{"id":2354,"date":"2011-09-11T11:57:24","date_gmt":"2011-09-11T11:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2354"},"modified":"2013-02-20T12:08:02","modified_gmt":"2013-02-20T12:08:02","slug":"14-februar-2009-vfl-schalke-21-feel-good","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/andreasernst.com\/?p=2354","title":{"rendered":"14. Februar 2009 &#8211; VfL-Schalke 2:1 &#8211; &#8222;Feel Good&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Nach sieben Jahren neigten sich meine Aktivit\u00e4ten als VfL-Blogger im Fr\u00fchjahr 2009 dem Ende entgegen. Einer meiner letzten Eintr\u00e4ge besch\u00e4ftigte sich mit dem Revierderby zwischen Bochum und Schalke, das am 14. Februar 2009 2:1 f\u00fcr den VfL endete. Da ahnte ich noch nicht, dass ich nur ein Jahr sp\u00e4ter Schalke-Reporter werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Hier geht es zum Blog-Eintrag, den ich &#8222;Feel Good&#8220; nannte und mich f\u00fcr die Dachzeile &#8222;Warum Derbysiege immer das Gr\u00f6\u00dfte sind. Oder: Wie verflucht lang zwei Sekunden sein k\u00f6nnen&#8220; entschied:<\/strong><\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert. Erinnere mich an den 2:1-Sieg vor drei Jahren, man, da hat doch auch der Kuranyi das einsnull f\u00fcr die anderen gemacht, und jetzt, DABRO HAU IHN REIN. Und man DABRO, taumel nicht so rum mit der Kugel, stolper nicht so rum&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Erinnere mich an das Vorgepl\u00e4nkel.<\/p>\n<p>Ein Derby beginnt nicht erst am Samstag um 15.30 Uhr. Es ist Mittwoch, Donnerstag, Freitag, wann auch immer. Wei\u00df gar nicht, ob die Songs irgendwo auf Festplatte oder CD in meinen Archiven lagern. Aber im Kaufrausch ziehe ich f\u00fcr jeweils 99 Cent &#8222;Killing in the name of&#8220; von Rage against the machine, &#8222;Sabotage&#8220; von den Beastie Boys, &#8222;Paranoid&#8220; in der Live-Version von Black Sabbath und &#8222;Down with the sickness&#8220; von Disturbed bei iTunes ausm Netz. Nicht so&#8217;n Gute-Laune-Punk a la &#8222;Chelsea Dagger&#8220;. Einfach so druff, ohne Hintergedanken. Eigentlich. Um kurz vor halbzwei am Samstag, als ich das Haus verlasse, mir meinen Schal zurechtzupfe, die Digitalkamera in der rechten Tasche meiner gr\u00fcnen Jacke verstaue, f\u00e4llt mir auf, dass ich mir auf dem ipod eine neue &#8222;On-the-Go&#8220;-Playlist zusammenstellen k\u00f6nnte. Eine mit so richtig krassen Reinsch\u00e4dlern. Metallicas fr\u00fche Werke, AC\/DC. Und eben Rage, Black Sabbath.<\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert.<\/em><\/p>\n<p>Erinnere mich an das Vorgepl\u00e4nkel vor dem Anpfiff.<\/p>\n<p>Alles ist anders als vor dem KSC-Spiel vor zwei Wochen. Ich bin fast schon geneigt, die Zeitspanne seitdem mit dem Wort &#8222;damals&#8220; zu \u00fcberschreiben. Damals jedenfalls: alle auf Krawall aus. Alle auf eine Niederlage vorbereitet. Alle mit den Zdebel-A2-Plakaten in der Hand. Alle mit &#8222;Koller raus&#8220; auf den Lippen. Heute reden wir von einem Derby. Einem Revierderby. Hier wird nichts gefordert, was gegen die eigene Mannschaft, den eigenen Trainer geht (jedenfalls so lange wir nicht zur\u00fcckliegen). Hier ist Ausnahmezustand. Wir reden uns vorher in Rage, regen uns nur ein wenig dar\u00fcber auf, dass Zdebel bei Leverkusens 4:1 in Hoffenheim gestern volle 90 Minuten mitwirken durfte, von unserem Trainer aber als &#8222;regionalligatauglich&#8220; eingestuft wurde. Gro\u00dfe Hoffnungen machen wir uns (sportlich) nicht.