{"id":2360,"date":"2011-09-11T12:22:45","date_gmt":"2011-09-11T12:22:45","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2360"},"modified":"2013-02-20T12:41:24","modified_gmt":"2013-02-20T12:41:24","slug":"16-mai-2009-vfl-frankfurt-20-nie-mehr-zweite-liga-3-0","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2360","title":{"rendered":"16. Mai 2009 &#8211; VfL-Frankfurt 2:0 &#8211; &#8222;Nie mehr zweite Liga 3.0&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Am 16. Mai 2009 retteten wir eine f\u00fcrchterliche Saison mit einem 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Klassenerhalt mit 31 Punkten &#8211; unglaublich&#8230;<\/p>\n<p><strong>Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich &#8222;Nie mehr zweite Liga 3.0&#8220; nannte &#8211; und die Dachzeile &#8222;Der Tag, an dem wir eine beschissene Saison retteten. Und die Symbolfigur des Tages ist ein Linksverteidiger!&#8220; w\u00e4hlte.<\/strong><\/p>\n<p>Im dritten Jahr hintereinander singe ich das jetzt. Und ich verspreche, ich werde nicht damit aufh\u00f6ren bis&#8230; bis&#8230; bis&#8230; irgendwann. &#8222;Nie meeeeeeeeehr zweite Liiiiiigaaaa, nie meeeehr, nie meeeehr, nie meeeeeeeehr zweite Ligaaaa!!&#8220; Auf diese Minuten arbeitet jeder Fan des VfL Bochum ein ganzes Jahr lang hin. Auf diese Minuten, die so erleichternd sind wie Pinkeln nach zehn Apfelschorlen im Schr\u00e4gen Eck. Die so begl\u00fcckend sind wie xxx *zu kitschig f\u00fcr diese Seite* xxx. Die so euphorisierend sind wie die ersten Takte von &#8222;Everlong&#8220; bei einem Foo-Fighters-Konzert oder wie die ersten Bruchst\u00fccke von &#8222;Read my mind&#8220; beim Killers-Konzert im M\u00e4rz. Hey, wir haben&#8217;s GESCHAFFT!!! GESCHAFFT!!! Wir haben diese verschissene, abt\u00f6rnende, katastrophale, miese Saison gl\u00fccklich beendet. Aber lasst mich diese Schreckens-Vokabeln f\u00fcr ein paar Zeilen vergessen. Lasst mich &#8222;Nie meeeeeeeeeehr zweite Ligaaaaaaaaaaaaaa&#8220; singen. Rufen. Br\u00fcllen. Schreien!<\/p>\n<p>JAAAA!<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Heute kann es gut gehen. Und es kann schief gehen. Es wird heute so intensiv wie noch nie in den vergangenen zwei Jahren. Es ist ein Endspiel, ein Finale, das gegenseitige Assessment-Center. Mannschaft pr\u00fcft Fans, Fans pr\u00fcfen Mannschaft &#8211; und das gegenseitig auf Erstliga-Tauglichkeit. Das 33. Spiel flasht mich wie noch keins vorher in dieser Saison. Wache neben der Liebsten auf, mag die Augen nicht so richtig aufklappen. Gehe in Downtown Witten ein bisschen durch die Gassen und Stra\u00dfen, mal in diesen Laden, mal in jenen, gehe gedanklich alle Varianten einer m\u00f6glichen Aufstellung durch, erinnere mich an Mittwoch. Nach der Arbeit bin ich mit dem Regionalexpress ins Bermuda-Dreieck geeilt, habe mich in der kleinen Kneipe &#8222;Jedermann&#8217;s&#8220; &#8211; gegen\u00fcber vom &#8222;Freibeuter&#8220; &#8211; in die erste Reihe geflazt und mir das deprimierende 1:3 in Hamburg reingezogen. Und hab mir den Kopp rot, wild, schmerzend und wund geredet, diskutiert. Ich war &#8211; oh Wunder &#8211; der Positive in unserer Runde, hab