Ein rührender Termin

Ein Porträt über den Wittener Helmut Lüno, das ich für den WAZ-Mantel im Oktober 2008 verfasste – für eine Samstag-Ausgabe. Lüno kämpfte gegen Krebs und starb nur wenige Wochen nach dem Termin.

Zum Porträt geht es hier.

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3:1-Erfolg ohne Trainer Abdelhafid

Ein Jahr vor 9/11 – am 11. September 2000 – berichtete ich für die WAZ/NRZ Mülheim über das turbulente Fußball-Landesligaspiel zwischen Vatan Spor und Fichte Lintfort (3:1). Turbulent, weil Vatan unmittelbar vor dem Spiel Trainer Abdelhafid gefeuert hatte.

Rein in den Text:

Das Ergebnis stimmte. Mit 3:1 (3:1) bezwang Fußball-Landesligist Vatan Spor gestern das Team von Fichte Lintfort. Eigentlich nichts Besonders. Aber irgendwie war alles anders.

25 Minuten vor dem Anpfiff betrat Co-Trainer Hasan Bahar die Umkleidekabine. Wie immer. Doch Mohamed Ali Abdelhafid kam nicht hinterher. „Er ist nicht mehr unser Trainer.“ Sechs Worte.

Ein wenig ungläubig blickten die Spieler, schließlich hatte der Tunesier noch am Freitag das Training geleitet. Im Mannschaftskreis ist Abdelhafid beliebt, aufgrund der sportlichen Leistung gibt es keinen Grund für einen Wechsel. Und so trug die gestrige Vatan-Spielweise auch die Abdelhafid-Handschrift. Dank einer sicheren Vierer-Abwehrkette und der vielen einstudierten Spielzüge lag Vatan bereits nach 43 Minuten durch den überragenden Yumer Djeviz (19./29.) und durch Abwehrspieler Erdal Özcan (43.) mit 3:0 in Führung. Das Anschlusstor durch Daniel Zvar (44./Foulelfmeter) nahm aufgrund der Überlegenheit kaum jemand wahr.

Nach dem Seitenwechsel wurde es ein wenig ausgeglichener, auch Lintfort hatte ein paar Chancen, die besten vergab vor 140 Fans im Ruhrstadion allerdings Senol Demirci, der dreimal freistehend scheiterte.

Auf der Tribüne gab es allerdings nur ein Thema: den Trainerwechsel. Stein des Anstoßes war für Ex-Coach Abdelhafid der bulgarische Neuzugang Georgi Lasarov, der in Goch nur auf der Bank saß: „Der Vorsitzende Ismet Tepe kam zu mir und meinte, er würde zurücktreten, wenn ich Georgi nicht einsetze. Der 2. Vorsitzende Ekrem Yapici meinte: ,Warum bezahle ich viel Geld für Georgi, wenn er nicht spielt?'“

Ekrem Yapici begründet die Trennung von Abdelhafid anders. Er habe vom Trainer mehrfach gefordert, am Spielfeldrand ruhiger zu sein und vor allem Zuschauer und gegnerische Trainer in Ruhe zu lassen. Sonst schade er dem Verein, sagte Yapici, der nun einiges klären muss –  nicht nur, wer Vatan demnächst trainiert.

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Aus in der 118. Minute

Mitten im Winter berichtete ich am 22. Januar 2007 über das A-Jugend-Niederrheinpokalspiel zwischen Vatan Spor (Leistungsklasse) und Rot-Weiß Essen (Bundesliga)

Rein in den Text:

Als sich alle auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten, kam doch noch das bittere Aus für das A-Jugendfußballteam von Galatasaray (Leistungsklasse) im Niederrheinpokalspiel gegen den Bundesligisten Rot-Weiß Essen. Steffen Peschka traf zwei Minuten vor Schluss der Verlängerung zum schmeichelhaften 1:0 (0:0, 0:0)-Erfolg für RWE.

Die Mülheimer boten vor 100 Zuschauern an der Von-der-Tann-Straße eine beeindruckende Leistung. Sie zeigten keine konditionellen Schwächen. Trotz der widrigen Bedingungen bei Sturm und Regen versuchten sie sogar, gelungene Kombinationen zu zeigen. Über weite Strecken der ersten Hälfte und der Verlängerung waren die Mülheimer ein gleichwertiger Gegner. Sie erarbeiteten sich vier Ecken und drei gute Chancen. „Da sind ein paar gute Jungs drin“, sagte Sakis Papachristos, Trainer der Landesligamannschaft. Doch er hat Pech: Sieben Spieler aus der gestrigen Startelf zählen auch in der nächsten Saison noch zur A-Jugend. RWE spielte schwach und arrogant.

Auch mit ein wenig Glück verteidigte Galatasaray das Remis. Abwehrspieler Bayram Kaynak rettete in der 49. Minute auf der Linie. In der 108. Minute klatschte ein Freistoß des Esseners Tezcan Karabulut an die Latte. Es blieb beim 0:0 – bis zur 118. Minute.

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Vatan lässt nichts anbrennen

Für die WAZ/NRZ Mülheim berichtete ich am 6. Oktober 2003 über das Fußball-Bezirksligaspiel zwischen Vatan Spor und Hertha Hamborn (3:1).

