3. März 2006 – VfL-Kickers Offenbach 0:1 – „-„

Am 3. März 2006 besuchte ich das Zweitliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und Kickers Offenbach – dass ich darüber wie folgt bloggte, hatte nichts mit Einfallslosigkeit zu tun…

So gehen (in der Reihenfolge) Überschrift, Unterzeile und Text dieses fußballerischen Desasters:

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3. Februar 2006 – VfL-LR Ahlen 3:0 – „Pflichtübung“

Am 3. Februar 2006 besuchte ich an einem nebligen Freitagabend das Zweitligaspiel zwischen Bochum und Ahlen. Naja, lest selbst.

Hier geht es zum Text, den ich „Pflichtübung“ nannte und mit der Unterzeile „Ein Abend, an dem ich mein Ehe-Gelübde ein klitzekleines bisschen bereue. Wann ist es endlich vorbei?“ versah:

Die SMS‘ aus dem Hinspiel liegen immer noch gespeichert in meinem Archiv auf dem Handy. Wenn dieses Bild nicht fürchterlich daneben wäre, würde ich sogar das Wort „verstauben“ einbauen.

Heute kommt LR Ahlen und – meine lieben Leser und Freunde – ich weiß gar nicht, was ich noch so schreiben soll. Immer dasselbe? Immer wieder, dass ich keine Lust mehr habe auf die zweite Liga? Immer wieder, dass mir die anderen Mannschaften und anderen Ergebnisse total egal sind? Immer wieder, dass es kaum noch Spaß macht, zumal mein Bruder (Brüssel) und Sam (beruflich in Brasilien) im Moment nicht mehr dabei sind? Immer wieder?

Freitagabend-Spiele sind ein Segen – in Liga zwei aber eher ein Fluch. Es ist so klasse, so schön, so romantisch, ins Flutlicht zu schauen, und – mit Glück – sogar noch in einen leichten Regenschauer, der das Fußballfeld dann in eine sehenswerte, filmreife Hollywood-Kulisse verwandelt, die jeden Fotografen fasziniert. Doch Anstoß 19 Uhr? Welcher normale Arbeiter soll das schaffen? Heute wieder; spät, ich höre mich Gerd anrufen und sagen: „Ich schaff es erst zur zehnten Minute! Halt was frei!“ Ein Bochum-Heimspiel ohne „Bochum“ von Herbert zählt eigentlich nur halb. Aber ein paar wichtige Ausleihen in der Uni-Bibliothek in Essen, eine Sprechstunde im selben Gebäude und vor allem die zweieinhalbstündige Sportausschuss-Sitzung im Mülheimer Rathaus hielten mich auf. 18.35 Uhr, die Spieler wärmen ihre kühlen Muskeln im mehr als eiskalten Winter schon längst auf, und ich sprinte durchs Forum in Mülheim. Schnell, schneller, am schnellsten, der Käseshop stinkt, der Chicken-Mc-Nuggets-Duft weht mit dem Bahnhofswind fast bis zu den Gleisen, doch der Regionalexpress hat Verspäääätung, scheiße, öfter mal was Neues, hilfe. 19 Uhr, Anstoß, immer noch irgendwo kurz vor Wattenscheid. Wobei: Ahlen ist seit drei Spielen ohne Gegentor, wir auch, zu Hause treffen wir kaum einmal vor der 75. Minute, da brennt schon nix an. Beeilen könnte sich der Zug trotzdem. Die Zeit vertreiben, irgendwie.

Handy rausholen, herumklicken; SMS-Archiv, da war doch was. 26. August, kurz nach meinem traumhaften Asien-Urlaub, kurz nach Ha-Long-Bucht, Mekong-Delta und Hanoi, und dann mitten in Ostwestfalen, 19.50 Uhr, SMS an MSV-Fan Helmut. „Das Spiel geht gar nicht. Das Stadion geht gar nicht. Ich bin einfach nur entsetzt.“ 21.16 Uhr, SMS an Gerd. „Ich hab die Schnauze so voll, ganz schlimm, wirklich.“ Ahlen gegen VfL 2:2, ich erinnere mich noch gut an diesen Ausflug, dieses Gegurke, dieses peinliche Gewurschtel im mehr als ausverkauften, engen Stadion mit schlechter Sicht. Dieses Auswärtsspiel wird nicht in meine VfL-Annalen eingehen. Ganz bestimmt nicht.

