{"id":795,"date":"2011-09-01T12:12:42","date_gmt":"2011-09-01T12:12:42","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=795"},"modified":"2013-01-11T00:21:34","modified_gmt":"2013-01-11T00:21:34","slug":"luzt-auf-ruhrpott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=795","title":{"rendered":"Luzt auf Ruhrpott"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Juli 2008 den Oberhausener WAZ-Sportredakteur vertreten. Dabei verfasste ich ein Portr\u00e4t \u00fcber Felix Luz, Zugang des Zweitliga-Aufsteigers Rot-Wei\u00df Oberhausen.<\/p>\n<p>Im DerWesten-Archiv ist der Text <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/sport\/lokalsport\/oberhausen\/rwo\/Luzt-auf-Ruhrpott-id1090757.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> zu finden.<\/p>\n<p>Das Training ist schon etwas l\u00e4nger zu Ende. Nach und nach verlassen die Spieler des Zweitliga-Neulings Rot-Wei\u00df Oberhausen die Umkleide, schleichen zum Parkplatz, steigen in ihre Autos und fahren davon. \u201eDer Felix kommt gleich\u201d, ruft jemand. Als einer der letzten verl\u00e4sst Felix die Kabine. Die Haare glatt gek\u00e4mmt und nass, in der Mitte gescheitelt. Er tr\u00e4gt eine wei\u00dfe Baseballkappe auf dem Kopf, Apfelschorle in der Hand. Felix Luz, 1,86 Meter gro\u00df. Er ist der St\u00fcrmer, der RWO zum Klassenerhalt schie\u00dfen soll.<\/p>\n<p>Oberhausen also. Der Ruhrpott ist die f\u00fcnfte Station in der Karriere des 26-J\u00e4hrigen. Eine Karriere, in der er schon oft an Kreuzungen stand, sich aber nicht immer f\u00fcr den richtigen Weg entschied. Er spricht un\u00fcberh\u00f6rbar einen schw\u00e4bischen Dialekt, ist auskunftsfreudig. Vor allem, wenn es um den VfB Stuttgart geht. Dort stand er in der Fankurve, zum VfB wechselte er 1997 in die B-Jugend. In eine hochtalentierte Mannschaft. Mit Markus Miller im Tor, dem heutigen KSC-Keeper. Au\u00dferdem mit Tobias Rathgeb, Michael Fink, Andreas Hinkel und. . . Kevin Kuranyi. Das Sturm-Duo hie\u00df Kuranyi\/Luz.<\/p>\n<p>Oberhausen also. Der Ruhrpott. Hier spielt auch Kuranyi, sein ehemaliger Sturmpartner. Der Kontakt brach nie ab, die Handy-Nummer des ber\u00fchmten Schalker Nationalspielers hat er gespeichert. \u201eDas Ruhrgebiet kenne ich von Besuchen bei Kevin, der ja auch hier spielt\u201d, sagt Luz. Seit Juli 2005 treffen die Sturmpartner nicht mehr gemeinsam. Kuranyi zog nach Gelsenkirchen, Luz nach Hamburg. \u201eSt. Pauli war ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr mich. Der Verein hat mich gepr\u00e4gt\u201d, sagt Luz.\u00a0Der richtige Weg.\u00a0So richtig durchsetzen konnte er sich beim VfB nie. Er sa\u00df in einem UEFA-Cup-Spiel auf der Bank, spielte beim damaligen Trainer Felix Magath vor \u2013 mehr nicht. Und am Millerntor? Der kampf- und kopfballstarke St\u00fcrmer lie\u00df sich mitrei\u00dfen von der ganz eigenen Stimmung an der Reeperbahn, erzielte in anderthalb Jahren in 49 Regionalligaspielen 13 Tore. Und in f\u00fcnf DFB-Pokalspielen drei. St. Pauli zog ins Halbfinale ein, scheiterte erst mit 0:3 an den Bayern. Luz war wer.\u00a0Doch wohin des Weges?\u00a0Angebote hatte er viele. Am besten war das des 1. FC K\u00f6ln. Doch St. Pauli lie\u00df den erfolgreichen St\u00fcrmer nicht weg. \u201eNat\u00fcrlich war ich ein bisschen entt\u00e4uscht. Ich wollte unbedingt in den Profifu\u00dfball\u201d, sagt er. Und er wollte zu viel. Nach der Hinrunde der Saison 06\/07 zog es ihn zum FC Augsburg in die 2. Bundesliga. Die Aufstiegschancen von St. Pauli waren zu gering \u2013 bei neun Punkten R\u00fcckstand.\u00a0Der richtige Weg?\u00a0St. Pauli stieg doch noch auf, Luz kam in Augsburg aber selten \u00fcber die Rolle des Jokers hinaus. \u201eEin Fehler war&#8217;s sicherlich nicht. Obwohl&#8217;s nicht so lief, war es eine Erfahrung.\u201d In St. Pauli war Luz der Held, in Augsburg einer von vielen. In St. Pauli ging es in der Kabine auch mal locker zu, in Augsburg wurde professionelles Verhalten verlangt. Immer.\u00a0Wohin des Weges jetzt?<\/p>\n<p>Oberhausen also. Der Ruhrpott. Hier ist er angekommen, der einstige DFB-Pokalheld, dem Stuttgart und St. Pauli am Herzen liegen. Er will Oberhausen nicht als Karriere-Sprungbrett Richtung Bundesliga nutzen. Deshalb hat er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Er wei\u00df, dass er der bekannteste Neue ist. Wei\u00df, was die Fans erwarten. \u201eDer Umgang in der Mannschaft ist locker, das \u00e4hnelt St. Pauli.\u201d Er selbst ist bescheiden: \u201eIch will erst einmal ein Spiel machen und optimal w\u00e4re es nat\u00fcrlich, gleich Tore zu machen. Dann mir einen Stammplatz erarbeiten.\u201d\u00a0Der richtige Weg?\u00a0Nach drei Testspielen hat Luz drei Tore auf seinem Konto. Es sind nur Tests, aber schon jetzt sehen die Fans: Wir haben nicht mehr nur Terranova und Kaya vorn. Sondern noch einen. Einen, der nicht den Helden spielt. Der \u00fcber sich selbst sagt, dass er kein Selbstdarsteller sei. Darf er auch nicht sein.<\/p>\n<p>Hier in Oberhausen. Im Ruhrpott.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Juli 2008 den Oberhausener WAZ-Sportredakteur vertreten. Dabei verfasste ich ein Portr\u00e4t \u00fcber Felix Luz, Zugang des Zweitliga-Aufsteigers Rot-Wei\u00df Oberhausen. Im DerWesten-Archiv ist der Text hier zu finden. 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