{"id":892,"date":"2011-09-01T22:44:58","date_gmt":"2011-09-01T22:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=892"},"modified":"2011-10-21T22:58:05","modified_gmt":"2011-10-21T22:58:05","slug":"ein-interview-mit-jan-plewka-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=892","title":{"rendered":"Ein Interview mit Jan Plewka II"},"content":{"rendered":"<p>Keinen K\u00fcnstler habe ich so oft interviewt wie Jan Plewka, den S\u00e4nger von Selig. In der seliglosen Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen &#8211; und nach der Reunion auch. F\u00fcr den Kulturteil der WAZ.<\/p>\n<p>Zu diesem Interview, das ich wirklich sehr gelungen finde, geht es <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/kultur\/musik-und-konzerte\/Jan-Plewka-Eine-selige-Zeit-id50032.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die Trennung liegt zehn Jahre zur\u00fcck. \u201eOhne dich\u201d, \u201eWenn ich wollte\u201d, \u201eSie hat geschrien\u201d \u2013 die Rockband Selig hinterlie\u00df kleine Klassiker. Am 20. M\u00e4rz erscheint das Comeback-Album \u201eUnd endlich unendlich\u201d. Mit Selig-S\u00e4nger Jan Plewka sprach Andreas Ernst \u00fcber das Innenleben einer Band.<\/strong><\/p>\n<p><em>Selig ist wieder da. Wieder die Reunion einer Band \u201evon damals\u201d. Braucht ihr Geld?<\/em><\/p>\n<p><strong>Jan Plewka:<\/strong> Ich w\u00fcrde das auch denken, ganz im Ernst. Ich dachte ja auch bei \u201eThe Police\u201d: Die reunionieren jetzt, Sting braucht Geld. Aber wenn du die Platte h\u00f6rst oder uns beim Konzert siehst, dann best\u00e4tigt sich, dass es nicht so ist. Die Leute freuen sich doch. Unsere Tour war ausverkauft, bevor wir \u00fcberhaupt ein Plakat h\u00e4ngen hatten. F\u00fcr uns ist gerade eine kuriose, selige Zeit.<\/p>\n<p><em>Wann habt Ihr angefangen, Selig-Songs zu schreiben und zu planen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Vor zwei Jahren h\u00e4tte ich noch gesagt, dass es Selig nie wieder geben wird. Dann sa\u00dfen der Drummer Stoppel und ich in Stoppels K\u00fcche und er meinte: \u201eMit Selig, das ist zehn Jahre her. Wollen wir mal anrufen?\u201d Und dann haben wir uns ein Herz genommen und alle angerufen. Alle waren sehr erstaunt \u00fcber die Frage, ob man sich mal trifft. Zum Essen oder so. Und dann sa\u00dfen wir im September 2007 au\u00dferhalb von Hamburg in einem Restaurant. Da waren wir zum ersten Mal seit zehn Jahren alle unter einem Dach.<\/p>\n<p><em>Und dann habt ihr gesagt: Wir machen wieder Selig.<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Nein. Da war extrem viel Misstrauen. Wir hatten lange nicht miteinander geredet, hatten uns gedisst. Dann haben wir geredet und geredet. Haben bis Mai 2008 geredet. Am Telefon, in 2000 Mails.<\/p>\n<p><em>Es gab wirklich keinen Kontakt in zehn Jahren?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Obwohl Headhunter immer wieder unterwegs waren: nein. Die haben jeden einzelnen von uns angesprochen, ob wir wieder Selig machen wollen. Wir wussten, dass uns ein Plattenvertrag sicher war.<\/p>\n<p><em>Wann kam die Musik dazu?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Wir waren in Christians Studio in Berlin, alle mit den Instrumenten um den Bauch. Dann meinte Stoppel: Lass uns doch mal ein altes Riff spielen. Und dann haben wir ein altes Riff gespielt. Das war, als h\u00e4tten wir einen Monat nicht geprobt \u2013 und nicht zehn Jahre. Das war ein supertolles Erlebnis. Man hat die anderen gesehen, den Sound geh\u00f6rt. Wir wussten auf einmal, warum die Menschen damals so durchgedreht sind. Seit dem Moment sind wir wieder Selig.<\/p>\n<p><em>Alle haben in den zehn Jahren Soloprojekte verfolgt. Ergibt sich daraus ein neuer Sound?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Wir haben uns musikalisch \u00fcberhaupt nicht weiterentwickelt. Das h\u00f6rt sich komisch an, aber warum auch? Wir sind halt &#8217;ne Rockband. Es ist Rockmusik, die Lieder sind simpel strukturiert, aber das ist das, was wir k\u00f6nnen. Es ist die positivste von allen unseren Platten geworden \u2013 in jedem zweiten Ton h\u00f6rt man den Frieden, die Freundschaft, den Respekt, die Vergebung voneinander.<\/p>\n<p><em>Warum der Albumtitel \u201eUnd endlich unendlich\u201d?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Ein Kreis ist unendlich. Und wir sind endlich wieder ein Kreis. Endlich unendlich. Das ist ein Ausruf!<\/p>\n<p><em>Gab es eine Sehnsucht nach gro\u00dfen B\u00fchnen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Da krachen f\u00fcnf Riesen-Egos aufeinander. Die k\u00f6nnen nicht in kleine Clubs.<\/p>\n<p><em>Selig war eine Band f\u00fcr Teenies und Studenten. Sind die Fans \u00e4lter geworden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Wir haben die Platte f\u00fcr kein Publikum gemacht. Wir haben nicht versucht, das neue \u201eOhne dich\u201d zu schreiben. Wenn jetzt die Leute durchdrehen und man wieder einen Fanstatus erreicht, kann man diesmal besser damit umgehen. Gereifter. Damals war man sehr jung, da hat man nicht wirklich verstanden, was da los ist.<\/p>\n<p><em>Gereifter. Was hei\u00dft das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Plewka:<\/strong> Wir haben Regeln aufgestellt f\u00fcr uns, damit wir besser miteinander klarkommen. Dazu geh\u00f6rt, dass man Pause voneinander machen muss. Das Wochenende ist heilig, da ist man bei den Familien. Im Studio haben wir uns morgens um neun getroffen und sind abends um elf rausgegangen. Fr\u00fcher war das so, dass man bis in die Morgenstunden im Studio war. Au\u00dferdem hat jeder sein Nebenprojekt. Bei mir sind es die Rio-Shows, Stoppel spielt bei James Last. Jeder hat sein eigenes Reich, au\u00dferhalb von Selig. Das gab es damals nicht. Das war auch unser Fehler. Deshalb sind wir auch auseinander gegangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keinen K\u00fcnstler habe ich so oft interviewt wie Jan Plewka, den S\u00e4nger von Selig. In der seliglosen Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen &#8211; und nach der Reunion auch. F\u00fcr den Kulturteil der WAZ. 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