Immer wieder Huntelaar

Wieder eine Saison in Europa! Für DerWesten und die WAZ-Lokalsportredaktion Gelsenkirchen begleitete ich das Europa-Leasgue-Play-off-Spiel zwischen Schalke 04 und HJK Helsinki (6:1).

Zu einem Aufstellungstext für die Stunde vor dem Anpfiff geht es hier.

Zur Einzelkritik der Schalker Spieler geht es hier – dieser Text wurde zum „Aufmacher“ im WAZ-Lokalsport Gelsenkirchen.

Die Stimmen zum Spiel gibt es hier.

Eine Reportage über die Leistung des vierfachen Torschützen Klaas-Jan Huntelaar gibt es hier.

Zu einem in der Mixed Zone aufgezeichneten Gespräch mit Horst Heldt geht es hier.

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Helsinki. Davor.

Während und kurz nach der offiziellen Pressekonferenz des FC Schalke 04 vor dem Europa-League-Spiel gegen Helsinki schrieb ich exklusiv für DerWesten folgende Texte:

Was Trainer Ralf Rangnick sagte, steht hier.

Was Horst Heldt zum neuen Vertragsangebot für Jefferson Farfan sagt, steht hier.

Dass es kein Angebot für Jose Manuel Jurado gibt, steht hier.

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4:2 nach 0:2

Für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen berichtete ich aus Mainz vom Bundesligaspiel FSV Mainz 05 gegen FC Schalke 04 (2:4 nach 2:0 zur Pause).

Zum Online-Spielbericht (geschickt mit dem Schlusspfiff) geht es hier.

Zur Einzelkritik (ebenfalls geschickt mit dem Schlusspfiff) geht es hier.

Die Stimmen zum Spiel – gemeinsam gesammelt mit WAZ-Hauptsportredakteur Peter Müller – gibt es hier.

Eine Reportage über die anstrengende Rückkehr von Christian Fuchs nach Mainz gibt es hier – dieser Text wurde zum „Aufmacher“ des WAZ-Lokalsports in Gelsenkirchen.

Zu einem in der Mixed Zone aufgezeichneten Gespräch mit Horst Heldt geht es hier.

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Der allererste Bericht am 2. Dezember 1993

Am 2. Dezember 1993 – ich war 15 Jahre, 8 Monate und 2 Tage alt und besuchte auf dem Gymnasium Broich die zehnte Klasse (erstes Halbjahr, zwischen Herbst- und Weihnachtsferien) – erschien zum ersten Mal ein Text von mir in einer gedruckten Zeitung (Mülheimer Woche, ein WVW-Anzeigenblatt mit einer Auflage von knapp 90.000 Exemplaren), ich bekam 20 Pfennig pro Zeile dafür, für mich eine ganze Menge zusätzliches Taschengeld.

Pro Text verdiente ich damit etwa 20 Mark, bei sechs bis acht Texten im Monat macht das im Schnitt 130 Mark im Monat. Dazu noch pro Woche 20 Mark Taschengeld – macht ein Monatseinkommen von 200 Mark. Hui, ich war ein kleiner reicher Zehntklässler, der sich mit viel Selbstvertrauen den Chefredakteursposten der Schülerzeitung MONA LISA (Auflage 600 Exemplare) sicherte. Auch vor dem 2. Dezember 1993 hatte ich schon mehrere Fußball-Texte verfasst, allerdings nur für mich. Zudem notierte ich akribisch jede Statistik, die ich bekommen konnte (was dieser Homepage durchaus anzumerken ist, husthust).

Nun rein in den Text. Es geht um das Fußball-Landesligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und Tura 88 Duisburg in der Saison 1993/94, Endstand 1:0. Einige Rechtschreibfehler sind korrigiert, einige nicht.

VfB Speldorf – Tura 88 Duisburg 1:0

Verdienter Erfolg der Grün-Weißen

Das Landesliga-Team des VfB Speldorf konnte den erwarteten Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten Tura 88 Duisburg einfahren. Nach einem Treffer von Ralf Brücks in der 78. Minute gewann die Bruns-Truppe mit 1:0 (0:0) Toren.

