7. August 2005. 20. Urlaubstag. Vietnam. Hanoi. Ha-Long-Bucht.

Meinen Sommerurlaub 2005 verbrachte ich mit dem Rucksack auf dem Rücken in Südostasien – in Bangkok und Vietnam, allein. Während dieser vierwöchigen Reise führte ich ein Tagebuch und veröffentlichte es direkt auf meiner Homepage. Einige dieser Einträge habe ich “digitally remastered” und veröffentliche sie nun neu.

Dieser hier trug auf meiner “ersten” Homepage die Überschrift “Lou Reed lässt grüßen” und stammt von meinem 20. Urlaubstag, den ich im Norden Vietnams verbrachte. Es war der intensivste Tag dieses Abenteuertrips in Südostasien, der mich von Hanoi in die wundervolle Ha-Long-Bucht führte und alles beinhaltete: Abenteuer, Landschaften, Bekanntschaften.

Jetzt endlich rein in den Text vom 7. August 2005:

„Lasst mich heute gar nicht lange drumherum reden. Lasst es mich ohne einen Versuch eines womoeglich einigermassen kreativen “Vorspanns” sagen. Ich hatte 19 aufregende Tage, spannende Tage, mit vielen Erlebnissen, Massen an Leuten, die ich kennenlernen durfte, vielen Erfahrungen, die ich sammeln konnte und die mir in meinem weiteren Leben bestimmt weiterhelfen. Aber das heute –  ja, so wahr ich gerade auf den Strand von Cat Ba Island blicke, aus meinem Fenster in der ersten Etage des Hotels – das heute war das Nonplusultra, der Hoehepunkt, das Highlight, das/der Curry auf der Wurst. Besser kann ein Urlaubstag nicht sein. “Just a perfect day”, hauchte Lou Reed einst ins Mikrofon (ein oft genannter Liedtitel auf dieser Homepage). Ein Song, der den “Trainspotting”-Soundtrack fast zu einer Oper komplettieren liess. “Perfect day” wird heute Abend, gleich, bevor ich den Lichtschalter auf “Aus” betaetige, meinen Tag abrunden. So ein Scheiss, jetzt habe ich doch drumherum geredet.

So ein Scheiss. Schon wieder auf einen Bus warten. “Stehen Sie um 6.30 Uhr auf”, hat der Typ an der Rezeption fast im Befehlston gesagt, gestern Abend noch. Damit ich bis 7.30 Uhr fertig bin mit dem Fruehstueck und sofort in den Bus Richtung Ha-Long-Bucht einsteigen kann. Wann war ich fertig mit meinen zwei Toastscheiben (wenigstens getoastet) und den fuenf Melonenscheiben? 7.15 Uhr. Und wie spaet ist es jetzt? Kurz vor acht. Sinhcafe ist rund um Saigon wirklich um Laengen besser organisiert und deutlich zuverlaessiger. Naja, waehrend der Typ von der Rezeption vietnamesische Soaps guckt, so frueh am Morgen, bleibt mir genug Zeit, um im Reisefuehrer die Entstehungsgeschichte der vielfach hochgelobten, von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannten Bucht (Erbe ist hier uebrigens fast alles, wie mir scheint) nachzulesen. Die Ha-Long-Bucht liegt 160 Kilometer oestlich von Hanoi und besteht aus ueber 3000 Inseln, meist Felsen mit durchaus ueppiger Vegetation. “Ha Long” heisst aufsteigender Drache, und die Landschaft entstand – so die Sage – als ein Drache den Vietnamesen beim Kampf gegen den Feind half und mit dem Schwanz die Berge spaltete. Nuechtern und streng wissenschaftlich betrachtet ist aber in den letzten Millionen Jahren das Kalkgestein an der Kueste “nur” vom saeurehaltigen Wasser zersetzt worden. Es bildeten sich Spalten und Kluefte, in denen das Wasser versank und immer noch versinkt. Durch die hoeheren Temperaturen schritt und schreitet der Stoffumsatz eben schneller voran als ueberall sonst auf der Welt.

