{"id":1063,"date":"2011-09-07T16:05:50","date_gmt":"2011-09-07T16:05:50","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=1063"},"modified":"2011-11-11T16:13:53","modified_gmt":"2011-11-11T16:13:53","slug":"14-september-2001-12-urlaubstag-nordkapp-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreasernst.com\/?p=1063","title":{"rendered":"14. September 2001. 12. Urlaubstag. Nordkapp, Norwegen."},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Meinen Sommerurlaub 2001 verbrachte ich in Skandinavien. Oh weia, zehneinhalb Jahre ist das schon wieder her\u2026 Gemeinsam mit meinem Grundschulkumpel Bj\u00f6rn (Gr\u00fc\u00dfe!) fuhr ich im September des Jahres vier Wochen lang durch D\u00e4nemark, Schweden, Finnland und Norwegen \u2013 mit dem H\u00f6hepunkt \u201cNordkapp\u201d. W\u00e4hrend dieser vierw\u00f6chigen Reise f\u00fchrte ich ein Tagebuch \u2013 ein paar Eintr\u00e4ge tippte ich f\u00fcr meine \u201cerste\u201d Homepage ab. Einige dieser Eintr\u00e4ge habe ich \u201cdigitally remastered\u201d und ver\u00f6ffentliche sie nun neu.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Dieser hier trug auf meiner \u201cersten\u201d Homepage die \u00dcberschrift <strong>\u201cDer Weg ist das Ziel\u201d<\/strong> und stammt von meinem Tag am Nordkapp. Am 14. September 2001 erf\u00fcllte ich mir einen gro\u00dfen Wunsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt endlich rein in den Text vom 14. September 2001:<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Habt Ihr Lebenstr\u00e4ume?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Na klar, jeder hat das. Der eine will mal einen Ferrari besitzen, der n\u00e4chste eine Deutsche Meisterschaft mit dem VfL Bochum feier &#8230; und so weiter. Niemand hat nur einen Lebenstraum, sondern mehrere. Genug der Definition.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>F\u00fcr mich hat sich ein gro\u00dfer Traum heute erf\u00fcllt; einer, der ganz oben auf der Liste stand. Einmal das Nordkapp sehen, an der n\u00f6rdlichsten Spitze Europas stehen. Ich erinnere mich, dass ich, als ich 10 war, mit gro\u00dfen Augen den Erz\u00e4hlungen meines Onkels Uwe lauschte, der Dias vom Nordkapp vorf\u00fchrte. Seitdem dachte ich st\u00e4ndig, ja fast in jeder freien Minute an dieses Fleckchen Erde im Norden Norwegens.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Heute war ein ganz, ganz besonderer Tag in meinem Leben. Intensiv, ganz intensiv. Sp\u00fcr diesen Hauch, diesen Lufthauch, der dir durch Haare, Nase und um die Ohren weht, blicke auf das Eismeer. Die gesamte Welt liegt hinter dir, nur noch das Ewige Eis am Horizont.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>12.38 Uhr! Da ist er, der Globus. So oft in Reisef\u00fchrern gesehen, so oft dr\u00fcber diskutiert, so oft dar\u00fcber gelesen. Da ist er. Nicht zu glauben! Ich habe es geschafft. Lasse die Gedanken kreisen. So stelle ich mir den Moment vor dem Tod vor. Dein ganzes bisheriges Leben l\u00e4uft vor deinem inneren Auge ab. Der Felsen selbst ist nicht weiter besonders, keine Frage, aber diese Momente, diese Gef\u00fchle, diese Kraft, die der Anblick verleiht &#8211; wenn mir in meinem echten Sterbebett in hoffentlich ganz ganz vielen Jahren die wichtigsten Momente im Kopf begegnen, wird der Schritt zum Nordkapp-Felsen nicht fehlen. Es ist unbeschreiblich sch\u00f6n, einen Traum zu erf\u00fcllen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>F\u00fcr unseren Urlaub bedeutet dieser besondere Tag den Gipfel, das Ziel. Ohne Nordkapp w\u00e4re die Reise nicht zustande gekommen. Seit Februar reden wir \u00fcber diesen 14. September, trompeten es in die Weltgeschichte, egal, ob es die Leute interessiert oder nicht. Die Vorfreude&#8230; keiner konnte sie nachempfinden, keiner!