Rot für Höwedes – 0:1

Aus Stuttgart berichtete ich für DerWesten und die WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen über das Bundesligaspiel VfB Stuttgart gegen FC Schalke 04 (1:0) in der Saison 2010/2011.

Zur Schalker Einzelkritik geht es hier.

Zu einer Geschichte über schimpfende Schalker geht es hier.

Die Stimmen zum Spiel – hier.

Hier geht es zu einem in der Mixed Zone aufgezeichneten Gespräch mit Benedikt Höwedes, die die Rote Karte gesehen hatte.

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1611 Sportveranstaltungen

Dass ich in meiner journalistischen Laufbahn seit 1993 über 1361 Fußballspiele berichtet habe, könnt Ihr ausführlich hier nachlesen.

Doch wie sieht es mit den anderen Sportarten aus? Auch dazu habe ich – ich sag nur: Graf Zahl – in meine Archive geschaut und eine Zahl herausgekramt.

Dabei kommt eine erstaunliche Gesamtzahl heraus. In rund 32 Jahren Journalismus seit 1993 habe ich bisher über 1611 Sportveranstaltungen berichtet – live vor Ort, und ich war jeweils von der ersten bis zur letzten Minute anwesend. Dazu kommen natürlich viiiele, viiiiele Interviews, Reportagen, Vorberichte, „reintelefonierte“ Berichte von Auswärtsspielen, Recherchen, Termine und, und, und…

Saison 1996/97

6 Handballspiele – 4 Spiele VfR Saarn, 1 Spiel Styrum 06, 1 Spiel RSV-Frauen

Saison 1997/98

4 Handballspiele – 2 Spiele SG MTV/Rot-Weiß II, 1 Spiel VfR Saarn, 1 Spiel DJK Styrum 06

1 Ringkampf – 1 Kampf KSV Styrum

1 Squashspiel – 1 Spiel SC Hot Socks

1 Hockeyspiel – 1 Spiel KHTC, 1 Spiel HTC Uhlenhorst II

Saison 1998/99

11 Handballspiele – 5 Spiele VfR Saarn, 2 Spiele HSV Dümpten, 1 Spiel DJK Styrum 06, 1 Spiel SG MTV/Rot-Weiß, 1 Spiel SG MTV/Rot-Weiß II, 1 Spiel SG MTV/Rot-Weiß II

3 Ringkämpfe – 3 Kämpfe KSV Styrum

Saison 1999/2000

6 Handballspiele – 3 Spiele VfR Saarn, 2 Spiele HSV Dümpten, 1 Spiel RSV (Frauen)

3 Hockeyspiele – 2 Spiele HTC Uhlenhorst II, 1 Spiel HTC Uhlenhorst (Frauen), 1 Spiel Kahlenberger HTC II

1 Squashspiel – 1 Spiel SC Hot Socks

5 Ringkämpfe – 5 Kämpfe KSV Styrum

 Saison 2000/01

12 Handballspiele – 6 Spiele SG MTV/Rot-Weiß, 3 Spiele HSV Dümpten, 2 Spiele DJK VfR Saarn, 3 Spiele DJK Styrum 06

5 Hockeyspiele – 4 Spiele HTC Uhlenhorst II, 4 Spiele Kahlenberger HTC

5 Ringkämpfe – 5 Kämpfe KSV Styrum

 Saison 2001/02

16 Handballspiele – 11 Spiele SG MTV/Rot-Weiß, 10 Spiele HSV Dümpten, 9 Spiele DJK VfR Saarn, 3 Spiele DJK Styrum 06, 1 Spiel RSV (Frauen)

4 Ringkämpfe – 4 Kämpfe KSV Styrum

5 Hockeyspiele – 2 Spiele HTC Uhlenhorst, 2 Spiele HTC Uhlenhorst II, 1 sonstiges Spiel

 Saison 2002/03

14 Handballspiele – 5 Spiele DJK VfR Saarn, 4 Spiele SG MTV/Rot-Weiß, 4 Spiele HSV Dümpten, 3 Spiele RSV (Frauen)

7 Ringkämpfe – 7 Kämpfe KSV Styrum

 Saison 2003/04

20 Handballspiele – 7 Spiele RSV (Frauen), 7 Spiele DJK VfR Saarn, 5 Spiele SG MTV/Rot-Weiß, 4 Spiele HSV Dümpten

6 Ringkämpfe – 6 Kämpfe KSV Styrum

3 Hockeyspiele – 1 Spiel HTC Uhlenhorst, 1 Spiel HTC Uhlenhorst II, 1 Spiel HTC Uhlenhorst (Frauen)

 Saison 2004/05

18 Handballspiele – 6 Spiele HSG Mülheim, 4 Spiele DJK VfR Saarn, 4 Spiele HSV Dümpten, 3 Spiele RSV (Frauen), 2 Spiele SG Styrum/Dümpten

