{"id":880,"date":"2011-09-01T15:08:11","date_gmt":"2011-09-01T15:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=880"},"modified":"2011-10-21T15:10:57","modified_gmt":"2011-10-21T15:10:57","slug":"meine-kirmes-teil-zwei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=880","title":{"rendered":"Meine Kirmes, Teil zwei"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die WAZ\/WR Castrop-Rauxel entwickelte ich das Blog \u201cMein Castrop-Rauxel\u201d, das \u2013 damals einmalig auf waz.de (Vorg\u00e4ngerportal von DerWesten) \u2013 unter dem Motto \u201cMein Castrop-Rauxel\u201d stand. Ich berichtete t\u00e4glich \u00fcber meine Erlebnisse in der \u201cEuropastadt im Gr\u00fcnen\u201d \u2013 Teile davon erschienen (mit meinem Foto) auch in der Print-Ausgabe.<\/p>\n<p>Leider sind die Blog-Eintr\u00e4ge nicht mehr im DerWesten-Archiv zu finden, weil die Community abgeschaltet wurde.<\/p>\n<p>Dieser Eintrag ist vom 20. September 2007:<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\">18 Tage nicht in Castrop-Rauxel &#8211; dann komm\u2019 ich wieder und was sehe ich? Die Herbstkirmes in der Altstadt! Lecker, lecker, lecker!<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>&#8222;Komisch. Es ist wie das Gef\u00fchl, nach einem dreiw\u00f6chigen Urlaub die heimische Wohnung zu betreten. Oder nach der Sommerpause das erste Bundesligaspiel des VfL Bochum zu besuchen. 18 Tage betrat ich nicht mehr Castrop-Rauxel. Mehr als die t\u00e4gliche Lekt\u00fcre der WAZ-Ausgabe bekam ich nicht mit vom Leben in der Stadt, die mir ans Herz gewachsen ist. Den Weg \u00fcber die Autobahn finde ich noch, wei\u00df sogar noch, wo die Blitzer stehen. Ich k\u00f6nnte zum Dichter werden und Verse unter dem Titel \u201eComing home\u201d oder \u201eZu Hause\u201d kreieren, Musik: Blues.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Was ist passiert in Castrop-Rauxel, was geschieht heute, wo darf ich hin? Diese Entscheidung f\u00e4llt schnell: Herbstkirmes! Habe noch keinen Blick in die Altstadt gewagt am heutigen Tag. Dann w\u00e4r\u2019s mir sofort aufgefallen. Lese noch schnell meinen Blog-Eintrag \u00fcber die Castroper Gastronomie-Familie Wachsmann auf der Cranger Kirmes. . . okaaaay, fertig! Und los. Ja jetzt bin ich aber richtig gespannt!<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Laufe die Obere M\u00fcnsterstra\u00dfe entlang, sonst nur, um belegte Br\u00f6tchen und Schoko-Croissants zu holen. S\u00fc\u00df ist auch das, was sich jetzt hier abspielt. \u201eSchlemmerhaus\u201d hei\u00dft das erste Geb\u00e4ude, das verdammt nach Kirmes aussieht. Wow, es geht also schon hier los. Ich dachte, dass sich die Kirmes auf den Marktplatz beschr\u00e4nkt. K\u00f6nnte jetzt schon so viel in mich reinwuchten. Bratwurst, Zuckerwatte, Currywurst, Schokobanane, Backfisch. Hurra, eine Crepe-Bude. \u201eEinmal mit wei\u00dfer Schokolade bitte.\u201d Zweifuffzig kostet der Spa\u00df. Schmeckt. Gut.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Stehe mitten auf dem Marktplatz. Sonst parken hier Autos, jetzt blicke ich mich um, sehe viele Buden, aber mittags um drei noch nicht viele Besucher. Die meisten stehen \u2013 welch Wunder \u2013 am Breakdance No. 2, der Klassiker unter allen Mir-wird-\u00fcbel-ich-h\u00e4tte-gerade-doch-noch-nichts-essen-sollen-Ger\u00e4ten. \u201eDer Renner, auch in diesem Jahr\u201d, haben mich die Kollegen schon vorgewarnt. Mein Kirmesherz schl\u00e4gt h\u00f6her, auch wenn es nat\u00fc\u00fcrlich nur ein Rummel im Miniminiformat ist. Eine Formulierung f\u00e4llt mir ein, ich hebe sie f\u00fcr den Zeitungstext auf. \u201eDie Herbstkirmes hat so viel mit Crange zu tun wie. . .