Boah, dauert es noch lang? Bochum Hauptbahnhof, zehn nach sieben. Letzte Woche sind hier in 4630 ein paar neue U-Bahn-Stationen eröffnet worden, dazu neue Linien. Sie blockieren das System, den Untergrund Bochums. Muss sich alles noch einspielen, jaja, 19.15 Uhr, wie steht’s? Keiner weiß es. Ein VfL-Fan mit der guten alten 80er-Jahre-Kutte, mit Vollbart und echter Vokuhila-Frisur benutzt scheinbar zum ersten Mal die 308? „Fährt die zum Stadion?“, fragt er und haucht mir eine fette Bierfahne ins Gesicht. Steht ja auch nur vorn auf dem Wagen, „Ruhrstadion“, aber egal. 19.21 Uhr, das Spiel ist anscheinend nicht so super. Draußen vor den Würstchenbuden bilden sich lange Schlangen, Sprechchöre gibt’s auch keine, weder von der einen noch von der anderen Seite, es hat etwas von Freundschaftsspiel-Atmosphäre. Schnell Kumpel Gerd gesucht, gefunden, Blick auf die Anzeigetafel. 23:30 Minuten rum, 0:0. Siehste.

„Irgendwas verpasst?“ „Nö!“ Habe keine Lust mehr auf die zweite Liga. Die anderen Mannschaften und Ergebnisse sind mir egal. Es macht kaum noch Spaß. Immer wieder.

Irgendwie geht dann auch der 20. Spieltag rum. Ein Spieler, mit dem keiner mehr gerechnet hat, geht ab wie ein Koalabär auf Dope. Erst das 1:0 durch Bechmann, dann noch das 2:0 durch Bechmann. Edu packt noch per Elfer das 3:0 drauf, das Ganze ist ein bisschen zu hoch gegen tapfere Ahlener, die bis zur 60. Minute wirklich gut gespielt haben. Aber wen interessiert’s? Mich nicht. Dass die Mannschaft nach dem Spiel nicht mehr die „Humba“ mitmachen möchte, ist wohl im Moment unser Hauptproblem. Sie verlangt etwas VfL-spezifisches und nichts bei Mainz abgeschautes. Und ich kann sie sogar gut verstehen. Zweite Liga, komische Liga, Schweineliga. Es sind Pflichtübungen für alle. Für die Spieler zuallererst. Wenn ich vergleiche, wie groß die Euphorie in Duisburg war im letzten Jahr. Ein Aufstieg in Sicht, endlich wieder erste Bundesliga, nach ein paar Jahren Pause. Die haben sich richtig gefreut über jeden Sieg. Und bei uns? Im Schnitt kommen 15.000 – wie in Duisburg auch, aber die Stimmung ist mäßig. Tja, und das ist so, weil wir Fans auch jedes Spiel nur als Pflichtübung betrachten. „Ihr könnt zurück in Euer Dorf“ ist der amüsanteste Sprechchor des heutigen Abends. Traurig, oder? Vergleicht meine vor Kreativität und Abwechslung sprühenden Bundesliga-Texte von Auswärtsfahrten nach Stuttgart, Bremen, Hamburg mit sowas hier, mit einem Text von einem Spiel gegen AHLEN. A – H – L – E – N !! Pflichtübungen auch für mich. Schreckliche Pflichtübungen, die eben nur richtig treue Fans miterleben. In guten wie in schlechten Zeiten. Gelübde fürs Leben.

Ein Stromausfall in Halbzeit zwei macht aus einem tristen Winterkick wenigstens noch einen halbwegs witzigen, denn 35 Minuten ohne Stadiondurchsagen, ohne 75 Prozent der Lampen unter der Tribüne, ohne Anzeigetafel, ohne Musik – das gab’s noch nie in meiner VfL-Karriere und das zwingt wenigstens zu ein bisschen mehr Lautstärke, um nicht gänzlich einzuschlafen. Und da stört das trist auch gar nicht mehr. Denn das Flutlicht ist so romantisch, es regnet sogar ganz, ganz leicht; und es ist eben ein klassischer Fußball-Freitagabend.

„Gut, dass in der 1. Bundesliga in der nächsten Saison auch wieder am Freitag gespielt wird.“ Das ist meine SMS für heute.

