{"id":993,"date":"2011-09-01T13:17:39","date_gmt":"2011-09-01T13:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=993"},"modified":"2011-11-07T13:30:29","modified_gmt":"2011-11-07T13:30:29","slug":"ne-rock-show","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=993","title":{"rendered":"Ne Rock-Show"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Wie in alten Oberstufen-Zeiten weilte ich auch im neuen Jahrtausend noch einmal im legend\u00e4ren Soundgarden in Dortmund &#8211; diesmal am 28. Februar 2005 bei einem Konzert der Band &#8222;Jimmy Eat World&#8220;.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Ich bloggte dar\u00fcber so:<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>&#8222;Ja, es gibt ihn, den Ort meiner verhinderten Jugend. Der Ort, an dem ich mich sehr oft aufgehalten h\u00e4tte, wenn ich nicht jeden Sonntagmorgen h\u00e4tte Fu\u00dfball spielen m\u00fcssen. Wenn ich nicht jeden Sonntagmittag h\u00e4tte arbeiten m\u00fcssen. Wenn ich mich in meiner Oberstufenzeit mehr auf Party als auf Freundin konzentriert h\u00e4tte. Wenn all das nicht gewesen w\u00e4re, meine lieben Leser dieser Seite, ich schw\u00f6re Euch, dann w\u00e4re der Soundgarden in Dortmund in den Jahren 1996 und 1997 mein zweites zu Hause gewesen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Und so schlendere ich die Bremer Stra\u00dfe in Dortmund entlang, an diesen letzten Minuten im Februar 2005, auf der Kante zum 1. M\u00e4rz. So manche Pf\u00fctze auf dem Boden ist gefroren, und ich trage Handschuhe und M\u00fctze, damit mir meine Finger und Zehen nicht vor K\u00e4lte absterben. Ich sehe die R\u00fccklichter der Stra\u00dfenbahnlinie 403, die mich vom Dortmunder Hauptbahnhof bis zur Haltestelle Lippestra\u00dfe gebracht hat, und ich folge ein paar Leuten, die genauso wie ich einen Tick zu sp\u00e4t kommen. Ein beruflicher Termin bei einem neuen Boxklub hat mich bis 19 Uhr besch\u00e4ftigt, aber wow, von M\u00fclheim bis zum Soundgarden nur ne knappe Stunde&#8230; ist doch okay.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span> Ich wandere \u00fcber den gro\u00dfen, verschotterten, total dunklen Parkplatz, wate durch ein paar Schlagl\u00f6cher und muss aufpassen, dass ich mir nicht das Sprunggelenk breche, als mir beim Stichwort &#8222;Sprunggelenk&#8220; eine Geschichte aus dem Deutsch-Leistungskurs in der Jahrgangsstufe 12 einf\u00e4llt. Mein Sitznachbar kam mit Gips und Kr\u00fccken am Montagmorgen um acht Uhr zum Unterricht. Ein Bruch. Zugezogen beim Pogo im Soundgarden. Der Eingang liegt schon vor mir, als ich ein letztes Mal vor dem Konzert phantasiere. Wie w\u00e4re es wohl gewesen, jeden Samstag nach Dortmund zu fahren? Jeden Samstag in der Oberstufenzeit? Habe ich etwas verpasst? Genug L\u00e4den ausprobiert habe ich, vom unvergesslichen Remix in Ratingen, regelm\u00e4\u00dfig am Donnerstag dem T-Club bis hin zu Delta, Ringlokschuppen undsoweiter. Aber immer in den Soundgarden, das h\u00e4tte alles getoppt. H\u00e4tte. Die Zeit ist vorbei. Vier Wochen vor dem 27. Geburtstag will ich einfach nur ne<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span> Rock-Show sehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Einfach nur ne verdammte, kurze, kleine Rock-Show, mit krachenden, aber melodischen Gitarren, mit Trommelwirbel, Bass, mit m\u00e4hnesch\u00fcttelnden Menschen, mehr als h\u00fcbschen, alternativen M\u00e4dels und nem Glas Cola am Hals. Ich habe es so vermisst. Etwas mehr als zwei Monate ist das Sportfreunde-Stiller-Konzert erst her, aber dieses Konzert-Feeling mit vielen \u00e4hnlich bekloppten Leuten auf einem Haufen zu sein, alle wollen nur abrocken, mitsingen, ein bisschen tanzen. Ich genie\u00dfe das. Um zwanzig nach acht betrete ich den gro\u00dfen Saal, und er ist pickepackevoll. Ich bleibe auf der Empore und blicke auf die gro\u00dfe Menge. Noch spielt die Vorband, keine Ahnung, wie sie hei\u00dft, was sie sonst f\u00fcr Musik spielt, was auch immer sie gerade macht. Ich bin erst einmal damit besch\u00e4ftigt, all die Leute zu beobachten, die genau dieselbe Musik gut finden wie ich. Es sind genauso viele junge dabei wie \u00e4ltere. Ich geh\u00f6re mittlerweile wohl leider zur zweiten Sorte. Mir fallen wie \u00fcberall im Moment etliche h\u00fcbsche junge Frauen auf. Ich lasse meine Blicke schweifen, und versuche weiterhin, mir vorzustellen, wie mein Leben wohl mit mehr Soundgarden ausgesehen h\u00e4tte. Ich finds heute nicht mehr raus.