Für die WAZ Mülheim berichtete ich im Juni 2007 über das Spiel Helene Essen gegen Galatasaray Mülheim (1:4). Galatasaray rettete sich dadurch in der Relegation, ich raste vor dem Anpfiff in Essen in eine Radarfalle.
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Für die WAZ Mülheim berichtete ich im Juni 2007 über das Spiel Helene Essen gegen Galatasaray Mülheim (1:4). Galatasaray rettete sich dadurch in der Relegation, ich raste vor dem Anpfiff in Essen in eine Radarfalle.
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Für die WAZ Mülheim berichtete ich im Mai 2007 über das Kreispokalspiel RWS Lohberg gegen Galatasaray Mülheim.
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Im Rahmen meines Volontariats durfte ich den Redakteur der WAZ-Stadtteilausgabe Essen-Nord (u. a. mit den bundesweit bekannten Stadtteilen Altenessen, Katernberg, Stoppenberg, Karnap, Vogelheim) vertreten. Ich nahm auch härtere Themen ins Visier – und schrieb zum Beispiel einen Bericht über die Kindernotaufnahme „Spatzennest“ in Altenessen am 13. November 2007.
Im WAZ-Archiv ist dieser Text hier zu finden.
Kindernotaufnahme in Altenessen hat Tag und Nacht geöffnet und bietet 20 Kindern Platz. Die kommen überwiegend aus dem Essener Norden. „Im Süden sind die Mauern dicker”, glaubt Leiterin Martina Heuer.
Altenessen. Beruhigend wirkt der gemalte Delfin, der von der Wand grüßt. Ein kleiner Junge sitzt an einem kleinen Tisch davor und erledigt seine Hausaufgaben. „Fertig”, sagt er, steht auf, geht zu seinem Schrank und präsentiert Poster von Kinofilmen. „Simpsons”, „Ratatouille”, eben die Hits des Spätsommers.
Eine Familien-Idylle!? Nein. Der kleine sechsjährige Junge hat schon viel erlebt. Zu viel. Seit einem Jahr schon verbringt er Tag für Tag im „Spatzennest”, der Kindernotaufnahmedes Kinderschutzbundes an der II. Schichtstraße in Altenessen. Im Erdgeschoss steht Martina Heuer am Herd. Die Leiterin kocht höchstpersönlich. Spagetti stehen heute auf dem Speiseplan. Es ist sehr leise, eigentlich ungewohnt. Warum? Die meisten sind natürlich noch in der Schule. „Wir renovieren gerade”, sagt Heuer und überprüft die Wassertemperatur. Aus einem Büro wird gerade ein Schularbeitenraum.
Viel kann Martina Heuer erzählen. Es kommen Kinder von Alkoholikern; Kinder, die bei einem schweren Verkehrsunfall Vater und Mutter verloren haben und Kinder, die sexuell misshandelt wurden. „Jedes Mal”, verrät Martina Heuer, „ist es wieder schwer.” Oft werden Kinder von Amt und Polizei gebracht, manchmal klopfen sie auch selbst an. Tag und Nacht. Die meisten kommen aus dem Essener Norden, manchmal auch aus Borbeck oder Kray. Doch eine Tendenz muss das nicht sein. „Im Süden sind die Mauern dicker”, lautet Heuers mutige Behauptung. Sie schmeißt die Spagetti ins heiße Wasser und redet kurz mit dem Zivildienstleistenden. Der braucht ein bisschen Kleingeld für den Bauern, der Obst und Gemüse anliefert. „Wir versorgen uns hier selbst”, sagt Martina Heuer, bezahlt und bittet zu einem kleinen Rundgang.
Sie öffnet eine Tür und präsentiert den Spendenschrank mit Anziehsachen, Handtüchern, Tornistern, Spielzeug. Oft kommen die Kinder nur mit einer Plastiktüte in der Hand. „Leider verwechseln uns die Leute oft mit einem Recyclinghof. Wir müssen viel wegschmeißen”,erzählt Martina Heuer. Vor allem Spielzeug wie Puzzle kann das Spatzennest-Team immer gebrauchen. Manche Kinder seien aggressiv, sagt Heuer auf dem Weg in den kleinen Garten. „Sie gehen teilweise robust miteinander um. Zu Hause wurde ihnen viel abverlangt, manchmal nehmen sie uns Erwachsene als Stellvertreter. Sie spucken und schlagen.” Draußen schlagen nur Hasen. Und zwar Haken. Und sie blicken in die Herbstsonne.
Im Holzschuppen liegen Inliner. Sport ist sehr wichtig. Zwei der Jungen spielen Fußball bei einem Altenessener Verein. Noch sind die Spagetti nicht fertig. Im Obergeschoss befinden sich die Schlafräume der Kinder. „Manche bleiben eine Woche, manche länger.” Martina Heuer öffnet eine Zimmertür. Kontakte zu den Eltern sind durchaus vorhanden. „Die meisten Eltern sind einsichtig und Besuchskontakte deshalb möglich.” Aber nicht alle. Auch Freundschaften sollen bleiben: Wenn möglich besuchen die Kinder weiter ihren Kindergarten und ihre Grundschulklasse – ob in Kupferdreh oder Katernberg. Offiziell 5,2 Personen kümmern sich um den hilfsbedürftigen Nachwuchs – aufgeteilt auf viele halbe Stellen. „Nicht üppig”, sagt Martina Heuer.