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Nun sind wir da. Am Ziel.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Welcher Depp hat behauptet, das Nordkapp sei keine Reise wert? Glatte L\u00fcge. Wir schlagen ein, einmal, zweimal. Gib mir f\u00fcnf. Wir stellen fest, dass wir super sind, alles richtig gemacht haben. Das reicht an Eigenlob. Unser Wettergl\u00fcck wird allm\u00e4hlich unheimlich. In allen Planungsrunden rechneten wir mit Regenjacke und Bodenfrost. Nun ist es trocken und wir haben 13,5 Grad. Wie war das noch mit den T\u00fcchtigen?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Ich k\u00f6nnt Euch noch stundenlang erz\u00e4hlen, wie besonders dieser Tag war. Nachf\u00fchlen kann es niemand. Wenn mir nicht in den letzten Monaten die Tr\u00e4nen ausgegangen w\u00e4ren, ich h\u00e4tte hemmungslos geflennt wie ein Baby nach der Geburt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>F\u00fcnf Stunden verbringen wir am Nordkapp, unser Zeltplatz liegt 10 Kilometer s\u00fcdlich. Ja, S\u00fcden. Dort geht es wieder hin. Ab sofort kann es regnen, mir egal. Am Nordkapp war&#8217;s sch\u00f6n. Nun fahren wir wieder M\u00fclheim entgegen, so schlimm das klingt. Der Blick beim Postkarten schreiben schweift \u00fcber das Polarmeer. Auf dem Papier stehen Namen aus dem Alltag, die Gedanken sind woanders. Nun sind wir da. Wahnsinn!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Es ist unser vierter Tag im Nichts. Ein Mensch, der&#8217;s nicht gesehen hat, kann sich das nicht vorstellen. In Skarsvag steht unser Zelt und drumherum: Nichts, null, zero. Der Besitzer hat sich fr\u00fch verzogen, andere Camper gibt es um diese Jahreszeit nicht. Ein Auto kommt nicht vorbei, Tiere und B\u00e4ume Fehlanzeige. Hier ist nichtser als nichts.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>We are real nowhere men!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Die Welt k\u00f6nnte untergehen, es w\u00fcrde uns nicht treffen. Hier ist nicht die Welt. Es ist still, selbst ein einzelner Grashalm, den der Wind zum Tanzen bringt, w\u00fcrde ein Echo hinterlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Es ist einfach faszinierend. Erst Nordkapp, dann Zelten im Nichts. Abenteuer! Meine Worte werden schwach, meine Sprache reicht f\u00fcr die vielen Bilder nicht aus.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Eigentlich soll man aufh\u00f6ren, wenn es am Sch\u00f6nsten ist. Dieser Fall tritt nun ein. 12 Tage voller Highlights liegen hinter uns, genauso wie der nominelle H\u00f6hepunkt, das Nordkapp. Doch noch fahren wir nicht nach Hause. Keinesfalls. Erst in 16 Tagen kehren wir heim, nicht mal die H\u00e4lfte ist rum. Ganz Norwegen werden wir noch bereisen, keine Ahnung wie es wird. Die Fjorde liegen noch so weit weg. Ich verschwende keinen Gedanken daran. Genauso wie an zu Hause. Nicht nur 3100 Kilometer liegen dazwischen, sondern Welten. Ihr k\u00f6nnt mich alle mal!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Schade, dass ich morgen gehen muss. Der 14.9.2001 bleibt tief in mir. Niemand nimmt ihn mehr. Doch mein Weg geht weiter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Helvetica;\"><span>Denn der Weg ist das Ziel!<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinen Sommerurlaub 2001 verbrachte ich in Skandinavien. 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