Die 0:7-Schlappe beim Tabellenführer VfB Lohberg und der ungewohnte Samstag-Termin hatten auch bei den Zuschauern Wirkung hinterlassen: Gerade 150 Besucher wollten das Spiel des Tabellenachten bei Minustemperaturen sehen. In der 1. Halbzeit zeigten die Grün-Weißen den „Treuesten der Treuen“ dann aber, dass sie einiges wiedergutzumachen hatten. Mit sehenswerten Spielzügen, gutem Zweikampfverhalten und vielen herausgearbeiteten Torchancen imponierten sie den Fans. Riesenchancen für den VfB hatten Roenz (17.), Bertold (22./26.), Bonetzki (23./32.), der einmal den Außenpfosten traf. Was fehlte, war ein Torerfolg gegen einen sehr schwachen Tabellenletzten, der sich stur auf die Defensive beschränkte und sehr viel Glück hatte, dass die Speldorfer mit ihren Chancen zu leichtfertig umgingen. Auch Ex-Profi Dietmar Schacht, der als Mittelstürmer agierte und von Markus Langen zugedeckt wurde, fiel nur durch eine rüde Attacke gegen Michael Loth auf, für die er von Schiedsrichter Martin Krämer (Solingen) prompt die gelbe Karte bekam. Zur Pause eines Spiels auf ein Tor stand es 0:0.

Nach der Pause sahen die Zuschauer dann ein katastrophales Spiel. In der 46. Minute hatte Sven Bertold aus zwei Metern freistehend nur drüber geschossen und danach wurden die Grün-Weißen sehr nervös. Sie verloren durch unnötige Fehlpässe und durch verlorene Zweikämpfe viele Bälle. Doch da die Spieler von der Lotharstraße zu unfähig waren, die Speldorfer Nervosität auszunutzen, und selber nur auf Unentschieden spielten, war es ein niveauarmes Gekicke, in dem nun „Not gegen Elend“ spielte.

Der Führungstreffer für den VfB fiel so in der 78. Minute zwar nicht unverdient, aber doch aus heiterem Himmel.

Durch diesen Sieg rückte der VfB in der Tabelle auf den siebten Tabellenrang vor, die Duisburger bleiben Tabellenletzter und müssen nun langsam die Pläne für die Bezirksliga aus der Schublade holen, denn die Leistung war nicht landesligareif.

Beste Speldorfer waren Langen und Roenz, aus der homogen schlechten Tura-Truppe ragten höchstens der Manndecker Wasserkamp und Libero Jansen heraus.

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14. Dezember 2002 – VfL-1860 1:1 – „Fröhliche Weihnachten“

Im letzten Spiel im Kalenderjahr 2002 traf der VfL Bochum auf 1860 München und legte ein langweiliges 1:1 auf den holprigen Winterrasen. Vergessen werde ich das Spiel trotzdem nicht, weil´s in der Pause in der Ostkurve heftige Diskussionen über den erstmaligen Auftritt der VfL-Cheerleader „Stationettes“ gab.

Und so geht der Text, den ich Fröhliche Weihnachten“ nannte – mit der Unterzeile „Cheerleader wofür? Die Stimmung machen wir!“

Liebe Leute; es ist an der Zeit, melancholisch zu werden; mal wieder, mal wieder an dieser Stelle; mal wieder und überhaupt. Zum letzten Mal im Jahr 2002 betrat ich heute das Ruhrstadion; und von Sekunde zu Sekunde, von Minute zu Minute kristallisierte sich heraus, dass das Jahr 2002 nach 1997 das zweitgeilste in meinem VfL-Leben war. Aufstieg, sehr viele Tore, sehr viele Siege, sehr viele Auswärtsfahrten; glücklicherweise gibt es mein VfL-Tagebuch; das eignet sich zweifellos prima zur Selbstreflektion; Eigen-Psychoanalyse – oh ja, war das spitze. Unvergessen die Momente beim Heimspiel Ende April gegen Union Berlin, als Fränkie Fahrenhorst in der Nachspielzeit das 2:1 köpfte; unvergessen das Aufstiegsspiel im trüben Aachener Regen; ja, und nicht zuletzt die Traumwochen als Tabellenführer nach den Spielen gegen Cottbus und in Leverkusen… viel erlebt 2002; und alles fing doch in Oberhausen so bitter an…..