davon geredet, dass wir Frankfurt problemlos putzen, w\u00e4hrend Bielefeld und Cottbus nullen. Hie\u00dfe: gerettet. Doch die anderen? Resigniert nach f\u00fcnf saft- und kraftlos verlorenen Spiele in Folge. Ohne Vertrauen ins eigene Team. Wild um sich schlagend &#8222;Koller raus&#8220; rufend. Ja, ich spaziere an der Hand meiner Liebsten durch Witten, trage den blau-wei\u00dfen VfL-Schal fest verknotet um den Hals, die Kamera in der Tasche des Kapuzenpullovers. Ruhig ist es, noch.<\/p>\n<p>Bis 13.10 Uhr. Da f\u00e4hrt am Wittener Hauptbahnhof der Regionalexpress Richtung Essen ein, mit acht Minuten Versp\u00e4tung. Warum, wird schnell klar. &#8222;Arbeitslos und die Alte im Bordell &#8211; das ist der VfL!&#8220;, schallt&#8217;s aus allen Ecken des Zuges, als wir VfLer den Zug betreten. Der Zug kommt leider aus Siegen &#8211; und ist eine der M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frankfurter Fans, mit dem Wochenend-Ticket in den Pott zu gelangen. Oh je. Dauert zum Gl\u00fcck nur zehn Minuten bis Bochum.<\/p>\n<p>Und von dort nur f\u00fcnf bis zum Ruhrstadion. Bin viel zu fr\u00fch dran (viel zu fr\u00fch!), als ich um kurz nach halbzwei hinter der Ostkurve entlanglaufe, ist das Stadion noch nicht mal ge\u00f6ffnet. Das ist der Saison-kurz-vor-dem-Ende-Moment, den alle Fu\u00dfballfans um diese Uhrzeit empfinden. Zu aufgeregt, um still auf der Couch zu sitzen &#8211; und zu still, um jetzt schon aufgeregt genug zu sein. Ich gehe in den Fanshop, kaufe f\u00fcr zweimal 31 Euro Karten f\u00fcr das Spiel in K\u00f6ln n\u00e4chste Woche &#8211; da wird&#8217;s ja allem Anschein nach um die Frage &#8222;Relegation ja oder nein?&#8220; gehen. Mein Bruder hat sein Kommen zugesagt. Er meldet sich passenderweise im gleichen Moment per sms und fordert Infos an, weil er gerade im IC von Linz Richtung Magdeburg sitzt. Mache mir keine Gedanken, was er sowohl in der einen als auch in der anderen Stadt macht. Egal. Da sind&#8217;s immer noch 110 Minuten bis zum Anpfiff. Zum Gl\u00fcck gibt&#8217;s keinen Arzt am Einlass, der jeden Fan untersucht und alle, die nicht 120:80 Blutdruck und einen gleichm\u00e4\u00dfigen Puls nachweisen k\u00f6nnen, nicht einl\u00e4sst. Mich m\u00fcsste er sofort einliefern. Wie vertreibe ich mir blo\u00df die Zeit? Ich gehe ins 1848, Fankneipe im Stadioncenter, spaziere direkt durch auf die Terrasse. Wenn gegen zwei die Mannschaftsbusse kommen, sind Spieler und Trainer von hier zu sehen, auch Schwei\u00dfperlen und Gelassenheit. Bei den Fans, die beobachten (so wie ich) und auch bei den Spielern. Kurz nach zwei kommen die Frankfurter, ich gucke kaum drauf, registriere nur die &#8222;Funkel-raus&#8220;-Rufe, als der Trainer kommt. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter f\u00e4hrt der VfL-Bus vor. Wei\u00df gar nicht, wer zuerst kommt, glaub Dabrowski. Es gibt Beifall, ja sogar Sprechch\u00f6re, als Epalle zu sehen ist. Doch als Koller kommt, br\u00fcllen ein paar Leute &#8222;Koller raus&#8220;. Der registriert&#8217;s mit extrem b\u00f6sen Blicken Richtung Terrasse. Oh wei, ist das verkribbelt. Sekunden zwischen Buh und Beifall.