{"id":2139,"date":"2011-09-11T14:41:53","date_gmt":"2011-09-11T14:41:53","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2139"},"modified":"2012-12-27T15:05:43","modified_gmt":"2012-12-27T15:05:43","slug":"11-februar-2007-vfl-nurnberg-02-horrorfilm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=2139","title":{"rendered":"11. Februar 2007 &#8211; VfL-N\u00fcrnberg 0:2 &#8211; &#8222;Horrorfilm&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Welche Mannschaft im deutschen Profifu\u00dfball verliert besonders gern unverlierbare Spiele? Richtig, der VfL Bochum! 11. Februar 2007, Bochum gegen N\u00fcrnberg. Der VfL gegen die \u00dcberraschungsmannschaft (und den sp\u00e4teren DFB-Pokalsieger). 89 Minuten Feld\u00fcberlegenheit, 6:4 Chancen und 7:2 Ecken in dieser Zeit &#8211; und doch steht&#8217;s nach 92 Minuten 0:2. Elf Tage fiel mir nichts zu diesem Spiel ein.<\/p>\n<p><strong>Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich &#8222;Horrorfilm&#8220; nannte und mit der Unterzeile &#8222;Elf Tage nach dem Abpfiff bringe ich es endlich zu Papier. Sensationelles Spiel &#8211; unn\u00f6tig verloren. Eigene Gedanken und zwei Splitter&#8220; versah.<\/strong><\/p>\n<p><em>M\u00fclheim, 22.2.2007<\/em><\/p>\n<p>Elf Tage sind seit dem Abpfiff unseres Heimspiels gegen N\u00fcrnberg vergangen. Elf Tage, an denen sich allein das W\u00f6rtchen &#8222;folgt&#8220; an dieser Stelle befand. Nichts ist mir zu diesem verfluchten Abend eingefallen &#8211; und wie Ihr an meiner Homepage seht, bin ich \u00e4u\u00dferst selten sprachlos (im VfL-Tagebuch letztmals beim uns\u00e4glichen Zweitliga-0:1 gegen Offenbach). Ich wei\u00df noch, wie sehr ich mich angestrengt habe, an diesem Sonntagmittag rechtzeitig zum Spiel zu kommen. &#8222;Mittagspause&#8220; habe ich das in der Redaktion genannt. Ich wei\u00df noch, wie ern\u00fcchtert ich zur\u00fcckkehrte, lustlos meine letzten WAZ-Zeilen reinh\u00e4mmerte, und zu meinen Kollegen lediglich fl\u00fcsterte: &#8222;0:2 verloren. Saenko. 89. und 92. Minute. Aber sensationelle Leistung von uns.&#8220; Es war unm\u00f6glich, dieses Spiel zu verlieren&#8230; Der VfL hat es geschafft.<\/p>\n<p>Elf Tage sind vergangen. Das grandiose 3:1 in Bielefeld war eine Fortsetzung der tollen zweiten Halbzeit des N\u00fcrnberg-Spiels &#8211; also eine logische Konsequenz. Die DSF-Videoaufzeichnung habe ich mir inzwischen zehnmal angeschaut und ich werde sie archivieren. Wer wei\u00df&#8230; wenn wir drinbleiben, war dieses 3:1 vielleicht der entscheidende Schritt!! Die N\u00fcrnberg-Aufnahme ist l\u00e4ngst verschwunden. Ich habe &#8222;24&#8220; dr\u00fcbergelegt, diese Serie mit Kiefer Sutherland als gnadenloser Agent Jack Bauer, der in einer Tour Terroristen umnietet. Jaja, umgenietet h\u00e4tte ich am liebsten auch einige an diesem Abend&#8230;<\/p>\n<p>Elf Tage. Was schreibe ich jetzt blo\u00df an dieser Stelle? Wenig. Ich belasse es bei ein paar Splittern. Denn wenn meine Sprache versagt, dann gibt es immer noch die viel besser formulierten S\u00e4tze des Kolumnisten und VfL-Fans Biermann, der in der &#8222;taz&#8220; seine Eindr\u00fccke schildert. Und das herrlich. Genau so war\u00b4s&#8230;<\/p>\n<p><em>Splitter 1, taz, 22.2.2007, Von C. Biermann<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Am liebsten w\u00e4re ich aufgestanden, gegangen und nie mehr wiedergekommen. (&#8230;) Dennoch dauerte es ein wenig, bis der Wunsch nach einem Ausstieg verflogen war und sich in die normale Benommenheit nach einer Niederlage verwandelte. Denn meine Mannschaft war trotz einer tollen Leistung in der zweiten Halbzeit, in der angesichts einiger sehr guter Torchancen gegen das \u00dcberraschungsteam der Saison sogar ein Sieg m\u00f6glich schien, durch zwei Gegentore in den letzten drei Minuten pl\u00f6tzlich ins Nichts gest\u00fcrzt. Sie hatte verloren und bei mir f\u00fcr einen Moment den Wunsch nach einem theatralischen Abgang aufkommen lassen. Und, dass es endlich aufh\u00f6rt mit diesen verdammten Niederlagen.