6 Ringkämpfe – 6 Kämpfe KSV Styrum

4 Hockeyspiele – 2 Spiele HTC Uhlenhorst (Frauen), 1 Spiel Kahlenberger HTC, 1 Länderspiel

 Saison 2005/06

23 Handballspiele – 7 Spiele HSG Mülheim, 7 Spiele HSV Dümpten, 6 Spiele DJK VfR Saarn, 5 Spiele SG Styrum/Dümpten, 1 Spiel RSV (Frauen)

1 Ringkampf – 1 Kampf KSV Styrum

5 Hockeyspiele – 2 Spiele Kahlenberger HTC, 1 Spiel HTC Uhlenhorst, 1 Spiel HTC Uhlenhorst II, 1 Spiel Kahlenberger HTC (Frauen)

1 Football-Spiel – 1 Spiel Shamrocks (Frauen)

 Saison 2006/07

24 Handballspiele – 8 Spiele HSG Mülheim, 8 Spiele HSV Dümpten, 5 Spiele DJK VfR Saarn, 5 Spiele SG Styrum/Dümpten, 1 Spiel RSV (Frauen)

2 Hockeyspiele – 2 Spiele HTC Uhlenhorst (Frauen)

2 Football-Spiele – 2 Spiele Shamrocks (Frauen)

Saison 2008/09

1 Boxkampf – Vitali Klitschko – Samuel Peter – Sieg Klitschko durch K.o.

Saison 2017/18

Super Bowl LII: Philadelphia Eagles – New England Patriots 41:33

Saison 2018/19

Oakland Raiders – Seattle Seahawks 3:27 – NFL / London Game

Los Angeles Rams – Seattle Seahawks 36:31 – NFL / Week 8

Seattle Seahawks – Green Bay Packers 27:24 – NFL / Week 9

Saison 2022/23

Tampa Bay Buccaneers – Seattle Seahawks 21:16 – NFL / Munich Game – das erste in Deutschland

 Zusammenfassung

1361 Fußballspiele – siehe hier

5 NFL-Spiele

154 Handballspiele – 51 Spiele DJK VfR Saarn, 44 Spiele SG MTV/Rot-Weiß bzw. HSG Mülheim, 44 Spiele HSV Dümpten, 21 Spiele DJK Styrum 06 bzw. SG Styrum/Dümpten, 18 Spiele RSV (Frauen), 7 Spiele SG MTV/Rot-Weiß II bzw. HSG Mülheim II, 1 Spiel SG MTV/Rot-Weiß III bzw. HSG Mülheim III

34 Ringkämpfe – 34 Kämpfe KSV Styrum

26 Hockeyspiele – 11 Spiele HTC Uhlenhorst II, 8 Spiele Kahlenberger HTC, 4 Spiele HTC Uhlenhorst, 4 Spiele HTC Uhlenhorst (Frauen), 1 Spiel Kahlenberger HTC II, 1 Spiel Kahlenberger HTC (Frauen), 1 Länderspiel, 1 sonstiges Spiel

2 Squashspiele – 2 Spiele SC Hot Socks

30 sonstige Veranstaltungen – Sportkegeln, Boxen, Radsport, Tennis, Volleyball, Turnen, American Football, Leichtathletik

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Was ein Grüngürtel ist

Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Dezember 2007 und Januar 2008 (als das erste iPhone erschien) den Duisburger Norden kennenlernen – heißt: die Stadtteile Marxloh, Walsum, Hamborn, Bruckhausen, Meiderich …

Dabei besuchte ich am 22. Januar 2008 eine hitzige Diskussion zum Thema „Grüngürtel“ in Duisburg-Bruckhausen.

Zum Text im Archiv von DerWesten geht es hier.

Rafael Nikodemus hat es nicht leicht. Im Sekundentakt schnellen die Finger in die Höhe. Es geht um ein Wort mit 16 Buchstaben: Sanierungsbeirat. Den will Nikodemus als Sprecher des Runden Tisches Bruckhausen im Haus der Evangelischen Gemeinde 80 Bewohnern näherbringen.