<\/p>\n<p>Wie wird&#8217;s wohl, wenn ich in der Kurve steh? Buh? Beifall? Bin heute fast auf mich allein gestellt, weil Gerd schon urlaubt. Wenigstens ist ein Volo-Kumpel von seinem Praktikum beim DSF heimgekehrt, gestern Abend mit dem Auto. Er erz\u00e4hlt von MAZ, Bundesliga Aktuell und Thomas Herrmann, noch mehr Ablenkungskram. Die anderen sind vertreten, ich erfahre von Lupo, dem Prof und den anderen sogar mehr Privates als in meinen bisherigen 22 Kurvenjahren (n\u00e4mlich die Vornamen!). Die Sekunden vergehen nur saum\u00e4\u00dfig langsam, aber ab drei gl\u00fcht der Funk. Unser Trainer hat entschieden, Philipp Heerwagen anstelle von Fernandes in den Kasten zu stellen &#8211; so wie ich, so wie wir es seit Monaten fordern. Jetzt! Endlich! Mutig! So wie die ganze Aufstellung! Fernandes raus, dazu noch Yahia und Dabrowski &#8211; das aber weniger \u00fcberraschend. Koller l\u00e4sst so offensiv spielen wie lange nicht. Mit den zwei St\u00fcrmern Hashemian und Klimowicz und drei offensiv orientierten Mittelfeldspielern: Pfertzel, Azaouagh und Epalle. Schon um zehn nach drei br\u00fcllen wir alle &#8222;V-F-L! V-F-L!&#8220; und ich merke jetzt: Wenn es drauf ankommt, ist auf uns Bochumer Verlass! Dann vergessen wir Maltritz raus und Koller raus und alles andere! Aber kritisch bleiben wir: &#8222;Leitbild oder Leidbild?&#8220;, fragt Block A und pr\u00e4sentiert die Stichworte des offiziellen Vereins-Leitbildes, zum Beispiel &#8222;professionell&#8220;, &#8222;regionale Identit\u00e4t&#8220; und &#8222;unbeugsam&#8220;. Clever! Die Ultras fordern und drohen zeitgleich: &#8222;Zerrei\u00dft Euch &#8211; sonst tun wir es!&#8220; Die Aufstellung: laut! Herbies &#8222;Bochum&#8220;: lauter. Einlaufen: ganz, ganz laut. &#8222;AUF GEHT&#8217;S BOCHUM SCHIESST EIN TOOOOOOOOR!&#8220;<\/p>\n<p>Zu Beginn l\u00e4uft es ziemlich schei\u00dfe. Frankfurts Alex Meier schie\u00dft aufs kurze Eck, Maltritz kl\u00e4rt auf der Torlinie, in Minute f\u00fcnf etwa. Die Frankfurter sind so laut, wie sie immer laut sind. Und wir? Wir pfeifen nicht mal! Wir sind alle k\u00f6rperlich so unendlich angespannt, dass beide Knie durchgedr\u00fcckt sind, die Augen weit aufgerissen und dass Lupo anf\u00e4ngt zu rauchen. Mein Kumpel aus Wernigerode tr\u00e4gt seinen kleinen Sohn auf dem Arm &#8211; nur das h\u00e4lt ihn davon ab, auch \u00fcberm\u00e4\u00dfig nerv\u00f6s zu gucken. Wir k\u00f6nnen gar nicht anders als laut &#8222;V-F-L&#8220;, &#8222;V-F-L&#8220; zu br\u00fcllen. Bei einem kommt das ganz besonders an.<\/p>\n<p>Philipp<\/p>\n<p>Pippo<\/p>\n<p>B\u00f6nig<\/p>\n<p>Linksverteidiger.<\/p>\n<p>Der ist genauso Bochumer wie R\u00fcdiger Kauf Bielefelder ist. Der gr\u00e4tscht, k\u00e4mpft, bei\u00dft, tritt und flankt, als w\u00fcrde seine Karriere an diesem Tag um 17.15 Uhr enden. Schon in Minute 20 bittet Koller Anthar Yahia zu sich, weil B\u00f6nig nicht mehr kann. Aber er kann doch noch. Weiter und weiter und weiter. Und wir greifen auch an, weiter und weiter und weiter. \u00dcber B\u00f6nig nat\u00fcrlich, der in bester Fuchs-Manier offensiv punktet. B\u00f6nig flankt auf Pfertzel, der h\u00e4mmert die Kugel ins kurze Eck: Pr\u00f6ll ist da. Jawoll, 