\u201d Lest selbst nach!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Crepe zu Ende gegessen, der Losverk\u00e4ufer langweilt sich, Auto-Scooter fahren will auch noch niemand. \u201eEs l\u00e4uft wie immer\u201d, sagt der Verk\u00e4ufer. Ach, was hat mir dieser Ger\u00e4uschpegel gefehlt. Jugendliche fl\u00fcstern, schreien und lachen an der einen Ecke, Familien werfen Dosen, die Breakdance-Gondeln sausen im Orkantempo vorbei \u2013 und \u00fcberall der Kirmes-Techno, vornehmlich Pop-Schlager a\u00b4 la \u201eDas rote Pferd\u201d oder Techno a\u00b4 la Scooter. Scooter, immer wieder Scooter. Utzutzutzutz, gebrannte Mandeln kitzeln die Nase. Leeecker.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Marktplatz, war das etwa schon alles? Nein, in Richtung Stadtgarten stehen auch noch ein paar Buden. Die Herbstkirmes ist klein, aber gr\u00f6\u00dfer, als ich dachte. 2007 fehlen \u2013 erfahre ich von einem Verk\u00e4ufer \u2013 sogar noch zwei Fahrgesch\u00e4fte. \u201eGl\u00fccksreis\u201d nennt sich ein Stand. Auf einem Schild auf dem Tisch steht \u201eIhr Name auf einem Reiskorn\u201d. Aha. Der Renner sind Simpsons-Pl\u00fcschfiguren. Homer und Bart f\u00fcrs Regal. Beim Dosenwerfen kosten drei Wurf zwei Euro. Teuer. Das letzte klassische Fahrgesch\u00e4ft hei\u00dft \u201eNew York H\u00f6llentaxi\u201d und klack-klackert wie eine U-Bahn. Nenas \u201e99 Luftballons\u201d dr\u00f6hnen aus dem Lautsprecher. Hast Du etwas Zeit f\u00fcr mich, dann schreibe ich einen Text f\u00fcr Dich! Der Kirmes-Biergarten wirbt mit Altbierbowle, Berliner Wei\u00dfe und Wei\u00dfbier.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Ich zweifle, k\u00e4mpfe, will zuschlagen \u2013 und doch kann mich keine Versuchung besiegen. Gem\u00fctlich schlendere ich zur\u00fcck zur Redaktion, vorbei an Wiener Mandeln und frisch gehackten Kokosn\u00fcssen. Mir fallen viele Sachen ein, die fehlen, von der Achterbahn bis zum Riesenrad, dem Kirmesboxen und dem Kamelrennen. Erfahrene Cranger k\u00f6nnten die Liste wahllos erg\u00e4nzen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Sammeln. Und telefonieren. So richtig unumstritten ist die Herbstkirmes bei aller Tradition nicht. Die Einzelh\u00e4ndler der Altstadt sind strikt dagegen. Erz\u00e4hlen, dass der Umsatz sinkt, dass die Herbstkirmes keinen Stellenwert mehr hat. Die Kirmesbesucher w\u00fcnschen sich mehr Ger\u00e4te, halten sie aber f\u00fcr \u201ebesser als nichts\u201d. Der Organisator der Stadt betrachtet die Kirmes als Erfolg, die Schausteller sind mehrheitlich zufrieden. Einen alternativen Standort gibt es laut Organisator nicht.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Alle prallen aufeinander. Die Texte werden sch\u00f6n. Kirmes schreibt sich wie von allein.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die WAZ\/WR Castrop-Rauxel entwickelte ich das Blog \u201cMein Castrop-Rauxel\u201d, das \u2013 damals einmalig auf waz.de (Vorg\u00e4ngerportal von DerWesten) \u2013 unter dem Motto \u201cMein Castrop-Rauxel\u201d stand. 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