Kapiert? Noe? Ich muss es auch einfach live sehen. Es soll so spektakulaer sein, so einzigartig, noch keine negative Stimme ueber diese Tour gehoert; zwei Tage nur; “viiiiel zu wenig” sagten alle, denen ich das hier erzaehlt habe. Aaaah, der Bus kuett…

Es ist ein Mini-Bus, 16 Sitze, der in ganz Hanoi Leute einsammelt. Irgendwo im “French Quarter” steigt eine fuenfkoepfige Familie zu, vom ersten Moment an unverkennbar aus Sueddeutschland, vermutlich Schwaben. Sie erkennen mich “Gleichsprachigen” am VfL-Trikot (das ich heute natuerlich doppelt gerne und dreifach so stolz trage) und ein interessantes Gespraech entsteht. Die Kinder, zwischen 7 und 15, heissen Josephine, Hannah und Felix, und zwar genau in dieser Alters-Reihenfolge, sie reden ihre Eltern mit den Vornamen Jochen und Ulrike alias Uli an. Die Eltern erzaehlen von ihren zahlreichen Reisen, als die Kinder noch nicht geboren waren, zum Beispiel von ihrem dreimonatigen Aufenthalt in Indien, als es nicht moeglich war, zu Hause anzurufen, nicht einmal, um der Mama zum Geburtstag zu gratulieren. “Und heute”, sagt Jochen, “kann ich hier in Vietnam im Internet die ‘taz’ lesen.” Hoerthoert, fuer Schwaben machen sie einen knallermaessig alternativen Eindruck. Wir reden ueber den Kommunismus, der hier ja laut Staatsform noch immer existiert. Nein, vielmehr darueber, dass er in Vietnam so ganz und gar nicht praesent ist. Kaum Parolen auf Waenden und Haeusern (vielmehr sehr viele Plakate, die auf die Aids-Gefahr hinweisen und Kondome “ans Herz” legen), keine finster dreinblickenden Soldaten, nichts Graues – dafuer ist dieses landschaftlich faszinierende Land viel zu bunt. Naja, so mancher sozialistische Wohnblock steht hier rum, Ho Chi Minh ist ohnehin in allen Formen praesent (das ist in Europa und den USA kein ehemaliger Staatschef). Und es gibt weder Mc Donalds noch Burger King. Das ist ein sehr sicheres Zeichen, dass der Kapitalismus noch nicht angekommen ist in diesem Land. An meinem 20. Reisetag spiele ich erstmals den Tippgeber, denn die Schwaben sind gerade erst angekommen und reisen von Hanoi nach Saigon. Ich erzaehle von Hue, Hoi An, spucke auf Nha Trang, fasse das aber mit den Worten “grossartiges Reiseland” zusammen. Wenn auch am Anfang etwas gewoehnungsbeduerftig, wie in in einem Nebensatz noch anmerken muss – vor allem, was die vielen Mofas angeht. Und ans Fruehstueck habe ich mich immer noch nicht gewoehnt.

Himmelarschundzwirn, ist das chaotisch organisiert. Um 9.40 Uhr halten wir vor einer total haesslichen Markthalle mit allerlei Geschaeften – so wie alle Minibusse (so um die 25 werden’s sein – mit dem Ziel Ha-Long-Bucht. Ein unglaubliches Gedraenge und Durcheinander. Mit viel Glueck finde ich meinen Bus wieder, als es nach 45 Minuten “Let’s go” heisst. Die Fahrt geht durch die Vororte Hanois, die ineinander ueberzugehen scheinen, durch Vietnams viertgroesste Stadt Haiphong bis nach Ha-Long-Stadt. Die liegt auf dem Festland und besteht aus einigen nebeneinander liegenden Doerfern. Dort heisst es ein zweites Mal “Alle aussteigen!!!” und der Fahrer uebergibt uns anderen Guides. Im Hafen stehen mehrere Boote nebeneinander, und unsere Busbesetzung wird anscheinend wahllos und wild verteilt. Wer behaelt da den Ueberblick?? Die schwaebische Familie bleibt drei Tage in der Bucht und kommt in ein anderes Boot. Tschoeoeoeoe! Um Punkt 12 Uhr, als es zu donnern beginnt und ich erstmals nach einer Woche wieder Regentropfen sehe und spuere (32 Grad sind trotzdem), schmeisse ich mein Gepaeck in den Speisesaal eines dieser Boote, auf das ich hinaufgelotst wurde, warum auf immer. Oben befindet sich das Aussichtsdeck, unten die Zimmer. Dabei hatte ich mich fuer eine Uebernachtung im Hotel entschieden!?! Egal!