weiter im Text siiiiiiiehe…

… UNTEN … und das ist genau hier! Wo war ich stehen geblieben? Ach so, beim Jahresrückblick! Hätte nur noch ein Knaller-Heimspiel zum Abschluss gefehlt, gegen Bayern, Dortmund oder Schalke; und wer kommt dann? Der TSV München 1860, einer von den Vereinen, bei denen Du Dich Woche für Woche fragst, was die eigentlich genau in der Bundesliga zu suchen haben. Oh ja, zu früheren Zeiten, im Stadion Grünwalder Straße, da hatte der Verein noch einen gewissen unverwechselbaren Charme. Aber seit dem Umzug ins Olympiastadion? Wer ist schon achtzehnhundertsechzig? Unser Gegner heute; aber die erstmaligen „Berlin, Berlin – WIR FAHREN NACH BERLIN“-Rufe und das von den Spielern hochgehaltene Transparent „Danke für die Unterstützung 2002 – FROHES FEST!“ sorgen trotz 1860 für eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Jeder Fan, wirklich jeder, ist dankbar für das, was er mit dem VfL in diesen zwölf Monaten erlebte.

Denn mal rein ins Geschehen, denn heute gab´s noch ein Erlebnis drauf…

… fängt an mit der Deutschen Bahn AG, die irgendwie auch zu diesem Fußball-Jahr dazugehört; so allmählich mache ich diesem Unternehmen keinen Vorwurf mehr für Fehler in der Führungsetage; denn warum sollen diese Personen für solch dumme Kunden schlaue Entscheidungen treffen? Da setzt die Bahn EXTRA in der Vorweihnachtszeit Sonderzüge ein, die meinem geliebten Regionalexpress zur Entlastung vorgeschaltet werden (und folglich auch schneller sind), und keiner merkt´s. Der Schaffner lacht sich scheckig, und ich hab einen Wagen für mich allein… Aber über die Bahn wollt Ihr ja eigentlich gar nichts hören, gell? Weiter im Text, damit Ihr ungefähr wisst, wie ich grad aussehe bei gefühlten plusminusnull Grad… Meine blaue Fußball-Jeans an, dazu einen vergammelten Pullover (keine Jacke, es steht ja kein Minuszeichen vor der Temperatur), ein blau-weißer VfL-Schal und (Heimpremiere!) meine VfL-Pudelmütze… sieht bestimmt ganz schön schäbig aus; aber is ja nur Fuppes!

Denn mal rein ins Geschehen; und ach, alle meine lieben Schäfchen sind gekommen! Der Mirko-Typ! Für heute habe ich mir ganz fest vorgenommen, ihn nach seinem Vornamen zu fragen, und als er seine Dauerkarte ins Portmonee steckt, kann ich fast lünkern, aber… yes, ich schaff es, mir auf die Zunge zu beißen – er bleibt „nur“ mein namenloser Stadionkumpel. So allmählich würd ich die Leute, die um mich rum stehen, auch bei Edeka um die Ecke grüßen. Keine Ahnung, wie ich das machen soll, wenn ich gegen Bayern mit 50 Freunden im Stadion auflaufe; jeder hat doch seinen angestammten Platz!?! Eine Nikolausmütze hier, eine Pudelmütze dort; die Spieler halten – siehe oben – das Transparent hoch, und ab die Post!

– Mein Gott, sehen die Trikots von denen scheiße aus

ruft einer von den Typen neben mir, der geschätzte zweimal pro Spiel einen Schreikampf bekommt und ganz im Alleingang ein lautes „V-f-L“-Stakkato anstimmt und fügt hinzu:

– Ich dachte, solche Scheiß-Trikots ziehen nur Torhüter an. Haben die elf Torhüter auf dem Platz?

Orange „Sweater“… wenigstens eine 1860-Eigenheit!

Kein Thema, dass wir zweimal hintereinander zu Hause „zu Null“ verloren haben; kein Thema, dass Wosz, van Duijnhoven, Buckley und Tapalovic fehlen; alles kein Thema; das ist doch nur Sechzig. Kein Thema, auch nach dem 0:1 durch Benjamin Lauth in der 15. Minute. Niederlage kein Thema, auch nachdem Kalla zweimal ganz böse patzt („Hilfe!“, schallt es aus allen Seiten der Kurve; „für den is datt wohl zu kalt“; help me, diese Vorurteile; „Gib dem Kalla mal ne lange Hose!“ – bitter…). Geht schon irgendwie gut. Naja, je länger die erste Halbzeit dauert, desto trister wird´s, kaum Stimmung. Wird das geile Jahr 2002 so enden?