<\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert.<\/em><\/p>\n<p>Erinnere mich ans Einlaufen.<\/p>\n<p>Stufe f\u00fcr Stufe f\u00fcr Stufe betreten die Spieler den Rasen. &#8222;Hast im Schrebergarten Deine Laube!&#8220; Das Schiri-Trio geht vorneweg, die Kapit\u00e4ne Krstajic und Dabrowski direkt dahinter. &#8222;Machst mit nem Doppelpass: JEEEEEEEEEEDEN Gegner nass!&#8220; Die Spieler stellen sich an der Mittellinie auf, in einer Reihe. &#8222;Du und Dein V-F-L!&#8220;<\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert.<\/em><\/p>\n<p>Erinnere mich an das Spiel.<\/p>\n<p>Ich bin nicht f\u00fcr Koller, werde das auch nicht mehr sein, und ich glaube nach wie vor, dass eine Trennung das Beste w\u00e4re, als Medikament gegen die vergiftete Stimmung (hey, ein Spiel gegen Schalke, NICHT ausverkauft, NUR Pl\u00e4tze in der Ostkurve noch da) &#8211; aber so wie&#8217;s hier l\u00e4uft&#8230; Kompliment! Seine taktische Abweichung macht&#8217;s aus, seine Notaufstellung zieht, ist genau richtig. Gut, der Torwart ist &#8217;ne Pfeife, wussten wir schon, warum Heerwagen nicht spielt, keinen Schimmer. Die Abwehr stellte sich ohnehin mit Schr\u00f6der, Mavraj, Pfertzel und Fuchs selbst auf. Aber davor? Die Doppel-Sechs mit Dabrowski und Imhof &#8211; und davor eine Art Neururer-Revival-Tour. 4-2-1-3. Oder besser: 4-2-3-1. Vor der Doppel-Sechs ist Epalle als Spielmacher gesetzt. Im Dreier-Sturm k\u00e4mpfen Sestak (rechts), Klimowicz (Mitte) und Azaouagh (links). Naja, oder eher St\u00fcrmchen. In Wirklichkeit bleibt Klimowicz vorn stehen &#8211; und die beiden Au\u00dfen helfen auch sehr oft in der eigenen H\u00e4lfte aus.<\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert.<\/em><\/p>\n<p>Erinnere mich an den Spielverlauf.<\/p>\n<p>Mein Arbeitskollege rechts neben mir lacht noch \u00fcber Kevin Kuranyi (&#8222;Man ist der unbeweglich. Man ist der schlecht. Hahahahaha&#8220; usw.), als in Minute 17 unser Pfeifentorwart einen harmlosen Farfan-Schuss nur nach vorn abklatschen kann und Kuranyi zum 0:1 abstaubt. Bis dahin ist Schalke die bessere Mannschaft und die F\u00fchrung nicht unverdient. Aber mit dem 0:1 kommen wir. Die Spieler. Die Fans. Der Abstiegskampf-Geist. Wir machen das, was die Schalker nicht k\u00f6nnen. Zweik\u00e4mpfe bestreiten. Und gewinnen. Und foulen, direkt danach zum gefoulten Schalker laufen und ihn beschimpfen, er solle nicht simulieren (egal, wie hart das Foul war). Das sind Derby-G\u00e4nsehautmomente. Sestak steht v\u00f6llig frei vor Neuer, schie\u00dft den jedoch an. Das ist rund um die 35. Minute. Kurz vor der Halbzeit schnappt sich Azaouagh den Ball, und l\u00f6ffelt ihn mit einer Mordsdrehkurve auf die Kiste. Neuer eiert durch sein Tor, wei\u00df nicht, wo die Kugel einschl\u00e4gt, und: DRIN! Einseins!!! Bis zur 52. Minute erarbeiten wir uns ein Eckballverh\u00e4ltnis von 13:0. Absolut rekordverd\u00e4chtig! Unsere Aushilfs-Innenverteidiger Pfertzel und Mavraj ziehen ihr Ding sensationell durch. Fehlt nur noch das zweieins und das w\u00e4re jetzt auch VERDIENT.<\/p>\n<p>Und dann setzt sich Fuchs \u00fcber die linke Seite durch. Marschiert am ausrutschenden Rakitic vorbei, spielt die Kugel in den R\u00fccken der Abwehr. Klimowicz erh\u00e4lt den Ball, spitzelt ihn an Neuer vorbei, doch nicht rein, Kobiashvili stoppt ihn vor der Linie, doch da ist Dabrowski. Muss ihn nur noch \u00fcber die Linie bugsieren. Irgendwie. Egal wie. Egal mit welchem K\u00f6rperteil.