{"id":2234,"date":"2011-09-11T00:07:00","date_gmt":"2011-09-11T00:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2234"},"modified":"2013-01-11T00:18:01","modified_gmt":"2013-01-11T00:18:01","slug":"21-marz-2002-bvb-liberec-40-brotchen-fur-viel-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=2234","title":{"rendered":"21. M\u00e4rz 2002 &#8211; BVB-Liberec 4:0 &#8211; &#8222;Br\u00f6tchen f\u00fcr viel Geld&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Als Fu\u00dfballfan im Ruhrgebiet gibt es viele Dinge, die auf der &#8222;To-do&#8220;-Liste stehen. Zum Beispiel: einmal ein BVB-Spiel auf der S\u00fcdtrib\u00fcne verfolgen. Am 21. M\u00e4rz 2002 konnte ich auf meiner &#8222;To-do&#8220;-Liste hinter diesem Punkt ein &#8222;Check&#8220; vermerken. Denn mit ein paar sehr guten Freunden besuchte ich das Uefa-Cup-Viertelfinal-R\u00fcckspiel zwischen dem BVB und Slovan Liberec. 4:0 ging das aus und wir beendeten den Abend im T-Club in der Turbinenhalle Oberhausen. Song 2. Wuhuuu!<\/p>\n<p><strong>Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich &#8222;Br\u00f6tchen f\u00fcr viel Geld&#8220; nannte:<\/strong><\/p>\n<p>Wie soll ich meine Gef\u00fchle beschreiben, die ich versp\u00fcrte, als mein Kumpel Bj\u00f6rn mir mitteilte, dass ich die Chance h\u00e4tte, mit zum UEFA-Cup-Spiel BVB gegen Liberec zu kommen? Toll, dachte ich. Ist ja mal was anderes als dieses Zweitliga-Einerlei, das ich mir Woche f\u00fcr Woche zumute. Und au\u00dferdem ist das Westfalenstadion (bei aller Konkurrenz zum VfL muss ich das ja mal sagen) nicht das schlechteste in der Bundesliga. Als Bj\u00f6rn mir noch verklickerte, dass unser beider Kumpel Marc (MSV-Fan) auch noch mitkommen w\u00fcrde &#8211; gebongt, wird ein toller Abend!<\/p>\n<p>Und so trafen wir uns um 18.05 Uhr am M\u00fclheimer Hauptbahnhof, Gleis eins &#8211; und schon beim Betreten des Bahnsteigs wusste ich: Dieser Abend findet f\u00fcr Marc kein w\u00fcrdiges Ende. Ich wei\u00df, wie er guckt, wenn er dabei ist, sich einen zu tanken &#8211; und er war dabei.<\/p>\n<p>&#8211; Hab vorhin zwei Bullka (Wodka\/Redbull, Anmerkung von mir) getrunken. Super!<\/p>\n<p>Ach du liebe Zeit. Bj\u00f6rn hat auch schon die Dose Pils in der Hand &#8211; und die Dortmund-Kleidung an. Meine Laune steigt. Und das alles f\u00fcr einen Ausflug nach Europa. Ach, was waren das noch f\u00fcr Zeiten; FC Br\u00fcgge, Ajax Amsterdam, Trabzonspor. Und in Dortmund? Da ist Viertelfinale (!), soweit wird Bochum niemals (!!!) kommen &#8211; und die Prognosen prophezeien ein maximal halbvolles Stadion. Soviel zum Thema &#8222;die besten Fans Deutschlands&#8220;.<\/p>\n<p>Essen Hauptbahnhof; Stocki steigt zu &#8211; ein Medizin-Kollege von Bj\u00f6rn. Weiter geht\u00b4s; Wattenscheid, Dortmund Hauptbahnhof, in die U45 Richtung Westfalenstadion. Aussteigen, pissen gehen, Hunger. &#8222;Westf\u00e4lischer Grillschinken mit Krautsalat&#8220; f\u00fcr 4 Euro. Klingt gut, ich bestell mir gleich zwei. So ist das mit der neuen W\u00e4hrung. Du h\u00f6rst die Zahl &#8222;4&#8220; und denkst: Hoppla, wie billig. Am Ende stellst Du fest: 8 Euro f\u00fcr zwei Br\u00f6tchen, macht 16 (!) Mark&#8230; Homer Simpson w\u00fcrde sp\u00e4testens an dieser Stelle ein lautes &#8222;NEIN&#8220; (bzw. auf Englisch &#8222;D&#8217;oh!&#8220;) auswerfen. Ich bemerke es erst im Stadion &#8211; und \u00e4rgere mich. Aber lecker war\u00b4s!<\/p>\n<p>Marc schie\u00dft sich systematisch ab. Ein Bierchen hier, ein Bierchen da; und viiiiel Schei\u00dfe labern. F\u00fcnf Minuten vor dem Anpfiff nehmen wir unsere Pl\u00e4tze ein. Wow, ganz sch\u00f6n fett, dieses Westfalenstadion. Aber tats\u00e4chlich nur 36 000 Leute hier. Es wird ein netter Abend, aber nicht mehr. Mein privater H\u00f6hepunkt war der Geruch eines Joints, der mir in der Halbzeitpause in die Nase stieg. Ansonsten: ein ganz ansehnliches Spiel mit vier BVB-Toren (Amoroso, Ricken, Ewerthon und der von mir sehr gesch\u00e4tzte Jan Koller trafen) und einigen l\u00e4ssigen Spr\u00fcchen. Bei einigen Sprechch\u00f6ren konnte ich sogar mitgr\u00f6hlen, z.B. wenn die Dortmunder anfingen, vom U-U-EFA-Cup zu tr\u00e4llern (sieh nach beim Spielbericht VfL gegen Reutlingen&#8230;). Es fiel nicht weiter auf, dass ich gewisse Verse tauschte.