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Um irgendwann nach neun geht das Licht aus, und &#8222;Jimmy Eat World&#8220; st\u00fcrmen die B\u00fchne, die Band mit dem ungew\u00f6hnlichen Namen. Der Bruder von Jimmy-Mitglied Tom Linton kritzelte einst die Worte &#8222;Jimmy Eat World&#8220; unter ein selbst gemaltes Bild &#8211; geboren war der Bandname, lausche ich im Gespr\u00e4ch einer Kleingruppe direkt vor mir. Seit wenigen Jahren erobern die Vier den nach dem amerikanischen auch den europ\u00e4ischen Kontinent und rei\u00dfen einen guten Gig nach dem anderen ab. Der Ruf als &#8222;geniale Live-Band&#8220; eilt der Gruppe voraus. Ich kenne nur zwei St\u00fccke richtig gut. &#8222;Lucky denver mint&#8220; und &#8222;The middle&#8220;. Mir ist bekannt, dass die Band versucht hat, sich im Wahlkampf gegen Bush zu engagieren. Aber mehr wei\u00df ich nicht, und mehr will ich auch nicht wissen. &#8218;Ne Rockshow reicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Und die kriege ich. Meine beiden Favoriten kommen mittendrin, hintereinander, und egal wie die anderen Songs auch immer hei\u00dfen: Sie sind gut. Die Jungs wissen, wie sie mit ihren Instrumenten umgehen muss. In der Masse w\u00fctet der Pogo, schwingen beim Headbanging die K\u00f6pfe, h\u00fcpfen viele wie beim entscheidenden Tor im Pokalfinale. Wie viele m\u00f6gen das wohl sein? 1000? 1500? Nach 60 Minuten verschwinden die Jungs zum ersten Mal von der B\u00fchne. Bands aus England oder den USA sind eben keine Dauerl\u00e4ufer. In der Pause klopft mir jemand auf die Schulter. Thommy, mein WAZ-Kollege, der f\u00fcr unseren Arbeitgeber einen Artikel schreibt, fragt nach meinem Befinden und meinem Konzerteindruck. Welch ein Zufall! Thommy wei\u00df Bescheid, dass noch zwei Zugaben kommen. Er bewegt sich Richtung Ausgang. Und das ist wohl durchdacht. Das Soundgarden-Management hat clevererweise nur zwei Kassen ge\u00f6ffnet, zudem wird die Verkehrslage nach dem Gig chaotisch. Wir lassen die Zugaben an uns vorbeiziehen, applaudieren artig lautstark und verschwinden. Thommy nimmt mich mit. Um 1 Uhr wollte ich zu Hause, um halb zw\u00f6lf bin ich\u00b4s.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>&#8218;Ne Rockshow ohne Vorbereitung und ohne Nachdenken wollte ich sehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Und meine Erwartungen wurden mehr als erf\u00fcllt.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in alten Oberstufen-Zeiten weilte ich auch im neuen Jahrtausend noch einmal im legend\u00e4ren Soundgarden in Dortmund &#8211; diesmal am 28. Februar 2005 bei einem Konzert der Band &#8222;Jimmy Eat World&#8220;. Ich bloggte dar\u00fcber so: &#8222;Ja, es gibt ihn, den &hellip; <a href=\"https:\/\/andreasernst.com\/?p=993\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,126,113,121,9,6],"tags":[206,197],"class_list":["post-993","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-blog-damals","category-dortmund","category-konzerte","category-musik","category-ruhrgebiet","tag-dortmund","tag-musik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/993","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=993"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/993\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":995,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/993\/revisions\/995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=993"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=993"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=993"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}