&#8220; (taz, 22.2.2007)<\/p>\n<p><em>Erg\u00e4nzung am 26.2.2007<\/em><\/p>\n<p>Das Spiel gegen N\u00fcrnberg scheint bei den bekanntesten VfL-Fans tiefe Narben hinterlassen zu haben. Im KICKER \u00e4u\u00dferte sich Schriftsteller Frank Goosen \u00fcber seine Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p><em>Splitter 2, kicker, 26.2.2007, Von F. Goosen<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Stell&#8216; Dir vor, dein Verein hat genau 25 gute Minuten in der Saison, und die kriegst du nicht mit. Ganz so schlimm steht es um meinen VfL Bochum nicht, aber dennoch habe ich den Eindruck, dass die Mannschaft sehr oft besonders gut ist, wenn ich gerade nicht hinsehe. Zum Beispiel gegen N\u00fcrnberg am 11. Februar. Die erste H\u00e4lfte war die \u00fcbliche verschnarchte Veranstaltung. (&#8230;) Nach etwa zehn Minuten in der zweiten H\u00e4lfte legt der VfL pl\u00f6tzlich den ber\u00fchmten Schalter um. In einer leidenschaftlichen Kraftanstrengung best\u00fcrmt man das N\u00fcrnberger Tor &#8211; und ich kriegte fast nichts mit.<\/p>\n<p>Das Spiel ist, wie die meisten Spiele dieses Vereins, n\u00fcchtern nicht durchzustehen. (&#8230;)&#8220;<\/p>\n<p>Biermann, der Journalisten-Held, Goosen, ol\u00e9. Ich muss noch viel, viel lernen&#8230; Doch bei zwei Splittern soll es nicht bleiben. Spannend war nicht nur das Spiel selbst. Nein, spannend war auch ein A5-Bl\u00e4ttchen, dass ich mir nach dem Abpfiff am W\u00fcrstchen-Stand vor der Ostkurve schnappte. Jemand hatte es liegenlassen, ich sammelte es auf. Ich fand den Infobrief der Ultras&#8230;<\/p>\n<p><em>Splitter 3, UB-Infoblatt<\/em><\/p>\n<p>1. Artikel Durchblick: &#8222;(&#8230;) Wer den VfL nicht geil findet, ist selber schuld! Schweres Spiel auch f\u00fcr uns Fans, da die N\u00fcrnberger einen sangesfreudigen Anhang dabeihaben werden. Also Vollgas!&#8220; 2. Artikel VfL-Mainz: &#8222;(&#8230;) Leichtes Spiel. Weghauen, drei Punkte, und die Welt sieht sch\u00f6ner aus. Nein, wir sind Bochum. Wir bauen jeden auch noch so toten Gegner wieder auf und fabrizieren ein peinliches 0:1 gegen den Tabellenletzten. Hat ja auch was&#8230; (Blick in die Kurve Nr. 8, N\u00fcrnberg, 11.2.2007)<\/p>\n<p><em>Splitter 4, Nachtrag<\/em><\/p>\n<p>Wer mich irgendwann foltern will, dem sei folgender Tipp mit auf den Weg gegeben: Sorgt daf\u00fcr, dass ich erst p\u00fcnktlich zum Anpfiff im Stadion sein kann. Das f\u00fchrt dazu, dass ich Gr\u00f6nemeyers &#8222;Bochum&#8220; zwar h\u00f6re, aber nur auf dem Weg vom Parkplatz zum Stadion. Ich stehe nicht mittendrin. So geschehen am N\u00fcrnberg-Sonntag. Dieses Spiel begann wie ein Horrorfilm &#8211; und endete wie einer.<\/p>\n<p>Elf. Wisst Ihr jetzt, warum?<\/p>\n<p>Spruch des Tages<\/p>\n<p>&#8222;Was sind das denn f\u00fcr T\u00f6ne! Wir sind doch hier im Intellektuellen-Block!&#8220;<\/p>\n<p>(Gerd in etwa der 60. Minute, als Lupo in den Sprechchor &#8222;Arbeitslose Hurens\u00f6hne, 100 Jahre S&#8217;04&#8220; einstimmte &#8211; ich gebe zu: Situationskomik, aber wir haben alle seeehr gelacht, Anmerkung: Schalke 04 und den 1. FC N\u00fcrnberg verbindet eine Fan-Freundschaft)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Mannschaft im deutschen Profifu\u00dfball verliert besonders gern unverlierbare Spiele? Richtig, der VfL Bochum! 11. Februar 2007, Bochum gegen N\u00fcrnberg. 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