<\/p>\n<p>Nein, der BVB ist nicht meine Welt. &#8222;Das sollte sie auch nicht werden&#8220;, konstatiert Bj\u00f6rn. Alles ein bisschen zu gro\u00df, zu krass, zu pomp\u00f6s, zu viele Pseudo-Fans, zu viele Neureiche, die sich mit diesem vom Kapitalismus durchtr\u00e4nkten schwarz-gelben Bankkonto schm\u00fccken. Eine zusammengekaufte Mannschaft (gut, mit der Ausnahme Ricken), eine kritische S\u00fcdtrib\u00fcne, die nach einer Viertelstunde (es hie\u00df noch 0:0) erstaunlich ruhig wurde. Bei &#8222;Ansto\u00df3&#8220; w\u00fcrde unter der Rubrik &#8222;Fans&#8220; ein einziges Wort stehen: &#8222;Verw\u00f6hnt&#8220; und nicht etwa &#8222;laut&#8220;. Das ist nicht mein Ding. Dann lieber st\u00e4ndig verlieren, immer schimpfen und als Kleiner gegen die Gro\u00dfen wie Borussia Dortmund ank\u00e4mpfen. Ich glaube, wenn Bochum mal so im Konzert der Reichen mitspielen w\u00fcrde &#8211; der Gang ins Ruhrstadion w\u00fcrde mir keinen Spa\u00df mehr machen.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnisse nehme ich nach 90 Minuten um 22.30 Uhr mit und Marc an die Hand. Stehen und sprechen kann er noch. Das ist gut, denn wir wollen noch in den T-Club in der Turbinenhalle Oberhausen. Das Ganze geschieht mit dem fantastischen &#8222;Rhein-Emscher-Express&#8220; der Deutschen Bahn, der doch tats\u00e4chlich an den genialsten Hauptbahnh\u00f6fen des Ruhrgebiets h\u00e4lt (kein Scherz), und zwar hintereinander in Castrop-Rauxel Hauptbahnhof, Herne, Wanne-Eickel Hauptbahnhof, Gelsenkirchen Hauptbahnhof, Essen-Altenessen und Oberhausen Hauptbahnhof. Na wenn das keine Strecke ist! Ich bin leider mehr damit besch\u00e4ftigt, Marc wach zu halten als raus zu schauen. Kurz noch zu M\u00e4kkes &#8211; der &#8222;Grilled Chicken&#8220; schmeckt einigerma\u00dfen &#8211; und unseren Mit-Abiturienten Zander in der Bahn treffen. Klappt alles wunderbar, auf www.vrr.de ist doch Verlass.<\/p>\n<p>Es wird auch im T-Club nett. Wir treffen aus purem Zufall einen Studienkollegen von Marc und Zander samt Freundin, den wir aus gewissen Gr\u00fcnden nur den &#8222;Schalker&#8220; nennen. Lang, lang nicht gesehen und doch wieder erkannt. Ebenso einen Badmintonspieler, ein Tischtennis-As. Viel geredet und viel getrunken &#8211; ich schon standesgem\u00e4\u00df mein Gatorade, Marc und Zander Bier und Wodka-Lemon. Zander erlebt seinen gr\u00f6\u00dften Abend der letzten Jahre &#8211; mit auf dem Stuhl tanzen und so. Marc und ich lachen uns mehrfach scheckig. Alle Klassiker kommen: &#8222;Bayern&#8220; (Hosen), &#8222;Zu sp\u00e4t&#8220; (\u00c4rzte), &#8222;Like the way I do&#8220; (Melissa Etheridge), &#8222;Song2&#8220; (Blur), &#8222;Time to wonder&#8220; (Fury in the Slaughterhouse), &#8222;Jein&#8220; (Fettes Brot), &#8222;It\u00b4s my life&#8220; (Bon Jovi), die Robbie-Williams-Version von &#8222;Back for Good&#8220;, Oldies (&#8222;Yesterday man&#8220;), aktuelle Charts-Mucke (&#8222;Whatever, whenever&#8220;\/Shakira, &#8222;The whole world&#8220;\/Outkast, &#8222;How you remind me&#8220;\/Nickelback&#8230;) undundund&#8230; Es wird sp\u00e4t, 3.45 Uhr wirft mich der Taxifahrer vor meiner Haust\u00fcr raus.<\/p>\n<p>16 Mark f\u00fcr zwei Br\u00f6tchen.<\/p>\n<p>Manmanman.<\/p>\n<p>Ein hoher Preis f\u00fcr ein bisschen Europa&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Fu\u00dfballfan im Ruhrgebiet gibt es viele Dinge, die auf der &#8222;To-do&#8220;-Liste stehen. 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