Vier Rote Karten in der Nachspielzeit

Am 2. Dezember 2002 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das äußerst kuriose Verbandsligaspiel zwischen Union 09 Mülheim und Tuspo Richrath (2:1).

Rein in den Text:

Vor spielerischer Raffinesse sprühte das Fußball-Verbandsligaduell zwischen Union 09 und Tuspo Richrath nicht. Dennoch wird der 2:1 (1:0)-Sieg der Mülheimer wohl in jedem Verbandsliga-Saisonrückblick erwähnt. In der Nachspielzeit gab es vier rote Karten.

Eigentlich war alles schon gelaufen. Die meisten der 250 Zuschauer befanden sich auf dem Weg vom Ascheplatz zum Ausgang, als es richtig rund ging. Auslöser des Palavers war ein Rempler von Simon Skafar gegen Union-Torwart Daniel Homberg, der den Ball nach einer Flanke abgefangen hatte. Homberg sprang nach dem Foul auf und stieß Skafar um. Daraufhin entstand ein Knubbel aus Spielern und Betreuern, die sich schubsten. Schiedsrichter Ludger Natrop (Kranenburg) verfolgte das Geschehen aufmerksam und verwies Daniel Homberg wegen der Tätlichkeit sowie Marcello Latone (Union), Damir Knezevic und Rezep Limani (Richrath) aufgrund der „Rudelbildung“ vom Platz. Fußball wurde danach nicht mehr gespielt. Natrop pfiff sofort ab.

Dies war der traurige Höhepunkt einer mäßigen Verbandsligabegegnung. Die Zuschauer freuten sich lediglich darüber, dass sie bei schönem Herbstwetter an der frischen Luft waren – schöne Spielzüge hatten Seltenheitswert. Dass die „09er“ zur Pause gegen eine schwache Richrather Mannschaft mit 1:0 führten, war verdient. Stefan Hohensee traf durch einen berechtigten Foulelfmeter (18.). Wilfried Reinhardt hatte im Strafraum Michael Klauß umgerissen. Weitere Chancen vergaben Björn Rohpeter (5.) und Michael Klauß (43.).

Nach dem Wechsel hofften die Zuschauer auf mehr „Feuer“ an der Südstraße, doch ein Spielfluss kam nicht auf. Das 1:1 entsprang einem Missverständnis zwischen Union-Torwart Daniel Homberg und Marcello Latone. Mathias Wendholt war der Nutznießer (50.). In der 62. Minute hatte Sven Seifert die Führung für Richrath auf dem Fuß. Doch im letzten Moment klärte Andreas Pelmter. Das Duell zweier harmloser Mannschaften hätte eigentlich unentschieden enden müssen. Doch ein genialer Moment von Birkan Yilmaz genügte, um das Spiel zugunsten von Union zu entschieden. Yilmaz‘ Traumpass verwandelte Michael Klauß zum 2:1-Endstand (66.).

Der Richrather Trainer Manfred Dum lobte bei der Pressekonferenz nur einen Aktiven: Schiedsrichter Natrop. Union-Trainer Ernst Bachmann freute sich über die tolle Bilanz nach dem Ende der Hinrunde. Die „09er“ stehen mit 23 Punkten auf Rang sechs. Ganz besonders freut Bachmann, dass sein Team genauso viele Punkte geholt hat wie der ambitionierte Lokalrivale VfB Speldorf.

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Mintardern klebt das Pech an den Stiefeln

Am 15. Februar 1999 berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das Fußball-Bezirksligaspiel zwischen Blau-Weiß Mintard und Adler Frintrop (2:2). Noch heute rede ich gern über dieses Spiel, wenn ich auswärtigen Freunden den Mülheimer Stadtteil Mintard mit den Sportplätzen „Durch die Aue“ zeige. Denn ein Fußballspiel im Schnee – eine herrliche Kulisse, die ich nur einmal dort erlebte.

Rein in den Text:

Die schneebedeckte Ruhraue war eine traumhafte Kulisse für das Bezirksliga-Nachholspiel zwischen den Fußballteams von Blau-Weiß Mintard und Adler Frintrop. Über das 2:2 (1:0)-Unentschieden jubelten nur die Gäste. Die Mintarder ärgerten sich, weil sie zu viele Torchancen ausgelassen hatten.

Eigentlich hätte diese Begegnung vor 100 Zuschauern gar nicht angepfiffen werden dürfen. Der schneebedeckte Platz war kaum bespielbar. Trotzdem boten die Mintarder eine überzeugende Vorstellung. Für ihre offensive Spielweise belohnt wurden sie aber erst in der 32. Minute: Torsten Eichholz erzielte mit einem Flachschuss das 1:0. Kurz vor der Pause vergab Eichholz eine weitere Chance, doch er scheiterte mit einem Kopfball an Adler-Torwart Markus Günther.

In der zweiten Halbzeit fiel sofort ein Tor: Nach einem abgefälschten Schuß von Dirk Thannheimer erwischte Gäste-Torwart Markus Günther den Ball erst deutlich hinter der Torlinie. Alle Spieler und Zuschauer hatten das gesehen. Nur Schiedsrichter Andreas Köppen (Oberhausen) nicht, der den Treffer nicht anerkannte. Trotz dieser Fehlentscheidung ließen sich die Gastgeber nicht hängen: Michael Loth vergab jedoch gleich drei Riesenchancen. Die Gäste dagegen nutzten ihre einzigen beiden Möglichkeiten konsequent aus. Marco Leuer (52.) und Ralf Rehberg (57.) sorgten für eine 2:1-Führung. Der Spielverlauf war völlig auf den Kopf gestellt.