Noch sind die Felsen lediglich am Horizont zu erkennen, der Hafen ist noch praesenter. Das hier ist uebrigens Vietnams Kohleregion, wie ich nachgelesen habe, heute Morgen im Hotel – und das moegen wir Ruhrpottler doch besonders. Die Schiffscrew deckt zum Mittagessen (inklusive!) auf. Ich werde an den Tisch zweier englischer Paerchen gebeten, die Herren (Roger und Marshal) sind in Rente, die Frauen (Becky und Lizzy, ganz klassisch) waren ohnehin nur fuer Haushalt und Kinder zustaendig. Aber alle sehr nett. Ein bisschen nervoes bin ich, weil meine Englisch-Kenntnisse fuer diese Art der Konversation (mit absoluten Profis) definitiv nicht ausreichen. Aber um mich ueber das Fruehstueck zu beschweren, reichen meine Vokabeln. Das Mittagessen hingegen ist gigantisch. Jeder der Fuenfer-Tische bekommt viele Schuesseln, ob Reis, Huehnchen, Gemuese, Sossen, Fisch, Seafood – jeder schlaegt zu. Unfassbar. Mitten im Regen, der wie ein Vorhang fuer das Theaterstueck des Jahrzehnts wirkt, tauchen erste Kalktuerme auf. Es wird klasse. Es wird. Bestimmt.

Puenktlich zum letzten Bissen klart der Himmel auf und die ganze wunderbare Pracht liegt vor uns, neben uns, fast ueber uns.

Es ist grossartig.

Nicht zu beschreiben.

Maerchenhaft, zu schoen, um wahr zu sein, fantastisch, unglaublich. Wir setzen uns auf Liegestuehle oben auf dem Deck, platzieren unsere nackten Fuesse auf dem Gelaender und schauen. Das ist besser als Fernsehen. Tausendfach. Besser als fast alles. Wuerde ich noch trinken, ich haette in diesen Momenten einen Schnaps gebraucht. Einen guten. Den besten. Das sind die Stunden, fuer die du dich ein ganzes Jahr lang abrackerst. Das sind die Minuten Urlaubs-Gaensehaut, die dir keener mehr nehmen kann, das sind die Sekunden, die im Alltag nichts zu geben vermag. Mal verharrt das Boot auf derselben Stelle, mal bewegt es sich leise inmitten dieser 3000 kleinen Berge. Hier leben aufgrund der Vegetation viele seltene Tierarten, sogar Hochseefische. Hoffentlich bleibt das auch so, trotz der Touriboote, die schon jetzt zahlreich fahren. Ich befuerchte Schlimmes, denn bald kommen bestimmt die Expressboote und Wasserski-Spezialisten. Hilfe. Es klingt fast wie im Zoo hier, so laut zirpt, quietscht, pfeift und bruellt es. Doch es ist real. Natur. In kleinen Felsluecken sind Fischerfamilien zu sehen, die seit Jahrzehnten hier leben. Und es geht um die Kurve und nochmal, und es bleibt immer spektakulaer, brilliant. Das schreit nach Pink Floyd und Foo Fighters’ “Everlong”, mein Lied fuer besondere Momente. Zwei Paerchen haben “Kajak fahren” mitgebucht. Sie werden aufs Wasser gelassen, unser Guide springt zum Schwimmen hinterher. In einem anderen Boot 200 Meter weiter haengen durchweg junge Leute ab. Sie haben eine andere der zahlreichen Varianten gebucht, naemlich ein tagelanges Bootleben. Rechts von uns liegt ein Strand. Und ins Innere der Felsen werden wir auch gelassen, naemlich in die Hang-Thien-Cung-Hoehle voller effektvoll angestrahlter Stalagmiten und Stalaktiten.

Diese Hoehle durchquere ich mit einem aussergewoehnlich netten australischen Paar, das aber kein Paar mehr ist – und trotzdem noch gemeinsam verreist. Sie duesen ebenfalls von Hanoi nach Saigon und sind noch am Beginn der Reise. Ich erzaehle ihnen, dass die Bucht ein bisschen was von Norwegens Fjordlandschaft hat. Aber eben nur ein bisschen. Die Beiden steigen in der Liste meiner Urlaubsbekanntschaften von Null auf Eins. Ihnen gebe ich meine Mail-Adresse und ich erhalte tausendprozentig eine Antwort. Wieder auf dem Boot schuetten sie – als haetten sie meine Gedanken gelesen – sich einen Schnaps ein. Und mir gleich mit. In einem unbeobachteten Moment tausche ich ihn gegen Wasser aus. Abzulehnen bringe ich nicht uebers Herz. Yeah, ich habe gute Freunde in Australien. Wenn das kein Grund ist…

Um 17 Uhr werden wir aber jaeh getrennt. Ausser mir pennen alle auf dem Schiff (ich sag’s ja: 1000 Moeglichkeiten), manche – wie die Australier – bleiben drei Tage. Ich werde ein letztes Mal abgeschoben, steige um auf hoher See. Gleich sechs Leute, vier Briten und zwei Australier, stehen an der Bruestung und rufen: “Bye Andy!” “Bye, my friend”, ergaenzt der Australier. Ein Moment zu schoen um zu heulen.

