{"id":2201,"date":"2011-09-09T15:21:22","date_gmt":"2011-09-09T15:21:22","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2201"},"modified":"2013-01-09T15:31:53","modified_gmt":"2013-01-09T15:31:53","slug":"26-november-2004-msv-frankfurt-11-remember-braunschweig-und-litti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=2201","title":{"rendered":"26. November 2004 &#8211; MSV-Frankfurt 1:1 &#8211; &#8222;Remember Braunschweig und Litti&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In der Saison 2004\/2005 war ich ganz besonders fu\u00dfballverr\u00fcckt und besuchte fast jedes Heimspiel von drei Vereinen &#8211; Duisburg, Bochum und Speldorf. Auch das 1:1 zwischen dem MSV und Eintracht Frankfurt am 26. November 2004 sah ich mir live im Stadion an.<\/p>\n<p><strong>Und so geht der Blog-Eintrag, den ich &#8222;Remember Braunschweig und Litti&#8220; nannte:<\/strong><\/p>\n<p>Langsam betreten wir die Stehstufen der &#8222;K\u00f6nig-Pilsener-Trib\u00fcne.&#8220; Mal wieder haben wir nur einen Parkplatz am Arsch der Welt bekommen. Nix hier mit ner M\u00f6glichkeit direkt vor der Haupttrib\u00fcne. Nix hier mit nem Parkplatz an der Regattabahn. Nein, noch zehn Fu\u00df-Minuten weiter au\u00dferhalb fast schon beim VfL Wedau stehen wir. Wir? Helmut, Andr\u00e9 &#8211; zwei MSV-Fans &#8211; und ich; das ist fast schon eine feste Besuchergruppe geworden. Oh je, h\u00f6rt mir zu, h\u00f6rt mich an &#8211; ich bin tats\u00e4chlich in letzter Zeit sehr regelm\u00e4\u00dfig an der Wedau gewesen &#8211; warum spielen die auch nur st\u00e4ndig am Freitagabend? Und warum bin ich nur so verdammt fu\u00dfballverr\u00fcckt?<\/p>\n<p>Langsam betreten wir die Stehstufen der &#8222;K\u00f6nig-Pilsener-Trib\u00fcne&#8220;. Doch, das neue Stadion gef\u00e4llt mir, das muss ich noch einmal betonen. Es ist nichts im Vergleich zu unserem Ruhrstadion, das ich heute zum ersten Mal &#8222;gutes altes Retro-Stadion&#8220; getauft habe, aber ganz nett, vor allem im Vergleich zu der alten, sch\u00e4bigen, zugigen Wedau-H\u00fctte. Wenn das noch stehen w\u00fcrde, dann h\u00e4tte ich Helmut ganz gewiss einen Vogel gezeigt und laut &#8222;N\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4&#8220; gebr\u00fcllt. Bei dem Fisselregen h\u00e4tte der sich bestimmt selbst nicht auf die un\u00fcberdachte alte Nordgerade gestellt. 15 000 sind da. Fr\u00fcher w\u00e4re es nur die H\u00e4lfte gewesen. Lasst mich noch einmal die Situation zusammenfassen: In den letzten Jahren konnte ich t\u00e4glich, bei jedem Telefonat mit Helmut sp\u00f6tteln. Wir waren obenauf, und der MSV eben nicht. Stets im Mittelfeld der zweiten Liga herumkrebsend, verlor Helmut die Lust, und ich kann mich noch gut an meinen Dauer-Lachkick erinnern, am 28. Oktober 2002. Vor zwei Jahren und einem Monat. Das MSV-Spiel gegen Braunschweig war so etwas wie der Tiefpunkt in der j\u00fcngsten Vereinsgeschichte. 