20 Minuten sind um, V-F-L, V-F-L. Kein Superspiel &#8211; aber wer hat schon damit gerechnet. Ich nicht. AUF GEHT&#8217;S BOCHUM! Yeah! Heerwagen steht gut hinten und gl\u00e4nzt durch superweite Abw\u00fcrfe. Einen davon nimmt in Minute 27 Epalle an, er sprintet \u00fcber rechts Richtung Eintracht-Tor. Spielt einen Doppelpass mit B\u00f6nig, dringt fast bis zur Grundlinie vor, FLAAAAAAANKEEEE, Hashemian &#8211; TOOOOOOOOOOOOOOOORRRRR!!!! Der Hubschraubeeeeeeer!!! TOOOOOORRRRR! Wu-huuuuu &#8211; Song2, Torpogo, der beste Torjubel der Saison bisher, eindeutig, hundertprozentig, TOOOOOOOOOORRRR!!! Jaaaaaaaaaaaa!!! Gerade noch gel\u00e4stert, dass der vermutlich ausgerechnet heute trifft, und JAAAA, macht er. &#8222;Der Torsch\u00fctze: Vahid?&#8220; &#8222;HASHEMIAN!&#8220; 1:0! Jawollja! Nat\u00fcrlich wissen wir auch, wie es auf anderen Pl\u00e4tzen steht. Nicht &#8211; wie fr\u00fcher &#8211; via Radio, sondern via iPhone und sonstiger Internet-Handys, aber das &#8222;Stuttgart f\u00fchrt!&#8220; wirkt auf egal welche Weise. Smse meinem Bruder zur Pause: &#8222;Stand jetzt sind wir gerettet!&#8220; Bielefeld liegt in Dortmund 0:1 zur\u00fcck, Cottbus in Stuttgart auch. &#8222;ABPFEIFEN!&#8220;, br\u00fcllt Lupo. Genau.<\/p>\n<p>Zweite Halbzeit, 45 Minuten vor der Rettung. 45 Minuten noch! Die Frankfurter spielen nach ordentlicher Anfangsphase inzwischen sehr schwach. B\u00f6nig macht nach wie vor ein Sensationsspiel, und das zweinull ist greifbar nahe. B\u00f6nig flankt auf Klimowicz in Minute 55, der k\u00f6pft einmal, zweimal &#8211; Pr\u00f6ll h\u00e4lt super. Zweimal. Gibt&#8217;s nicht. Gibt es GAR NICHT!!!! Das musses sein. Weiter zittern. Ist nichts normal in dieser Schei\u00df-Saison??? Vorn klappt es nicht und hinten? Meier steht v\u00f6llig blank nach &#8217;ner Stunde und schie\u00dft dr\u00fcber. Hui, hui, hui, hui, hui, das war das zweite Riesending f\u00fcr die Eintracht. W\u00e4re unverdient gewesen &#8211; aber doch das 1:1. Andere Seite, inzwischen 65., die entscheidende Phase. Atmen verboten. Freisto\u00dfflanke Epalle, Maltritz ganz frei, Pr\u00f6ll h\u00e4lt wieder riesig. Immer noch 1:0. Immer noch!!! MAAAAAAANNN!!! Wir greifen weiter an, wollen es mehr als die Eintracht. Bielefeld liegt inzwischen 0:5 zur\u00fcck in Dortmund, Cottbus 0:2 in Stuttgart. Hei\u00dft: Die Frankfurter sind sicher durch, wir nur, wenn&#8217;s beim Dreier bleibt. Wir Fans sp\u00fcren das, es ist mit gro\u00dfer Sicherheit das emotionalste, lauteste Heimspiel der Saison.<\/p>\n<p>73. Minute, 16.58 Uhr, wichtig, wichtig. Ein 60-Meter-Pass in den Eintracht-Strafraum, Hashemian steigt zum Kopfball hoch, k\u00f6pft Richtung &#8222;F\u00fcnfer&#8220;, dort steht Frankfurts Jung und will die Kugel weghauen, er schie\u00dft aber Hashemian an. Der Ball kullert Epalle vor die F\u00fc\u00dfe, SCHIESS, SCHIESS, SCHIESS EIN TOOOOOORRRR, neeein, er schie\u00dft Pr\u00f6ll an, Abpraller, Klimowicz k\u00f6pft aus sieben Metern<\/p>\n<p>rein<\/p>\n<p>TOOOOOOOOOOOOORRRRRRR<\/p>\n<p>TOOOOOOOOOOOOORRRRRRR<\/p>\n<p>wuhuuuwuhuuuu<\/p>\n<p>Song2<\/p>\n<p>Poooogooooooooo<\/p>\n<p>JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA<\/p>\n<p>JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA<\/p>\n<p>&#8222;Torsch\u00fctze die 14: Diego?