Rein in den Text:

Nach dem Spiel hatte selbst der größte Kritiker nichts zu meckern. „Ich bin einfach nur zufrieden“, sagte Trainer Mohamed Ali Abdelhafid von Vatan Spor nach dem 3:1 (2:1) im Fußball-Bezirksligaspiel gegen den SC Hertha Hamborn.

Dieser Mann ist der Gegenbeweis für die These, dass Trainer während des Spiels keinen Einfluss haben. 90 Minuten lang steht er an der Seite, gibt Anweisungen, sagt Freistoßvarianten an, fuchtelt mit den Armen herum. Extra für ihn steht eine 0,5-Liter-Flasche am Rand. Das alles wirkt: Vatan hat alle Spiele gewonnen und schon fünf Punkte Vorsprung.

Der Rasen im Ruhrstadion war tief. Doch das hinderte die Vatan-Elf vor 100 Zuschauern nicht daran, ihre beste Saisonleistung zu zeigen – aber erst ab der 15. Minute. Die Phase des Abtastens nutzte lediglich Hamborn. „Flach spielen!“, brüllte Abdelhafid seinen Mannen zu. Doch nur die Gäste setzten das um: In Minute 13 rutschte die komplette Innenverteidigung mit Hakan Turna und Yusuf Yildiz aus. Plötzlich stand Milun Novakovic frei und schoss das 1:0. Zudem verriet Vatan Schwächen in der Rückwärtsbewegung.

Doch den Fans wurde nicht bange. Abdelhafid brüllte nicht mehr „flach“, sondern „Geduld“, und die bewiesen seine Spieler. Sie setzten die 4-4-2-Taktik sehr gut um, spielten konsequent Pressing, zwangen Hertha zu Fehlern. Zunächst erarbeitete sich Vatan keine großen Chancen. Zunächst. Denn gleich die ersten Schüsse saßen. Erst verwandelte Hakan Karabel aus 20 Metern (28.), dann nutzte Hidir Kaya einen Karabel-Pass (34.) – zweimal machte Torwart Marcus Ott nicht die beste Figur.

Nach einem Wortgefecht zwischen Karabel und Hertha-Trainer Axel Benzinger in der Pause ging es friedlich in Hälfte zwei und dort nur in eine Richtung. Die Hamborner spielten offensiver. Schon allein dadurch ergaben sich Lücken. Da bei Hertha ab der 60. Minute auch noch die Kraft nachließ, rollte ein Konter nach dem anderen aufs Duisburger Tor. Hakan Karabel verpasste die Entscheidung, indem er einen Foulelfmeter verschoss (68.). In der 83. Minute vollendete dann Ahmet Aksoy nach einem Pass von Dogan Celik zum 3:1. Hertha hatte nur eine große Chance durch Christian Schwarz – zu spät (86.).

Nach 90 Minuten war Abdelhafids Trinkflasche leer. Der Coach hatte eine Bitte an den Reporter: „Schreiben Sie nicht, dass ich zufrieden bin.“ Als ob es schlimm wäre, die eigene Mannschaft zu loben.

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Für die Mülheimer WAZ/NRZ berichtete ich am 10. April 2007 über das Fußball-Landesligaspiel zwischen Galatasaray und Adler Osterfeld – Endstand 2:1.

Rein in den Text:

Mit einem Schuss in den Winkel löste Dogan Celik Jubelstürme beim Fußball-Landesligisten Galatasaray aus. Celik war entscheidend am 2:1 (1:0)-Sieg im Spiel gegen Adler Osterfeld beteiligt.

Von der ersten Sekunde spürte jeder der 100 Zuschauer an der Von-der-Tann-Straße: Das ist der Tag von Galatasaray. Die Besucher unterhielten sich in der warmen Frühlingssonne und bedienten sich am Grill – und sahen nebenbei 80 Minuten lang eine gelungene Leistung ihrer Elf. Am Donnerstag hatte Gala im Nachholspiel beim 1. FC Kleve II (1:3) noch kollektiv versagt, gestern klappte fast alles. „Die Einstellung stimmte“, sagte Trainer Ahmet Kocaoglu.

Gala erarbeitete sich fünf Riesenchancen, nutzte durch Burhan Erkis (17.) und Dogan Celik (53.) aber nur zwei. Erkis verwertete einen Pass von Adem Saglam, Celik traf aus 20 Metern Entfernung. Erkis (25./72.), Selim Akbas (34.) und Murat Eraslan (74.) verpassten eine höhere Führung. An der guten Leistung beteiligt waren vier A-Jugendspieler. Torwart Ömer Alikilic ersetzte ab der 60. Minute den verletzten Savas Tanriver (Fingerbruch). Eingewechselt wurden Abdullah Özkocoglu und Emrah Altunbey. 90 Minuten lang spielte Rusen Karayel im defensiven Mittelfeld. „Für mich war Rusen der überragende Mann“, lobte Kocaoglu.

Eng wurde es in der Schlussphase. Der zehn Sekunden zuvor eingewechselte Uwe Schlipper verkürzte auf 1:2 (80.). Mit Glück und Geschick verteidigte Gala gegen die nun stürmisch anrennenden Osterfelder den Vorsprung.

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