Ein Interview mit Jan Plewka

Noch vor der Reunion mit Selig durfte ich Sänger Jan Plewka, damals noch mit seinem Rio-Reiser-Programm unterwegs, interviewen – und zwar für die DerWesten-Reihe „Soundcheck“. Zum Video von Markus „Videopunk“ Hündgen mit meinen Fragen geht es hier.

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Hamborn 07 zerstört Traum vom Märchenstart

Am 9. August 1999 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und Hamborn 07 (1:3). Das Besondere an diesem Spiel: Es war das erste Speldorfer Spiel im umgebauten Stadion am Blötter Weg, der legendären „Blötte“ – die jetzt, im November 2011 – schon gar nicht mehr steht. Der VfB spielt längst im Ruhrstadion, so einfach geht das.

Rein in den Text:

Es hätte ein Märchen werden können: Schönes Wetter, viele Zuschauer, ein attraktiver Gegner. Was noch fehlte, war ein Sieg im Fußball-Verbandsligaauftaktduell gegen Hamborn 07. Doch den konnte der VfB Speldorf nicht liefern. Die Grün-Weißen verloren 1:3 (1:1).

Das Märchen hatte vor knapp 1 200 Besuchern kein Happy-End. Nur für die Gäste. Sie waren besser – so einfach kann Fußball sein und so einfach war die Analyse. Mächtig geladen war VfB-Trainer Dirk Pusch, der bei seinem Team viele Fehler sah. Da wird nächste Woche die Kabine rauchen.

In den ersten 36 Minuten lief die Partie für die Speldorfer gut. Von den zahlreichen Neuzugängen hatte Pusch mit Saba Glogic und Christian Kinowski nur zwei aufgestellt. Vorne sorgten nicht die Neuen, sondern Routinier Dirk Roenz für Furore, der ein wahnsinniges Laufpensum absolvierte. In der 31. Minute strich sein Seitfallzieher knapp am Hamborner Gehäuse vorbei. Das erste Tor im neuen Stadion war dem Kapitän vorbehalten: Karsten Rafoth traf per Kopf (36.). Doch nun zeigten die Gäste, was in ihnen steckt: Spielfreudig und technisch versiert präsentierten sie sich und glichen durch Stefan Böing im Gegenzug aus.

Nach dem Seitenwechsel wurde der Super-Kulisse von Sekunde zu Sekunde bewusster, dass an diesem Tag gegen die Hamborner kein Blumentopf zu gewinnen war. Die Gäste unterstrichen ihre Aufstiegsambitionen und beim VfB lief nichts mehr. Der entscheidende Patzer vor dem 1:2 durch Jens Schulz (59.) unterlief Karsten Rafoth. „Nur weil er fast zwei Meter groß ist, heißt das nicht, dass er jeden Kopfball bekommt“, schimpfte Dirk Pusch.

Kurz darauf wurde es hektisch: Frank Baur (VfB) foulte Alex Triantafilidis und Karsten Rafoth rangelte mit Hakan Sengül um die Wette. Schiedsrichter Urtenur zeigte Baur und Sengül Rot – Baur wegen des Fouls und Sengül aufgrund einer Beleidigung gegen Rafoth.

Der Schiedsrichter war gnädig zum VfB. Sieben Minuten vor Schluss schenkte er den Speldorfern einen Elfmeter nach einem angeblichen Foul an Christian Kostadinovic. Doch Ömer Aydin schoss den Strafstoß so schwach, dass Hamborns Georg Schreiber parieren konnte.“Ein Unentschieden wäre auch sehr glücklich gewesen“, sagte Pusch. In der Nachspielzeit erhöhte Mario Pribil zum 3:1-Endstand.