&#8220; &#8222;KLIMOWICZ!&#8220; Jetzt wissen wir&#8217;s. Jetzt singen wir&#8217;s. &#8222;Nie meeeeeeeeehr zweite Ligaaaaa, nie meeeeeehr nie meeeeehr nie meeeeeeeehr zweite Ligaaaaaa!&#8220; Einer der leiseren von uns nimmt allen Mut zusammen und schreit&#8217;s raus:<\/p>\n<p>&#8222;JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA&#8220; Wir schauen ihn an, er schaut uns an, lacht und sagt dann: &#8222;Tschuldigung, musste raus.&#8220; So geht&#8217;s allen. Wir knicken unsere Beine wieder ein, strecken uns wieder und \u00fcberstehen sogar noch einen Tr\u00e4nen-Moment. In Minute 75 wechselt Koller den komplett ausgelaugten B\u00f6nig aus, welch Wunder, dass der noch selbst gehen kann. &#8222;Phiiiiiiiilipp B\u00f6\u00f6\u00f6nig&#8220;, br\u00fcllt die Ostkurve, br\u00fcllt Block A, und ja, selbst die faule Haupttrib\u00fcne steht gesammelt auf. F\u00fcr einen Linksverteidiger! Unfassbar! Da schie\u00dft mir die Suppe fast in die Augen, die gesamte verschissene Saison sehe ich in den Sekunden vor mir, die B\u00f6nig braucht, um den Rasen zu verlassen. Viel passiert nicht mehr. &#8222;Marcel Maltritz&#8220;-Rufe, als Vers\u00f6hnungsangebot gedacht, Verabredungen f\u00fcrs Bermuda-Dreieck heute Abend, die Durchsage, dass Bier und Cola nach dem Abpfiff vor dem Stadion nur einen Euro kosten, viele Gl\u00fcckwunsch-sms, viele Steine, die von allen m\u00f6glichen Herzen plumpsen. Abpfiff, hey, geschafft. Klassenerhalt, zum Dritten unter Koller. Nie mehr zweite Liga 3.0. Wir spielen ein viertes Jahr in Folge in der Bundesliga. Kaum zu glauben. Wirklich kaum zu glauben!<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Und so begie\u00dfen wir dieses sportlich sicher nur durchschnittliche, aber doch ungemein emotionale Spiel mit Applaus und &#8217;ner &#8222;Humba&#8220;, die der solide Heerwagen via Megaphon anstimmt. Und doch bleibt der Eindruck: \u00dcber geschaffte Klassenerhalte haben wir schon ausgiebiger und ausgelassener gefeiert. Die Mauer zwischen Mannschaft, Vereinsf\u00fchrung und Fans ist gebr\u00f6ckelt, aber noch nicht gefallen. Niemand darf vergessen, dass wir nur f\u00fcrchterlich magere 31 Punkte geholt haben. Niemand sollte die Saison mit einem mageren &#8222;Ziel erreicht&#8220; abhaken.<\/p>\n<p>Ziel waren einmal 45 Punkte.<\/p>\n<p>So bleibt am Tag danach, w\u00e4hrend ich diesen Text schreibe, nur das Gef\u00fchl, dass wir diese beschissene Saison voller Anfeindungen, Contras und miesen Spielen mit dem Minimalziel abschlie\u00dfen. Nicht weniger. Aber wei\u00dfgott auch nicht mehr. Und an diesen zweifelsohne wunderbaren gestrigen Tag erinnern heute nur noch ein youtube-Schnipsel &#8211; und eine leise Melodie in meinem Hinterkopf.<\/p>\n<p>Die geht so:<\/p>\n<p>&#8222;Nie mehr nie meeeeeeeeeeeeeeeeehr zweite Ligaaaaaaaaaaa&#8230;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. Mai 2009 retteten wir eine f\u00fcrchterliche Saison mit einem 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. 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