Bis zum Schluss kämpften die Blau-Weißen um den Ausgleich, der aber einfach nicht fallen wollte. Zwei Minuten vor dem Ende, als sich die Fans mit der Niederlage abgefunden hatten, fiel dann doch noch das 2:2. Nach einer Ecke bugsierte Roman Gummert das Leder aus dem Gewühl heraus ins Netz.

Es blieb bei dem für die Gäste glücklichen Unentschieden. Während die Frintroper den Punktgewinn bejubelten, schlichen die Mintarder enttäuscht vom Feld. Daran konnte auch die malerische Landschaft nichts mehr ändern.

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Anne Castroper

Einen kurzen Text veröffentlichte ich im Buch “anne Castroper: 100 Jahre Fußball mitten in Bochum” von Henry Wahlig, David Nienhaus und der Presseabteilung des VfL Bochum (Verlag DieWerkstatt, ISBN 389533779X).

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Schönes Geschenk für die Speldorfer Fans

Für die WAZ/NRZ Mülheim berichtete ich am 16. Dezember 2003 über das Fußball-Verbandsligaspiel zwischen dem VfB Speldorf und dem VfB Homberg (5:1).

Rein in den Text:

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, und das Fußball-Verbandsligateam des VfB Speldorf machte seinen Fans schon neun Tage vor der Bescherung das schönste Geschenk. Die Grün-Weißen verabschiedeten sich mit einem tollen 5:1 (2:1)-Erfolg über den VfB Homberg in die Pause.

So herzlich wie noch nie in dieser Saison umarmte der VfB-Vorsitzende Klaus Wörsdörfer den Trainer Frank Kurth nach dem Abpfiff. Eine schwere Last fiel von den Schultern der beiden ab. Im Falle einer Niederlage hätten sich die Speldorfer aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Nun kletterten sie auf Platz fünf. Der Rückstand zum SV Straelen beträgt überschaubare sechs Punkte.

Der letzte Auftritt des VfB im Jahr 2002 zog trotz des ungemütlichen Wetters 550 Zuschauer ins Stadion am Blötter Weg, und zunächst erlebten die Fans ein „typisches“ VfB-Heimspiel. Die Speldorfer fanden überhaupt nicht in die Partie, und gerieten auch noch in Rückstand. Adam Gebka staubte zum 1:0 für Homberg ab (18.). Die Zuschauer ahnten Böses, denn Homberg hatte bis gestern die beste Deckung der Verbandsliga.

Doch unmittelbar nach dem Gegentor rollte der Speldorfer Offensiv-Express im ICE-Tempo. Auf einmal gewann der VfB fast jeden Zweikampf und hebelte die sonst so sichere Homberger Abwehr ein ums andere Mal aus. Zunächst schoss Thomas Pröpper drüber (20.), dann lenkte Hombergs Torwart Andreas Kossenjans einen Schuss von Gordon Winkler mit den Fingerspitzen zur Ecke (25.). Vier Minuten später fiel das 1:1. Nach einem langen Kopfball von Thomas Maaßen aus der eigenen Hälfte heraus rutschte der Homberger Abwehrchef Gianni Giorri aus. Dirk Roenz nutzte das eiskalt aus. Das warf die Homberger aus der Bahn. Drei Minuten später erzielte Oliver Röder nach einer Roenz-Vorlage das 2:1. Kurz vor der Pause vergab Ingo Pickenäcker per Kopf eine weitere gute Chance (44.).

Nach dem Seitenwechsel konnte sich Trainer Kurth entspannt zurücklehnen. Sein Team spielte so, wie er es sich immer wünscht. Die Abwehr um Ingo Pickenäcker stand sicher, die Offensivspieler erarbeiteten sich durch ihre variable Spielweise eine Chance nach der anderen. Weil den gestern indisponierten Hombergern dazu noch viele vermeidbare Patzer unterliefen, erlebten sie ein Debakel. „Durch unsere aggressive Art haben wir Fehler erzwungen“, sagte Kurth. Der bärenstarke Dirk Roenz erhöhte auf 3:1 (52.). Dies war sein 14. Saisontreffer. Die Tore vier und fünf schoss René Kägebein (64./90.). Zunächst profitierte er von einem Pickenäcker-Pass; danach schloss er eine Kombination, an der Thorsten Burgsmüller und Oliver Röder mitwirkten, erfolgreich ab und setzte damit den Schlusspunkt.

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Buch-Veröffenlichung

Im Buch “Der Ball ist bunt: Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland” von Diethelm Blecking und Gerd Dembowski (Verlag Brandes & Apsel, ISBN 3860996142) veröffentlichte ich einen Aufsatz über die Vereinsgeschichte von Galatasaray Mülheim. Das Vorwort des Buches schrieb Theo Zwanziger, im Buch gibt es unter anderem, ein Interview mit Hamit Altintop und Texte von renommierten deutschen Fußball-Autoren.

Bei Amazon erhältlich hier.

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