Und Christian Kinowski? Der hatte sich seinen Einstand anders vorgestellt. Matchwinner war nicht er, sondern sein Gegenspieler Markus Faßbender. Dirk Pusch war von seinem Torjäger besonders enttäuscht: „Es kann nicht sein, dass nur Dirk Roenz richtig Gas gibt. Christian und auch Ömer Aydin haben viel zu wenig getan.“ Märchen gehen wirklich anders aus.

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Klauß entschied Pokal-Krimi

Am 20. Mai 2005 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Kreispokalspiel zwischen Vatan Spor (Bezirksliga) und dem zu diesem Zeitpunkt zwei Klassen höher spielenden VfB Speldorf (Verbandsliga). Der Favorit setzte sich mit 2:1 nach Verlängerung durch.

Rein in den Text:

Er kann es noch: 115 Minuten waren gestern Abend im Kreispokal-Krimi zwischen dem Bezirksligisten Vatan Spor und dem Verbandsligisten VfB Speldorf gespielt, als der Ball vor die Füße von Michael Klauß flog. Der VfB-Spielertrainer schoss die Kugel in der Verlängerung zum glücklichen 2:1 (1:1, 1:1)-Siegtor ins lange Eck.

Der Verbandsligist zog in den Niederrheinpokal ein. Auf und hinter der Tribüne bot sich nach dem Abpfiff ein unterschiedliches Bild: Die VfB-Fans feierten und einige Spieler gönnten sich ein Bier. Die Vatan-Anhänger ließen die Köpfe hängen und beschimpften Schiedsrichter Klostermann. Die Spieler ärgerten sich über die Niederlage.

Den Speldorfern gelang es nicht, das Heft in die Hand zu nehmen. Mit dem Pressing der Vatan-Elf kam der VfB zunächst nicht zurecht. Ab der 28. Minute gab es Torszenen: Murat Eraslan (28.), Namuk Demirsay (30.) und wieder Eraslan (33.) hatten drei Chancen für Vatan. Auch die Speldorfer spielten mit: Patrick Dehn (36.) und Michael Klauß (40.) verpassten ebenfalls die Führung. 300 Zuschauer sahen ein offenes Spiel.

In Hälfte zwei wurde die Partie noch spannender. Bei jeder Flanke stockte den Fangruppen der Atem. Das erste Tor fiel aus heiterem Himmel. Vatan-Keeper Savas Tanriver konnte einen Schuss von Patrick Dehn nicht festhalten. Dirk Roenz staubte ab (58.). Ein klarer Torwartfehler. Danach verpassten Yasar Kurt (63.) und Thorsten Burgsmüller (72.) die Entscheidung. Das war die stärkste Phase des VfB.

Doch der Bezirksligist kam noch einmal zurück ins Spiel. Vor allem einer drehte auf: Senol Demirci. Alle Zuschauer staunten über die Dribbelkünste der „Nummer 18“ von Vatan. Fast jeder Angriff lief über Demirci, der oft nur durch Fouls zu stoppen war. Die Grün-Weißen versuchten, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Vergeblich. Abed Laktab schoss das verdiente 1:1.

Doch die Partie war noch nicht vorbei. Zunächst sah der Speldorfer Andreas Przybilla mal wieder „Gelb-Rot“ (89.) und in der Nachspielzeit gelang Dogan Celik sogar das 2:1. Doch Schiedsrichter Klostermann entschied auf Abseits. Das brachte Vatan-Trainer Mohamed Ali Abdelhafid so auf die Palme, dass er auf die Tribüne musste. Dort brachen dann Tumulte unter den Fans aus. In der Verlängerung beruhigten sich die Gemüter. Beide Teams bekamen noch eine Chance: Bei Vatan vergab Demirci (104.), die Speldorfer Gelegenheit nutzte Klauß eiskalt (115.). Kurz darauf sah der entnervte Demirci „Gelb-Rot“.