<\/p>\n<p><em>Versenk die Kugel. Versenk sie! Man Dabro, du hast nur einen halben Meter zu \u00fcberwinden! Einen HALBEN METER! Ja, Jaa, JA, JAA, Jaaa, JAAA, man, mach&#8217;s doch, da steht doch nur noch ein Schalker auf der Linie. Du und der Ball, der Schalker Torwart geschlagen, MACH&#8217;S DOCH, MACH&#8217;S DOCH! JAAAAA! Das dauert und daauert und daaauert &#8211; ja, jaa, h\u00fcpf, h\u00fcpf, da isser, da isser, da isser,<\/em><\/p>\n<p>TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOORRRRRRRRRRR!!!!<\/p>\n<p>TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOORRRRRRRRRRR!!!!<\/p>\n<p>Wuhuuuu, tatataaaaa, Wuhuuuuu, Blur, gib mir den &#8222;Song 2&#8220; auf die Zw\u00f6lf! JAAAAA!!! Dabros zwei Sekunden zwischen Ballannahme und Kullertorschuss, gef\u00fchlt zwei Stunden, und jetzt endlich DER TOR-POGO, auf den wir seit langer, langer Zeit warten. Gigantisches Abklatschen, prickelndes Bier in meinen Locken, streichelt mir \u00fcber den Kopf, schei\u00dfegal, macht nix, macht nix, H\u00dcPFEN, TOOOOOORRRRRRRRR!!!! &#8222;TOOOR F\u00dcR DEN VFL BOCHUM! Und der TORSCH\u00dcTZE MIT DER NUMMER F\u00dcNF: Christoph&#8230;&#8220; &#8222;DABROWSKI!&#8220; &#8222;Christoph&#8220; &#8222;D A B R O W S K I!&#8220;<\/p>\n<p>Da steht&#8217;s auf der Anzeigetafel: VfL Bochum 2, FC Schalke 04 1.<\/p>\n<p>33 Minuten noch. 33 Minuten zu allem, nur nicht zum Analysieren. 33 Minuten, um zu reden \u00fcber&#8230;<\/p>\n<p>&#8230; die &#8222;Stationettes&#8220;, die in der Halbzeitpause eine ausgearbeitete Valentinstags-Choreographie pr\u00e4sentierten &#8211; und das zum Song &#8222;Love is in the air&#8220;. Nicht schlecht bei einem Revierderby.<\/p>\n<p>&#8230; einen alten Fu\u00dfballkumpel, der das Azaouagh-Tor verpasste. Zwei Gr\u00fcnde werden f\u00fcr sowas akzeptiert: a) Getr\u00e4nke holen, b) auf Toilette gehen. Er hatte eine Mischung aus a) und b) zu bieten. Auf der Toilette suchte er in seinem Portmonee nach Kleingeld, als Azaouaghs Flatterschuss das Netz ausbeulte.<\/p>\n<p>&#8230; \u00fcber den Derbycharakter in der Schlussphase. Nicht nur wegen Rafinha. Rudelbildung alle 30 Sekunden, ja, so lieben wir&#8217;s. &#8222;Wir wolln Euch k\u00e4mpfen sehn&#8220;, br\u00fcllen die Fans von Gegen\u00fcber &#8211; und das ist einer der gr\u00f6\u00dften Triumphe. Yeah. &#8222;IHR K\u00d6NNT NACH HAUSE FAHRN!&#8220; entgegen wir nur. Und: &#8222;Ihr habt bezahlt Ihr k\u00f6nnt jetzt GEHN!&#8220;<\/p>\n<p>&#8230; \u00fcber die Nachspielzeit. Schalkes Pander trifft noch den Au\u00dfenpfosten.<\/p>\n<p>Schlusspfiff. So gehn die Bochumer, die Bochumer gehn so, so gehn die Bochumer, die Bochumer gehn so. *duck* so gehn die schalker, die schalker, die gehn so, so gehn die schalker, die schalker die gehn so. HINSETZEN! HINSETZEN! Wiiiiirrr singen HUMBA HUMBA HUMBA T\u00c4TER\u00c4\u00c4!!!<\/p>\n<p>Hab in meinem iTunes-Kaufrausch noch einen Song runtergeladen. Von den Gorillaz.<\/p>\n<p>Feel Good.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach sieben Jahren neigten sich meine Aktivit\u00e4ten als VfL-Blogger im Fr\u00fchjahr 2009 dem Ende entgegen. Einer meiner letzten Eintr\u00e4ge besch\u00e4ftigte sich mit dem Revierderby zwischen Bochum und Schalke, das am 14. Februar 2009 2:1 f\u00fcr den VfL endete. 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