{"id":928,"date":"2011-09-01T22:31:40","date_gmt":"2011-09-01T22:31:40","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=928"},"modified":"2011-10-24T22:37:33","modified_gmt":"2011-10-24T22:37:33","slug":"ne-wahnsinns-show-am-heiligen-abend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=928","title":{"rendered":"Ne Wahnsinns-Show am Heiligen Abend"},"content":{"rendered":"<p>Zu meiner Biografie geh\u00f6rt eindeutig die &#8222;Wilde Weihnacht&#8220; im M\u00fclheimer Ringlokschuppen. Allj\u00e4hrlich bat der Schuppen am 24. Dezember zu einer bei der jungen M\u00fclheimer Generation beliebten Party im Disco-Style. 1995 oder 1996 ging&#8217;s f\u00fcr mich los, ich wei\u00df es gar nicht mehr so genau. Ausschlafen, zur Familienfeier und um 23 Uhr ab in den Schuppen, bis f\u00fcnf Uhr morgens, mindestens. Jahr f\u00fcr Jahr wuchsen aber Generationen nach &#8211; weshalb ich 2006 zum letzten Mal im Schuppen Weihnachten feierte. Bis heute. Ich wei\u00df gar nicht mehr, ob es die Party \u00fcberhaupt noch gibt&#8230;<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die M\u00fclheimer WAZ berichtete ich \u00fcber diese Disco &#8211; zum Beispiel in der Ausgabe vom 27. Dezember 2005:<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\">&#8222;An Tagen wie diesen&#8220; dr\u00e4ngeln sich Jugendliche und Junge Erwachsene im Schuppen zur &#8222;Time of my life&#8220; bis &#8222;Westerland&#8220;<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Kurz nach halb vier. Der Heilige Abend ist vorbei, Mensch, erstaunlich warm f\u00fcr eine Winternacht. Der Ringlokschuppen liegt zur\u00fcck, vereinzelt taumeln und spazieren Leute nach Hause. Vorbei geht es an drei Polizeiwagen, auf dem Parkplatz stehen Taxis, h\u00fcbsch aufgereiht, eins hinter dem anderen. &#8222;Nabend&#8220;, sagt ein Fahrer. Im Radio l\u00e4uft &#8222;An Tagen wie diesen&#8220; von Fettes Brot. &#8222;Absolute Wahnsinnsshow, die Sonne lacht so schadenfroh, an Tagen wie diesen&#8220;, n\u00e4selt der S\u00e4nger. Und der Fahrer fragt: &#8222;Wie war es?&#8220;<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Ja, wie war es eigentlich? Eine schwere Frage, kurz nach halb vier. Gedanken sortieren.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>R\u00fcckblick, die Uhr schl\u00e4gt zw\u00f6lf. Wie jedes Jahr Heilig Abend ist der Ringlokschuppen angesagt. &#8222;Die wilde Weihnacht&#8220; hei\u00dft das Spektakel, das Jahr f\u00fcr Jahr dieselbe Klientel anlockt. Jugendliche. Junge Erwachsene. Hunderte. Hui, Schlange bis zur Drehscheibe. In der K\u00e4lte. Inken, 27, steht drin. Zum ersten Mal. &#8222;Bin gespannt&#8220;, sagt sie und wartet auf ein Vorankommen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Zehn Minuten sp\u00e4ter, endlich drin. Jacke abgeben, durchquetschen und rein ins Get\u00fcmmel. Halt, erst noch ein paar Getr\u00e4nke ordern. &#8222;Ein Pils, eine Cola bitte.&#8220; Kostet sieben Euro. Sieben!! Warum das? &#8222;Inklusive Pfand.&#8220; Ein gro\u00dfes Hallo. &#8222;Ach, du auch hier!? Du auch? Hey! Hallo! Alles klar!?&#8220; Herzliche Wiedersehen. Und weniger herzliche. &#8222;Und sonst?&#8220; &#8222;Muss!&#8220; Sieben Euro f\u00fcr ein Pils und eine Cola, manoman.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Bj\u00f6rn, 28, seit Jahren Stammgast, kommt vorbei. Geht kurz vor ein Richtung Jacke. &#8222;Ey, das Durchschnittsalter ist 18,875 Jahre. Ich verschwinde in die Kneipe nebenan.&#8220; Tsch\u00fcss dann. Den neuen Diskoraum sehen viele zum ersten Mal &#8211; hat sich eben einiges ge\u00e4ndert in 2005. Inken lehnt an der Wand. Wie findet sie&#8217;s? &#8222;Geht so.&#8220; Am DJ-Pult steht wie in den letzten Jahren das K&amp;K-Projekt mit den Br\u00fcdern Christian und Michael Kn\u00f6pfel. Schwierige Aufgabe, viele Musikgeschm\u00e4cker zu vereinen. Von &#8222;La Casima Negra&#8220;, &#8222;Time of my life&#8220; bis zu &#8222;Westerland&#8220; &#8211; was f\u00fcr eine Mischung. &#8222;An Tagen wie diesen&#8220; l\u00e4uft auch, den kritischen Taxt vernimmt hier keiner. Bei Westernhagens &#8222;Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz&#8220; drehen die Kn\u00f6pfels den Knopf runter. &#8222;Und jetzt ALLE!&#8220; Und alle tr\u00e4llern: &#8222;Mit Pfeffermiiiiinz bin ich dein Priiiiinz.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Genug gesehen. 1.45 Uhr, mal die Kneipe ausprobieren. &#8222;Ein Weizen, eine Cola bitte&#8220;. 4,80 Euro kostet der Spa\u00df. H\u00e4? Billiger? In der Kneipe ist&#8217;s leiser und das Publikum etwas \u00e4lter. Bj\u00f6rn steht dort. &#8222;Fast so, als ob man sich mit dem Alter f\u00fcr die Kneipe qualifiziert.&#8220; Um kurz vor drei br\u00fcllt jemand: &#8222;Geeeeeil, guckt mal raus: &#8217;ne Wemmserei.&#8220; Drau\u00dfen pr\u00fcgeln sich zwei Jungs. Die Security geht dazwischen, drei Polizeiwagen kommen anged\u00fcst.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>F\u00fcnf nach halb vier. &#8222;Und? Wie war es jetzt?&#8220;, fragt der Taxifahrer wieder, dreht sein Lenkrad und braust durch die Innenstadt. Im Radio ist wieder der Refrain dran: &#8222;Absolute Wahnsinnsshow.&#8220; Die Sonne lacht in dieser Nacht nicht schadenfroh. &#8222;Wie es war? Wie immer!&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu meiner Biografie geh\u00f6rt eindeutig die &#8222;Wilde Weihnacht&#8220; im M\u00fclheimer Ringlokschuppen. Allj\u00e4hrlich bat der Schuppen am 24. 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