Schwierig ist das nicht. Was ein Sanierungsbeirat ist, wissen die Bruckhausener schnell. Vertreter der Gruppen Mieter, Eigentümer, Gewerbetreibender und Netzwerke sollen im Beirat das Projekt Grüngürtel begleiten. „Der Sanierungsbeirat organisiert sich selbst“, sagt Nikodemus. „Gibt es dazu Fragen?“

Die gibt es. Doch zunächst keine zum Thema Beirat. Das eigene Schicksal berührt die Bürger: Muss ich umziehen? Wann? Wer sind die Gutachter? Immer wieder beruhigt Nikodemus, weist auf Sprechstunden des Stadtteilbüros hin. „Ich verstehe die Wut, die einigen auf der Seele brennt. Aber es geht um den Beirat“, sagt Nikodemus.

Erst nach einer halben Stunde lassen sich die Bruckhausener auf dieses Thema ein. Özay Karabulut von der Interessengemeinschaft gegen den Grüngürtel (IGG) meldet sich. Sein Beitrag wird mehrfach von Beifall unterbrochen. „Wer behauptet, dass das eine Sanierung ist, soll im Duden nachschauen. Das ist keine Sanierung, sondern Abriss“, sagt er. Die Diskussionsteilnehmer ringen um Verfahrensfragen. Wer wird wann aufgestellt? Aus welchem Stadtviertel Bruckhausens kommen wie viele Teilnehmer in den Beirat? Viele Beiträge, keine Ergebnisse. Am 11. Februar gibt es die nächste Veranstaltung. Bis dahin haben alle Zeit, sich Gedanken zu machen.

Auch über die Schlussworte. „Am Ende entscheidet nicht der Sanierungsbeirat, sondern die Politik“, sagt Rainer Bartel vom Bauamt. Karabulut entgegnete: „Dann besteht die Gefahr, dass die Leute demotiviert sind.“ Nach 90 Minuten beendet Nikodemus die Diskussion. Fortsetzung folgt.

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Interview mit meinem Bruder

Tja, im Januar 1996 war ich noch frech. Sehr frech. Als noch nicht einmal 18-Jähriger interviewte ich für eine Aufmacher-Geschichte über die neuen Regeln bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft für die Mülheimer Woche meinen Bruder, der mit dem A-Kreisligisten SV Raadt an eben diesem Turnier teilnahm. Ab (…) wurde der Text mit weiteren Regeländerungen fortgesetzt, ohne Zitate meines Bruders. Daher erspare ich Euch diese Zeilen.

Vor dem Beginn der jeweiligen Gruppenspiele der Stadtmeisterschaften im Hallenfußball erinnerten die Vorsitzenden der Fachschaft Fußball an die Regeln, die sich geändert haben. Diese haben vor allem Auswirkungen auf den Torhüter. Wie sieht dies ein Betroffener? Die MW sprachen mit Torwart Thomas Ernst vom Kreisligisten SV Raadt.

„Hallenfußball hat nur den Sinn, möglichst spektakulär zu sein“, meint Ernst. „Der Torwart darf seinen Torraum nur noch zur Abwehr eines Balles verlassen. Er darf nicht mehr mitstürmen.“ Wenn aber, so Thomas Ernst, Torhüter mitstürmten, „fallen mehr Tore, und es gibt viele brisante Aktionen.“

Aus dieser neuen Regel, so Ernst, resultierten zwei Platzverweise, die unlängst ausgesprochen wurden. Die Torhüter Mohamed Ali Abdelhafid (VfB Speldorf) und Jens Steinmetz (Saarn) hätten außerhalb des Torraums durch ungestümes Herauslaufen foul gespielt und die Rote Karte gesehen. Für Thomas Ernst eine klare Sache: „Durch den Zwang, im Torraum bleiben zu müssen, ist es für Torhüter viel schwieriger, Steilpässe abzufangen.“

Zur Veränderung der Rückpassregel, die auch im letzten Jahr schon praktiziert wurde, meint Thomas Ernst: „Dadurch werden Torhüter ständig gezwungen, als Feldspieler zu agieren. Durch die andere Regel wird es ihm aber gleichzeitig verboten. Das ist widersprüchlich.“ Für Torhüter sei zumindest die erste der neuen Regeln nicht positiv.

Auch prominente Trainer unterstützen die „Schnapper“. So meint Dirk Pusch, Trainer des Landesligisten Vatan Spor: „Man sollte den Torwart mitstürmen lassen.“ Gerade sein Keeper Paco Lopez hatte die Fans immer mit Kabinettstückchen unterhalten.