Den Rest des Tages nehme ich nach dieser Urlaubs-Sternstunde kaum noch wahr. Auf Cat Ba Island, der groessten Insel der Bucht, ist das Hotel das schlechteste des Urlaubs, das Abendessen nur mehr als durchschnittlich, die Internet-Cafes alle unglaublich langsam, die Klimaanlagen laut und hier gibt es keine Geldautomaten, so dass ich mir auf der Rueckfahrt morgen kaum noch ein Wasser leisten kann. Telefonisch lasse ich mich am 20. Tag erstmals ausfuehrlich und in aller Breite ueber die beruflichen Geschehnisse in Muelheim informieren. Ein leichter Hauch von Alltag.

An Tagen wie diesen ist all das egal, spielt keine Rolle. An Tagen, an denen ein weiterer “Happy Place” auf meine Liste kommt. Solche Traumziele, an die jeder in den suessesten Traeumen zuerst denkt und dann, wenn zu Hause gar nichts zu gelingen scheint. Davon gibt es nicht viele. Bei mir ist es Bochumer Ruhrstadion, klar. Und im Ausland das Nordkapp und der Geirangerfjord, jeweils in Norwegen, Israels Davidsquelle am Toten Meer, das Rote Meer in Aegypten, Stockholm in Gaenze sowie einsame Seen in Finnland und Schweden.

Und nun auch die Ha-Long-Bucht.

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Versöhnlicher Abschluss

Für die Mülheimer Woche berichtete ich im Dezember 1995 über das Landesligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und dem VfB Bottrop (3:0). Einige Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind korrigiert. Ab (…) wurde der Text mit einer Vorschau aufs nächste Spiel und ein paar Zeilen über Vatan Spor fortgesetzt, die ich nicht mitkopiere:

Einen versöhnlichen Abschluss der Hinrunde in der Fußball-Landesliga boten die Spieler der Mülheimer Klubs ihren Fans. Sowohl der VfB Speldorf als auch Vatan Spor gewannen die Spiele am letzten Sonntag. (…)

Im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres 1995 gelang dem VfB Speldorf ein souveräner 3:0 (2:0)-Erfolg über den VfB Bottrop. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Sterkrade 06/07 schlossen die Grün-Weißen damit die erfolgreichste Hinrunde seit vielen Jahren ab und legten in den ersten 15 Spielen der Saison den Grundstein für einen möglichen Aufstieg in die Verbandsliga. Vor 300 Fans an der „Blötte“ trafen die Ex-Bottroper Holger und Oliver Vössing für den VfB. Außerdem profitierte die Elf von Trainer Ralf Quabeck von einem Eigentor der Gäste. „Wir haben heute gegen einen schwachen Gegner gespielt“, bewertete Quabeck das Ergebnis nicht zu hoch.

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Wohin geht der 1. FC?

Im Dezember 1994 berichtete ich kurz vor Weihnachten für die Mülheimer Woche über das Fußball-Landesligaspiel 1. FC Mülheim gegen TSV Ronsdorf (2:5). Einige Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind korrigiert. Ab (…) wurde der Text mit einer Vorschau fortgesetzt, die ich nicht mitkopiere.

Wohin des Weges, 1. FC Mülheim? Nach der 2:5-Heimniederlage gegen den TSV Ronsdorf ist guter Rat teuer. (…)

Nach 42 Minuten war das Spiel zwischen dem 1. FC Mülheim und dem TSV Ronsdorf bereits gelaufen. Nach Toren von Eckardt (3), Falkenberg und Struck führten die Gäste mit 5:0. Dabei hatten sie keineswegs überragend gespielt, sondern nur konsequent gravierende Fehler der zahmen Löwen-Abwehr genutzt. Durch diese Patzer wurde der vorhandene Kampfeswille der Styrumer, die nur noch zu Treffern von Rißland und Gelhaar reichte, nicht belohnt. 90 Zuschauer im großen Ruhrstadion mussten feststellen, dass die Situation nach 0:10 Punkten in Folge immer bedrohlicher wird.