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Huntelaar – zum 20. und 21. Mal

Für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen berichtete ich über das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und 1899 Hoffenheim (3:1).

Zur Einzelkritik („Huntelaar war wieder der entscheidende Schalker“) geht es hier. Die Online-Version habe ich kurz vor dem Schlusspfiff an die Redaktion gemailt, die Print-Version für die Mo.-Ausgabe der Gelsenkirchener WAZ habe ich gekürzt und sprachlich geglättet. Die Noten vorab: Unnerstall (3)-Höwedes (3), Papadopoulos (3,5), Matip (3), Fuchs (4)-Jones (2), Holtby (2,5)-Farfan (2), Raúl (2,5), Draxler (2)-Huntelaar (1,5). Eingewechselt: Moravek (-), Pukki (-), Kluge (-).

Die Stimmen zum Spiel („Schalke-Trainer Stevens duldet keine Überheblichkeit“) findet Ihr hier – in der Mixed Zone blieben Horst Heldt, Lars Unnerstall, Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Julian Draxler stehen. Zudem gibt es die Aussagen der Trainer aus der Pressekonferenz.

Die Aussagen von Benedikt Höwedes könnt Ihr in einem aufgezeichneten Gespräch nachlesen – und zwar hier. Dieses „Interview“ erschien auch in der WAZ Gelsenkirchen („Schalke-Kapitän Höwedes lobt Jones und Farfan“).

Zu einer exklusiven Online-Geschichte über Klaas-Jan Huntelaar geht es hier („Schalke-Torjäger Huntelaar baut Superbilanz aus“)

 

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Glück und Luthe in der Nachspielzeit – 1:0

Exklusiv für DerWesten berichtete ich über das Zweitligaspiel zwischen dem VfL Bochum und Alemannia Aachen (1:0) – Friedhelm Funkels spannende Rückkehr ins Ruhrgebiet. Der Print-Kollege der WAZ Bochum wies auf meine Texte via Online-Link hin. In überaus anstrengenden Relaunch-Zeiten war dieses Fußballspiel eine schöne Abwechslung.

Zu meiner Einzelkritik („Luthe ist der Bochumer Held“) – abgeschickt mit dem Schlusspfiff – geht es hier. Die Noten vorab: Luthe (1) – Kopplin (4,5), Maltritz (4), Acquistapace (4), Ostzolek (4) – Kramer (4)  – Dabrowski (3,5), Federico (2,5) – Inui (3) – Ginczek (4), Chong Tese (3,5). Eingewechselt: Aydin (-), Azaouagh (-), Sinkiewicz (-)

Die gesammelten Stimmen zum Spiel gibt es hier („Freundliche Worte von Funkel für den VfL“).

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Immer wieder der Hunter

Für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen berichtete ich aus Karlsruhe über das DFB-Pokalspiel zwischen dem KSC und dem FC Schalke 04 (0:2) – zum Glück ohne Verlängerung. Vielen Dank Klaas-Jan Huntelaar! Dieses sonst recht trübe Gekicke werde ich nur aus zwei Gründen nicht vergessen. Erstens: Es war das 888. Fußballspiel, über das ich berichten durfte. Zweitens: Es wurde eine lange Nacht. Stichwort: Relaunch.

Zur Schalker Einzelkritik – abgeschickt mit dem Schlusspfiff (145 Zeilen für die Lokalausgabe Gelsenkirchen, online als Fotostrecke) – geht es hier. Die Noten vorab: Unnerstall (2)-Höwedes (4), Papadopoulos (4), Matip (3), Fuchs (3,5)-Höger (5), Jones (4)-Farfan (4), Raúl (4,5), Jurado (5)-Huntelaar (3). Eingewechselt: Holtby (4), Moravek (-), Pukki (-).

Zu einer Reportage über den vor drei Monaten noch umstrittenen 19-Tore-Huntelaar (in 17 Pflichtspielen) geht es hier („Warum Huntelaar für Schalke unverzichtbar ist“). Diese Geschichte erschien auch in der Freitag-Ausgabe auf der Gelsenkirchener Lokalsport-Seite – als Aufmacher.

Zu den gesammelten Stimmen („Schalke-Trainer Stevens lobt den KSC“) hier entlang.

Und hier entlang zu einem in der Mixed Zone aufgezeichneten Gespräch mit Manager Horst Heldt („Schalke-Manager Heldt lobt Unnerstall erneut“).

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