(…)

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50 Jahre Jugendhilfe Hamborn

Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Dezember 2007 und Januar 2008 (als das erste iPhone erschien) den Duisburger Norden kennenlernen – heißt: die Stadtteile Marxloh (mitten im Zentrum liegt die Redaktion…), Walsum, Hamborn, Bruckhausen, Meiderich …

Dabei beschäftigte ich mich am 11. Januar 2008 mit der „Jugendhilfe Hamborn“. Ein kurzer Text erschien auch im WAZ-Hauptteil auf der Seite „Rhein-Ruhr“.

Zum Text im Archiv von DerWesten geht es hier.

Die „Jugendhilfe Hamborn“ gibt es seit 50 Jahren. Der Verein beschäftigt sich mit der Resozialisierung von straffällig gewordenen Jugendlichen und bewilligt finanzielle Unterstützung für Präventivangebote.

Niemand hört dieses Wort gern. Acht Buchstaben, die den Satz „Ich habe Mist gebaut“ zusammenfassen.

 „Schuldig!“

Auch Jugendliche werden schon straffällig. Für ihre Resozialisierung fühlt sich die „Jugendhilfe Hamborn“ seit 50 Jahren zuständig. Ein halbes Jahrhundert Kampf gegen Jugendkriminalität liegt hinter den Mitgliedern – doch die Arbeit der Vereins ist angesichts aktueller bundesweiter Diskussionen wichtiger denn je.

Raum 127 im Hamborner Amtsgericht. Das ist die Kantine. In einem Nebenzimmer erhebt Karl Hülsmann ein Glas. Gefüllt mit Sekt. Auf dem Tisch stehen Schnittchen und Gulaschsuppe. Hülsmann begrüßt 20 Gäste zu einer kleinen Feierstunde und erhebt seine Stimme. „Das hier“, sagt Hülsmann, „ist ein historischer Ort. Hier wurde am 27. Dezember 1957 der Verein gegründet.“ Der damalige Jugendrichter Dr. Wagner hatte die Idee, jugendlichen Straftätern mit Projekten die Resozialisierung zu ermöglichen.

Im Laufe der Zeit bauten die Mitglieder den Verein immer weiter aus. Finanziert wird er über die verhängten Bußgelder. „Sie fließen direkt wieder in den Kampf gegen die Jugendkriminalität“, sagt Hülsmann, seit 32 Jahren Mitglied, zurzeit 2. Vorsitzender. Zuletzt gingen die Einnahmen aber nach unten. „Die Zahl der Straftaten bleibt konstant. Aber aus ökonomischen Gründen werden die Bußgelder geringer und deshalb sinken unsere Einnahmen.“ Einst hatte die Jugendhilfe 80 000 DM zur Verfügung – 2007 waren es „nur“ 17 000 Euro.

Doch auch mit dieser Summe unterstützte der Vorstand etliche Projekte. Bei regelmäßigen Treffen werden die zahlreichen Anträge bearbeitet. Neulich flatterte einer der „Duisburger Werkkiste“, die sich mit Schulabbrechern beschäftigt, auf den Schreibtisch. „Sie wollte eine sozialpädagogische Maßnahme auf dem Ijsselmeer veranstalten“, sagt Hülsmann. Der Vorstand entschied: Das ist eine sinnvolle Präventivmaßnahme und stellte 2000 Euro zur Verfügung.

Doch es gibt auch eigene Kurse wie Anti-Aggressions-Training, Wohnprojekte für Entlassene, Bereitstellung von Paddelbooten für Freizeiten. „Wenn die Richter ein Urteil treffen, dann oft mit der Auflage, dass die Jugendlichen an unseren Maßnahmen teilnehmen müssen“, erklärt Kassenwart Jürgen Reim. „Erziehungscamps“ im Kleinformat.

Solche Camps fordern bundesweit Politiker. „Ich will nichts verniedlichen, aber einige von den Forderungen setzen wir seit vielen Jahren um“, sagt Hülsmann. Jürgen Reim ergänzt: „Die bestehenden Gesetze reichen völlig aus.“ Einschränkung: Einen „Warnschuss-Arrest“ nach einer Bewährungsstrafe halten sie für sinnvoll. „Viele Jugendliche verlassen nach einer Strafe zur Bewährung das Gericht und denken: Freispruch!“

Nach einer fünfminütigen Rede führt Hülsmann endlich das Glas zum Mund und trinkt. 50 Jahre sind geschafft. Aber die Arbeit ist noch lange nicht beendet.

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