Die Trainer waren mit ihren Teams zufrieden, werden jedoch keine Freunde mehr. „Er heizt von außen unnötig an. Das gehört sich nicht“, sagte Klauß über seinen Kollegen Abdelhafid. Der antwortete: „Das juckt mich nicht, solange meine Mannschaft damit klarkommt. Wir haben Speldorf zwei Tore geschenkt.“

Es war ein turbulenter Pokal-Abend. Beide Mannschaften hätten den Einzug in den Niederrheinpokal verdient.

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Schalke und Facebook.

Für DerWesten, die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen und die Print-Ausgabe von RevierSport berichtete ich über einen etwas anderen Transfer des FC Schalke 04. S04 kaufte Fans die Facebook-Seite ab.

Zum Text geht es hier.

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Trostloser Fußball-Nachmittag

Am 7. April 2003 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen Union 09 Mülheim und dem VfB Homberg (0:1).

Rein in den Text:

250 Fußballfans kamen gestern zum Sportplatz an der Südstraße. Doch das Verbandsligaspiel, das sie zu sehen bekamen, werden sie ganz schnell wieder vergessen. Der TuS Union 09 unterlag dem VfB Homberg mit 0:1 (0:0) Toren es war ein Spiel zum Weglaufen.

Wenn es für ihre Mannschaften um nichts mehr geht, haben es Fußballtrainer schwer. Die Motivation der Spieler sinkt, die Einsatzbereitschaft beschränkt sich auf ein Minimum. Genau das war beim bereits geretteten Union-Team, derzeit auf Platz sieben, der Fall. Das brachte Trainer Ernst Bachmann auf die Palme. „Da war kein Wille, kein Spielfluss und kein Kampfgeist erkennbar“, polterte der Coach und ergänzte: „Die Spieler können sich nächste Woche auf eine härtere Gangart gefasst machen.“

Dass nicht viele Tore fallen würden, war eigentlich schon beim Blick auf die Tabelle klar. Die Homberger sind für ihr ergebnisorientiertes Spiel bekannt, haben den zweitschlechtesten Sturm, aber gleichzeitig die viertbeste Abwehr. Fast die komplette erste Halbzeit spielte sich rund um den Mittelkreis ab. Die Chancen entstanden per Zufall. 09-Spieler Jörg Müller traf die Latte (2.), der Homberger Manuel Aps scheiterte freistehend (28.).

Schon in der ersten Halbzeit war von der oft so gefährlichen Union-Offensivreihe um Michael Klauß und Stefan Hohensee nichts zu sehen. Dafür häuften sich in der Abwehr Abspielfehler und Nachlässigkeiten. 60 Sekunden nach dem Seitenwechsel vertändelte Moritz Schroer den Ball. Den Schuss von Lars Mühlbauer konnte Torwart Daniel Homberg nicht festhalten. Gianni Giorri staubte zum 1:0 ab. Diesem Gegentor rannten die „09er“ hinterher. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Michael Klauß, bei dessen Freistoß der Ball an den Pfosten klatschte (55.). Bei drei von sechs Ecken im zweiten Durchgang war André Schwartz mit Kopfbällen einem Treffer nah – zu wenig. „Es war ein 0:0-Spiel“, meinte Bachmann. Er hatte Recht. Die schwache Partie hätte keinen Sieger verdient gehabt.

Auf dem Platz blieben einige Wünsche offen. Dafür kann der Union-Vorsitzende Jürgen Bleikamp nach und nach die offenen Personalfragen beantworten. Nachfolger von Heinz Klauß als sportlicher Leiter wird Lothar Hense, der jahrelang bei Union spielte und danach in der Jugendabteilung tätig war. Er ist bereits an der Personalplanung für die neue Saison beteiligt. Hense muss unter anderem einen neuen Stürmer suchen. Stefan Hohensee, der Goalgetter der letzten Jahre, tritt aus privaten Gründen kürzer und wechselt zum Bezirksligisten MSV 07. Dafür bleibt André Schwartz an der Südstraße. Der Abwehrspieler sagte dem VfB Speldorf ab.

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