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Wichtiger Erfolg im Pokal

Für die Mülheimer Woche berichtete ich im November 1995 vom „Krausen Bäumchen“ über das Niederrheinpokalspiel zwischen Essen 10/21 und dem VfB Speldorf (3:5). Einige Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind korrigiert. Ab (…) wurde der Text mit einer Vorschau aufs nächste Spiel und ein paar Zeilen über den VfB Speldorf fortgesetzt, die ich nicht mitkopiere:

Auch im Pokal setzte das Fußball-Landesligateam des VfB Speldorf seine Erfolgsserie fort. Beim Essener SV 10/21 gewannen die Grün-Weißen mit 5:3 (2:2) und stehen nun in der Runde der letzten Acht.

Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, sahen 300 überwiegend aus Mülheim angereiste Zuschauer auf dem Essener Sportplatz „Am Krausen Bäumchen“. In der Meisterschaft endete ein eher trostloses Duell zwischen beiden Teams 0:0; im Pokal dagegen fielen in einem von beiden Seiten offensiv geführten Spiel acht Tore.

Im Einzelnen: In der ersten Halbzeit wackelten beide Abwehrreihen – sonst die Besten der Liga – gehörig. Folge: Beide Torhüter mussten zweimal hinter sich greifen – für Essen traf Maik Weber zweimal, für den VfB Speldorf waren Roenz und Kannengießer erfolgreich. Nachdem kurz nach der Pause Baur die Grün-Weißen in Führung gebracht hatte, taten die Essener genau das Falsche. Sie stürmten blind nach vorn, lösten den Libero auf. Logischwerweise konterten die Speldorfer den Gegner nach Belieben aus, trafen durch Holger Vössing zweimal zum 5:2. Webers dritter Treffer zum 3:5-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik.

VfB-Co-Trainer Ingo Christ – der den erkrankten Coach Ralf Quabeck vertrat – war nur mit der zweiten Halbzeit hochzufrieden. „Da konnten wir unser Spiel spielen.“ Das Gesamtfazit in Essen war positiv: „In Essen ist es normalerweise unmöglich, fünf Tore zu schießen.“ Immerhin ist die Truppe in der Meisterschaftsrunde zu Hause noch ungeschlagen. (…)

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Speldorf muss sich steigern

Für die Mülheimer Woche berichtete ich im November 1995 über das Landesligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und dem BV Altenessen (3:1). Einige Tippfehler (alte/neue Rechtschreibung) sind korrigiert. Ab (…) wurde der Text mit einer Vorschau aufs nächste Spiel und ein paar Zeilen über den Vatan Spor fortgesetzt, die ich nicht mitkopiere:

In einem Formtief befindet sich der Fußball-Landesliga-Spitzenreiter VfB Speldorf. Zwar gewann die Quabeck-Truppe gegen den BV Altenessen mit 3:1 (1:0), aber für einen Sieg im Pokalspiel bei Essen 10/21 am Sonntag ist eine Leistungsexplosion nötig.

„Das war sicherlich das schwächste Heimspiel unter meiner Regie“, war der Trainer des VfB Speldorf, Ralf Quabeck, enttäuscht von seinem Team. Obwohl es gegen den Tabellenvorletzten BV Altenessen in Bestbesetzung antreten konnte, sahen die 500 Fans am Blötter Weg von ihrer Mannschaft viele Fehlpässe. Einige Leistungsträger – zum Beispiel Kannengießer und Roenz – wirkten ausgelaugt und brachten nicht die gewohnte Leistung. Dass das Team zur Pause trotzdem mit 1:0 führte, lag an einem von Dirk Roenz verwandelten Foulelfmeter, der allerdings umstritten war. Außerdem ließen die mithaltenden Altenessener zwei dicke Chancen aus (unter anderem ein Pfostenfreistoß von Islacker).

In der zweiten Hälfte sprang dann Holger Vössing, der von an eine Chance bekam, für sein Team in die Bresche und erschoss das Altenessener Team mit zwei Toren (70./87.) nahezu im Alleingang. „Holgers Leistung war eine der wenigen positiven Tatsachen des Spiels“, war Quabeck hochzufrieden mit dem Stürmer. Das Ehrentor für die unglücklichen Gäste schoss Islacker (80.).

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