{"id":775,"date":"2011-09-01T11:14:04","date_gmt":"2011-09-01T11:14:04","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=775"},"modified":"2011-10-21T12:26:54","modified_gmt":"2011-10-21T12:26:54","slug":"ein-vergessener-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=775","title":{"rendered":"Ein vergessener Teil"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Dezember 2007 und Januar 2008 (als das erste iPhone erschien) den Duisburger Norden kennenlernen &#8211; hei\u00dft: die Stadtteile Marxloh (mitten im Zentrum liegt die Redaktion&#8230;), Walsum, Hamborn, Bruckhausen, Meiderich &#8230;<\/p>\n<p>Ich verfolgte dabei die Spur eines vergessenen Teils der &#8222;Route der Industriekultur&#8220; und suchte den &#8222;Alsumer Berg&#8220;.<\/p>\n<p>Zum Text im Archiv von DerWesten geht es <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/duisburg\/nord\/Das-versunkene-Dorf-id1555960.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Es ist verdammt diesig an diesem Vormittag. Ein Schild am Alsumer Steig weist den Weg. &#8222;1,3 Kilometer bis zur Aussichtsplattform&#8220; steht darauf. Links liegt der Alsumer Berg, rechts der Rhein. Geradeaus und im R\u00fccken: Industrie. Rauchwolken, Hoch\u00f6fen, es stinkt etwas. Nach was? Schwer zu sagen. Nach Arbeit. Alsum. Hier wohnten bis vor 43 Jahren Menschen?<\/p>\n<p>Der Alsumer Berg ist ein Teil der &#8222;Route der Industriekultur&#8220; im Duisburger Norden. Der Landschaftspark Nord, das Museum der Binnenschifffahrt: klar! Aber Alsum. . . Und vor allem: Alsum, n i c h t Walsum! Was war denn hier? Eine Siedlung, so hei\u00dft es. Hoffentlich gibt es hier bald ein Schild.<\/p>\n<p>Noch ist keins in Sicht. Ein langer, schier endloser Weg f\u00fchrt am Rhein entlang. An diesem grauen, kalten Wintertag traut sich kein Radfahrer den Schotterweg entlang, kein Fu\u00dfg\u00e4nger schaut sich die rauchenden \u00d6fen an, niemand liegt auf den Wiesen. Augen schlie\u00dfen, an den Sommer denken: Dann ist es ein Paradies f\u00fcr Frischverliebte, Sportler, Fotografen.<\/p>\n<p>Doch diesmal: Kapuze auf, Regenschirm. Nach 800 Metern folgt endlich das lang erwartete Schild mit den historischen Informationen. Einst stand an dieser Stelle das Schiffer- und Fischerd\u00f6rfchen Alsum, das 1892 zu einem Kohlenverladeplatz wurde. Der Hafen versank jedoch 1925\/26 im Rhein. Im Erdreich unter Alsum wurde Kohle abgebaut, deshalb sank der Stadtteil immer tiefer. Irgendwann zog man die Notbremse.<\/p>\n<p>An diesem kalten Wintertag ist kein Hochwasser zu sehen. Noch 500 Meter sind es zum Gipfel. Es geht nun steil bergauf. Eigentlich w\u00e4re das perfekt f\u00fcr einen Berglauf von Fu\u00dfballmannschaften. Zu Fu\u00df wird&#8217;s anstrengend. Schnell noch \u00fcber die Fakten auf der Tafel nachdenken: 1965 verlie\u00dfen die letzten 155 Einwohner den Stadtteil. Die Stadt f\u00fcllte das Gel\u00e4nde zu einer Schutthalde auf &#8211; und gestaltete sie schlie\u00dflich zu einer Gr\u00fcnfl\u00e4che um. Alsum, 1933 die Heimat von 3360 Menschen, ist nun als &#8222;Alsumer Berg&#8220; ein Teil der Industriekultur und Landschaftsschutzgebiet.<\/p>\n<p>Angekommen auf dem Gipfel. Es ist kein besonders sch\u00f6ner Tag f\u00fcr eine tolle Aussicht. Aber doch schon beeindruckend genug. Thyssen-Krupp-Stahl liegt ganz, ganz nah, am Horizont sind schemenhaft Fabriken und Kraftwerke in Rheinberg, Walsum und Voerde zu erkennen. Ringsum Industrie. Hinsetzen, verweilen, nachdenken, das Ruhrgebiet genie\u00dfen, einatmen.<\/p>\n<p>Der Abstieg beginnt. Der Landschaftspark Nord ist sch\u00f6n. Aber der Ausblick vom Alsumer Berg auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Volontariats durfte ich im Dezember 2007 und Januar 2008 (als das erste iPhone erschien) den Duisburger Norden kennenlernen &#8211; hei\u00dft: die Stadtteile Marxloh (mitten im Zentrum liegt die Redaktion&#8230;), Walsum, Hamborn, Bruckhausen, Meiderich &#8230; Ich verfolgte dabei &hellip; <a href=\"https:\/\/andreasernst.com\/?p=775\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[127,1,116,6,7],"tags":[209,195],"class_list":["post-775","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-journalistisch","category-allgemein","category-duisburg","category-ruhrgebiet","category-geschichten","tag-duisburg","tag-ruhrgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=775"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":831,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775\/revisions\/831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}