ingo Voss und Karl Kaminski waren nicht drin. Nur die Zuschauer hatten ihre Freude; zumindest die, die zum Kirmesplatz gekommen waren – gerade einmal 50. Eine Augenweide war der Auftritt des zurzeit arbeitslosen Bundesliga-Trainers Friedhelm Funkel. Er schoss allein fünf Tore. Doch die aus 16 Teams zusammengesetzte Mülheimer Auswahl hatte ohnehin nur ein Ziel: einen Sieg in der dritten Halbzeit.

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3. September 2000 – Goch-Vatan Spor 2:0 – „Verschenkter Nachmittag“

Das war ein anstrengender Sonntag! Am 3. September 2000 weilte ich morgens beim B-Jugendspiel zwischen Union Mülheim und dem TV Asberg (2:0), fuhr dann nach Goch, um das Auswärtsspiel von Vatan Spor zu sehen (0:2 – es war ein trauriger Nachmittag!). Nach der Rückkehr um 18 Uhr musste ich so schnell wie möglich 300 Zeilen pinnen.

Hier geht es zum Text, den ich „Verschenkter Nachmittag in Goch“ nannte:

Ein Trainer auf der Tribüne, ein unnötiger Platzverweis, zwei dumme Gegentore und eine 0:2 (0:1)-Niederlage: Den Ausflug zum Spiel bei Viktoria Goch hatten sich die Landesliga-Fußballer von Vatan Spor anders vorgestellt.

Die Sonne schien, 350 Zuschauer freuten sich auf ein tolles Spiel, die Vatan-Fans waren mit Flöten angereist. Es hätte ein netter Nachmittag werden können!

Hätte… Denn bereits nach 19 Minuten war zumindest Trainer Mohamed Ali Abdelhafid der Appetit auf den Ball vergangen. Vatan begann gut, hatte durch Damir Mekic die erste Chance, doch nach einem Abwehrfehler schlenzte Marko Basovic das 1:0 für Goch (15.). Zwei Minuten später sackte Gochs Thorsten Vöckel zusammen. Schiedsrichter Mark Nissen hatte einen Schlag von Esat Cakar gesehen und zeigte „Rot“. Die Proteste hielten sich in Grenzen. Nur wenige Augenblicke später ahndete der Unparteiische ein Foul nicht. Abdelhafid regte sich auf. „Dann hat der Gocher Trainer Burghardt zu mir gesagt: ,Wir spielen nicht nach tunesischen, sondern nach deutschen Regeln.‘ Ich antwortete: ,Wenn solche Leute trainieren, habe ich keine Lust mehr.‘ Er sagte: ,Dann geh doch nach Hause.‘ Er hat sich selbst lächerlich gemacht.“

Abdelhafid konnte sich kaum beruhigen, musste auf die Tribüne. Gocher Fans riefen: „Geht das denn schon wieder los“, riefen die Polizei. Dabei verhielten sich die 30 Vatan-Fans und das Team vorbildlich ruhig. Das Spiel war gelaufen.

Während Vatan durch Senol Öztürk eine Riesenchance versiebte (52.), stellten sich die Gäste hinten rein, konterten: Basovic erhöhte aus abseitsverdächtiger Position, 2:0 (57.). Thorsten Vöckel und Uwe Herbst vergaben weitere Chancen.

Der lautstarke Abdelhafid war längst zum Show-Objekt für die Gocher Fans geworden, die mehr auf ihn als auf das Spiel achteten. „Wir verlieren hier, obwohl die einen grausamen Fußball spielen“ – das war einer der Abdelhafid-Sätze. Da lachte auf der Tribüne keiner.

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