4 400 Zuschauer, Litti letztmals als Zebra-Trainer, Dreizehnter gegen Achtzehnter, \u00dcberschrift &#8222;Meine Fresse war das schlecht&#8220;. Jetzt hat der MSV ein neues Stadion, einen ganz anderen Trainer, eine v\u00f6llig ausgewechselte Mannschaft, alle sieben Heimspiele gewonnen, und &#8211; ja, ich geb&#8217;s zu &#8211; der Aufstieg in die Bundesliga ist kaum noch zu verhindern. Nun gut, 30 Punkte fehlen noch, bis der feststeht, aber in dieser zweiten Liga sollte das kein allzu gro\u00dfes Problem darstellen. Da bleiben mir im Moment alle ironischen Kommentare im Halse stecken, und im Gegenteil, ich kriege sie selbst ab und alles zur\u00fcck. Die Stichworte &#8222;Tabellennachbar&#8220; und &#8222;Absteiger&#8220; fallen des\u00f6fteren, der Satz &#8222;Dann gibt&#8217;s wohl n\u00e4chstes Jahr wieder kein Revierderby&#8220; fliegt mir auch regelm\u00e4\u00dfig entgegen. Morgen spielen wir gegen N\u00fcrnberg, da f\u00e4llt wohl schon eine kleine Vorentscheidung, wo es in der n\u00e4chsten Saison hingeht. F\u00fcr den VfL &#8211; und damit f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Langsam betreten wir die Stehstufen der &#8222;K\u00f6nig-Pilsener-Trib\u00fcne&#8220;. Direkt vor uns steht der Premiere-Pavillon. Seit unserem letzten Abstieg hat sich einiges ge\u00e4ndert. Mittlerweile gibt es auch in der 2. Bundesliga die &#8222;Premiere-Konferenz&#8220;, und sowohl am Freitag als auch am Sonntag ein &#8222;Spiel des Tages&#8220;. Und das DSF-Montagmatch darf nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. \u00dcber mediale Pr\u00e4senz d\u00fcrfte ich mich auch in Liga zwo also nicht beschweren. Andi, jetzt H\u00d6R ABER AUF mit diesen Gedanken, ist gut jetzt, wir sind noch nicht abgestiegen, sind noch nicht. Eine Kamera steht dort, mehrere Bildschirme, Helfer, Moderator Christian Sprenger &#8211; und zwei Trainer. Norbert &#8222;Nasenmann&#8220; Meier und Friedhelm Funkel. Zwei Trainer, die ich schon erlebt habe, nicht nur auf den B\u00e4nken Deutschlands. Der eine, Meier, trainierte einst, als ich noch spielte, eine meiner gegnerischen Mannschaften. Es war die A-Jugend von Borussia M\u00f6nchengladbach, mit Marcel Ketelaer (N\u00fcrnberg, der war mein Gegenspieler!) und Sven Lintjens (heute RWE). Wir hielten in diesem Niederrheinpokal-Spiel \u00fcber eine halbe Stunde lang das 0:0, Nasenmann war richtig sauer. Am Ende stand es 0:8, aber nur wir haben gefeiert. Und Funkel? Der war gerade frisch bei Hansa Rostock rausgeflogen, und trat in einem Promi-Spiel in M\u00fclheim gegen eine Betriebssportmannschaft an. Und ich musste dar\u00fcber berichten. Das Spiel endete 15:irgendwie f\u00fcr die Promis, Funkel schoss mehrere Tore, irgendwas zwischen vier und acht. Heute sind beide hauptverantwortlich f\u00fcr Zweitligateams.<\/p>\n<p>Eintracht Frankfurt also spielt heute an der Wedau. Zweite Bundesliga, irgendwo in der Bedeutungslosigkeit. Im letzten Jahr, im Abstiegsjahr, h\u00e4tte Eintracht uns fast die Saison versaut. Vorletzter Spieltag, Sam war gerade frisch verheiratet, mehrere Tausend Bochumer am Main, der Sieg nur eine Frage der H\u00f6he. Und dann dieses verdammte 2:3. Aber der &#8222;Vadder Abraham&#8220;-Sprechchor in der Stra\u00dfenbahn vom Bahnhof bis zum Stadion bleibt unvergesslich. &#8222;Zebrastreifen wei\u00df und blau&#8220; tr\u00e4llern diesmal die einen. &#8222;Du sch\u00f6ne SGE&#8220; schallt&#8217;s von der anderen Seite. Der Spielverlauf ist eigentlich klar. Zwei Mannschaften spielen 90 Minuten Fu\u00dfball, und am Ende gewinnt der MSV &#8211; so ist das im Moment in Liga zwei (wobei mir diese Anlehnung ans Gary-Lineker-Zitat schon wieder literarische Schmerzen zuf\u00fcgt, das f\u00e4llt mittlerweile schon in den Phrasenbereich). Wenn der MSV f\u00fcnf Eigentore schie\u00dfen w\u00fcrde, der Gegner h\u00e4tte garantiert sechs zu bieten. Und wie l\u00e4uft das Spiel? Die Frankfurter sind in einem zun\u00e4chst ziemlich ereignis- und trostlosen Kick bei usseligem Wetter einen klitzekleinen Tick feld\u00fcberlegen, schaffen es aber nicht, sich gegen die MSV-Mauer (die Abwehr steht wirklich 1 A) eine Chance zu erarbeiten. Eintracht besser, und der MSV? Trifft. Flanke von links, van Houdt h\u00e4lt seinen linken Stab hin, 1:0. Eben der normale Verlauf. In der Viertelstunde vor und in der Viertelstunde nach der Pause dr\u00fcckt der MSV, vergibt einen Gro\u00dfteil seiner insgesamt zw\u00f6lf Ecken und dazu noch drei\/vier weitere &#8222;Sch\u00f6ngschen&#8220; &#8211; und ja, doch, er verdient sich die F\u00fchrung. Dann aber besinnt sich Trainer Meier seiner italienischen Fu\u00dfball-Auffassung, und l\u00e4sst seine Mannschaft getreu dem Motto &#8222;da brennt schon nichts an&#8220; den knappen Vorsprung nach Juventus-Manier verteidigen. Das geht gut. Frankfurt dr\u00fcckt und dr\u00fcckt, aber Baelum und Drsek kriegen ihre Flossen immer wieder dazwischen. &#8222;500 Minuten ohne Gegentor&#8220; leuchtet&#8217;s zwischendurch auf der Videowand auf, doch &#8211; oh Wunder &#8211; viel mehr werden es nicht. Irgendwie nickt van Lent die Kugel (ja richtig, der gute alte van Lent) \u00fcber die Linie, 1:1, vier Minuten vor Schluss. V\u00f6llig unerwartet, aber bei weitem nicht unverdient. Der Schiri pfeift ab, und &#8211; noch ein Wunder &#8211; keiner pfeift. Ein Unentschieden zu Hause! Und KEIN sonst so wahnsinnig kritischer Duisburger pfeift! Sieben Heimsiege in Folge beschwichtigen. Der Vorsprung ist immer noch beachtlich. &#8222;Ich sag&#8217;s ja, jetzt geht das wieder los&#8220;, schimpft nur ein Ordner, der den Ausgang \u00fcberwacht. Kein berauschendes Fu\u00dfballfest, aber auch kein verschenkter Abend.<\/p>\n<p>Wieder ein 1:1. Wie vor genau zwei Jahren. Und doch hat sich so viel ge\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Saison 2004\/2005 war ich ganz besonders fu\u00dfballverr\u00fcckt und besuchte fast jedes Heimspiel von drei Vereinen &#8211; Duisburg, Bochum und Speldorf. Auch das 1:1 zwischen dem MSV und Eintracht Frankfurt am 26. November 2004 sah ich mir live im &hellip; <a href=\"https:\/\/andreasernst.com\/?p=2201\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,126,116,3,12,6,7],"tags":[209,192,13,198,195],"class_list":["post-2201","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-blog-damals","category-duisburg","category-fusball","category-msv-duisburg","category-ruhrgebiet","category-geschichten","tag-duisburg","tag-fusball","tag-msv","tag-msv-duisburg","tag-ruhrgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2201"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2202,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2201\/revisions\/2202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreasernst.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}