Im Delfinraum sitzt der kleine Junge mit den beiden Postern und lacht. „Zu Weihnachten”, erzählt er begeistert, „kriege ich bestimmt einen Nintendo.” Im Erdgeschoss sind die Spagetti fertig. Gleich ist Schulschluss. Die Spatzennest-Kinder kommen nach Hause. Und haben Hunger. Das ist Alltag an einem nicht alltäglichen Ort.
Im April 2007 berichtete ich für die WAZ Mülheim über das Derby in der Bezirksliga zwischen dem Mülheimer SV 07 und dem TSV Heimaterde (1:4).
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Eine klassische Lokalzeitungs-Recherche. Ein Leser meldete sich in der WAZ/WR-Lokalredaktion Castrop-Rauxel am 17. August 2007 und beschwerte sich: „Mein Müll wird nicht abgeholt.“ Also setzte ich mich ans Steuer und ans Telefon…
Im Archiv von DerWesten gibt es diesen Text, den ich als Volontär verfasste, hier. Der Kommentar, den ich zum Thema schrieb, ist nicht mehr aufzufinden. Schade.
Gelbe Tonnen wurden an einzelnen Straßen am Mittwoch nicht geleert. Betroffene Bürger sind verärgert. EUV ist für Beschwerden nicht zuständig. Remondis nennt „urlaubsbedingte Gründe“.
Verärgert blickt Jürgen Kahl auf den Messenkamp. Vor jedem Haus in seiner Straße stehen die Gelben Tonnen. Mittwoch schon hätten sie geleert werden müssen. Doch jetzt ist Freitagmittag. „Das passiert jetzt zum zweiten oder dritten Mal. Was machen wir, wenn es stürmt und die Tonnen kippen um? Dann liegt der Müll auf der Straße verteilt.“ Jürgen Kahl ist nicht der einzige mit einem Müll-Problem. Auch Bewohner der Viktoria- und Cottenburgstraße sowie des Bookenweg meldeten gestern noch volle Tonnen.
Viele Beschwerden gehen beim EUV ein. Doch die Stadtbetriebe sind für die Leerung der Gelben Tonne gar nicht zuständig – sondern seit dem 1. Januar 2007 die Firma Remondis. „Beschwerden gibt es aber bei uns immer wieder“, sagt EUV-Mitarbeiter Thorsten Werth-von Kampen.
Die Firma Remondis bekam den Auftrag der Tonnen-Leerung von der Duales System Deutschland GmbH (DSD). Die ist für die Kommunen zuständig und schrieb den Auftrag zum 1. Januar neu aus. Unter den Bewerbern: Remondis, ein weltweit operierendes Unternehmen, und der EUV. Den Zuschlag bekam Remondis. „Mein Appell ist“, sagt Daniel Molloisch (SPD) aus dem Umweltausschuss, „dass der DSD versuchen soll, es bei den Kommunen anzusiedeln. Die kennen den Ort.“ Sein Vater Holke, ehemaliger Vorsitzender des Umweltausschusses, zählt zu den betroffenen Bürgern. „Das ist ein Ausdruck des Privatisierungswahns und ein Todesurteil für die stadteigenen Betriebe.“ Die DSD GmbH erklärt die Auswahl der Firma nüchtern. „Wir stimmen uns mit den Kommunen ab. Entscheidend ist die Wirtschaftlichkeit“, sagt Mitarbeiter Norbert Völl. „Von Beschwerden habe ich nichts gehört.“ Die landen eben beim EUV – nur sind sie dort völlig falsch.
Was sind die Gründe für die verspätete Leerung? Auch das Hotel Residenz in der Altstadt hat Probleme. „Uns wurde am Mittwoch an der Hotline mitgeteilt, dass es Fahrzeugschäden gab“, sagt eine Mitarbeiterin. Nach mehrfacher Anfrage unserer Redaktion an zwei Tagen äußerte sich Jutta Kersting aus der Remondis-Kommunikationsabteilung gestern um 14.35 Uhr schriftlich: „Am 15.08. kam es urlaubsbedingt zu einer Nichtleerung der gelben Tonnen. Die Leerung wurde heute nachgeholt. Andere Störungen sind uns nicht bekannt.“
Der Vertrag mit Remondis läuft noch bis Ende 2009. Dann wird neu verhandelt. Michael Werner, Vorstandsvorsitzender des EUV, will alle Beschwerden an den DSD weiterleiten. Er kann Remondis nicht verstehen: „Nach mindestens einem Quartal sollten doch die Probleme abgestellt sein.“
Bürgern wie Jürgen Kahl sind die Hintergründe egal. Sie wollen einfach nur eine pünktliche Leerung.