Nein, natürlich nicht, denn es gilt doch noch eine Idee von Werner Altegoer und Chefetagenrest zu bewundern; die „Stationettes“. Also eine 45-köpfige (!!!) VfL-Cheerleader-Gruppe. Solltet Ihr alle meine Texte gelesen haben, dann müsstet Ihr wissen, wie ich zu sowas stehe: ablehnend! Über Maskottchen und Cheerleader kann ich eigentlich nur lachen, alles reiner Merchandising-Scheiß, der die nicht stimmungsgewaltige Fankurve übertünchen soll. Hui, und jetzt geht´s ab. Das ist die mit Abstand stimmungsvollste Halbzeitpause meiner VfL-Karriere! Denn es scheint auch kluge Köpfe bei den „Ultras“ zu geben. Gegen Ende von Halbzeit eins verteilen sie schrille Pfeifen, am Anfang der Pause rollen sie ein großes Transparent aus („CHEERLEADER WOFÜR? DIE STIMMUNG MACHEN WIR!“). Zuerst wollen es die Security-Typen einrollen lassen, aber nein, sie lassen es hängen… Die armen Mädels laufen schließlich bei der Schweinekälte ein, tanzen in Richtung Haupttribüne – und siehe da… Die Stimmung ist total geteilt. Die eine Hälfte klatscht, so auch der Schreihals neben mir, was ihm ein schräges „Ey hör auf zu klatschen… Du willst doch nur wackelnde Möpse sehen!“ einbringt.

Die andere Hälfte pfeift den ganzen Auftritt sowas von in Grund und Boden, dass mein Trommelfell jetzt noch schmerzt. Bin mir sehr sicher, dass davon nichts in der Presse stehen wird, aber als die Ultras „FUSSBALL! FUSSBALL!“ anstimmen, befürchte ich kurzzeitig eine Massen-Schlägerei in der eigenen Kurve… Ruck, zuck ist der Auftritt dann aber vorbei und sind die Mädels verschwunden; und der „Steuersong“-Satz „Das ist ja das Geile an der Demokratie!“ fällt mir ein; denn die ach so geteilte Stimmung schlägt um in Versöhnung und in gnadenlose Unterstützung für die eigene Mannschaft. Seit dem Aachen-Spiel bin ich nicht mehr so heiser; und „Mirko“ und ich stellen schon früh fest: „Also wenn die das verlieren, sind wir nicht schuld!“ Klasse-Stimmung, und menschdumeinegüte, zu einem Tor reicht es noch. Thomas Christiansen köpft das 1:1 in der 76. Minute, aber mehr will nicht fallen. 23 Punkte nach dem Ende der Hinrunde; nennt mir einen VfL-Fan (außer mir… *hüstel*), der vor der Saison ernsthaft daran geglaubt hätte!?!

Denn mal raus…

aus dem Geschehen…

ein kurzes „Frohe Weihnachten Jungs“ in die Runde, letztmals 2002 die geliebte Phosphatstange-Pommes-Schranke im City-Grill – letztmals für fünf Wochen über verpatzte Tipps bei betandwin.de ärgern. Man sollte meinen, nach 213 Spielen würde es leicht fallen, eine fünfwöchige Pause zu beginnen; aber ich fange schon jetzt, keine drei Stunden nach dem Abpfiff, an, die ganze Scheiße zu vermissen.

Darf ich mir noch was für 2003 wünschen? Bitte, bitte den Klassenerhalt so schnell wie möglich; bitte, bitte das DFB-Pokalfinale in Berlin, da würd ich jeden Preis für zahlen; und dann bitte die Teilnahme am Uefa-Cup! Oh ja, das wär´s! Dazu noch ein paar Auswärtsfahrten, viele Tore und warme Gedanken, wenn „Bochum“ kurz vor dem Anpfiff über die Lautsprecher ertönt!

Wünsche Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Auf ein gutes neues Jahr!

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