{"id":923,"date":"2011-09-01T21:50:15","date_gmt":"2011-09-01T21:50:15","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=923"},"modified":"2011-10-24T21:54:15","modified_gmt":"2011-10-24T21:54:15","slug":"ich-will-nunmal-irgendwohin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=923","title":{"rendered":"Ich will nunmal irgendwohin"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><\/em>Manchmal sind die allerkleinsten Konzerte die allergr\u00f6\u00dften. So wie am 15. M\u00e4rz 2003, als ich f\u00fcr die WAZ im M\u00fclheimer Ringlokschuppen einen Liederabend mit dem Duisburger Musiker Tom Liwa beobachten durfte. Himmlisch. &#8222;Ich will nunmal irgendwohin&#8220; ist seitdem eine meiner Lieblings\u00fcberschriften f\u00fcr Blog-Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Ein wei\u00dfer Stuhl steht auf der B\u00fchne, drei Gitarren liegen davor. Ein Mann im Nadelstreifenanzug setzt sich, begr\u00fc\u00dft 40 Zuh\u00f6rer. Tom Liwa spielt im Ringlokschuppen. Solo und unplugged.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Ein Liedermacher, der beweist, dass Rock nicht oberfl\u00e4chlich sein muss. Ein grummelnder Romantiker, der laut Eigenaussage Romantiker hasst. Einer, der in seinen Tr\u00e4umen von J\u00fcrgen M\u00f6llemann gefoltert wird. Das ist Tom Liwa. Seine Texte k\u00f6nnen Nadelstiche sein, zu Diskussionen zwingen. Sie laden den H\u00f6rer aber auch ein, die Augen zu schlie\u00dfen, nichts zu sagen und sich wie im siebten Himmel zu f\u00fchlen. Einst spielte der Duisburger f\u00fcr die &#8222;Flowerpornoes&#8220;, nun ist er 42 und seit einigen Jahren solo unterwegs. In Deutschlands K\u00fcnstlerszene wird er gesch\u00e4tzt. Sein Publikum duzt er, und unterh\u00e4lt es in den Pausen zwischen den Songs mit leisen Geschichten aus seinem Leben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Der Abend beginnt politisch, mit &#8222;Kylie und Jochen&#8220;. Politik und Religion (&#8222;Frag nie wieder&#8220;) sind die Themen &#8211; und nat\u00fcrlich Liebe. Das St\u00fcck &#8222;Faultier&#8220; schrieb er f\u00fcr seine Frau. Er erz\u00e4hlt das (&#8222;Faultiere sind sehr intelligent&#8220;) &#8211; und seine Fans schmunzeln. 22 St\u00fccke spielt Tom Liwa, die melancholischen T\u00f6ne dominieren. Zum Beispiel in H\u00f6hepunkten wie &#8222;F\u00fcr die linke Spur zu langsam&#8220;, &#8222;Eskimo&#8220; oder &#8222;Julianastraat&#8220;. Dort hei\u00dft es: &#8222;Diese Welt ist ein trauriger Platz, an dem man immer wieder vergisst, wie traurig man ist.&#8220; Da wippt das Publikum einen Tick heftiger mit und klatscht ein kleines bisschen lauter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Jeder Akkord ist ein Genuss, die einschmeichelnde Stimme ein Erlebnis. &#8222;Ich sitz gleich da vorn und rauch&#8220;, deutet er nach Lied Nummer 22 auf die Treppe und verabschiedet sich. Die Fans schlendern vorbei, und danken ihm mit viel Applaus f\u00fcr zwei sch\u00f6ne Stunden.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Manchmal sind die allerkleinsten Konzerte die allergr\u00f6\u00dften. So wie am 15. M\u00e4rz 2003, als ich f\u00fcr die WAZ im M\u00fclheimer Ringlokschuppen einen Liederabend mit dem Duisburger Musiker Tom Liwa beobachten durfte. 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